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 Seemannslexikon 
Museumsschiffe
DSM
Deutsches Schiffahrtsmuseum Bremerhaven
Motorschlepper " STIER "
Kogge

Werft Wilhelmshavener Jadewerft
Typ Motorschlepper
Baujahr 1954
Bauherr Norddeutscher Lloyd
Länge 19,85 m
Breite 6,20 m
Tiefgang 3,15 m
Vermessung 75,5 BRT
Antrieb 2 5-Zylinder Modag-Motoren, 700 PS 
(514,9 kW), 2 Voith-Schneider- Propeller
Besatzung 12 Mann
Liegeplatz DSM - auf Land gesetzt

Motorschlepper Stier
(ex Reederei  Norddeutscher Lloyd)
Nach eine, neuen Konzept wurde 1954 im Auftrag des norddeutschen Lloyd von der Jadewerft in Wilhelmshaven der Wassertrecker STIER gebaut. Die größten Unterschiede zu herkömmlichen Schleppern ist der Unterwasserbereich. Deshalb wurde es im Freibereich des Museums 1978 auf Land gesetzt.
Da besonders Flußschiffe und Schlepper sehr manövrierfähig sein müssen, entwickelte 1926 der österreichische Ingenieur Ernst Schneider eine Antriebsmaschine, der dem Schiff auch in engen Gewässern genügend Wendigkeit verlieh.
Gebaut und weiterentwickelt wurde die Antriebsmaschine von der Maschinenfabrik J. M. Voith.
Beim Voith-Schneider-Propeller sind Schraube und Ruder in einem rotierenden Lautrad vereinigt.Auf einem kreisrunden Laufradkörper. der senkrecht zum Schiffskörper steht, sitzen 4 bis 6 senkrecht angebrachte Spatenflügel, die durch Exzentersteuerung verstellbar sind.Der Laufradkörper wird über eine Längswelle und Kegelräder in Rotation versetzt. Schiffe, die mit einem Voith-Schneider-Propeller ausgerüstet sind, können erstaunliche Manöver ausführen: Sie können auf der Stelle wenden, aus voller Fahrt auf kleinstem Raum beidrehen und, wenn sie vorn und hinten je einen Voith-Schneider-Propeller besitzen, sich parallel zu ihrer Längsachse bewegen. Mit dieser Propelleranlage ausgerüstet werden vor allem Schlepper, Schwimmkrane, Fährschiffe, Feuerlöschboote, Forschungs- und andere Arbeitsschiffe.
Nur ein Schiff 
mit dieser Antriebsart
ist bisher als
  Museumsschiff
zu besichtigen.
Der Stier kam nach einer Dienstzeit von 24 Jahren ins DSM und wurde 1978 auf Land gesetzt. Er liegt aufgebockt auf dem Außengelände des Schiffahrtsmuseums in Bremerhaven, so daß die Besucher die Propelleranlagen unter dem Boden des Schiffes betrachten können. Durch eine Klappe, die ins Unter- wasserschiff geschnitten wurde, kann der Besucher in den Maschinenraum und weiter auf das Deck gelangen. Von der Brücke hat man eine gute Rundumsicht auf das Museumsgelände und Außenweser. Einer der beiden Voith-Schneider-Propeller wurde für Demonstrationszwecke mit einem Elektromotor beweglich gemacht,  um die Funktionsweise erkennbar zu machen.

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