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Bremerhaven
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 Seemannslexikon 
Museumsschiffe
DSM
Deutsches Schiffahrtsmuseum Bremerhaven
Bark  " S e u t e  D e e r n "
Kogge

erhielt im Juni 1966 ihren Liegeplatz als Museums- und Gaststättenschiff  im Alten Hafen von Bremerhaven.
Die Abmessungen der "Seute Deern", ex "Bandi", ex "Elizabeth Bandi"
vor und nach dem Umbau 1939 in Hamburg
Viermaster
"Bandi"
Viermast Gaffelschoner
"Seute Deern"
Dreimastbark
Werft
Gulfport Shipbuilding 
Company in Gulport, 
Miss., USA, 1919
Umbau: 
zur Bark 1938/39 
Blohm & Voss
Typ
Schoner, Holz 
in Kraweelart
Bark, Holz
Länge über alles
61,45 m
75,70 m
Breite
11,30 m
11,30 m
Raumtiefe
4,60 m
4,56 m
BRT
721,38
813,57
NRT
630,26
690,18
Tragfähigkeit
ca. 900 t
955 t
Segelfläche
1107 qm
1418,6 qm
Antrieb
keine Maschine
keine Maschine
Besatzung
10 Mann
28 Mann, darunter 
13 Zöglinge
Seute Deern

Galionsfigur

Segelplan der Bark » Seute Deern «
Segelplan
1. Vorstengestagsegel
2. Innenklüver
3. Außenklüver
4. Flieger
5. Focksegel
6. Voruntermarssegel
7. Vorobermassegel
8. Vorbramsegel
  9. Vorroyalsegel
10. Großstengestagsegel
11. Großbramstagsegel
12. Großroyalstagsegel
13. Großsegel
14. Großuntermarssegel
15. Großobermarssegel
16. Großbramsegel
17. Großroyalsegel
18. Besanstagsegel
19. Besanstengestagsegel
20. Besanbramstagsegel
21. Unterbramsegel
22. Oberbesansegel
23. Gaffeltoppsegel
 

Chronik der "Seuten Deern"
Die Geschichte der heutigen Bark begann 1919,
als bei der Gulfport Shipbuilding Co in Gulfport (USA) der Viermast-Gaffelschoner "Elizabeth Bandi" vom Stapel lief.
Es bestand damals ein riesiger Bedarf an Handelsschiffen.

In aller Eile wurden hunderte von Schiffe aus frischen noch nicht abgelagerten Holz (Pitchpine) gebaut. Das brachte manche Probleme mit sich, wie es sich später auch bei der "Elizabeth Bandi" herausstellte. Bereits auf seiner ersten Reise, beladen mit Holz, war der Schoner von Pech verfolgt. Das frische Holz hatte sich verzogen und durch Wurmfraß waren die Planken der Außenhaut undicht geworden. Die Mannschaft hatte vollauf mit Pumpen zu tun. Nach jeder weiteren Fahrt mußten umfangreiche Reparaturen durchgeführt werden.
Bis 1931 fuhr die "Elizabeth Bandi" unter amerikanischen Flagge, danach wurde sie an einen finnischen Eigner  (William Uskanen) verkauft. Als "Bandi" transportierte der Viermaster vornehmlich Holz nach England. Der Wechsel aus den amerikanischen Gewässern in die Nord- und Ostsee war ihn gut bekommen. Das Ostseewasser hat die Bockkäfer (Holzwürmer) vertrieben. Es mußte zwar weiter gepumpt werden, aber nicht mehr oder weniger als die anderen hölzernen Seglern auch. 1935 verkaufte W. Uskanen die "Bandi" an einen Landsmann, der zufällig  Laiva Bandi hieß. Der gab das Schiff der Maklerfirma Yrjänen & Kumpp zur Bereederung. Aber es dauert nicht lange und der Makler fand keine Ladung mehr für den Segler.

Die "Bandi" wurde am 7. November 1938 für 26500 Reichsmark  nach Deutschland verkauft. Der neue Eigner, der Reeder J.T. Essberger aus Hamburg, ließ den Viermaster völlig überholen und den Segler als Dreimastbark umbauen. Der Umbau begann am 16. Dezember 1938 bei Blohm & Voss (Hamburg) und am 15. Juni 1939 wurde ein fast neues Schiff , als Segelschulschiff, in Dienst gestellt. An der Bark schmückte nun am Vorsteven eine überlebensgroße Galionsfigur und die Bark wurde auf " Seute Deern " getauft. Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges tat die "Seute Deern" Dienst im Ostseebereich als Fracht- und Ausbildungsschiff. Das Kriegsende erlebt die Bark in Lübeck. Die Briten benutzten den Segler in Lübeck als Wachlokal. 1946 gaben die Engländer das Schiff den Reeder "John T.Essberger" unversehrt zurück.
  Die Reederei Essberger  ließ im Juni 1946 die "Seute Deern" mit Hilfe eines  Schleppers nach  Travemünde zur  Schlichting-Werft bringen. Dort wurde sie als Hotelschiff umgebaut. Ein Jahr später wurde die "Seute Deern" nach Hamburg geschleppt. Als Hotel- und Restaurantschiff  lag sie nun im Hamburger Hafen an dem  berühmten Liegeplatz  der alten "Fähre VII".  Nach ein paar Jahren  machten die steigenden Unkosten die Nutzung unrentabel. 1954 verkaufte die Reederei die " Seute Deern" für 40.000 DM nach Holland.
Albert Jan Koerts der aus Holland stammende Amerikaner, der die "Seute Deern" erwarb, schenkt das Schiff als schwimmende Jugendherberge seiner Vaterstadt Delfzijl. Er tauft die Bark um auf dem Namen seines Vaters " Pieter A. Koerts ". Nach 10 Jahren wurden die Kosten für den Unterhalt des Segelschiffes zu hoch und wurde zum Verkauf angeboten.

Die Emder Gastwirtin Erna Hardisty kaufte den Segler für 33 440 DM und überführte ihn nach Emden, wo sie im Dezember 1964 festmachte. Frau Hardisty ließ das Schiff wieder als " Seute Deern " eintragen. Der Ausbau zum Gaststättenschiff verzögerte sich jedoch. Das undichte Holzschiff ging an seinen Liegeplatz auf Grund. Erneut zum Kauf angeboten, erwarb im Juli 1965 der Helgoländer Kaufmann Hans Richartz für 61 000 DM die "Seute Deern". Unter seiner Anleitung entstand an Bord der Bark eine stilvolle Gaststätte.
Hotelschiff

Zierde
Die Bark wurde am 22. Juni 1966 von Emden nach Bremerhaven geschleppt und ihr neuer Liegeplatz ist von nun an im "Alten Hafen" von Bremerhaven. 1972 übernahm das Deutsche Schiffahrtsmuseum, als Gründungsgeschenk, die Bark, nachdem Bremerhaven und Bremen die "Seute Deern" gründlich restaurieren ließen, so daß sie heute zu den Prunkstücken der weltweiten Museumsschiffe gehört. Im April 1983, nach der Übernahme durch das Hotel Naber und umfangreichen Umbauarbeiten, wurde die "Seute Deern" als Restaurantschiff neu eröffnet. Seitdem zieht sie Gäste an, die in maritimer Atmosphäre gutbürgerlich Gastronomie genießen wollen.
Die "Seute Deern"  ist darüber hinaus einer der schönsten Trauorte Deutschlands.
Seit Mitte der 80er Jahre können sich Paare auf dem Dreimaster in der Kapitäns-Kajüte das Ja-Wort geben.
Die Bark ist seitdem offizielle
Außenstelle des Bremerhavener Standesamtes.
1997 ließen sich mehr als 90 Paare auf dem Segelschiff trauen.

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