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Drei neue Boote für Wasserschutz in Niedersachsen

Hannover, Niedersachsen / DE, 23.09.08 - "Mit dem Kauf von drei hochmodernen Küstenbooten für Niedersachsen in den Niederlanden schreiben wir ein Stück Polizeigeschichte", sagte Polizeipräsident Alfred Soetbeer (49) heute anlässlich eines Pressegesprächs auf der Fachmesse SMM (Shipbuilding Machinery & Marine Technology) in Hamburg. Gemeinsam mit René Berkvens, CEO der niederländischen Damen Shipyards Group aus Gorinchem, unterzeichnete er dort in Anwesenheit der niederländischen Wirtschaftsministerin Maria van der Hoeven entsprechende Verträge mit einem Gesamtvolumen von rund zehn Millionen Euro. "Wir freuen uns, mit der Wasserschutzpolizei in Niedersachsen einen anspruchsvollen Kunden in Deutschland dazu gewonnen zu haben", zeigte sich René Berkvens stolz. Die Niedersachsen seien nach Bremen das zweite Bundesland, das sich für ein bereits in der harten Praxis erprobtes Streifenboot aus der breiten Produktpalette der Werft entschieden hätten, so Berkvens weiter.
Bereits Ende des kommenden Jahres soll das erste von drei Mehrzweckbooten für die Polizei ausgeliefert und beim Wasserschutzpolizeikommissariat (WSPK) Brake in Dienst gestellt werden. Es folgen in den Jahren 2010 sowie 2011 baugleiche Schiffe für die WSPK Wilhelmshaven und Emden. Alle drei Schiffe sollen künftig für eintägige Streifen- und Kontrollfahrten auf der Nordsee innerhalb der Zwölf-Meilen-Zone, in Flussmündungen sowie auf den Unterläufen von Ems, Jade und Weser eingesetzt werden. Sie sind mit modernster Navigations- und Kommunikationstechnik ausgestattet und ersetzen nach ihrer Indienststellung jeweils Vorgängerboote, die über 30 Jahre alt sind und technisch nicht mehr den komplexen Erwartungen entsprechen.
Auf Grundlage eines neuen Bootskonzeptes für die WSP, das unter anderem die Erneuerung der teilweise in die Jahre gekommenen Bootsflotte der Polizei vorsieht, war die Auftragsvergabe für die modernen und anspruchsvollen Neubauten zunächst EU-weit ausgeschrieben worden. Den Zuschlag erhielt die renommierte Werft aus den Niederlanden. "Ich verspreche mir mit der strategischen Investition nicht nur eine deutlichen Stärkung der wasserschutzpolizeilichen Kompetenzen, sondern zukünftig auch eine deutliche Reduzierung der anfallenden Wartungs- und Instandhaltungskosten", machte der Behördenleiter deutlich. Insofern sei das ehrgeizige Beschaffungsprojekt nach Soetbeers Angaben nicht nur eine lohnende und nachhaltige Geldanlage in punkto Sicherheit, sondern ginge weit darüber hinaus.
Quelle: Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen vom 23.09.2008

Neuer Notschlepper ab 2011 für die Nordsee

Berlin / DE, 15.05.08 - Heute wurde der Auftrag für die Charterung eines hochmodernen Notschleppers für die Nordsee erteilt. Das Schiff erreicht 19,5 Knoten bei einem Tiefgang von sechs Metern. Es verfügt über einen Pfahlzug von 200 Tonnen. Material und Besatzung sind gegen giftige Gase und Explosionsgefahr geschützt. Es soll am 1.1.2011 in Dienst gestellt werden und ersetzt die "Oceanic", die noch nicht über Gasschutz verfügt.
Die Charterung ist Teil des Notfallkonzepts, das die Bundesregierung nach dem Unglück des Frachters "Pallas" im Herbst 1998 erarbeitet hatte. Der Deutsche Bundestag hatte 2006 die Charterung neuer Notschlepper für Nord- und Ostsee beschlossen.
Den Auftrag hat die ARGE "Küstenschutz" erhalten. Zu ihr gehören die Bugsier- Reederei- und Bergungsgesellschaft mbh & Co.KG, die Fairplay Schleppdampfschiffs-Reederei Richard Borchard GmbH, die Unterwasser - Reederei GmbH und die WIKING Helikopter Service GmbH.
Mit den beiden bereits in der Nordsee stationierten bundeseigenen Mehrzweckschiffen "
Mellum" und "Neuwerk" wird der neue Notschlepper sicherstellen, dass auch größte Schiffe im Havariefall schnell gesichert werden können.
Für die Charterung und die ständig einsatzbereite Besatzung stellt der Bund für 10 Jahre insgesamt bis zu 114 Millionen Euro zur Verfügung.
Die Charterung eines neuen Notschleppers für die Ostsee ist ebenfalls geplant, das Vergabeverfahren läuft noch.
Quelle: bmvbs vom 15.05.2008

Neues Kontrollboot für Bundespolizei

Greifswald / Rostock, Mecklenburg-Vorpommern / DE, 05.12.07 - Die Bundespolizei stellt am 10. Dezember 2007 in Greifswald ein weiteres Kontroll- und Streifenboot in Dienst. Es ist das dritte einer neuen Reihe von Überwachungsbooten, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Mittwoch in Rostock. Die knapp 21 Meter lange BP 62 "Uckermark" mit einem Tiefgang von 1,20 Metern und vier Mann Besatzung soll von Lubmin aus die Küstengewässer im Greifswalder Bodden und in angrenzenden Gewässern überwachen. Mit dem auf einer Werft in Tangermünde gebauten Boot wird die Modernisierung der zur Überwachung der Küstenlinie eingesetzten Kontroll- und Streifenboote fortgesetzt.
Quelle: dpa vom 05.12.2007

Strengere Abgasvorschriften verbessern Umweltschutz in der Nordsee

Berlin / DE, 10.08.07 - Ab 11. August 2007 gelten verschärfte Abgasvorschriften für Schiffe in der Nordsee und dem Englischen Kanal. Während weltweit noch ein Schwefelgehalt von maximal 4,5 Prozent zulässig ist, darf dieses Seegebiet nur noch von Schiffen befahren werden, die einen besseren Brennstoff mit einem maximalen Schwefelgehalt von 1,5 Prozent verwenden. Für die ökologisch besonders sensible Ostsee gilt diese strengere Schwefelgehaltsgrenze bereits seit Mai 2006. Verstöße gegen diese Vorschriften werden durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg verfolgt und können mit Geldbußen bis zu 50.000 Euro geahndet werden.
"
Diese Maßnahme ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Meeresumwelt. Deutschland setzt sich dafür ein, dass auch weitere Meeresgebiete in Europa zu so genannten Schwefelemissionsüberwachungsgebieten mit strengen Abgasvorschriften ausgewiesen werden", so Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee.
Durch die Treibstoffe gelangen immer noch zu große Mengen von Schadstoffen in die Atmosphäre. Deutschland setzt sich daher in der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) mit allem Nachdruck dafür ein, die zulässigen Grenzwerte von Schwefeldioxid und Stickstoffdioxid weltweit weiter zu verschärfen. Die notwendige Überarbeitung des internationalen MARPOL-Übereinkommens soll spätestens im Frühjahr 2008 abgeschlossen werden.
"Deutschland verfolgt ein Langfristziel: Weg vom schweren Heizöl, hin zu Diesel", sagte Tiefensee. "Im Interesse des Klimaschutzes muss auch der vergleichsweise geringe CO2-Ausstoß in der Schifffahrt weiter reduziert werden".

Quelle: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vom 10.08.2007

"ROV Kiel 6000": Weltweit modernster Tiefseeroboter tauchbereit

Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, Kiel / DE, 12.06.2007 - Der neue Tauchroboter des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) bestand umfangreiche Prüfungen vor dem ersten Einsatz im offenen Meer. Mit einer Tauchtiefe von bis zu 6000 m und ausgestattet mit innovativen Technologien, ist das "ROV Kiel 6000" das weltweit modernste Gerät seiner Art. "ROV" steht für "Remotely Operated Vehicle", ein über ein Glasfaserkabel vom Schiff aus ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug. Nach einer aufwändigen technischen Abnahme bei der Herstellerfirma "Schilling Robotics" in Davis, Kalifornien, bescheinigte der Germanische Lloyd dem Hightechgerät der Spitzenklasse am 10. Juni die Seetauglichkeit. Neben technischen Eigenschaften wie Stabilität, Manövrierfähigkeit und die Funktionalität komplexer elektronischer Systeme, mussten die Konstrukteure auch nachweisen, dass sicherheitsrelevante Aspekte der Operation gewährleistet sind. Seit über einem Jahr entwickelt ein Team von Wissenschaftlern und Technikern des IFM-GEOMAR zusammen mit der Firma "Schilling Robotics", die eine internationale Ausschreibung des Instituts gewonnen hatte, das modernste Tieftauchgerät in der Meeresforschung. Ende Mai reiste die Gruppe aus Kiel nach Kalifornien, um letzte Bauschritte vor Ort zu begleiten und um in die Operation des Geräts eingewiesen zu werden. "Die Tests sind sehr gut gelaufen", sagt Prof. Colin Devey, Leiter des Projekts am IFM-GEOMAR, begeistert, "wir sind überzeugt, dass der Hersteller uns ein hervorragendes Fahrzeug konstruiert hat". Dr. Thomas Kuhn, wissenschaftlicher Koordinator des "ROV Kiel 6000" berichtet, "es war sehr spannend zu beobachten, wie das Gerät die Schritte von der Blaupause in die Realität vollzogen hat. Für uns Forscher eröffnen sich nun ganz neue Horizonte, wichtigen Fragen in den Meereswissenschaften nachzugehen."
Allein die Tatsache, dass mit einer Tauchtiefe von 6000 Metern mehr als 90% des Meeresbodens der Weltozeane erreichbar sind, stellt eine neue Dimension für die Meereswissenschaften in Deutschland dar. "Hiermit können wir brennenden Fragen zur zukünftigen Entwicklung und Nutzung der Ozeane nachgehen: Klimawandel, Rohstoffe, neue Energien und CO2-Deponierung sowie Risikoforschung stehen im Vordergrund. Das "ROV Kiel 6000" ist mit modernster digitaler Beobachtungstechnologie zur hochauflösenden Kartierung des Meeresbodens ausgerüstet und kann mit Hilfe von 2 elektrohydraulischen Greifarmen in der Tiefsee Messungen und Experimente durchführen sowie Wasser-, Sediment- und Gesteinsproben nehmen. Daten und Bilder werden in Echtzeit telemetrisch mit dem 6.500 m langen Glasfaserkabel zu den Wissenschaftlern im Kontrollraum an Bord des Schiffes geschickt", sagt Professor Peter Herzig, Direktor des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften. "Während wir mit unserem bemannten Tauchboot JAGO Korallenriffe, Unterseevulkane oder Küstenregionen optimal untersuchen können, erlaubt uns das "ROV Kiel 6000" die wirklich tiefen Bereiche des Ozeans zu erforschen."
Als nächste Station für den Tauchroboter steht der erste Tiefseetest im August auf dem Forschungsschiff "Sonne" im Pazifischen Ozean an. Danach folgen die ersten Einsätze auf Forschungsexpeditionen unter Leitung des IFM-GEOMAR zu Hydrothermalquellen im Zentral-Atlantik. Im Januar 2008 wird das ROV schließlich im Heimatinstitut in Kiel eintreffen. Das Hightech-Gerät kostet in der Grundausstattung etwa 3.2 Mio. Euro. Darüber hinaus wurden etwa 1.5 Mio. Euro in die verschiedenen technischen Systeme investiert, die überwiegend von Firmen im Lande geliefert wurden. Die Gesamtinvestition in Höhe von 4,7 Millionen Euro stellte das Land Schleswig-Holstein im Rahmen einer Sonderförderung aus dem Schleswig-Holstein-Fonds bereit. Wissenschaftsminister Dietrich Austermann hat das Projekt "ROV Kiel 6000" von Anfang an unterstützt und begleitet.
Quelle: Leibniz-Institut für Meereswissenschaften vom 12.06.2007

Gemeinsame Leitstelle koordiniert Polizeiboote

Cuxhaven - Die Einsätze der Polizeiboote aller fünf deutschen Küstenländer werden künftig von einer gemeinsamen Leitstelle in Cuxhaven gelenkt. Die Zentrale sei für die deutschen Hoheitsgewässer auf Nord- und Ostsee zuständig, sagte der Chef der WSP-Leitstelle Cuxhaven, Hartmut Neumann, am Dienstag nach seiner offiziellen Amtseinführung. Die Küstenländer hatten in der vergangenen Woche ein Abkommen über die Arbeit der Leitstelle abgeschlossen. Die neue Einrichtung wird als eigenständige Dienststelle der Länder-Polizeien in das Maritime Sicherheitszentrum der für die Schifffahrt zuständigen Bundesbehörden integriert.
Quelle: dpa vom 17.04.2007

Leitende Notärzte entwickeln in Lübeck Strategien für Schiffsunfälle

Lübeck - Notarztteams aus Lübeck und anderen norddeutschen Städten sollen künftig auch Rettungseinsätze bei schweren Unfällen im baltischen Seeraum koordinieren. Diese neue Aufgabe steht im Mittelpunkt einer Fortbildungsveranstaltung des "Forums Leitende Notärzte" am Sonnabend in Lübeck. Dabei geht es nach Angaben der Hansestadt Lübeck unter anderem um Strategien zur Versorgung vieler Verletzter nach Schiffskatastrophen. Teams aus Leitenden Notärzten und Rettungsassistenten der Berufsfeuerwehren aus ganz Norddeutschland sind dem Havariekommando des Bundes unterstellt und arbeiten bei Bedarf auch in internationalen Gewässern.
Quelle: dpa vom 13.02.2007

Alkohol am Ruder: Auch der Autoführerschein ist abzunehmen

Weil der Begriff des Kraftfahrzeugs in Bezug auf die Vorschriften über den Entzug der Fahrerlaubnis für Kraftfahrzeuge auch Motorboote umfasst, kann einem Mann, der mit 2,5 Promille Alkohol im Blut ein Motorboot steuert, auch der Autoführerschein abgenommen werden. Mit welchem motorisierten Fahrzeug er seine Ungeeignetheit zum Führen von Kraftfahrzeugen zeigt, ist unerheblich. Auch die Sicherheit des Straßenverkehrs kann durch ihn gefährdet sein. (Landgericht Kiel, 37 Qs 62/06).
Quelle: Valuenet vom 02.10.2006

Containerschifffahrt: CMA CGM bestellt acht "Elftausender"

Marseille / Frankreich - Mit der Indienststellung des rund 13.000 Standardcontainer (TEU) tragenden Containerfrachters "Emma Maersk" scheint der Weg frei zu sein für weitere Schiffsneubauten jenseits der magischen 10.000-TEU-Grenze. Einen Tag, nachdem die "Emma Maersk", das Flaggschiff der dänischen Reederei-Gruppe Maersk, am Sonntagnachmittag um Punkt 16.03 Uhr in Bremerhaven an der Kaimauer des Terminal-Betreibers NorthSea Terminal Bremerhaven (NTB) festgemacht hatte, wurde in niederländischen Medien bekannt, dass die französische Reederei CMA CGM ebenfalls einen Großauftrag platziert hat.
Dabei handelt es sich um acht Containerfrachter, wovon jeder jeweils für den Transport von 11.400 TEU ausgelegt ist. "Die Vergabe des Auftrags ist richtig", bestätigte eine Reederei-Sprecherin in Marseille gegenüber der VerkehrsRundschau. Weitere Angaben wollte sie allerdings nicht machen. Das Schiffs-Oktett soll bei Hyundai Heavy Industries (HHI) in Südkorea gebaut werden. Dieselbe Werft baut für die Franzosen, im weltweiten Reederei-Ranking auf Platz drei anzutreffen, bereits acht Schiffe von jeweils 8500 TEU. Nach den derzeit vorliegenden Informationsquellen hat der jetzt bekannt gewordene Auftrag einen Wert von rund 1,2 Milliarden US-Dollar (rund 940 Millionen Euro). Die Schiffe sollen im Zeitraum 2009 bis 2010 abgeliefert werden. Die Frachter werden rund 363 Meter lang und 45,6 Meter breit. Zum Vergleich: Offiziellen Angaben zufolge ist der größte Containerfrachter der Welt, die "Emma Maersk", knapp 400 Meter lang und 56,4 Meter breit.
Die CMA CGM-Neubauten entsprechen übrigens nicht dem Design, das die Schiffsklassifizierungsgesellschaft Germanischer Lloyd (GL) im Spätsommer 2005 in Hamburg gemeinsam mit HHI-Experten vorgestellt hatte. Das bestätigte eine GL-Sprecherin der VerkehrsRundschau. Das vor einem Jahr präsentierte Konzept ging von einem 13.000 TEU-Schiff mit zwei Antriebsmotoren aus. Aus Hamburger Schifffahrtskreisen erfuhr die VerkehrsRundschau, dass die französischen Containerriesen vom Bureau Veritas (BV), der aus Frankreich stammenden Klassifizierungsgesellschaft, begleitet und abgenommen werden.
Quelle: verkehrsrundschau vom 12.09.2006

Neuer Service zur Piraten-Abwehr

London - Für Kapitäne und Eigner, die mit ihren Schiffen Hochrisikogebiete der Piraterie durchqueren, gibt es jetzt eine neue Möglichkeit, um sich besser auf ihre Reise vorzubereiten. Das International Maritime Bureau (IMB), eine Organisation der Internationalen Handelskammer, hat eine Online-Pirateriekarte herausgebracht. Der Service bietet genaue Informationen zu Art und Ort von Überfällen. Im ersten Halbjahr 2006 gab es bereits 127 Attacken, 74 Enterungen und elf Schiffsentführungen. 156 Besatzungsmitglieder wurden als Geiseln genommen, 13 gekidnappt und sechs getötet.
Die
Online-Pirateriekarte ist unter www.icc-ccs.org abrufbar und zeigt, wo Überfälle auf See verübt wurden und wo die Schwerpunkte und Risiken liegen.
Quelle: THB vom 01.09.2006

Nach Brand auf Kreuzfahrtschiff:
Minimax stellt auf Messe SMM erste Balkonlöschanlage vor

Bad Oldesloe / Hamburg - Erst im März 2006 hatte eine Brandkatastrophe die gesamte Kreuzfahrtbranche aufgeschreckt: An Bord des modernen Luxusliners "Star Princess" hatte sich ein Feuer über die Schiffsbalkone auf weit mehr als 100 Kabinen ausgeweitet. Ein Passagier kam ums Leben, elf weitere erlitten Rauchvergiftungen. Bisher sind trotz umfassender Brandschutzvorschriften auf Passagierschiffen die Balkone ungeschützt. Minimax hat als erster Anbieter eine Löschanlage für diesen sensiblen Bereich entwickelt.
Auf der internationalen Hamburger Fachmesse SMM (Shipbuilding, Machinery & Marine Technology) präsentiert das Unternehmen seine Innovation Ende September erstmals der Fachwelt (Halle 10, Stand EG 262).
Auf der "Star Princess", die zu den zehn größten Kreuzfahrtschiffen der Welt zählt, hatte sich das Feuer von einem Balkon ausgebreitet. Der Brand griff über die Kunststoffmöbel und Trennwände sowie über die Aluminiumkonstruktion blitzschnell auf benachbarte Balkone über. Das verheerende Feuer machte auch an den Türen nicht halt. Zahlreiche Kabinen auf dem nur vier Jahre alten Schiff brannten völlig aus, weit über 100 wurden beschädigt. An Bord befanden sich 2.690 Passagiere und 1.123 Besatzungsmitglieder.

Im Rahmen von Versuchen hat das Minimax Competence Center Marine die Brandausbreitung über die Balkone untersucht und eine hochwirksame Brandschutzlösung gefunden. Im unternehmenseigenen Brandschutz-Forschungszentrum in Bad Oldesloe gingen dazu in Originalgröße nachgebaute Schiffskabinen in Flammen auf. Dabei wies Minimax die Wirkung seiner eigens konzipierten Schiffsbalkon-Löschanlage durch Brandversuche im Maßstab 1:1 nach. Ein unabhängiges Gutachten des Rostocker Instituts für Schiffssicherheit bestätigt den zuverlässigen Schutz. Eine Anerkennung vom Germanischen Lloyd liegt vor, so dass das System ab sofort in Kreuzfahrtschiffen eingebaut werden kann.
In zwei unterschiedlichen Testszenarien bewährte sich die Minimax Löschanlage. Im ersten Test verhinderte sie, dass ein Kabinenbrand nach außen übergreift - und das selbst bei geöffneter Außentür. Im zweiten Test bekämpften die beiden Löschdüsen der Anlage schnell und zuverlässig einen größeren Brand auf dem Balkon. Ein Ausbreiten auf darüberliegende und benachbarte Loggien wie beim Schiffsbrand im März war dank der hohen Löschleistung ausgeschlossen. Bei den Tests, die auch Vertreter großer Kreuzfahrt-Reedereien und der führenden Werft verfolgten, hielt sich Minimax eng an die Vorschriften desSprinklertest-Standards "IMO Res. A 800 (19)". Er bildet die Grundlage bei der Zulassung von Sprinkleranlagen.

Feuer
Minimax Forschungszentrum Brandschutz: Ein Schiffsbalkon in Flammen
löschen
Minimax Forschungszentrum Brandschutz: Löschanlage in Bertrieb
Brandschutzvorschriften enden bisher an den Balkonen

Balkone an Kreuzfahrtschiffen, da sind sich internationale Sicherheitsexperten einig, hinken bei den Brandschutzvorschriften gegenüber allen anderen Bereichen an Bord weit hinterher. Das liegt daran, dass derart ausgestattete Kabinen in größerer Zahl ein Novum im Schiffbau sind und entsprechende Sicherheitsvorschriften noch nicht erlassen wurden. Nach dem Brand des Luxusliners im März zwischen den Cayman-Inseln und Jamaika erhoben zahlreiche Organisationen die Forderung nach mehr Sicherheit für die Balkone.
Schnelles Handeln seitens der Reeder forderte nach dem Unglück die britische Behörde zur Untersuchung von Schifffahrtsunfällen, MAIB. Höchste Dringlichkeit bei der Verschärfung von Brandschutzvorschriften mahnte die International Maritime Organization, IMO. Doch bis weltweit gültige Vorschriften für diesen Bereich erlassen sind, können noch viele Monate vergehen.
"Reedereien, die ihre Schiffe mit der neuen Minimax Anlage schützen wollen, brauchen dennoch nicht zu warten", sagt Schiffsbetriebsingenieur Olaf Roschinski, der die Anlage mit seinen Kollegen im Minimax Ingenieurbüro Rostock entwickelt hat. "Weil wir bei unseren Tests internationale Standards erfüllen, ist der Einbau schon heute eine zukunftssichere Investition." Der Germanische Lloyd bescheinigt der Anlage, technisch "state of the art" zu sein, und hebt die gute Performance hervor. Fazit der Klassifizierungsgesellschaft: Die Anlage ist geeignet, die Sicherheit an Bord von Passagierschiffen zu erhöhen und wird empfohlen.
Minimax unterstreicht mit der neuen Lösung seine Kompetenz als führender deutscher Brandschutzanbieter. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen durch die Ausrüstung der meisten AIDA-Clubschiffe Akzente gesetzt. Hier sichern nicht nur Sprinkleranlagen die Kabinen und öffentlichen Bereiche, sondern auch Speziallösungen wurden installiert: So sichern zum Beispiel im Maschinenraum Löschanlagen die brandgefährdeten Anlagenteile von Verbrennungskraftmaschinen, ölgefeuerten Kesseln oder die Separatoren für beheizten Brennstoff. Sogar die Friteusen der Kombüsen und die Show Galleys verfügen über Brandschutzlösungen von Minimax.
Hochauflösende Pressefotos zum Thema (honorarfrei) erhalten Sie bei der Minimax Unternehmenskommunikation oder über diesen Link:
http://www.minimax.de/de/infos/presse/meldungen/show_entry.html?id=42
Quelle: Originaltext: Minimax GmbH & Co. KG vom 29.08.2006
Frachter verfeuerte verbotenen Brennstoff

Bremen-Überseestadt, Industriehafen, 29.08.06 - Frachter verfeuerte verbotenen Brennstoff. Umweltfahnder der Wasserschutzpolizei Bremen wurden gestern bei einer Routinekontrolle auf einem im Industriehafen in Bremen liegenden estländischen Frachter fündig. Die Ermittlungen ergaben, dass während der letzten Monate an Bord des Schiffes wiederholt bei Fahrten in der Ostsee Heizöl mit einem Schwefelgehalt von über 1,5 % für den Betrieb der Hauptmaschine verwendet worden war. Die Ostsee ist seit Mai 2006 ein Emissions-Überwachungsbebiet nach Anlage VI des Internationalen Übereinkommens zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL-Übereinkommen). Seitdem darf dort im Schiffsbetrieb zum Schutze der Meerseumwelt nur noch Heizöl mit einem Schwefelgehalt von höchstens 1,5 % verbrannt werden. Gegen den Kapitän und den Leitenden Ingenieur des Schiffes wurden zur Sicherung des zu erwartenden Bußgeldverfahrens Sicherheitsleistungen in Höhe von mehreren tausend Euro angeordnet. Da an Bord des MS auch andere gravierende Mängel festzustellen waren, wurde gegen das Schiff zudem ein Auslaufverbot bis zur Mängelbeseitigung angeordnet .
Quelle:Pressestelle Polizei Bremen vom 29.08.2006

WWF warnt vor Quecksilber-Fässern in der Ostsee

Stralsund, Mecklenburg-Vorpommern / DE und Sundsvall / Schweden - Die Umweltorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) warnt vor einer möglichen Vergiftung der Ostsee durch Quecksilber. Vor der schwedischen Küste bei Sundsvall seien vor einigen Tagen 30 Fässer mit Quecksilber entdeckt worden, sagte WWF-Ostseeexperte Jochen Lamp am Dienstag in Stralsund. Dabei handle es sich vermutlich um Abfälle aus einer Papierfabrik, die vor etwa 50 Jahren versenkt worden seien. Sollte das Quecksilber austreten, drohten ganze Fischpopulationen vergiftet zu werden. Der WWF forderte die schwedischen Behörden auf, die Fässer umgehend zu bergen und fachgerecht zu entsorgen.
«Da ticken Zeitbomben im Bottnischen Meerbusen», warnte Lamp. Experten gingen davon aus, dass in dem fischreichen Seegebiet rund 21 000 Fässer rosteten. In ihnen sollen sich etwa 9000 Kilogramm reines Quecksilber befinden, das mit Beton vermischt wurde. Wenn die Fässer nicht geborgen würden, sei es nur eine Frage der Zeit, bis die giftigen Substanzen austräten, sagte Lamp. Im Meer würde das Quecksilber mit der Zeit durch Bakterien in das hochgiftige Methylquecksilber verwandelt werden, die gefährlichste Quecksilber-Verbindung für Menschen und Tiere.
Quecksilber und Methylquecksilber können sich über die Nahrungskette im Körper von Menschen und Tieren anreichern und bereits in geringen Konzentrationen das Nerven-, Herz-Kreislauf- und das Fortpflanzungssystem schädigen. Durch den Verzehr von verseuchtem Fisch sind schwangere Frauen und kleine Kinder besonders gefährdet.
Welche Auswirkungen die Belastung mit Quecksilber haben kann, habe eine der weltweit größten Industriekatastrophen in Japan gezeigt, sagte Lamp. Von 1932 bis 1968 habe dort der Düngemittelhersteller Chisso quecksilberhaltigen Abfall in der Bucht von Minamata versenkt. Später seien rund 3000 Menschen, die belasteten Fisch aus dem See gegessen hatten, an Quecksilbervergiftungen erkrankt. Die so genannte Minamata-Krankheit habe vielen das Leben gekostet. Weil die verantwortlichen Behörden die Einleitung des Abfalls ins Meer nicht untersagt hätten, habe Japans Oberstes Gericht diese im vergangenen Jahr zu einer Strafe von 71,5 Millionen Yen (rund 480 000 Euro) verurteilt.
Quelle: ddp-nrd vom 22.08.2006

Zu viel Schadstoffe im Schiffsabgas - Erstmals Bußgeld verhängt

Hamburg - Erstmals in Deutschland hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ein Bußgeld wegen zu hoher Schadstoffbelastung in Schiffsabgasen verhängt. Ein Schiff unter liberianischer Flagge hatte in der Ostsee nicht zugelassenes Öl verbrannt, teilte das BSH am Montag in Hamburg mit. Möglich seien Bußgelder bis zu 50 000 Euro. In diesem Fall beschränkte sich die Behörde auf 500 Euro. Seit Mai 2006 darf nur noch Schweröl mit höchstens 1,5 Prozent Schwefel auf der Ostsee benutzt werden .
Quelle: dpa vom 21.08.2006

Umweltverstöße auf zypriotischem Frachter

Bremen-Holzhafen - Im Rahmen einer Routinekontrolle ( 18.8.06 ) stellten Umweltfahnder der Wasserschutz- und Verkehrspolizei der POLIZEI BREMEN am vergangenen Freitag Ungereimtheiten im Maschinenraum eines im Holzhafen in Bremen liegenden zypriotischen Seeschiffes fest. Weitergehende Ermittlungen bestätigten den Anfangsverdacht: Im Maschinenraum wurde eine verbotene Rohrleitung gefunden, mit der es möglich war, ölhaltige Abfälle illegal in die Meeresumwelt zu entsorgen. Des Weiteren wurde dem Leitenden Ingenieur eine Täuschung in der technischen Buchführung nachgewiesen. Zur Sicherheit des weiteren Verfahrens musste er jetzt eine Sicherheitsleistung in Höhe von EUR 15.500,- hinterlegen .
Quelle:Polizei Bremen, PD Wasserschutz- und Verkehrspolizei vom 21.08.2006

Lenkdrachen für Frachter vor der Markteinführung

Wismar / Hamburg - Hochseeschiffe werden voraussichtlich schon in wenigen Jahren, unterstützt von einem riesigen, in der Luft schwebenden Lenkdrachen, über die Weltmeere gezogen. Das von der Hamburger Firma SkySails entwickelte, innovative Antriebssystem für Frachter stehe kurz vor seiner Markteinführung, teilte Unternehmensgründer Stephan Wrage am Donnerstag mit. Erste Versuche mit einem 55 Meter langen, ehemaligen Tonnenleger aus Stralsund seien vor wenigen Tagen im Seegebiet vor Wismar erfolgreich verlaufen.
Dabei sei das patentierte Antriebssystem mit einem 160 Quadratmeter großen Gleitschirm erstmals in Originalgröße getestet worden. Zu diesem Zweck wurde das über eine Zugleine am Bug befestigte Drachensegel in eine Höhe von mehr als 100 Metern steigen gelassen. «Wir rechnen damit, dass die Treibstoffkosten für Schiffe, deren Antrieb mit dieser Neuerung unterstützt wird, um 10 bis 35 Prozent gesenkt werden können», sagte Wrage.
Ein erstes Pilotsystem wird im kommenden Jahr an einem neuen Frachter der Bremer Reederei Beluga Shipping installiert. Darüber hinaus stünden erste Verträge mit Werften für Superyachten kurz vor dem Abschluss, sagte Wrage. Die weltweite Serieneinführung sei für 2008 vorgesehen. Weltweit könnten mehr als 40 000 Handels- und Fischereifahrzeuge mit SkySails-Lösungen ausgerüstet werden.
SkySails will bis zum Jahre 2015 mindestens 1,5 Prozent der Welthandelsflotte sowie etwa 200 Superyachten mit den Kosten sparenden und emissionsfreien Windantrieben ausstatten. Die kleinsten SkySails-Modelle mit Steuergondel, Start- und Landungssystem sollen ab 150 000 Euro erhältlich sein.
Nach ersten Tests mit einem 15 Meter langen Versuchsschiff hatte die Gesellschaft für innovative Schiffsantriebe im vergangenen Jahr den 800 Tonnen schweren ostdeutschen Tonnenleger «BUK» übernommen. Das inzwischen auf den Namen «Beaufort» umgetaufte Schiff wurde anschließend mit einem zwölf Meter hohen Teleskopmast für den Drachen, einer Winde mit Zugleine und einem entsprechenden Computersystem ausgestattet.
Zusammen mit Experten und Studenten der Seefahrtschule Leer in Niedersachsen wird noch bis zu Herbst das Verhalten des Drachensystems unter unterschiedlichsten Witterungsbedingungen bis zur Windstärke 8 erprobt. Die Testergebnisse sollen in ein Ausbildungsprogramm für künftige SkySails-Kapitäne einfließen.
Spätestens 2016 sollen nach Firmenangaben jährlich etwa 1500 Lenkdrachensysteme ausgeliefert werden. Die Fertigung der einzelnen Standardkomponenten werde voraussichtlich von Spezialfirmen in Deutschland und in Übersee übernommen, sagte Wrage. Geplant sei auch eine Niederlassung in Wismar mit zunächst drei Experten, die sich auf die Herstellung der elektronischen Steuerungsmodule spezialisierten.
Quelle: ddp-nrd vom 17.08.2006

Morsezeichen in die Kolonien: Deutschlands erste Funkstation wird 100

Nauen, Brandenburg - Deutschlands erste Funkstation wird 100 Jahre alt: Am 19. August 1906 nahm in Nauen die Firma Telefunken zunächst versuchsweise den Betrieb auf.
«Bereits
1908/1909 konnten Nachrichten per "Morsezeichen" über Entfernungen von bis zu 6000 Kilometern übermittelt werden», sagt der einstige Leiter der Station, Klaus Krämer. Schnell wurden Reichweiten von über 20 000 Kilometern und somit Mitteilungen etwa in die deutschen Kolonien möglich. «In Nauen war sozusagen der Urknall für das Zeitalter der drahtlosen Telegrafie von Kontinent zu Kontinent», betont Krämer.
Die Station im Havelland sendete und empfing Telegramme und sei bald die leistungsstärkste Station Europas gewesen. In beiden Weltkriegen wurde die U-Boot-Flotte über den Sender geleitet und von 1917 bis zur Wiedervereinigung kam von hier das Nauener Zeitzeichen, an dem sich die Schiffe rund um den Globus orientierten und Uhren weltweit gestellt wurden. Mit Beginn der ersten Rundfunksendungen gab es kaum einen Hörer, der das Zeichen nicht kannte, auf das die sonore Stimme folgte: «Mit dem letzten Ton des Nauener Zeitzeichens war es genau...»
Die Geschichte der Telegrafie in Deutschland begann 1903 mit der Gründung der Gesellschaft für drahtlose Telegrafie «Telefunken» von AEG und Siemens. Nachdem sich Funkversuche in Berlin wegen der Bebauung als kompliziert erwiesen, machten sich Telefunken-Techniker auf die Suche nach einem geeigneten Areal nahe Berlin. «Es musste gut erreichbar, billig und erweiterbar sein - und das war das Gebiet in Nauen», sagt Krämer.
Zunächst wurden für die Versuchsstation ein 100 Meter hoher Sendemast und ein kleines Fachwerkhaus errichtet, in dem der erste so genannte Knallfunken-Sender und die Empfangstechnik untergebracht waren. 1906 erfolgte die Eröffnung durch Hans Bredow, später Reichsrundfunk-Kommissar. Bald startete der reguläre Betrieb. 1912 errichtete Telefunken eine neue Antennenanlage mit bis zu 260 Meter hohen Masten. «Damals waren es fast die höchste Bauwerke der Welt», erklärt Krämer. Die deutschlandweit erstmalig mögliche Kommunikation mit der Fremde «dauerte oft jedoch stundenlang». Denn die Informationen, die der Funker etwa im damaligen Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) aufschrieb, musste ein Bote per Brief an den Empfänger weiterleiten.
Von den neuen technischen Möglichkeiten waren jedoch längst nicht alle begeistert: Die Bauern in der Region bekamen plötzlich Angst vor dem Riesenturm, den laut knatternden Knallfunken der ersten Sender und den unsichtbaren Funkwellen. In zahlreichen Briefen beklagten sie sich, dass die Wellen ihrem Feld und ihrem Vieh schadeten. «Wenn ein Huhn Kalkbeine bekam oder eine Kuh verkalbte - die Wellen waren schuld», weiß das Radiomuseum Rottenburg (Bayern) zu berichten. Viel Schnaps und Zureden waren vonnöten, um die Gemüter zu beruhigen.
Die Großfunkstelle Nauen strahlte die weltweit empfangbaren Sendungen zu bestimmten Zeiten in einem international bekannten Code-Schlüssel aus - und das bis 1991. Ein Bombentreffer 1945 hatte zwischenzeitlich die Geschichte der Funkstation beendet.
1958 begann nach Auskunft von Krämer die Abstrahlung des Kurzwellen-Auslandsrundfunkdienstes Radio Berlin International (RBI) für die DDR. Mit der Wiederveinigung am 3. Oktober 1990 verstummte RBI und seither nutzt die Deutsche Welle die Nauener Sender. Das Jubiläum der Funkstation wird laut Krämer am kommenden Wochenende mit einem Stadtfest gefeiert. «Schließlich wurde vor 100 Jahren hier bei uns ein Meilenstein der Technik-Geschichte gelegt.».
Pressemitteilung dpa vom 14.08.2006

Asbest-Kreuzfahrtliner stößt auf Widerstand in Indien
1.200 Tonnen Giftstoffe schippern durch die Weltmeeren

London / UK - Alang/ Indien - Umweltschützer haben nun auch in Indien heftig gegen das Abwracken des ehemaligen Luxus-Liners "SS France" (alias "Norway") protestiert. Das Schiff, das ähnlich wie der französische Flugzeugträger Clemenceau in Bangladesch verschrottet werden sollte, stößt überall auf breite Ablehnung. Beide Schiffe sind nach Angaben von Experten mit Asbest verseucht. An Bord der SS "France" sollen sich 1.200 Tonnen Asbest befinden.
Der einstige Stolz der Reederei ist zu einem Wrack verkommen und kreuzt auf der Suche nach seiner letzten Ruhestätte durch die Weltmeere. Nun ist das Schiff, das unter dem "letzten" Namen "Blue Lady" fährt vor der Küste des indischen Bundesstaats Guajarat gelandet. In Pipavav nahe der Stadt Alang, soll der einstige Luxusliner verschrottet werden. Dort befindet sich der größte "Ship Breaking Yard" der Welt, wo die einstigen Giganten der Meere in Einzelteile zerlegt werden. Aber gerade das sei ein höchst gefährliches Unterfangen, kritisieren Umweltschützer. An Bord der Schiffe befinden sich nämlich zahllose Giftstoffe wie etwa Asbest. Das ist auch der Grund dafür, warum das 315 Meter lange und elf Stockwerke hohe Schiff nicht in Bangladesch verschrottet werden durfte. Die technischen Geräte seien nicht in der Lage den gefährlichen Schrott sicher zu entsorgen, hieß es.
"Die Blue Lady ist voll mit giftigen Stoffen und aufgrund der fehlenden Technologien in Indien ist es für die Arbeiter nicht sicher, diese fachgerecht zu entsorgen ohne sich selbst zu gefährden", meint Laurie Kazan-Allen von der Ban Asbestos Network-Plattform http://www.btinternet.com/~ibas im pressetext-Interview. "Viele Teile, die großen Hitzen ausgesetzt sind, wie etwa Rohrleitungen und Boiler sind mit Asbest verkleidet. Asbest findet sich auch in Deckenverkleidungen", erklärt die Expertin. "Eine fachgerechte Entsorgung der Asbestteile ist in Indien nicht möglich", kommt Kazan-Allen zum Schluss. Asbest wurde in großen Mengen verwendet. "Auch bei dem ehemaligen Kreuzfahrtschiff Queen Mary, das heute als Hotel in Long Beach Kalifornien dient, wurde viel Asbest verwendet." Die Expertin berichtet von einem ihr bekannten Fall, bei dem ein Mann 30 Jahre nach dem Umbau des Schiffes an Krebs - hervorgerufen durch Asbeststaub - gestorben sei. "Es ist unverständlich, dass Asbest in Indien oder in anderen Ländern, die nicht über die notwendigen Technologien verfügen, entsorgt wird, nur weil es dort billiger ist." Auf den indischen Schiffsfriedhöfen sind die Arbeiter mit kurzen Hosen und T-Shirts bekleidet, Schutzmäntel gebe es nicht.
"Der Fall des Flugzeugträgers Clemenceau hat deutlich gezeigt, dass das Abwracken von Giftschiffen in Asien nicht mehr akzeptiert wird", so Kazan-Allen. Das französische Kriegsschiff ist am 17. Mai 2006 nach einer 12.000 Meilen langen Seereise wieder in Toulon eingelaufen, um dort verschrottet zu werden. "Diese letzte Reise auf der Suche nach einem Schrottplatz hat dem Staat Frankreich fast 29 Mio. Euro gekostet", empört sich Kazan-Allen. Allerdings warten noch mehr als 2.000 asbestverseuchte Schiffe auf das Abwracken. "Bis jetzt war niemand bereit dazu, die Verantwortung für diesen Müll zu übernehmen. Am wenigsten noch die Armee oder die globale Schifffahrtindustrie. Daher ist die EU aufgefordert endlich etwas zu tun, damit auch die letzte Reise eines Sondermüll-Schiffes ordnungsgemäß verläuft", zitiert Kazan-Allen Karine Appy von der NGO-Plattform "Shipbreaking".
Dass nicht alle dem Ende der "Blue Lady" entgegensehen, zeigt sich nun in Frankreich. Eine Gruppe fordert die SS "France" als Hotelschiff weiter zu betreiben. "Für einen Franzosen ist das Abwracken des einstigen Flagschiffes so als würde man den Londoner Tower niederreißen", meint der Sprecher der Plattform "Kampagne zur Rettung der SS France", Jean Philippe Prieur.

Quelle: pressetext austria vom 07.07.2006

Indien: "Norway" darf einlaufen

New Delhi / Indien - Indiens oberstes Gericht hat gestern dem angeblich Asbest verseuchten ehemaligen Kreuzfahrtschiff "Norway" die Einfahrt in indische Gewässer erlaubt. Die Anweisung des Gerichts widersprach der Umweltbehörde, die das Schiff daran gehindert hatte, den Hafen Alang anzusteuern, wo es abgewrackt werden soll. Das Schiff soll nun in indischen Gewässern ankern, damit es untersucht werden kann .
Quelle: dpa vom 06.06.2006

Drei-Schluchten-Staudamm: Hauptdamm fertig

Peking / China - Der Drei-Schluchten-Staudamm wird das größte Wasserkraftwerk der Welt. Chinas Volkskongress billigte ihn 1992 mit einem Drittel Gegenstimmen und Enthaltungen. Hauptziel sind Energieerzeugung und Hochwasserbekämpfung. Der Damm ist 185 Meter hoch und 2309 Meter lang. Bei voller Inbetriebnahme nach 2008 sollen die 26 Turbinen 85 Milliarden Kilowattstunden erzeugen, was für die Versorgung Belgiens ausreichen würde. In zwölf Jahren wurden 28 Millionen Kubikmeter Beton und 218 000 Tonnen Stahl verbaut. Der Stausee ist 660 Kilometer lang. Die Baukosten werden offiziell mit 180 Milliarden Yuan (18 Milliarden Euro) angegeben. Westliche Experten schätzen die Kosten auf mehr als das Doppelte. Eine fünfstufige Schleuse kann heute schon Schiffe bis 10 000 Tonnen aufnehmen. Um die Abfertigung zu beschleunigen, soll daneben noch das größte Schiffshebewerk der Welt mit einer 120 Meter langen Kammer für jeweils ein Schiff bis 3000 Tonnen entstehen .
Quelle: pnp-online vom 22.05.2006

Touristen-Revolte auf italienischem Kreuzfahrtschiff

Colombo / Sri Lanka - Wegen zahlreicher Mängel auf einem italienischen Kreuzfahrtschiff sind rund 800 Passagiere auf die Barrikaden gegangen. Im Hafen von Sri Lanka veranstalteten sie eine Protest-Aktion und drohten, die örtlichen Behörden einzuschalten.
Dies, wenn die Missstände auf dem Schiff nicht behoben werden. Bereits seit dem Start der Reise am 30. April in Savona hätten die Klimaanlagen an Bord nicht funktioniert, berichtete die Zeitung «La Repubblica» am Donnerstag. Einige Kabinen stünden unter Wasser und zahlreiche Toiletten seien ausser Betrieb.
«
Albtraum-Kreuzfahrt», titelte das Blatt. Die Probleme seien durch einen defekten elektrischen Generator entstanden, der letztlich auch zu einem Motorenausfall im Hafen von Colombo geführt habe.
Erst als der Kapitän den aufgebrachten Reisenden zusicherte, dass alle Probleme behoben seien, bestiegen die Passagiere wieder das Schiff und setzten die Reise fort.
Das Schiff «
Costa Allegra» der Gesellschaft Costa Crociere aus Genua ist noch bis zum 29. Mai über Thailand, Malaysia und Singapur unterwegs nach Vietnam. Die Passagiere hätten für den vermeintlichen Traumurlaub zwischen 4000 und 7000 Euro bezahlt, hiess es.
Quelle: SDA/ATS vom 18.05.2006

Die «Clemenceau» nach Irrfahrt zurück in Brest

Paris / Frankreich - Nach einer monatelangen Irrfahrt um die halbe Welt ist am Mittwoch der ehemalige französische Flugzeugträger «Clemenceau» in den Kriegshafen von Brest geschleppt worden. Offiziell trägt der verrostete Schiffsrumpf des vor neun Jahren ausser Dienst gestellten einstigen Flottenjuwels der französischen Marine nicht mehr seinen stolzen Namen, sondern wird nur noch als «Coque Q790» bezeichnet. Ende vergangenen Jahres hatte er von Toulon aus seine letzte Fahrt angetreten, um durch den Suezkanal nach Indien zu gelangen. Dort hätte das zuvor nur teilweise von Asbest befreite, aber längst völlig entwaffnete Kriegsschiff verschrottet werden sollen.
Mühselige Heimfahrt - Nach dem Erfolg gerichtlicher Einsprachen von Umweltschutzorganisationen und angesichts eines Urteils des Obersten Gerichtshofes Indiens war indes die ursprünglich angestrebte, relativ billige Abwrack-Lösung auf dem fernen Subkontinent nicht zustande gekommen. Am 15. Februar beorderte schliesslich Präsident Chirac die «Clemenceau» nach Hause und beendete damit das lamentable Schaustück um den ehemaligen Flugzeugträger, dessen Schicksal immer mehr an jenes des «Fliegenden Holländers» gemahnte.
Das Schiff wurde anschliessend von einem Schleppkutter in mühseliger Fahrt ums Kap der Guten Hoffnung und durch den Atlantik bis nach Brest gezogen, wo es einstmals vor über vier Jahrzehnten auf Kiel gelegt worden war. Die erste teilweise Asbestentsorgung sowie die Schleppfahrt nach Indien und zurück sollen bisher insgesamt etwa 12 Millionen Euro gekostet haben.
Ursprünglich war die «Clem» für einhunderttausend Euro an ein Abwrack-Unternehmen, eine Filiale von ThyssenKrupp, verschachert worden. Von der Verwertung des Altmetalls erhoffte sich die Firma etwa 8 Millionen Euro. Da die Übereinkunft mit dem Verschrottungsunternehmen indes platzte, wurde der französische Staat erneut Eigentümer der ausgehöhlten Schiffsruine. Zumindest die bisherigen Kosten von 12 Millionen müssen deshalb vom französischen Steuerzahler beglichen werden.
Ungewisses Finale - Noch steht das weitere Vorgehen bis zur vollständigen Verschrottung nicht fest. Zunächst müssen jetzt in Brest Expertisen über den genauen Zustand und vor allem über die noch vorhandene Menge von Asbest erstellt werden. Laut Verteidigungsministerin Alliot-Marie soll daraufhin im Herbst die öffentliche Ausschreibung des Verschrottungsgeschäftes erfolgen, mit einem Entscheid nicht vor nächstem Frühjahr. Wo am Ende die Zerstückelung stattfinden soll, ist noch völlig ungewiss. Seitens der Stadtbehörden von Brest wurde nur mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass man im übernächsten Jahr, wenn ein grosses Regattenfestival in dem bretonischen Hafen veranstaltet werden wird, die triste Schiffsruine keinesfalls mehr in Sichtweite dulden wolle.

Quelle: news vom 18.05.2006

"Norway" nicht nach Indien

Hamburg - Das mit Asbest belastete ehemalige Kreuzfahrtschiff "Norway" darf vorerst nicht in Indien verschrottet werden. Die Umweltbehörde des westindischen Bundesstaats Gujarats beschloß nach indischen Medienberichten, dem Schiff die Einfahrt in nationale Hoheitsgewässer zu verweigern. Nach Greenpeace-Angaben sind in dem Schiff, das auch "Blue Lady" hieß und 1960 in Frankreich vom Stapel lief, 900 Tonnen krebserregendes Asbest verbaut.
Quelle: Hamburger Abendblatt vom 16.05.2006

Betrunkene Kapitäne behalten ihr Patent

Ostfriesland - Betrunkene Autofahrer sind ihren Führerschein gleich los, wenn sie erwischt werden. Ausländische Kapitäne eines Öltankers oder eines anderen Schiffs dürfen ihren Führerschein : in der Schifffahrt heißt er Patent : behalten. Seit mehr als einem Jahr ist diese Gesetzeslücke bekannt. Geschlossen wurde sie immer noch nicht. Darum unternimmt der FDP-Bundestagsabgeordnete und Schifffahrtsexperte Hans-Michael Goldmann aus Aschendorf mit einem Antrag einen neuen Vorstoß. Über ihn soll noch vor der Sommerpause entschieden werden.
Die Wirklichkeit auf den deutschen Schifffahrtsstraßen, ob kleiner Kanal oder Nordsee, sieht so aus: Die Beamten von Wasserschutzpolizei und Schifffahrtsbehörden dürfen zwar Kapitäne bei Verdacht kontrollieren. Sie dürfen ihnen auch zeitweise das Kommando entziehen, wenn sie feststellen, dass diese betrunken sind. Sie dürfen auch ein Bußgeld festsetzen. Aber sie dürfen ihnen nicht das Patent abnehmen.
Zudem gibt es auf der Nordsee keine Kontrollen ohne einen Anlass oder einen Verdacht. Das bestätigte die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nordwest in Aurich (WSD) der OZ. Möglich ist das nur bei deutschen Kapitänen und Sportbootfahrern. Denen darf man auch sofort das Patent entziehen.
Die Regelung hält Goldmann schon seit langem für unsinnig. Ihre Wurzel hat sie in der Abschaffung der Seeämter, die früher für den Patententzug zuständig waren. Bei der Reform war der Sofortvollzug abgeschafft worden. Er hatte bislang das sofortige Einkassieren des Patents möglich gemacht. Seit dem Wegfall dürfen tatsächlich betrunkene Kapitäne durch die deutsche Nordsee fahren, ohne Angst haben zu müssen, dass sie ihren Lappen verlieren.
Vor einem Jahr hatte die WSD bereits diese "Vollzugslücke" benannt. Schon damals sagte WSD-Sprecher Frank Hentschel, dass man sich eine schnelle Lösung wünscht. Jetzt sagte er der OZ noch einmal, dass die WSD eine schnelle Lösung begrüßen würde.
Wie es gehen müsste, ist bekannt: Um betrunkenen Kapitänen das Patent wegzunehmen, müsste es eine "strafprozessuale Änderung" (Hentschel) im Gesetz geben. Die kann das Verkehrsministerium aber nur in Zusammenarbeit mit dem Justizministerium vornehmen. "Das ist noch immer in Arbeit", sagte Hentschel der OZ. Er hat keine Erklärung dafür, warum es so lange dauert.
Die leidige Geschichte ist längst nicht mehr eine parteipolitische Angelegenheit der FDP. Mittlerweile haben der Deutsche Nautische Verein und der Verkehrsgerichtstag ebenfalls die Forderung erhoben, bei Trunkenheit den sofortigen Patententzug möglich zu machen.
Angesichts der Mehrheiten im Bundestag ist nicht unbedingt davon auszugehen, dass SPD und CDU dem FDP-Antrag zustimmen. Goldmann rechnet bis zur Sommerpause mit einer Entscheidung : und kann mit seinen Bemühungen wenigstens erreichen, dass das leidige Thema in der Öffentlichkeit bleibt.

Quelle: Ostfriesland vom 24.04.2006 - Bericht von Heiner Schröder

Schleswig-Holstein stellt neue Schiffe für den Küstenschutz in Dienst

Schleswig-Holsteins Westküste ist künftig besser gegen Unfälle auf der Nordsee gerüstet. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) stellte am Sonnabend in Husum zwei neue Schiffe in Dienst. Sie sollen sowohl bei der Bekämpfung von Ölunfällen helfen, als auch im Küstenschutz eingesetzt werden. Der neue Schubschlepper "Odin" ist 33 Meter lang und hat eine Besatzung von maximal zehn Personen. Die knallrote Ölfang-Tankbarge "Lüttmoor" kann bei 30 Metern Länge 285 Kubikmeter Öl aufnehmen. Ihr Einsatzgebiet ist die gesamte Westküste des Landes, einschließlich der Inseln und Halligen sowie die Elbmündung. Die Schiffstaufen fanden bei einem Tag der offenen Tür beim Amt für ländliche Räume in Husum statt. Die Behörde ist für den Einsatz der Schiffe zuständig. "Küstenschutz ist für uns in Schleswig-Holstein eine elementare Aufgabe", betonte Carstensen.
Pressemitteilung vom 22.04.2006

Travemünder Woche mit Junioren-WM in 470er-Klasse

Lübeck - Die diesjährige Travemünder Woche wird aufgewertet. Im Rahmen der zweitgrößten Segel-Regattawoche der Welt werden die Junioren-Weltmeisterschaften in der 470er-Klasse ausgetragen. Das teilte der Lübecker Yacht-Club am Sonntag mit. 100 Boote aus 20 Nationen werden bei den Titelkämpfen erwartet. Lübeck erhielt den Vorzug vor Rostock-Warnemünde und Istanbul, die sich ebenfalls beworben hatten. Die 117. Auflage der Travemünder Woche findet vom 21. bis 30. Juli statt.
Pressemitteilung LN-online vom 12.03.2006

Neue alte Aalregatta

Eckernförde - Nach dem vorläufigen Aus für die traditionsreiche Aalregatta, die Hochseeyachten zur Kieler Woche nach Eckernförde und zurückführte, wird der Klassiker nun wiederbelebt. Der neue Termin für die124 Jahre alte Wettfahrt steht fest.
Der Segelclub Eckernförde (SCE) veranstaltet erstmals die Traditionsregatta "Aalregatta" in eigener Regie zu Pfingsten, 03. und 04. Juni 2006. Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen fällt der Startschuss am Pfingstsonnabend um 10 Uhr vor dem KYC in Kiel-Düsternbrook. Die Rückkehr der Yachten wird gegen ca. 15.00 Uhr in Eckernförde erwartet. - Infos unter: www.aalregatta.de
Pressemitteilung vom 11.03.2006

Auch einstiger Überseedampfer "France" hat Asbest-Probleme

Dhaka,(Dacca) / Bangladesh - Nach dem früheren Kriegsschiff "Clémenceau" hat ein weiterer einstiger Gigant der Meere aus Frankreich Asbest-Probleme: Wie die Nachrichtenagentur AFP beim Umweltministerium von Bangladesch erfuhr, untersagte die Regierung in Dacca dem ehemaligen Überseedampfer "France" am Donnerstag die Einfahrt in ihre Hoheitsgewässer. Einen Tag zuvor hatte die Abwrack-Werft "Giri Subedar Ship Breaking Yard" angekündigt, die einstige "France" für zwölf Millionen Dollar zu kaufen und zu verschrotten. Das 1960 vom Stapel gelaufene Schiff enthält wie der beinahe gleich alte Ex-Flugzeugträger "Clemenceau" vermutlich noch mehrere hundert Tonnen asbesthaltigen Materials.
Die AFP berichtete am 01.02.06, Der Name "Norway", den die "France" nach zwei Jahrzehnten angenommen hatte, ist notdürftig mit "Blue Lady" überpinselt worden.
Pressemitteilung AFP vom 16.02.2006

Chirac ordnet Rückkehr der «Clémenceau» nach Frankreich an

Paris - Nach wochenlangem Streit über die Verschrottung der «Clémenceau» in Indien hat der französische Staatspräsident Jacques Chirac die Rückkehr des ausgemusterten Flugzeugträgers angeordnet. Chirac reagierte damit am Mittwoch auf eine Entscheidung des Staatsrats, der den mit Asbest verseuchten Rumpf des Schiffes als «gefährlichen Abfall» bezeichnete, der nicht in Entwicklungsländer exportiert werden dürfe. Die Umweltorganisation Greenpeace begrüßte die Entscheidung.
Die 1997 ausgemusterte «Clémenceau» befindet sich derzeit im Indischen Ozean. Sie soll in französischen Hoheitsgewässern vor Anker gehen, bis die Frage ihrer Verschrottung endgültig geklärt ist. Frankreich müsse bei der Abwrackung von Schiffen, die weltweit Umweltprobleme verursache, beispielhaft handeln, erklärte Chirac nach Angaben des Élysée-Palasts. Der Präsident reist am Sonntag nach Indien.
Greenpeace wirft Frankreich vor, dass der ehemalige Flugzeugträger noch mit hunderten Tonnen von Schadstoffen belastet sei, darunter 500 bis 1.000 Tonnen Asbest. Das französische Verteidigungsministerium erklärte dagegen, an Bord seien nur noch 45 Tonnen Asbest. Chirac kündigte ein weiteres Gutachten an, das endgültig die Menge der gefährlichen Stoffe an Bord feststellen soll.
Die «Clémenceau» lief Ende Dezember 2005 in Toulon aus. Greenpeace machte am 12. Januar mit einer vorübergehenden Besetzung des Schiffs auf die Fahrt aufmerksam, dann verzögerten die ägyptischen Behörden die Durchfahrt durch den Suez-Kanal. Auch in Indien kam es zu Protesten, das oberste indische Gericht verlangte Garantien von der französischen Regierung.
Greenpeace sprach am Mittwoch von einem Sieg für das Völkerrecht und die Arbeiter in Indien. Endlich habe Chirac den Export von Giftmüll in ein Entwicklungsland verboten.
Schon im November 2003 hatte das 1997 nach 35 Jahren außer Dienst gestellte Schiff für Schlagzeilen gesorgt, weil eine spanische Firma die «Clémenceau» nach französischer Darstellung entgegen aller Abmachungen in Richtung Türkei schleppen ließ, statt die Entsorgung gemäß internationalen Standards in Gijon vorzunehmen. Am Haken eines Schleppers wurde der einstige Stolz der französischen Marine damals nach Toulon zurückgeschleppt.
Pressemitteilung AP vom 15.02.2006

Entscheidung über Verschrottung der "Clémenceau" verschoben

Indien - Die für Montag erwartete Entscheidung über das ehemalige französische Kriegsschiff "Clémenceau" ist verschoben worden. Laut Medienberichten bat der indische Verfassungsgerichtshof die Regierung, bis zur nächsten Anhörung am Freitag mehrere Marineangehörige im Ruhestand für ein neues Expertengremium zu benennen. Derzeit wartet die "Clemenceau" außerhalb der indischen Hoheitsgewässer auf die höchstrichterliche Entscheidung. Die Richter müssen festlegen, ob der asbestbelastete Flugzeugträger wie geplant auf dem weltgrößten Schiffsfriedhof Alang im Bundesstaat Gujarat an der Westküste Indiens abgewrackt werden darf.
Nach Angaben der französischen Regierung hat das Schiff rund 100 Tonnen Asbest an Bord. Umweltschützer gehen allerdings von deutlich höheren Mengen aus. Sie protestieren gegen eine befürchtete Gesundheitsgefährung der indischen Arbeiter.
Pressemitteilung EuroNews vom 13.02.2006

"Maria S. Merian" - Das weltweit modernste Forschungsschiff

Rostock-Warnemünde - 53 Millionen Euro haben sich Bund und Länder ihr neuestes Flaggschiff kosten lassen: Deutschlands modernstes Forschungsschiff "Maria S. Merian" wird heute (9.2.2006) in Dienst gestellt. Der gemeinsam von Bund und Küstenländern finanzierte Neubau legt erstmals an seinem Heimathafen in Warenmünde an.
D
er Flaggenwechsel auf dem Schiff findet auf See statt. Dazu wird die "Maria S. Merian" von einer Flotte an Spezial- und Ausflugsschiffen begleitet. Nach dreijähriger Bauzeit und der Taufe im Sommer 2005 war das Schiff zuletzt in der Biskaya und in der Iberischen See auf Herz und Nieren geprüft worden. Der nach der Naturforscherin Anna Maria Sibylla Merian (Maria S. Merian) benannte Neubau ist vor allem für Fahrten in Eisgebiete konzipiert. Das Schiff dient Wissenschaftlern aller marinen Forschungsgebiete aus dem In- und Ausland als Arbeitsplatz.
Das Schiff ist 94,80 Meter lang, 19,20 Meter breit und hat einen Tiefgang von maximal 6,50 Metern. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 15 Knoten Mit 21 Mann Besatzung und Platz für 22 Wissenschaftler ist die "Merian" eine kleine Welt für sich. Der Rumpf wurde 2003 in Gdansk (Danzig) in Polen gebaut, fertiggestellt in Schacht-Audorf bei Rendsburg. Für die kommenden 25 bis 30 Jahre wird es die wichtigste Arbeitsplattform für Atlantik-, Nord- und Ostsee-Expeditionen sein. Betreut wird das Schiff vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde (IOW), Die 56,4 Millionen Euro teure "Maria S. Merian" war bereits im Juli 2005 getauft worden und unternahm seitdem zwei Probefahrten.
Mit der Indienststellung der "Maria S. Merian" ist ein wichtiger Schritt zur Erneuerung der deutschen Forschungsflotte und damit zur Stärkung der Meeresforschung vollzogen. Mit ihrer Eisverstärkung wird sie insbesondere für Forschungsfahrten am Eisrand im Nordatlantik und in der Ostsee prädestiniert sein, muss darüber hinaus aber auch die Bedürfnisse der Meeresforschung in anderen Meeresregionen abdecken, denn dem Neubau steht ein Verlust von drei Schiffen gegenüber: 1999 waren aus Altersgründen die Forschungsschiffe "Victor Hensen" und "Valdivia", 2004 das Warnemünder Flaggschiff "A. v. Humboldt" außer Dienst gestellt worden.
Pressemeldung vom 09.02.2006

Aker Yards soll größtes Kreuzfahrtschiff der Welt bauen
"Queen Mary 2" bekommt große Konkurrenz

Oslo - Der norwegische Werftkonzern Aker Yards soll ein Schiff mit einer Länge von 360 Metern bauen, das für 5400 Passagiere ausgelegt ist. Das ist der größte jemals vergebene Auftrag für den Bau eines Kreuzfahrtdampfers und stellt auch die "Queen Mary 2" in den Schatten.
Der Auftrag sei von der norwegisch-amerikanischen Reederei "Royal Caribbean Cruises" erteilt worden und habe ein Volumen von rund 900 Million Euro, teilte Aker Yards am Montag mit. Der "neue Gigant auf dem Kreuzfahrtmarkt" solle in Finnland gebaut werden und ab Herbst 2009 in Bertrieb genommen werden. Nach Bekanntwerden des Auftrages stiegen die Aker-Yards-Aktien um sechs Prozent auf 347 norwegische Kronen.
Der Deal werde die rund 2000 Arbeitsplätze in Finnland sowie 2500 weitere Jobs in der Zulieferbranche für die nächsten vier Jahre sichern, sagte Yrjo Julin, Chef von Aker Yards Finnland. Um den Auftrag erfüllen zu können, werde der Konzern außerdem weitere Arbeitsplätze schaffen. So müsste allein das finnische Team um 300 auf 900 Designer verstärkt werden. Der Vertrag beinhalte die Option für ein zweites Schiff ähnlicher Bauart.
Aker Yards betreibt 13 Werften in Norwegen, Finnland, Deutschland, Rumänien und Brasilien. Der Konzern lieferte mit seinem Kreuzfahrtschiff "Song of Norway" 1970 sein erstes Schiff an Royal Caribbean aus. Seitdem baute Aker Yards mehr als 15 weitere Kreuzfahrtdampfer für die Reederei.
Quelle: Handelsblatt vom 06.02.2006

156.000 Besucher bei der 'boot'

Düsseldorf - Publikumsrenner der diesjährigen "boot" in Düsseldorf sind bisher die Tauchsporthalle 3 und die Beach World in Halle 1. Das ermittelte die Düsseldorfer Messeleitung und zog eine Halbzeitbilanz nach fünf Tagen. 156.000 Menschen kamen bisher insgesamt zur 37. Internationalen Bootsausstellung. Das sind 4.000 mehr als in den ersten fünf Messetagen des Vorjahres.
Die Besucher ziehen Sportarten wie Surfen, Wasserski, Wakeboarding und Tauchen somit am meisten an. Besonders nachgefragt sind bei Kaufinteressenten und denen, die nur einmal schauen wollen, Segelboote und - yachten. Die Messeleitung bezeichnet diesen Zuwachs als leicht, zeigt sich jedoch positiv überrascht von dem großen internationalen Besucherstrom.
Pressemitteilung vom 26.01.2006

"Clémenceau" passiert den Suez-Kanal

Port Said - Nach Greenpeace-Protesten gegen die geplante Entsorgung des stillgelegten französischen Flugzeugträgers «Clémenceau» hat das Schiff in der Nacht zum Dienstag den Suez-Kanal passiert. Die Fahrt verzögerte sich um mehr als eine Woche, weil die ägyptischen Behörden erst eine gründliche Inspektion vornahmen.
Die «Clémenceau» soll nach Indien geschleppt und dort verschrottet werden. Greenpeace wirft Frankreich vor, dass der ehemalige Flugzeugträger noch mit hunderten Tonnen von Schadstoffen belastet sei, darunter 500 Tonnen Asbest. Die Umweltschutzorganisation machte am 12. Januar mit einer vorübergehenden Besetzung des Schiffs auf die Fahrt aufmerksam. Auch in Indien kam es zu Protesten. Die französische Regierung hat erklärt, dass der größte Teil der Asbestbelastung bereits in Frankreich entorgt worden sei. Für die Passage der «Clemenceau» durch den Suez-Kanal wurden 165.700 Euro an zusätzlichen Gebühren erhoben.
Pressemitteilung vom 24.01.2006

Container-Umschlagsgesellschaft Eurogate erzielt neue Bestmarke

Bremerhaven / Hamburg - Die Eurogate-Gruppe, Bremen, hat an ihren deutschen und europäischen Terminals 2005 insgesamt 12,1 Millionen Container (TEU) umgeschlagen. Das sei eine Steigerung gegenüber 2004 um 4,6 Prozent, sagte eine Sprecherin am Montag.
In Bremerhaven wuchs der Umschlag um 8,2 Prozent auf 3,7 Millionen, in Hamburg um 16,2 auf rund 2,7 Millionen TEU. Die Terminals in Italien lagen mit 5,5 Millionen TEU geringfügig unter dem Wert für 2004. Gut 200 000 TEU wurden im portugiesischen Lissabon umgeschlagen.
Pressemitteilung vom 23.01.2006

"Clémenceau" muss 1,5 Millionen Dollar für Suez-Passage zahlen

Paris - Nach tagelangen Verzögerungen hat der ausgemusterte französische Flugzeugträger "Clémenceau" den Suez-Kanal passieren dürfen. Das 265 Meter lange Schiff, das sich auf dem Weg zur Verschrottung in Indien befindet, wurde in der Nacht zum Montag von vier Schleppern in den Kanal gezogen. Für die 163 Kilometer lange Passage waren rund 15 Stunden angesetzt. Ägypten hatten schon Mitte des Monats eine Durchfahrtsgenehmigung für das stark asbestbelastete Schiff erteilt; Proteste im Parlament und bürokratische Hindernisse verzögerten jedoch die Durchfahrt. Die wurde für Frankreich nun richtig teuer: Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Paris verlangten die Kanal-Behörden 1,5 Millionen Dollar (1,2 Millionen Euro) für die Passage, wovon nur ein kleiner Teil rückzahlbare Versicherungskosten sind.
Pressemitteilung vom 23.01.2006

Wasserschutzpolizei hält Schiff fest

Brunsbüttel / Hamburg - Die Wasserschutzpolizei Brunsbüttel hält auf Anordnung der See-Berufsgenossenschaft in Hamburg ein Frachtschiff unter maltesischer Flagge fest. Es ist in den Binnenhafen Brunsbüttel eingelaufen, um dort einen Schaden an der Maschinenanlage beheben zu lassen. Die Beamten der Wasserschutzpolizei stellten bei einer Kontrolle jedoch Wartungsmängel fest. Die Ladekräne sind teilweise durchgerostet, aber auch Trittpodeste und Laufeisen weisen Durchrostungen auf. Die See-Berufsgenossenschaft und die Wasserschutzpolizei werden gemeinsam an Bord des Frachtschiffes die Ermittlungen fortführen und im Anschluß entscheiden, unter welchen Auflagen das Schiff seine Reise fortsetzen kann.
Pressemitteilung vom 17.01.2006

Indien verbietet "Clémenceau" Einfahrt in Hoheitsgewässer

Neu Delhi - Indien hat dem ausgemusterten französischen Flugzeugträger "Clémenceau" bis auf weiteres die Einfahrt in seine Hoheitsgewässer verboten. Das asbestbelastete Schiff dürfe bis zur endgültigen Entscheidung über die Zulässigkeit der Verschrottung in Indien am 13. Februar nicht in indisches Gebiet einfahren, teilte Indiens oberster Gerichtshof am Montag mit. Eine Expertenkommission des Gerichts werde am Freitag erneut über den Fall beraten. Sie hatte in einer ersten Prüfung Anfang des Monats einen Verstoß gegen die Basler Konvention über gefährliche Abfälle festgestellt.
Pressemitteilung vom 16.01.2006

Asbestverseuchter Flugzeugträger darf Suez-Kanal passieren

Kairo - Der asbestverseuchte französische Flugzeugträger "Clémenceau" darf den Suez-Kanal passieren. Das ägyptische Umweltministerium akzeptierte am Sonntag französische Unterlagen, wonach die 1997 stillgelegte "Clémenceau" weiterhin ein Kriegsschiff sei und nicht unter die Baseler Konvention zum Transport gefährlicher Güter falle. Nach der Genehmigung steuerte der Flugzeugträger umgehend die Mündung des Suez-Kanals an, um seine letzte Fahrt Richtung Indien fortzusetzen. Dort soll das 45 Jahre alte Schiff entseucht und verschrottet werden.
Pressemitteilung vom 15.01.2006

Galileo-Testsatellit sendet erste Signale

Paris - Das europäische Weltraum-Navigationssystem "Galileo" hat die erste Probephase bestanden. Zwei Wochen nach dem Start hat der Galileo-Testsatellit Giove-A am Donnerstag die ersten Navigationssignale gesendet. Die Signale seien von Bodenstationen in Cilbolton (Großbritannien) und Redu (Belgien) aufgefangen und ausgewertet worden, tilte die Europäische Weltraumorganisation Esa in Paris mit. Damit habe das mit dem US-System GPS und dem russischen Glonass kompatible System der Satellitennavigation "den ersten Meilenstein auf dem Weg zur vollen Einsatzbereitschaft erreicht".
Mit einer Vertragsunterzeichnung über die ersten vier Satelliten am 19. Januar in Berlin werde der Weg zum Aufbau des Galileo-Systems dann endgültig freigemacht, teilte die Esa am Freitag außerdem mit. Die ESA und die Galileo Industries GmbH, die ein Konsortium von mehr als 100 Firmen leitet, werden die Vereinbarung im Umfang von 950 Millionen Euro unterschreiben. Diese Mini-Konstellation von vier Satelliten stellt den entscheidenden Schritt zum Aufbau von Galileo dar. 26 weitere Satelliten sollen dann bis zum Jahr 2010 folgen.
Giove-A war am 28. Dezember mit einer russischen Trägerrakete des Typs Sojus in eine Umlaufbahn von 23 200 Kilometern geschossen worden. Das Heraufladen der Bordsoftware und die Ausrichtung der Sonnenpanele mit Hilfe von Bodenstationen in Großbritannien, Indien und Malaysia funktionierte einwandfrei. Die Nutzlasterprobung von Giove-A soll bis Mitte Februar abgeschlossen sein.
Die Esa und die EU wollen mit dem auf 3,8 Milliarden Euro veranschlagten Projekt eine von einer zivilen Instanz betriebene Alternative zum militärisch kontrollierten US-System GPS im All stationieren. Noch in diesem Jahr soll der zweite Testsatellit Giove-B gestartet werden.
Quelle: N24 vom 14.01.2006

Asbestverseuchter Flugzeugträger sitzt vor Ägypten fest

Kairo / Paris - Die ägyptischen Behörden haben am Freitag weiter die Fahrt des asbestbelasteten Flugzeugträgers "Clémenceau" durch den Suez-Kanal blockiert. Das meldete die ägyptische Nachrichtenagentur MENA am Freitag. Das Schiff, das in Indien entseucht und verschrottet werden soll, "darf nicht in ägyptische Hoheitsgewässer fahren", solange nicht weitere Papiere über eine möglicherweise gefährliche Ladung vorliegen, hatte der Chef der ägyptischen Umweltbehörde Mohammed Sajjed Chalil MENA zufolge am Donnerstagabend erklärt. Ein Sprecher der französischen Grünen bezeichnete es am Freitagmorgen als "Skandal", dass das Schiff in Indien verschrottet werde, wo die Arbeiter nicht genügend geschützt seien.
Umweltgruppen hatten kritisiert, Indien verfüge nicht über die notwendige Technologie, um das Asbest zu beseitigen.
Pressemitteilung vom 13.01.2006

Asbest-Flugzeugträger "Clémenceau" droht Umkehr

Indien / Frankreich - Dem ausgemusterten französischen Flugzeugträger "Clémenceau", der sich auf dem Weg zur Verschrottung nach Indien befindet, könnte erneut die Umkehr in die Heimat drohen. Ein Expertenausschuss des obersten indischen Gerichtshofs befand am Freitag, dass die Entsorgung des Asbest-belasteten Kriegschiffs ein Verstoß gegen die Basler Konvention über gefährliche Abfälle ist. Der 265 Meter lange Flugzeugträger darf nun so lange nicht in die indischen Hoheitsgewässer einfahren, bis das Gericht in ungefähr zwei Wochen eine endgültige Entscheidung getroffen hat.
Die 45 Jahre alte "Clémenceau" war am Samstag von Schleppern aus dem französischen Hafen Toulon gezogen worden und soll auf dem weltgrößten Schiffsfriedhof in Alang an der Westküste Indiens verschrottet werden. Umweltschützer hatten bis zuletzt vergeblich versucht, den Transport zu verhindern, wobei sie unter anderem akute Gesundheitsgefahren für die indischen Arbeiter durch Asbest geltend machten. Wieviel von dem Krebs erregenden Werkstoff die "Clemenceau" noch birgt, ist umstritten: Während das Verteidigungsministerium von 45 Tonnen spricht, hatte ein Vertreter des Unternehmens Technopure, das für erste Entseuchungsarbeiten zuständig war, die Menge auf 500 bis 1000 Tonnen geschätzt.
Sollte Indien die Entsorgung verbieten, müsste die 24.200 Tonnen schwere "Clémenceau" wahrscheinlich wieder nach Frankreich zurückgebracht werden. Sie hatte Toulon schon im Oktober 2003 zu ihrer vermeintlich letzten Reise verlassen. Als die mit der Verschrottung beauftragte Firma das Schiff entgegen der Vereinbarungen aber nicht nach Spanien, sondern in Richtung Türkei schleppen ließ, stoppte die französischen Marine den Flugzeugträger und brachte ihn nach Frankreich zurück.

Pressemitteilung vom 06.01.2006

Versicherung für Ölschäden nach Havarien

Helgoland / Pinneberg - Wichtig für Helgoland und die Elbe: Die Bundesregierung wird ein internationales Übereinkommen ratifizieren, das die zivilrechtliche Haftung für Ölverschmutzungsschäden regelt. Wie der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann mitteilte, sei dies ein wichtiger Schritt zur Verbesserung des Opfer- und Umweltschutzes bei Schiffshavarien. Denn auch von Schiffen, die nicht Öl oder andere gefährliche Ladung beförderten, könnten erhebliche Gefahren für den Mensch und die Natur ausgehen.
Der Abgeordnete erinnerte in diesem Zusammenhang an die Havarie des Holzfrachters "Pallas" vor der Nordseeküste im Jahre 1998, bei der Millionenschäden durch Bunkeröl, also Schiffstreibstoff, entstanden waren.
Das sogenannte Bunkeröl-Übereinkommen führt erstmalig auf internationaler Ebene eine Haftung des Schiffseigentümers für Verschmutzungen durch Bunkeröl ein und greift unabhängig davon ein, ob dem Schiffseigentümer im Einzelfall ein Verschulden nachgewiesen werden kann. Ersetzt werden müssen insbesondere Schäden und Aufwendungen bei Verunreinigung von Stränden, Strandbefestigungen und der natürlichen Meeresumwelt sowie auch entgangene Gewinne von Hotels oder Restaurationsbetrieben.
Außerdem werden alle Eigentümer von Schiffen, die in deutschen Gewässern verkehren und eine Bruttoraumzahl von mehr als 1000 aufweisen, verpflichtet, ihre Haftung für Bunkeröl-Verschmutzungsschäden zu versichern und den Abschluß der Versicherung durch eine amtliche Bescheinigung nachzuweisen. Bis 30. Juli 2006 sollen alle EU-Mitgliedsstaaten die Vereinbarung unterschreiben. Das Bunkeröl-Übereinkommen tritt in Kraft, wenn es von mindestens 18 Staaten ratifiziert wurde.

Pressemitteilung vom 30.12.2005

Flugzeugträger "Clémenceau" wird in Indien verschrottet

Paris / Frankreich - Nach monatelangem juristischen Tauziehen kann der ausgemusterte französische Flugzeugträger "Clémenceau" zur Verschrottung nach Indien geschleppt werden. Das Pariser Verwaltungsgericht lehnte Eilbeschwerden von vier Umweltschutzorganisationen ab, die eine Gesundheitsgefährdung von indischen Werftarbeitern durch die hohe Asbestbelastung des Schiffes geltend gemacht hatten. Die 265 Meter lange und 24.200 Tonnen schwere "Clémenceau" war 2003 nach 42 Jahren endgültig aus dem Dienst genommen worden.
Die "Clemenceau" wird in Alang an der Westküste Indiens verschrottet. Auf dem größten Schiffsfriedhof der Welt arbeiten 20.000 Menschen, die jegliche noch verwertbaren Teile einstiger Ozeanriesen für den Weiterverkauf demontieren. Die französische Anti-Asbest-Kampagne Jussieu hatte vor Gericht "schwere Gesundheitsrisiken für die indischen Arbeiter" durch den Krebs erregenden Werkstoff vorgebracht. Greenpeace-Anwalt François Lafforgue sagte, der Rumpf der Clemenceau enthalte "mindestens 115 Tonnen" Asbest. Dass Frankreich das Schiff in Indien entsorge, sei illegal und ein Verstoß gegen die Basler Konvention über gefährliche Abfälle.

Flugzeugträger Clemenceau
Der staatlich beauftragte Anwalt Joël Alquezar betonte dagegen, die Umweltschützer wollten den Eindruck erwecken, dass es in Indien keine Vorschriften für die Entsorgung von Abfällen gebe. Dies sei aber falsch. Zudem hätten Führungskräfte der zuständigen indischen Werft einen zweiwöchigen Kurs in Frankreich absolviert, wie der Asbest fachgerecht zu beseitigen sei. Das Gericht entschied nun, dass es "keinen ernsthaften Zweifel" an der Zulässigkeit der Verschrottung in Indien gebe.
Die "Clémenceau" hatte mit ihren 1920 Mann Besatzung während ihrer Dienstzeit rechnerisch 48 Mal die Erde umrundet. 1997 wurde das Schiff entwaffnet, nachdem der atomgetriebene Nachfolger "Charles de Gaulle" einsatzfähig war.
Um die Verschrottung der "Clémenceau" hatte es ein jahrelanges Hickhack gegeben. Sie hatte den französischen Mittelmeerhafen Toulon schon im Oktober 2003 zu ihrer vermeintlich letzten Reise verlassen. Als die mit der Entsorgung beauftragte Firma das Schiff entgegen der Vereinbarungen nicht nach Spanien, sondern in Richtung Türkei schleppen ließ, stoppte die französischen Marine den Flugzeugträger. Daraufhin wurde eine Tochter von ThyssenKrupp als Generalunternehmer mit der Entsorgung betraut. Der deutsche Konzern stieg aber vor einem halben Jahr aus dem Projekt wieder aus.
Pressemitteilung vom 30.12.2005

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