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Pressemitteilung vom 24.10.2005
Modernstes Forschungsschiff
der Welt geht auf Probefahrt
Rendsburg - Das neue Eisrand-Forschungsschiff "Maria S. Merian"
legt heute von der Kröger-Werft in Rendsburg in Schleswig-Holstein zu seiner
ersten großen Fahrt ab. In der Biskaya sollen nach Angaben des Bildungsministeriums
vom Sonntag die schiffstechnischen Instrumente getestet und wissenschaftliche
Komponenten abgenommen werden. Im Anschluss an die Probefahrt kehrt die "Maria
S. Merian" zu abschließenden Arbeiten auf die Werft zurück. Hier
erhält sie auch einen endgültigen Außenanstrich, bevor das Schiff
dann Mitte Dezember in den Heimathafen Rostock-Warnemünde überführt
wird. Die "Maria S. Merian" gilt als das modernste Forschungsschiff
der Welt.
Untersuchung des Einflusses der Ozeane auf das Klima
Künftige Hauptaufgabe des fast 95 Meter langen Schiffs soll die Untersuchung
der Einflüsse der Ozeane auf Klimaschwankungen sein. Die Forschungsreisen
der "Maria S. Merian" sollen vom nördlichen Golfstrom bis zu den
Eisrand-Regionen der Arktis reichen. An Bord haben bis zu 22 Wissenschaftler und
21 Mann Besatzung Platz. Auf mehr als 350 Quadratmetern stehen den Forschern verschiedene
Labore und andere wissenschaftliche Arbeitsräume zur Verfügung. Bei
Bedarf können zusätzlich spezielle Laborcontainer installiert werden.
Die Investitionskosten für das Forschungsschiff von rund 53 Millionen
Euro teilen sich der Bund (75 Prozent) und die vier Küstenländer Mecklenburg-Vorpommern
(12,5 Prozent), Hamburg und Schleswig-Holstein (je 5 Prozent) sowie Bremen (2,5
Prozent).
Pressemitteilung vom 19.09.2005
Gefahrenabwehr unter einem Dach
Cuxhaven - Zur polizeilichen Gefahrenabwehr auf Nord- und Ostsee wird in Cuxhaven ein Maritimes Sicherheitszentrum entstehen. Der Bund und die fünf
Küstenländer unterzeichneten am Dienstag in Cuxhaven eine entsprechende
Verwaltungsvereinbarung. In dem Zentrum werden künftig alle Behörden
und Einrichtungen zusammenarbeiten, die Verantwortung für die maritime Sicherheit
tragen.
In dem neuen Zentrum werden die Behörden des
Koordinierungsverbundes Küstenwache (Bundespolizei, Zoll, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung),
die Wasserschutzpolizei der Küstenländer, der nationale Meldekopf (Point
of Contact) und das Havariekommando vereint. Jede Behörde bleibt räumlich
und sachlich für ihren Aufgabenbereich zuständig.
Pressemitteilung vom 06.08.2005
Klarer Kopf für Kapitäne,
Steuermänner und Matrosen
Berlin
- Bundesverkehrsminister
Dr. Manfred Stolpe hat heute in Berlin Verordnungen unterzeichnet, die strengere
Regeln für Alkohol an Bord von Seeschiffen vorsehen. Die neue Regelung gilt
bereits ab 15. August 2005. Dazu erklärt Bundesminister
Stolpe: "Wir senken die allgemeine Promillegrenze von derzeit 0,8
auf 0,5 Promille. Damit wird sie an die Grenzwerte im Straßenverkehr
und in der Binnenschifffahrt angeglichen. Sie gilt auf allen deutschen Seeschifffahrtsstraßen
für die deutsche und ausländische Berufs- und
Sportschifffahrt sowie weltweit für deutsche Schiffe." Die strengere
Neuregelung gelte nicht nur für Kapitän und Steuermann, sondern für
die gesamte Besatzung während des Dienstes. Dies sei unerlässlich, denn
jeder Bordarbeitsplatz sei für die Sicherheit des Schiffes von Bedeutung.
"Zusätzlich wird für das Schiffsführungspersonal von Fahrgastschiffen und besonderen Gefahrgutschiffen, die gefährliche
und umweltschädliche oder radioaktive Stoffe als Massengut transportieren,
ein absolutes Alkoholverbot eingeführt. Dies
ist eine notwendige und sinnvolle Regelung zur Verbesserung der Sicherheit auf
See", so Stolpe.
Der Minister trat der
jüngst geäußerten Kritik an der Einbeziehung der Fahrgastschifffahrt
in die "Null-Promille"- Regelung für Gefahrguttransporte entgegen
"Das Alkoholverbot, das für Bus- und Taxifahrer gilt, hat sich bewährt
und kann auch Schiffsführern, die mehrere tausend Passagiere an Bord haben
können, zugemutet werden", sagte der Minister.
Pressemitteilung vom 08.08.2005
Die größten
Hurrikan-Wellen
Die wahrscheinlich höchsten je gemessenen Wellen hat Hurrikan "Ivan"
im vergangenen Herbst im Golf von Mexiko aufgetürmt: Fast 28
Meter hoben sich die Wasserwände im sturmgepeitschten Meer, höher
als ein zehnstöckiges Haus, schreiben Forscher vom Stennis Space Center der
Nasa bei New Orleans im Wissenschaftsjournal "Science". Dabei seien
die größten Wellen den Meßgeräten vermutlich sogar entgangen.
80 Kilometer vor der Küste verliefen sich die Riesenwellen. Die Messungen
zeigten, daß bisherige Schätzungen für die größten
Hurrikanwellen zu niedrig lagen, schreibt das Team um David W. Wang. Die Forscher
hatten im Meer Unterwasserdrucksensoren installiert, um die Wellenhöhen aufzuzeichnen.
Sogenannte Monsterwellen auf See, die nichts mit Tsunamis oder Erdbeben zu tun
haben, galten lange als Seemannsgarn. Inzwischen sind jedoch Schiffsunfälle
durch sie belegt.
Pressemitteilung vom 05.08.2005
Schlechte Noten für
Freizeit-Skipper
Die Ausrüstung der Segelcrew ist unabdingbar für
die Sicherheit auf See
Aufgabenverteilung mögliche Notfallsituationen
sollten vor dem Törnstart besprochen worden sein.
Hamburg
- Die "Bundesstelle
für Seeunfalluntersuchungen" in Hamburg meldet eine deutliche Zunahme
bei tödlichen Unfällen mit Segelyachten
und kleinen Sportbooten. Ursachen sind immer wieder Leichtsinn,
mangelnde Praxis und eine schlechte Reiseplanung. 13 von 21 Todesfällen
im Bereich deutschen Schifffahrt entfielen 2004 auf den Sportbootbereich.
Während an Bord von Frachtern besonders Arbeitsunfälle
an Bord zum Tod von Besatzungsmitgliedern führten, starben Segler vor allem
durch Ertrinken. Nach Mitteilung der Bundesstelle weisen die Unfallursachen der
untersuchten Sportboothavarien fast immer wieder identische Ursachen auf. Die
Hauptschwachpunkte seine der Mangel an Übung bei "Mann-über-Bord"-Manövern,
der Verzicht auf das Tragen von Rettungswesten sowie der Verzicht auf den Gebrauch von Rettungsmitteln.
Weiter geht die Bundesstelle mit den Freizeitskippern
hart ins Gericht. So seien die Überschätzung der Qualifikation, schlechte Reiseplanung und der Verzicht auf eine Sicherheitseinweisung der Mitsegler Gründe für den schlimmen Ausgang der Unfälle.
Im Vergleich zu 2003, als sechs Freizeitskipper auf
See zu Tode kamen, hat sich die Zahl 2004 mehr als verdoppelt. Beim Untergang
der Segelyachten "Madame Pele" vor Borkum und "Allmin" vor
Saßnitz kamen jeweils zwei Segler um.
"Viele Notsituationen lassen sich so leicht vermeiden", sagt Andreas
Lubkowitz, Sprecher Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. "Die
ohnmachtsichere Schwimmweste ist das A und O. Sie
sollte immer an Bord sein", so Lubkowitz. Ohnmachtsicher bedeutet, dass der
Schiffbrüchige im Wasser auch dann mit dem Kopf über Wasser und dem
Gesicht nach oben treibt, wenn er das Bewusstsein verloren hat.
Um im Notfall auch bei Nacht gefunden zu werden,
sind Fackeln oder Leuchtraketen besonders wichtig. Bei kleinen Booten und Jollen sieht Lubkowitz gerade hier großen
Bedarf. "Diese Signalmittel gibt es überall im Fachhandel für relativ
wenig Geld zu kaufen - auch ohne Waffenschein", rät Lubkowitz.
Inzwischen gäbe es Geräte, die sind so klein sein wie Taschenlampen.
Sie können bis zu sechs Leuchtkugeln abfeuern.
Probleme
bereiten den Rettern auch die zunehmende Verbreitung der Mobiltelefone.
Durch die Handys droht das traditionelle Funkgerät für den Ultrakurzwellenbereich
(UKW) an Bord verdrängt zu werden.
"Gerade
das UKW-Gerät ist aber für die Alarmierung
und Koordinierung der Maßnahmen im Notfall sehr wichtig, da man damit in
der unmittelbaren Umgebung des Bootes sehr wirkungsvoll um Hilfe rufen kann",
erläutert Lubkowitz. Mit dem Handy lässt sich zum Beispiel ein zufällig
vorbeifahrender Frachter nur schwer ansprechen, da man meistens die Nummer des
Schiffes nicht hat. Aber auch eine schnelle Notfallmeldung kann wenig hilfreich
sein, wenn der Anrufer die Position nicht nennen kann. "Das erleben wir immer
wieder, dass uns der Anrufer nur sagen können, wo sie vor Stunden losgesegelt
ist", berichtet Lubkowitz.
Deshalb sollte neben einer guten Vorbereitung des
Törns auch regelmäßig die Position bestimmt und im Schiffstagebuch notiert werden, so wie es inzwischen auch vorgeschrieben
ist. Und der Skipper sollte ruhig sein Wissen teilen. Es sei enorm wichtig, wenn
immer mindestens ein zweites Besatzungsmitglied mit der sicheren Handhabung des
Bootes vertraut sowie in die Törngestaltung eingebunden sei.
Pressemitteilung vom 18.07.2005
Null Promille im Hafen
- aber nicht für alle
Hamburg
- Auslöser
für die Initiative: der Untergang der "ENA 2" im vergangenen Sommer
2004. Bei dem Schiffsführer waren 2,19 Promille Alkohol im Blut festgestellt
worden. Der Umweltsenator von Hamburg hatte daraufhin im September vergangenen
Jahres eine Bundesratsinitiative "zur Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs
in der Schiffahrt" auf den Weg gebracht. Schon im Dezember war die einstimmige
Unterstützung aller Bundesländer erfolgt.
Die meisten Punkte aus der Hamburger Initiative wurden gestern
Abend vom Bundestag übernommen. Das Bundesverkehrsministerium wird die Regelungen
nun umgehend für verbindlich erklären.
Umweltsenator Freytag hatte ursprünglich gefordert, für Schiffsführer
bei a l l en Gefahrentransporten auf dem Wasser eine 0,0-Promille-Grenze festzulegen.
Der Bundestag beschloß stattdessen den 0,0-Promille-Wert nur bei "besonders
gefährlichen Gefahrgütern" wie zum Beispiel flüssigen Chemikalien,
flüssigen Gasen und radioaktiven Stoffen. Für andere Gefahrentransporte
wird lediglich eine 0,5-Promille-Grenze gelten.
Weiterer beschlossener Punkt ist die kurzfristige Anordnung von Fahrverboten
durch die Wasser- und Schiffahrtsämter, wenn Kapitäne betrunken aufgegriffen
werden. Außerdem wurde die Schaffung eines zentralen Überwachungsregisters,
in dem - ähnlich wie bei der "Punkte-Datei" in Flensburg - alle
Patententziehungen und Fahrverbote registriert werden. Ein Ort dafür steht
noch nicht fest.
Pressemitteilung vom 03.06.2005
Forschungsschiff "Planet"
übergeben
Emden - Das Forschungsschiff
"Planet", das gestern offiziell dem Bundesamt
für Wehrtechnik und Beschaffung in Koblenz übergeben wurde, ist ein
Meilenstein der Spitzentechnologie und sucht weltweit ihresgleichen. Das sagte
gestern das Mitglied der Geschäftsführung, Dr. Christian Eckel
, bei der Unterzeichnung des Abgabeprotokolls auf der Brücke der "Planet".
Für die Nordseewerke im Emden bedeute die Arbeit in diesem Bereich eine wegweisende
Aufgabe, die künftig eine weitere Reihe ähnlicher Aufträge begründen
möge, sagte Eckel und sprach diesbezüglich von einem "wichtigen
Tag" für die Werft. Dem Schiff wünschte Eckel "glückliche
Fahrt und glückliche Heimkehr".
Pressemitteilung vom 25.05.2005
Hafenpriel von Friedrichskoog
versandet immer mehr
Friedrichskoog - Tagelang steckten Fischer mit ihren Kuttern im Hafenpriel fest. Und die meisten
Fischer aus Friedrichskoog ankern wegen der zunehmenden Versandung schon in Büsum.
Die Zeiten sind vorbei:
Noch immer wirbt Friedrichskoog damit, dass hier die zahlenmäßig größte
Krabbenkutter-Flotte der Schleswig-Holsteinischen Westküste beheimatet ist.
Doch bis auf zwei oder drei kleinere Schiffe sind längst alle nach Büsum
ausgewichen. "Es war noch nie so trocken wie jetzt", beschreibt Jens
Krämer, Vorsitzender des Fischervereins, die Situation. Mit seiner "Delphin"
war er im Juli 2004 zum letzten Mal in Friedrichskoog.
Unliebsame
Bekanntschaft mit dem zunehmend flacheren Hafenpriel haben auch Edwin Genthe aus
Spieka bei Cuxhaven und Eibe Cordts aus Cuxhaven gemacht: Die "Polarstern"
lag vier Tiden lang fest, die "Saphir" sogar vier Tage. Beide Kutter
mussten schließlich in den Hafen geschleppt werden. Die Kapitäne sind
nicht nur stinksauer, sondern auch verzweifelt. "Das kostet uns drei Fangtage",
ärgert sich Edwin Genthe, "das Ganze ist ein Trauerspiel."
Dabei
kommen er und Eibe Cordts bewusst nach Friedrichskoog: Die Werft am Hafen arbeite
gut, schnell und preisgünstig, habe immer Ersatzteile vorrätig. Doch
die Kutterkapitäne sehen die Zukunftsaussichten düster: "Wenn hier
bald keine Schiffe mehr reinkommen und die Einheimischen nach Büsum ausweichen,
dann geht die Werft kaputt." Damit seien immerhin acht Arbeitsplätze
in Gefahr. Von den Auswirkungen auf Friedrichskoog als Tourismusort ganz zu schweigen.
Der Hafen muss seit
Jahrzehnten ausgebaggert werden. Für teures Geld, stolze 640 000 Euro jährlich.
Deshalb sucht das Land nach Sparmöglichkeiten. Veränderte Öffnungs-
und Schließzeiten der Sperrwerkstore sollten mehr Sedimente aus dem Hafenbecken
schwemmen und so einen Teil der Ausgaben überflüssig machen. Der Versuch
läuft seit November 2003 und sollte eigentlich im Spätherbst vergangenen
Jahres abgeschlossen sein. Doch die Messgeräte, die die Strömungen aufzeichneten,
wurden gestohlen, also dauerte alles länger als geplant.
Peter Beismann vom
Amt für ländliche Räume in Husum ist gerade dabei, die Ergebnisse
zusammenzustellen. Er weiß aber schon jetzt: "Der geänderte Spülbetrieb
brachte nicht den großen Erfolg, er ist kein Allheilmittel." Weil die
Situation zurzeit so ernst ist, wurde die "Isern Hinnerk" kurzerhand
vom Husumer Hafen abgezogen und baggert seit Sonnabend in Friedrichskoog.
Wenn das Ergebnis des
Spülversuchs amtlich vorliegt, muss nach einer anderen Lösung für
die zunehmende Verschlickung gesucht werden. Jens Krämer sagt ganz deutlich:
"Auf Dauer ist das kein Zustand, so ist der Hafen nicht zu halten."
Genau das hatte Wirtschaftsminister
Dr. Bernd Rohwer bei seinem Besuch im Juni 2004 aber versprochen. Jetzt muss eine
"große Lösung" gefunden werden. Die Alternativen reichen
von einem Umbau des Sperrwerks bis hin zu einer Stilllegung und einem neuen Schöpfwerk.
Pressemitteilung vom 24.05.2005
Zwei neue Streifenboote
für die Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein
Kiel - Erstmalig nach 14 Jahren erhält die Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein
zwei neue Streifenboote, die "Angeln" mit
zukünftigem Liegeplatz in Maasholm und die"Stör"
mit zukünftigem Liegeplatz in Brunsbüttel. Innenminister Klaus Buß
und viele weitere Gäste werden der Schiffstaufe beiwohnen.
Die Taufe erfolgt am Freitag, den 22.04.2005, um
14:00 Uhr, am Anlieger des Wasserschutzpolizeireviers Kiel Düsternbrooker
Weg 82 24105 Kiel, hierzu sind Sie herzlich eingeladen.
Die Taufpatinnen der"Angeln" und der"Stör" sind
die Ehefrauen der Bürgermeister von Maasholm und Brunsbüttel, Frau Sabine
Andresen und Frau Monika Hansen. Die künftigen Einsatzgebiete der Streifenboote
werden für die"Angeln" die Schlei und für die"Stör"
der Nord- Ostsee-Kanal und die Elbmündung sein.
Die neuen WSP-Streifenboote wurden in der finnischen Werft Sarins Batar
in Kokkola für je 335.000€ gebaut. Die baugleichen Boote des Typs "Minor
34" sind für maximal 6 Personen ausgelegt und sie haben einen Tiefgang
von 1,10 m, eine Breite von 3,40 m und eine Länge von 10,40 m. Die Antriebsanlage,
bestehend aus zwei 6 Zylinder Reihenmotoren von Yanmar mit je 272 KW bei 3300
U /min, ermöglicht eine maximale Geschwindigkeit von 33 kn.
Ansprechpartner für die Presse ist Maren Soltwedel, Wasserschutzpolizeidirektion
Schleswig-Holstein, Telefon: 0431 - 160 64121 oder am Tag der Bootstaufe unter
der Handynummer 0171- 9743627.
Polizei-Pressemitteilung
vom 19.04.2005
Deutschlands größter
Eisbrecher an Griechen versteigert
Stralsund - Deutschlands größter Eisbrecher, die "Stephan
Jantzen", hat einen neuen Besitzer. Das Schiff sei für 430 000
Euro an eine griechische Reederei gegangen, sagte ein Sprecher des Wasser- und
Schifffahrtsamtes Stralsund am Montag und bestätigte entsprechende Radioberichte.
Der 68 Meter lange Eisbrecher und Schlepper war Ende März nach 38 Jahren
Dienst auf der Ostsee außer Dienst gestellt worden und Ende vergangener
Woche über die Verwertungsgesellschaft des Bundes versteigert worden.
Pressemitteilung vom 18.04.2005
Neues Multifunktionsschiff
«Arkona» nimmt Dienst auf Ostsee auf
Sassnitz - Die «Arkona» hat am Samstag ( 2. April
), eines der modernsten Multifunktionsschiffe auf der Ostsee, ihren Dienst aufgenommen.
Der Allrounder, der nach Angaben der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
als Eisbrecher, Notschlepper, Tonnenleger, Unfall- und Schadstoffbekämpfer
sowie für polizeiliche Aufgaben einsetzbar ist, wurde am Freitag in Sassnitz
auf Rügen vorgestellt.
Die auf der Peenewerft in Rekordzeit von einem Jahr gebaute «Arkona»
löst den größten deutschen Eisbrecher «Stephan
Jantzen» nach 38-jähriger Dienstzeit ab. Das fast 70 Meter lange
und 15 Meter breite Schiff hatte kurz vor der Präsentation einen Härtetest
in schwedischen Eisgewässern erfolgreich bestanden, wie der Leiter des Wasser-
und Schifffahrtsamtes, Holger Brydda, versichert. Heimathafen des Schiffes ist
Stralsund.
Dass Einsatzgebiet der «Arkona» wird sich über den gesamten
Bereich der südlichen Ostsee von östlich Wismar bis an die polnische
Grenze erstrecken. Mit der «Arkona» ist das umfangreiche Modernisierungsprogramm
der Dienstflotte des Bundes vorerst abgeschlossen.
Pressemitteilung vom 02.04.2005
Mehr Schiffe unter deutscher
Flagge
Immer mehr Handelsschiffe fahren unter deutscher Flagge. Damit wurde der Trend zur Ausflaggung
von Schiffen wegen steuerlicher Kostenvorteile gebremst. Das
größte deutsche Frachtschiff "Paradise N"
fährt wieder unter deutscher Flagge. Am Montag (21.3.) wurde im Rahmen einer
Zeremonie im Hamburger Hafen die liberianische gegen die deutsche Flagge ausgetauscht.
Das ursprünglich auf den Namen "Peene Ore" getaufte, acht Jahre
alte Schiff wird für den Transport von Erzen eingesetzt. Die Umflaggung wurde
von dem maritimen Koordinator der Bundesregierung, Staatssekretär Georg Wilhelm
Adamowitsch, vorgenommen.
Die Zahl der Handelsschiffe, die unter bundesdeutschem Banner die Weltmeere
umfahren, nimmt zu. Im vergangenen Jahr gab es 55 Umflaggungen. Zudem wurden zehn
neu gebaute Schiffe unter deutscher Flagge in den Dienst gestellt. Im laufenden
Jahr wurden bereits 30 Schiffe umgeflaggt, während fünf Neubauten unter
deutsche Flagge unterwegs sind.
Trend zur Ausflaggung gestoppt
Ein Handelsschiff unterliegt
normalerweise den rechtlichen Bestimmungen des Landes unter dessen Flagge es fährt.
Aufgrund hoher Kosten wurde deshalb die Ausflaggung deutscher Handelsschiffe in
der Vergangenheit vorangetrieben. Die Reeder profitierten dabei unter anderem
von geringeren Registergebühren und niedrigeren Steuern. Allerdings
haben die Reedereien auf der letzten maritimen Konferenz in Lübeck im Januar
2005 zugesichert, die Zahl der Schiffe unter deutscher Flagge im Vergleich zu
2003 um 100 aufzustocken. Dafür versprach die Bundesregierung, die für
die Reeder günstige Tonnagesteuer beizubehalten sowie die Entlastung bei
der Lohnsteuer nicht anzustasten. Damit sind die Vorteile einer Ausflaggung nicht
mehr gegeben.
Pressemitteilung vom 21.03.2005
"Planet" Schiff
des Jahres
Das
Forschungsschiff "Planet" ist "Schiff des Jahres" 2004.
Das 73 Meter lange Schiff wurde bei den Nordseewerken in Emden gebaut und im Juni
2004 an das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung geliefert. Seither
dient es der Erprobung von Meßgeräten im Unterwasserbereich sowie für
Tests neuer Marinewaffen. Die "Planet" wurde in Swath-Technologie gebaut, hat also zwei Rümpfe, wie die bereits seit Jahren in der Elbmündung
tätigen Lotsenversetzschiffe. Damit zeigt das Schiff auch in schwerem Seegang
ein ruhiges Verhalten. Das "Schiff des Jahres" wählt die Redaktion
der maritimen Fachzeitschrift "Hansa" seit
23 Jahren aus den Neubauten deutscher Werften. Sie entschied sich für die
"Planet" wegen der innovativen Technik.
Pressemitteilung vom 10.02.2005
"Oceanic"
trotz Alters fit für den Einsatz
Faße macht sich für schnelle Ausschreibung
für einen Notfallschlepper stark - Mittel erst im Etat 2006
Kreis Cuxhaven - Die Berliner Panne um die Bundesmittel für
einen neuen Bergungsschlepper in der Nordsee ist nicht mehr zu beheben: Die Gelder
werden erst ab 2006 eingeplant, wie die SPD-Bundestagsabgeordnete Annette Faße
gestern bestätigte.
Damit verzögern sich die Neubaupläne um
ein weiteres Jahr. Bereits seit zwei Jahren beschäftigt sich das Bundesverkehrsministerium
mit einer Ersatz-lösung für die Notschlepper "Oceanic". Der
Chartervertrag für das 35 Jahre alte Bergungsschiff läuft im Oktober
2006 aus. Bis dahin sollte eigentlich der Neubau in Dienst gestellt sein.
Dieser wird nun - wie bereits berichtet - nicht vor 2008 fertig. Bis dahin sei trotz der bedauerlichen Verzögerung "der bestehende,
auch im internationalen Vergleich sehr hohe Standard der maritimen Notfallvorsorge
durch Bereitstellung der bisherigen Notschlepp-kapazitäten uneingeschränkt
gewährleistet", betonte Faße.
Eine Einschätzung, die auch Seesicherheitsexperten
teilen. Denn trotz ihres Alters werde die "Oceanic" dank technischer
Ausstattung und der hohen Qualifikation der Besatzungen derzeit noch den Anforderungen
gerecht, nicht aber mehr mit Blick auf die künftigen Tanker- und Containerriesen.
Chartervertrag ist günstiger Zu Verzögerungen führten bisher vor
allem ein Streit zwischen Behörde und Experten um Tiefgang und Schleppleistungen
sowie die Wirtschaftlichkeitsberechnung des Bundes. Sie kam zum erwarteten Ergebnis:
"Ein neuer Chartervertrag ist billiger als ein neues Behördenschiff."
Mitte Januar hatten Seesicherheitsexperten empört
auf Meldungen über "die Schlamperei des Ministeriums"
reagiert: Denn im Bundeshaushalt 2005 wurden nicht ausreichend Gelder für
die Charter eines neuen privaten Notschleppers bereitgestellt. Verzögert
sich deshalb nun auch die Ausschreibung? "Das muss nicht unbedingt der Fall
sein", so Faße. Die Imsumerin schließt es jedenfalls nicht aus,
dass es "doch noch in diesem Jahr dazu kommt, weil die Ausschreibung eigentlich
ja kein Geld kostet". Sie will sich weiter in Berlin mit Nachdruck dafür
einsetzen. Die für den neuen Schlepper erforderlichen Haushaltsmittel würden
nun ab dem Haushaltsjahr 2006 angemeldet und wie üblich im Rahmen der mittelfristigen
Finanzplanung des Bundes für die Folgejahre dann auch abgesichert, versicherte
Faße, die stellvertretende Vorsitzende im Bundestagsausschuss für Verkehr
ist. Die Höhe des Auftragvolumens erfordere allerdings eine europaweite Ausschreibung.
Den Bedenken, die Notschlepper würden bei einer
europaweiten Ausschreibung nicht ausschließlich unter deutscher
Flagge fahren, erteilte die Abge-ordnete eine Absage. "Da der Schlepper
in der Lage sein muss, Aufgaben wahrzunehmen, die nach nationalem und internationalem
Recht im Bereich hoheitlicher Kernaufgaben angesiedelt sind, muss das Schiff die
deutsche Flagge führen", so Faße. "Dies ist auch mit Europarecht
vereinbar." Von der Besatzung würden neben guten deutschen auch gute
englische Sprachkenntnisse gefordert. "Hier entscheidet allein die berufliche
Qualifikation. Das ist aus Gründen der Sicherheit und des Europarechts anders
nicht machbar", betonte Faße.
Warnung von Experten Schifffahrtsexperten warnen
davor, dass durch Sprachwirrwarr und diffuse Englischkenntnisse bei der Zusammenarbeit
von deutschen Notfallkräften mit einem Schlepper unter Billigflagge eine
eklatante Sicherheitslücke entstehen würde. Nicht ohne Grund würden
Briten, die aus Negativerlebnissen ihre Konsquenzen zogen, sowie Franzosen und
Niederländer nur Landsleute auf ihren Bergungsschiffen einsetzen, unterstreichen
die Experten.
Pressemitteilung
vom 01.02.2005
Hamburg stimmt maritimem
Notfallmanagement zu
Hamburg - Der Hamburger Senat hat am Dienstag einer Vereinbarung von Bund und Küstenländern
über die "Zuweisung eines Notliegeplatzes im Rahmen
der Maritimen Notfallvorsorge" zugestimmt. Damit kann das Havariekommando
in Cuxhaven Havaristen umgehend einen Notliegeplatz
zuweisen, wie Wirtschafts-Staatsrat Gunther Bonz erklärte. Die Häfen
könnten dann Havaristen nicht mehr abweisen. Im Hamburger
Hafen wurde ein entsprechender Notfall-Liegeplatz an den "Finkenwerder
Pfählen" eingerichtet.
Pressemitteilung vom 25.01.2005
Mehr Schiffe unter deutscher
Flagge
Berlin - Die deutsche Flagge wird wieder häufiger gehißt. So habe der Verband
Deutscher Reeder (VDR) gegenüber 2003 insgesamt 75
Schiffe nach Deutschland zurückgeflaggt und 30 verkauft oder ausgeflaggt, teilte das Bundesverkehrsministerium mit. Damit sei
die Zahl der Frachter unter deutscher Flagge im internationalen Verkehr seit 2003
von 300 auf 345 gestiegen. Zudem habe VDR-Präsident Frank Leonhardt für
2005 die Rückflaggung weiterer 110 Schiffe zugesagt.
In einem Schreiben an Minister Manfred Stolpe berichtet Leonhardt auch,
daß mit etwa 540 neuen Ausbildungsverträgen im seemännischen Bereich
2004 im Verhältnis zu 2003 etwa "35 Prozent mehr Ausbildungsverhältnisse
begonnen worden" seien. Er lobte ausdrücklich, daß die staatlichen
Rahmenbedingungen von 2004 an "signifikant verbessert" worden seien.
Mit der Rückflaggung stieg die Zahl der Seeleute aus Deutschland und der
EU auf deutschen Schiffen von 2970 im Jahr 2003 auf 3200 im vergangenen Jahr.
Sie soll, so das Ministerium, in diesem Jahr 3700 erreichen.
Die Reeder gehen mit diesen Zahlen unmittelbar vor der nächsten Nationalen
Maritimen Konferenz in Bremen Anfang kommender Woche auf eine Verpflichtung ein,
die sie im "Maritimen Bündnis" im vergangenen Jahr geschlossen
hatten. Vereinbart war, insgesamt 400 Hochseeschiffe unter deutscher Flagge einzusetzen.
Im Gegenzug übernahm das Bundesverkehrsministerium mit jährlich 41 Millionen
Euro 80 Prozent der Lohnsteuer und der Nebenkosten für die Seeleute. Das
entspricht einer EU-weit ausgeübten und zulässigen Praxis.
Hintergrund des Maritimen Bündnisses ist die Absicht der Bundesregierung,
seemännisches Know-how im Lande zu behalten. Außerdem rechnen sich
nach Angaben des Verkehrsministeriums die Zahlungen, wenn sie über den gesamten
Bundeshaushalt betrachtet werden: Mit der Rückflaggung fließen für
Schiffe und Besatzung Steuern in die Bundeskassen, die sonst andere Staaten erhalten
hätten. Außerdem gelten unter Schwarzrotgold für Seeleute und
Schiffe deutsche Sozial- und Sicherheitsstandards.
Pressemitteilung vom 22.01.2005
Das größte
U-Boot der Welt wird verschrottet
Moskau - Das U-Boot des Projektes 941 "Taifun",
Prototyp des sowjetischen U-Boots aus dem Spielfilm "Jagd auf den Roten
Oktober'" wird in Teile zerschnitten, berichtet die "Iswestija"
am Donnerstag. Danach wird ein weiteres U-Boot dieser Serie liquidiert. Die Verschrottung
wird von den USA bezahlt. Der Prototyp der
"Roten Oktober", das erste strategische atomgetriebene Raketen-U-Boot
des Typs "Taifun", war zum Zeitpunkt der Herausgabe des Buches von Tom
Clancy (1984), nach dem später der Film gedreht wurde, erst in den Dienst
der sowjetischen Seekriegsflotte gestellt worden. Dieses U-Boot wurde als Antwort
auf das amerikanische U-Boot Ohio gebaut.
"Taifun" gehört zu den einmaligen Rüstungssystemen
der Welt (wegen seiner Größe kam das U-Boot ins
Guiness-Buch der Rekorde). Seiner Konstruktion nach besteht die Taifun
aus mehreren Körpern. Unter der Außenhaut, die von einer speziellen
Schicht bedeckt ist, die hydroakustische Signale dämmt, befinden sich fünf
Festkörper (in diesen sind eine Sauna, ein Schwimmbecken, ein Sportsaal und
- was am ungewöhnlichsten ist - eine Raucherkajüte untergebracht, die
es sonst in keinem anderen U-Boot der Welt gibt). Zwischen den beiden Hauptkörpern
befinden sich 20 Startschächte für die größten seegestützten
ballistischen Raketen des Typs RSM-52, eine jede davon kann jeweils zehn einzeln
lenkbare nukleare Gefechtsköpfe tragen.
Taifun war in der Lage, ohne sich bemerkbar zu machen, Raketen aus der
Lage unter einer viele Meter starken Eisdecke im Polargebiet abzuschießen.
Eislöcher waren dafür nicht notwendig. Andere Atom-U-Boote mussten vor
dem Raketenstart das Eis mit ihrem Rumpf durchbrechen und sich dadurch zeigen.
Als Folge konnte man die Taifun aus dem Weltraum nicht entdecken und somit einen
Raketenschlag nicht verhindern.
Anfang der 90er Jahre vereinbarten Russland und die USA eine gegenseitige
Abrüstung. Neben den strategischen Atom-U-Booten der ersten Generationen
wurde beschlossen, auch die Taifune zu verschrotten. "Gegenwärtig gehören
nur drei schwere Atom-U-Boote des Projektes 941 zur Division: Archangelsk',
Sewerstal' und Dmitri Donskoi', die jetzt modernisiert wird",
sagte Admiral Gennadi Sutschkow, der frühere Chef der Nordflotte.
"Das Projekt 941 ist das beste Schiff, was die Wendigkeit und die
Kampfeigenschaften anbelangt", stellte einer der Konstrukteure des U-Bootes
fest. "Heute braucht aber die Flotte andere Schiffe, mit geringerer Wasserverdrängung."
Pressemitteilung (RIA Nowosti)
vom 20.01.2005
Schlepperstreit an der
Küste geht weiter
Cuxhaven
/ Borkum - Auch
sechs Jahre nach der Havarie der "Pallas"
vor der nordfriesischen Küste gibt es in der Frage der zukünftigen Notschlepper-Strategie
erneut Streit zwischen dem Bundesverkehrsministerium und der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN).
Gegenstand sind die für die Notschlepper in Nord- und Ostsee auszuschreibenden
Leistungsbeschreibungen. Zwar begrüßt auch die SDN die europaweite
Ausschreibung für zehnjährige Vertragsabschlüsse; Streitpunkt sind
allerdings die Inhalte der Verträge. In den vergangenen Jahren enthielten
die Leistungsbeschreibungen stets die Formulierung: "Der Schlepper muss die
Bundesflagge führen und im Deutschen Seeschiffsregister eingetragen sein"
und "Die Besatzung und das Boarding-Team müssen über ausreichende
Fähigkeiten und Erfahrungen für Schlepp- und Bergungseinsätze und
in der Bedienung der Feuerlöschein-richtungen verfügen".
Wie die SDN nun aus gewöhnlich gut
unterrichteten Kreisen erfahren haben will, solle nur noch "ausreichende
deutsche und englische Sprachkenntnisse" der Besatzungen ein Kriterium
neben anderen technischen Anforderungen darstellen. Auch müsse solch ein
Schiff nicht mit einem Gas- und Explosions-schutz als Sicherheitsmaßnahme
für die Besatzungen ausgerüstet werden. Aufgrund der Havarie der "Oostzee"
1989 vor Brunsbüttel sind zwar alle bundeseigenen für Notschleppaufgaben
vorgesehenen Mehrzweckschiffe mit Gas- und Explosionsschutz zum Eigenschutz der
Besatzung ausgerüstet. Dieses Kriterium sei in den Leistungsbeschreibungen
jedoch nicht vorgesehen - obwohl von Experten als Option empfohlen -
und ein Schlepper gebaut werden solle, der für die nächsten 20 Jahre
die Entwicklungen in der internationalen Seefahrt abdecken müsse, so die
SDN. "Mit derartigen Kriterien werde leichtfertig das Sicherheitsinteresse
der Küstenbevölkerung ignoriert und Tür und Tor für Billiglösungen
geöffnet, weil damit auch Seeleute aus Nicht-EU-Ländern zu höchstens
einem Viertel der üblichen Heuer angestellt werden können", befürchtet
SDN-Sprecher Hans von Wecheln.
Nach Meinung des Verbandes handele es sich
bei Notschleppaufgaben nicht um eine allgemeine Dienstleistung in der Seefahrt,
sondern hier müsste erfahrenes, kompetentes und hoch motiviertes Personal beschäftigt werden.
Bei diesen Aufgaben geht es um "die Hilfeleistung eines vom Bund vorgehaltenen
Schleppschiffes für einen manövrierunfähig in der See treibenden
Havaristen und damit zur Abwehr von Gefahren für die Sicherheit und Leichtigkeit
des Verkehrs sowie zur Verhütung von schädlichen Umwelteinwirkungen",
definiert die SDN. Deshalb seien beste Revierkenntnisse und Deutschsprachigkeit
Voraussetzung für eine schnelle und sichere Arbeit in Notfällen auf
See. Auch müssen die Besatzungen die notwendige Kommunikation mit dem Havariekommando,
Boarding-Team und weiteren an der Havarie beteiligten Einheiten bei schwerem Wetter
und in Notsituationen erfolgreich durchführen können.
Da nach Meinung der SDN ohne Not auf diese Erfahrungswerte verzichtet werden soll, hat sich
der Verband bereits an den Petitionsausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtages
sowie des Deutschen Bundestages gewandt und um Einflussnahme gebeten. Während
andere EU-Nationen aus gutem Grund mit nationalen Besatzungen ihre Küsten
sichern würden, bestehe in Deutschland der Verdacht, dass die Politik zwar
"maritime Bündnisse" fordern und abschließen, Verwaltungen
jedoch statt "Wein" nur "Wasser" einkaufen würden."
Pressemitteilung vom 11.01.2005
Piratensender behinderte
Schifffahrt
Kalkar - Mit einer Sendeanlage vom Flohmarkt hat sich ein offenbar unzufriedener Rundfunkteilnehmer
in Kalkar großen Ärger eingehandelt. Der 36-jährige Hobby-Moderator
hatte mit seinem illegalen Radioprogramm den Funkverkehr der Rheinschifffahrt gestört, weil er auf deren Frequenzen sendete. Mitarbeiter der Regulierungsbehörde
für Telekommunikation hatten den Sender angepeilt und geortet. Die Polizei
stürmte am Sonntag (09.01.05) das private "Sendestudio" in Kalkar
und beendete das aktuelle Musikprogramm des "Piratensenders". Die technische
Anlage nahmen die Beamten gleich mit. Gegen den Radiomacher wurde ein Strafverfahren
eingeleitet, so die Polizei.
Pressemitteilung vom 10.01.2005
Informationswoche "Seefahrt"
- europaweit 30 000 Stellen an Bord
Flensburg - Eine Werbewoche zu Berufen an Bord von Schiffen und in Reedereien bietet die
Arbeitsagentur in Flensburg an. Gemeinsam mit dem Verband Deutscher Reeder, der
Deutschen Marine und dem Flensburger Schifffahrtsmuseum gibt es vom 17.
bis zum 21. Januar vielfältige Informationen über "Seefahrt
und mehr". Rund 30 000 Stellen als Schiffsoffizier müssen in
den nächsten Jahren europaweit besetzt werden, davon allein etwa 500 in Hamburg,
teilte die regionale Arbeitsagentur mit.
Pressemitteilung vom 09.01.2005
41.000 Schiffe fuhren
2004 auf dem Nord-Ostsee-Kanal
Kiel - Auf dem Nord-Ostsee-Kanal ist das Verkehrsaufkommen in diesem Jahr weiter gestiegen.
Nach einer vorläufigen Bilanz haben 2004 rund 41.000 Schiffe die Wasserstraße
zwischen Nord- und Ostsee befahren. Dies ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr
um 3,8 Prozent, teilte ein Sprecher der Wasser- und
Schifffahrtsdirektion Nord (WSD) in Kiel mit. Parallel zur Zahl der Schiffe nahm
auch das Ladungs-Aufkommen zu. 80 Millionen Tonnen Fracht (72 Millionen im Jahr
2003) wurden durch den Kanal geschleust.
In Spitzenzeiten in den 60er Jahren befuhren rund 60.000 Schiffe die am stärksten
befahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Bis Ende der 90er Jahre
verlor der Kanal an Attraktivität. Mit den politischen Veränderungen
im Baltikum und in Russland setzte dann allmählich die Trendwende ein. Auch
die Schiffe und damit ihrer Ladekapazität wuchsen seitdem deutlich. Dies
zeigt laut WSD die Entwicklung der Bruttoraumzahl (BRZ). Die Maßeinheit
für die Lade- und Frachträume stieg seit 2003 um etwa zehn Prozent auf
120 Millionen BRZ.
Pressemitteilung vom 25.12.2004
Umweltminister wollen
Schiffssicherheit verstärken
Kiel - Die norddeutschen Umweltminister und -senatoren wollen das Havariekommando personell
verstärken und die Schadstoffbekämpfung an der Küste verbessern.
Dafür sprachen sich die Vertreter der Länder Schleswig-Holstein, Hamburg,
Niedersachsen, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern sowie des Bundes auf der Umweltministerkonferenz
Norddeutschland in Kiel aus. Im Mittelpunkt standen Fragen des Meeresschutzes
und der Schiffssicherheit. Außerdem diskutierten die Konferenzteilnehmer
darüber, wie sich Meeresverschmutzungen durch die Schifffahrt besser bekämpfen
lassen.
Zuweisung von Notfallliegeplätzen
Das Havariekommando mit Sitz in Cuxhaven ist eine gemeinsame Einrichtung des Bundes
und der Küstenländer. Es soll künftig personelle Verstärkung
erhalten, kündigte Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander an.
Geplant ist auch, dass jedes havarierte Schiff einen Notfallliegeplatz ansteuern
kann. Dazu gehöre auch eine klare Entscheidungsgewalt, in welchen Hafen ein
verunglücktes Schiff im Notfall zu schleppen sei. Eine endgültige Entscheidung
stehe noch aus. Bei Chemieunfällen auf See soll das Havariekommando zudem
besser reagieren können. Es müsse eine optimale Schadstoffbekämpfung
geben, so der FDP-Politiker.
Konzepte für gefährliches Baggergut
Die Konferenzteilnehmer vereinbarten auch, Konzepte zum Umgang mit gefährlichen
Baggergut aus Wasserstraßen zu erarbeiten, teilte der schleswig-holsteinische
Umweltminister Klaus Müller mit. Die Entsorgung des belasteten Materials
soll künftig nicht mehr in den Flüssen erfolgen. Pro Jahr fallen mehr
als 40 Millionen Kubikmeter Baggergut an, die zumeist wieder in die Flüsse
eingebracht werden. Vor allem zinn-organische Verbindungen gelten als gefährlich.
Konkreter Anlass der Überlegungen sei die geplante Vertiefung der Elbe, sagte
der Grünen-Politiker.
Hafengebühren enthalten weiterhin Kosten für Entsorgung
Die Kosten für die Entsorgung von Schiffsabfällen sollen auch künftig
über die Hafengebühren bezahlt werden. Das Konzept habe sich bewährt,
so Müller. Es soll die Schiffsbetreiber motivieren, ihre Abfälle ordnungsgemäß
zu entsorgen. Der Beitrag wird auch fällig, wenn die Entsorgung nicht genutzt
wird.
Pressemitteilung vom 24.11.2004
Wasserschutzpolizei überführt
Ölsünder in der Deutschen Bucht
Husum - Die Wasserschutzpolizei hat in der Deutschen
Bucht einen Ölsünder überführt. Wie das Revier in Husum (Kreis
Nordfriesland) am Mittwoch mitteilte, wurde am 1. November westlich von Helgoland
auf der Nordsee Gasöl auf fünf Quadratkilometern Ausdehnung entdeckt.
Bei Ermittlungen stieß die Wasserschutzpolizei auf das unter der Flagge
von Antigua/Barbuda fahrende Schiff. Ein Vergleich
der vor Ort und aus dem Schiff entnommenen Proben hätten jetzt eine «eindeutige
Übereinstimmung» ergeben.
Pressemitteilung vom 10.11.2004
Deilmann-Reederei steigt
aus dem Markt für Segelkreuzfarten aus
Neustadt/Holstein - Die Peter Deilmann Reederei
bietet keine Segelkreuzfahrten mehr an. Der Großsegler "Lili
Marleen" wird nach Malaysia verkauft, teilte die Reederei in Neustadt/Holstein
mit.
Das 74 Meter lange Schiff für bis zu 50 Passagiere
war seit 1994 für Deilmann im Einsatz, zuletzt auf der Ostsee. Der neue Eigner
der "Lili Marleen" werde in Südostasien wohl ebenfalls Kreuzfahrten
anbieten, so die Reederei. Diese werden aber auf dem deutschen Markt nicht zu
buchen sein. Mit dem Neubau Lili Marleen erweiterte die Reederei im Herbst 1994
die Angebotspalette um einen Passagier-Großsegler in der Tradition der alten
Windjammer. Seit dem Sommer 2003 unternahm das Schiff siebentägige Segelkreuzfahrten
in der Ostsee. Deilmann werde sich künftig auf Hochsee- und Flusstouren konzentrieren,
hieß es. Zur Flotte gehören derzeit zehn Flussschiffe und die aus der
ZDF-Fernsehserie "Traumschiff" bekannte "MS Deutschland".
Das bislang zweite Hochseeschiff, die "Berlin", wird von der Deilmann-Reederei
dagegen im Dezember ebenfalls abgegeben.
Mit rund 50.000 Kreuzfahrtpassagieren im vergangenen Jahr gehört die
Deilmann-Reederei in Deutschland zu den Marktführern im Bereich Kreuzfahrten.
Der Umsatz der Reedereiflotte, die ausschließlich unter deutscher Flagge
fährt, liegt derzeit bei über 100 Millionen Euro pro Jahr. Nach dem
Tod Peter Deilmanns am 2. November 2003 sind dessen Töchter Gisa und Hedda
Deilmann zu gleichen Teilen Gesellschafter der Reederei.
Pressemitteilung vom 10.11.2004
Alte Tanker noch in Fahrt
Hamburg - Reeder von Einhüllentankern schieben
deren eigentlich geplantes Verschrotten zur Zeit hinaus. Denn bei den derzeit
hohen Raten im Charter- und Frachtenmarkt bieten sich für diese Schiffe noch
immer Verdienstmöglichkeiten. Das geht aus einen
Trendbericht von Intertanko, dem Interessen-verband der Tankerreeder, hervor.
Danach wurden erst sechs von insgesamt 171 Schiffen, die in diesem Jahr aus dem Verkehr gezogen werden sollten, an Abwracker
verkauft. Einhüllentanker dürfen mit bestimmten Ladungen keine Häfen
der Europäischen Gemeinschaft mehr anlaufen.
Pressemitteilung vom 04.11.2004
Betrunkener Kapitän
an der Brunsbütteler Schleuse erwischt
Brunsbüttel - Ein betrunkener Kapitän ist
am Sonntag bei einer Routinekontrolle in der Brunsbütteler Schleuse (Kreis
Dithmarschen) erwischt worden. Nach Angaben der Polizei wollte der Russe trotz
eines Alkoholwerts von 1,31 Promille seinen 80 Meter langen Frachter durch den
Nord-Ostsee-Kanal steuern. Er musste eine Sicherheitsleistung zahlen und für
die Weiterfahrt das Ruder an seinen 1. Offizier übergeben. Das unter der
Flagge von Antigua & Barbuda fahrende Schiff hatte Holzhackschnitzel geladen.
Pressemitteilung vom 31.10.2004
Die "Scharhörn"
erhielt in Bremerhaven zwei neue Motoren
Wacht wieder auf der Ostsee
Kiel - Anfang September
hatte Kapitän Volker Rieper die 56 Meter lange und 1305 BRZ große "Scharhörn"
von Kiel nach Bremerhaven gefahren, wo sie bei der Bredo-Werft eingedockt wurde.
- Mit Schneidbrennern wurden große Löcher in den Rumpf geschnitten,
durch die die beiden alten Dieselmotoren der Mannheimer Motorenwerke aus dem Maschinenraum
gehoben wurden. Auf dem umgekehrten Weg kamen die beiden neuen MTU-Motoren in
den Rumpf. Die Zwölf-Zylinder-Kolosse mit je 1320 Kilowatt, zwei Turboladern
und zwei Getrieben sind jetzt der ganze Stolz von "Scharhörn"-Chefingenieur
Günter Nehring. Die neuen Motoren sind nicht nur stärker als die alten,
sie sind auch wartungsfreundlicher, so Nehring.
Die alten Diesel hatten fast 100.000 Betriebsstunden auf der Uhr und waren seit
der Indienststellung vor 30 Jahren an Bord.
Mit den neuen Motoren
kam auch eine neue Technik für die Steuerung an Bord. Zukünftig werden
alle Daten und Betriebszustände der MTU-Diesel auf Monitoren auf der Brücke
und Maschinenkontrollraum angezeigt. Die alten Fahrhebel musste Kapitän Rieper
auch abgeben. Die neuen Motoren benötigen elektronische Schiebehebel, die
auch mit der Fingerspitze bedient werden können.
Neu an Bord ist auch ein neuartiges Ionen-Mobilitäts-Spektrometer zur Erkennung von Gefahrstoffen. Bei dem Umbau wurde
zusätzlich auch ein Tank zum Stauraum für Schutzanzüge umgerüstet,
die die 14-köpfige Crew bei Chemikalien- oder Brandeinsätzen benötigt.
Die zum Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck gehörende "Scharhörn"
hat ihren Kieler Liegeplatz zur ersten Kontrollfahrt Richtung Fehmarn und Kadetrinne
verlassen.
Bereits am 21. Okt.
verabschiedete sich das als Ersatz für "Scharhörn" in die
Ostsee verlegte Schadstoff-Unfallbekämpfungsschiff "Neuwerk",
das zu seiner Seeposition bei Helgoland zurückkehrt ist.
Pressemitteilung vom
22.09.2004
Havariekommando probt
den Ernstfall auf See
Verletzte und Feuer auf der "Helgoland"- Einzigartige
Übung des Havariekommandos
Bremerhaven - Rettung von Menschen
auf "havariertem" Schiff geprobt Feuerwehren und Notarztteams aus Cuxhaven,
Bremen, Wilhelmshaven, Emden, Hamburg, Lübeck und Stralsund haben gestern
in der Außenweser erstmals die Rettung von Menschen auf einem brennenden
Passagierschiff geprobt.
Mit dieser Großübung auf dem Seebäderschiff "Helgoland"
wollte das Havariekommando in Cuxhaven seine Fähigkeit zur Bewältigung
von Schiffsunfällen beweisen - mit Erfolg. "Unser Konzept dafür
ist einmalig auf der Welt", freute sich Hans-Werner Monsees, Leiter des gemeinsamen
Krisenstabes von Bund und Küstenländern. Die Übung, an der drei
Hubschrauber, sechs Behördenschiffe und drei Rettungskreuzer beteiligt waren,
zeigte aber auch: Auf See hat jede Hilfe Grenzen und an Details muss weiter gefeilt
werden.
Erstmals probte das
Cuxhavener Havariekommando (HK) auf der Außenweser den Ernstfall mit einem
Passagierschiff. Der 2002 eingerichtete gemeinsame Notfall-Krisenstab von Bund
und Küstenländern ist eine Konsequenz aus der "Pallas"-Katastrophe.
Der Holzfrachter trieb 1998 tagelang brennend in der Nordsee. Der Grund: Kompetenzgerangel
zwischen Bundes- und Landesbehörden sowie falsche Ausrüstung. Inzwischen
gibt es eine Kette von speziell ausgebildeten und ausgerüsteten Brandbekämpfungs-
und Notarztteams an Nord- und Ostsee, darunter in Cuxhaven und Bremen. Im Zuge
diverser Brand- und Bergungsübungen habe die Bereitschaft der Reeder zugenommen,
für realistische Übungsszenarien Schiffe zur Verfügung zu stellen,
freut sich HK-Leiter Hans-Werner Monsees. "Sie haben erkannt, dass die Zusammenarbeit
für beide Seiten nutzbringend ist." Und für die Einsatzkräfte
"ist es wichtig, den Ernstfall geübt zu haben, statt dass der Ernstfall
gleich der erste Einsatz ist", sagt sein Übungsleiter Sören Heidenreich.
Deshalb nun die erste Großübung mit der Bergung von Verletzten. "Unser
Konzept für die Verletztenversorgung ist einmalig auf der Welt", betont
Monsees. Den Startschuss für die Bewährungsprobe gibt Kapitän Rainer
Giese vor laufenden Kameras mit seinem Notruf "Mayday! Mayday! Kollision
- Feuer an Bord - viele Verletzte." Aus Zeitgründen liegen
sechs Hilfsschiffe von Behörden und drei Seenotkreuzer bereits in Sichtweite
des Havaristen. "Im Ernstfall kann es Stunden dauern", räumt Heidenreich
ein. Die Zeitabläufe sind eben "deutlich länger als an Land".
Eine Besonderheit auf See, genau so gewöhnungsbedürftig für die
Einsatzkräfte wie das Abwinschen von den drei eingesetzten Hubschraubern,
der schwankende Unfallort, die Verhältnisse und Kommunikationsbedingungen
an Bord. Seegang zeigt Grenzen auf Und der Seegang bei Windstärke fünf
bis sechs reicht aus, um weitere Grenzen auf See aufzuzeigen, wenn Verletzte auf
ein längsseits liegendes Schiff oder gar per Beiboot auf ein anderes transportiert
werden sollen. Noch schlimmer wären für Monsees Orkan-Verhältnisse
wie bei der "Pallas": "Dann müssen wir unter Umständen
sogar tatenlos zusehen." Derweil schreien unter Deck 150 Marinesoldaten,
perfekt als Opfer geschminkt, nach Leibeskräften, winden sich vor Schmerzen.
Das erste eingeflogene Notarztteam sondiert zunächst nur die Lage, registriert
Zahl und Art der Verletzungen. Die sechs Männer sind überfordert. Heidenreich:
"Ist so gewollt - Übungseffekt." Farbige Karten verraten den
nachrückenden Kollegen, welcher der letztlich 80 "Patienten" vorrangig
versorgt und im Extremfall sofort an Land geflogen werden muss. Derweil bringen
die von Hubschraubern und Behördenschiffen auf der "Helgoland"
abgesetzten Feuerwehrleute weitere Verletzte aus dem Brandbereich. "Das krasse
Missverhältnis zwischen der Zahl der Verletzten und der Zahl der Helfer"
ist für Rettungssanitäter Marko Hartbrecht aus Bremen eine weitere "besondere
Situation". Das größte Problem neben der Zeitfrage dabei ist für
Notärztin Diana Gebert aus Stralsund, dass "man bei der Sichtung der
Verletzten seinen Helferinstinkt erst einmal konsequent ausschalten muss".
Trotz der Schreie nicht leicht, für die geordnete Versorgung aber unerlässlich.
Wichtigste Erkenntnis für Monsees und Heidenreich nach der Übung, an
der insgesamt 300 Helfer beteiligt waren: "Unser Konzept funktioniert."
Bis auf kleine Kommunikationsprobleme und Nachbesserungen im Detail. Klar ist:
"Wir müssen durch weitere Übungen noch routinierter werden."
Dazu gehört auch das Zusammenspiel mit Rettungswagen und Kliniken, wenn viele
Verletzte per Schiff an Land gebracht werden: "Das müssen wir unbedingt
noch üben", so Heidenreich. Bergung mit Atemschutzgerät im verräucherten
Achterschiff. Ein Rettungsteam der Bremer Feuerwehr traf als erstes auf der "Helgoland"
ein und bereitete den Einsatz der anderen Notarztteams vor. "Sanitäter,
wo bleibt Ihr denn?" Inmitten der um Hilfe schreienden "Verletzten"
bewahrten Notärzte und Rettungsassistenten die Ruhe. In speziellen Notfallkoffern
haben sie alles für die Erstversorgung dabei.
Pressemitteilung NZ Gerd
Wöhlecke vom 13.10.2004
Hamburg fordert Null-Promille-Grenze
für Kapitäne
Hamburg - Wie bereits angekündigt
hat Hamburg im Bundesrat die Einführung einer Null-Promille-Grenze für
Schiffskapitäne gefordert. Die Initiative zielt auf ein Alkoholverbot in
deutschen Gewässern ab, soll aber auch eine internationale Regelung anregen.
Derzeit gilt für Binnenschiffer eine 0,5-, für Seekapitäne eine
0,8-Promillegrenze.
Umweltsenator Michael Freytag (CDU) wies erneut auf die "erheblichen"
Risiken hin: "Alkoholbedingte Fehler am Steuer von Schiffen gefährden
Menschenleben, können zu Umweltkatastrophen führen und darüber
hinaus zu gravierenden wirtschaftlichen Schäden." Wichtig sei auch,
künftig rascher Fahrverbote aussprechen zu können. Unterstützt
wird die an den Verkehrsausschuss verwiesene Vorlage von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister
Bernd Rohwer (SPD).
Hintergrund der Forderung ist die Havarie der mit
Schwefelsäure beladenen "Ena 2" vor
rund drei Monaten, in deren Folge elf Menschen verletzt wurden und es zu einem
Fischsterben im Hamburger Hafen gekommen war. Der Kapitän der "Ena 2"
hatte zum Unfallzeitpunkt einen Blutalkoholwert von 2,1 Promille. Auch am vergangenen
Donnerstag war nahe Lüneburg der Kapitän eines Ausflugsschiffes mit
1,12 Promille aus dem Verkehr gezogen worden.
Pressemitteilung vom 25.09.2004
Gewässerverunreiniger
ermittelt
Kiel - Nach der
erheblichen Gewässerverunreinigung vom 14.09.2004 in Lübeck-Travemünde
konnte jetzt der Verursacher festgestellt werden. Nach intensiven Ermittlungen
und Probenanalysen konnte ein regelmäßig Travemünde anlaufendes
Schiff als Verursacher ermittelt werden. Bei der Gewässerverunreinigung waren
15 Wasservöge verölt, mehr als einhundert Sportboote verschmutzt und
die Böschung auf etwa 500 Meter Länge verunreinigt worden. Während
der Ermittlungen wurden auf insgesamt 16 Schiffen Proben aus Tanks und Bilgen
entnommen und zusammen mit der Proben der Verunreinigung beim Labor des Bundesamtes
für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) in Hamburg analysiert worden. Die
Untersuchung ergab zweifelsfrei, das die Verschmutzung nur von einem bestimmten
Schiff ( Fähre ) ausgegangen sein konnte. Gegen die Schiffsführung wurde
jetzt ein Strafverfahren eingeleitet und eine Sicherheitsleistung in Höhe
von 10000 Euro festgesetzt.
Pressemitteilung WSPD-SH
vom 24.09.2004
Erste Leuchttonne mit
Solarenergie in Kieler Förde ausgelegt
Kiel - Die erste
mit Solarenergie betriebene Leuchttonne auf der Ostsee
ist am Mittwoch mit dem Mehrzweckschiff «Neuwerk»
in der Kieler Förde ausgelegt worden. Die 6,5 Tonnen schwere und 8,8 Meter
lange Leuchte soll nach Auskunft des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lübeck
eine längere Lebensdauer haben als ihre Vorgänger: Statt bislang zwei
Jahre kann sie künftig bis zu zehn Jahren im Wasser bleiben. Bis 2007 sollen
in Nord- und Ostsee rund 850 Tonnen von Propangas auf Solarenergie umgerüstet
werden.
Pressemitteilung vom 22.09.2004
Schadstoff- und Unfallbekämpfungsschiff
"Arkona" in Wolgast getauft
Wolgast - Auf der Peene-Werft
Wolgast bekam die Bau-Nummer 510 gestern um 12.30 Uhr ihren Namen. Susanne Grote-Nagel,
Ehefrau des Staatssekretärs Ralf Nagel aus dem Bundesverkehrsministerium,
taufte das Schadstoff- und Unfallbekämpfungsschiff (Projektname SUBS OSTSEE)
auf den Namen "Arkona" und wünschte
dem Spezialschiff des Bundes erfolgreiche Einsätze.
Nach einer europaweiten
Ausschreibung hatte die Wolgaster Peene-Werft am 3. Dezember 2002 den Zuschlag
für das 38-Millionen-Projekt erhalten. Nur ein Jahr lag zwischen Kiellegung
und Indienststellung, worin sich auch die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen
Werft und Bundesbehörden dokumentiert, wie ein Sprecher betonte. Es ist bereits
das fünfte Fahrzeug für öffentliche Auftraggeber, auch "Walther
Herwig II" , "Deneb" und "Seeadler"
wurden hier gebaut.
Die Arkona ist 69,20
m lang, 15 m breit, 2100 BRZ groß und geht 4,50 m tief. Zwei hochmoderne
dieselelektrische POD-Anlagen bilden den Hauptantrieb mit 3700 kW. Vier MTU-Hauptmaschinen
leisten je 1140 kW. Die Geschwindigkeit beträgt 13,1 Knoten, der Pfahlzug
400 kN. Ein 1000-kW-Pumpjet sorgt für optimale Bugmanöver. 16 Mann (untergebracht
werden können insgesamt 32 Personen) bedienen das Schiff der Küstenwache.
Als Betreiber fungiert das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Stralsund. SUBS Arkona
wird im Rahmen der maritimen Notfallvorsorge in Dienst gestellt und schließt
damit die letzte Lücke im Gesamtkonzept. Das Einsatzgebiet liegt zwischen
Rostock und der polnischen Grenze. Liegehafen wird Sassnitz auf Rügen sein.
Als
hochspezialisiertes Mehrzweckschiff - an der Küste "eierlegende
Wollmilchsau" genannt - muss es außerdem Eis brechen, Seezeichen
bearbeiten, schiffffahrtspolizeiliche Aufgaben wahrnehmen und lebensrettende Maßnahmen
durchführen. So löst Arkona auch den Eisbrecher Stephan Jantzen und
den Tonnenleger Buk ab. Beide werden außer Dienst gestellt und über
die VEBEG zum Kauf angeboten.
Pressemitteilung vom 22.09.2004
Deutsches Forschungsschiff
erstmals im Ochotskischen Meer
Kiel - Erstmals hat
ein deutsches Forschungsschiff eine Expedition ins Ochotskische Meer zwischen
Russland und Japan unternommen. Zur Besatzung der "Sonne"
gehörten unter anderem auch zehn deutsche Wissenschaftler des Kieler Leibniz-Instituts
für Meereswissenschaften, teilte das Institut am Donnerstag mit. Mithilfe
von videogesteuerten Geräten sei die Entnahme von Sedimentproben gelungen,
die ab Oktober in Kiel ausgewertet werden. Anfang September war das Kieler Team
von der Expedition zurückgekehrt.
Pressemitteilung vom 09.09.2004
Die "Neuwerk"
wurde vorübergehend in die Ostsee versetzt
Kiel - Entlang der
Ostseeküste patrouilliert seit einigen Tagen das modernste deutsche Mehrzweckschiff.
Die eigentlich in der Nordsee beim Wasser- und Schifffahrtsamt Cuxhaven stationierte
"Neuwerk" wurde vorübergehend in die
Ostsee versetzt. Das 78 Meter lange und 18 Meter breite Schiff vertritt hier die
"Scharhörn", die voraussichtlich bis
Mitte Oktober bei der Bredo-Werft in Bremerhaven überholt wird.
Die "Neuwerk" überwacht im 24-Stunden-Betrieb die Sicherheit auf
den wichtigsten Schifffahrtsrouten zwischen Flensburg und Rügen. Schwerpunkte
der Arbeit sind dabei die Kadetrinne sowie der Fehmarn-Belt. Die "Neuwerk"
ist als Schadstoff-Unfall-Bekämpfungs-Schiff für die Bekämpfung
fast aller Arten von Havarien ausgelegt. Darüber hinaus ist das Schiff der
größte deutsche Eisbrecher.
Pressemitteilung vom 07.09.2004
Die deutsche Spezialflotte
für Havarieeinsätze
Cuxhaven - Im Havariefall vor der deutschen Nord- oder Ostseeküste steht gegenwärtig
eine Flotte von etwa 30 Spezialschiffen zur Verfügung. In die Erneuerung
und Ausrüstung der Schiffe sowie für Überwachungsflugzeuge investierten
der Bund und die fünf Küstenländer in den vergangenen 25 Jahren
etwa 200 Millionen Euro.
Für den ersten
Zugriff stehen dem Havariekommando in Cuxhaven im Ernstfall acht Notschlepper
zur Verfügung. Zusätzlich kann mit der «Waker» kurzfristig
und unbürokratisch ein neunter Notschlepper aus den Niederlanden angefordert
werden. Hinzu kommen zwei so genannte Boarding-Teams mit Spezialisten, die im
Notfall mit Helikoptern zum Einsatzort geflogen werden.
Flaggschiff im Nordseeraum
ist die 1998 in Stralsund gebaute «Neuwerk».
Das 78 Meter lange Schiff hält sich südwestlich von Süderoogsand
in Bereitschaft. Südwestlich von Helgoland patrouilliert gewöhnlich
das 71 Meter lange Spezialschiff «Mellum», und nördlich von Norderney
ist der gecharterte Hochseeschlepper «Oceanic» einsatzklar.
In der Ostsee wird
im Oktober ein in Wolgast gebautes modernes Schadstoffunfallbekämpfungsschiff
stationiert, das wie die «Neuwerk» zur Ölaufnahme, aber auch
als Schlepper, Tonnenleger, Eisbrecher sowie zur Brandbekämpfung eingesetzt
werden kann. In der Kieler Förde steht der Schlepper «Bülk»
zur Verfügung. Darüber hinaus sind in Warnemünde und Sassnitz die
gecharterten Hochseeschlepper «Fairplay 26» und «Fairplay 25»
stationiert. Das 1994 gebaute Mehrzweckschiff «Scharhörn», das
nördlich der Hohwachter Bucht eingesetzt wird, soll demnächst modernisiert
werden.
Über weitere Spezialschiffe
und Havariestützpunkte mit modernen Ölabwehrgeräten verfügen
die Küstenländer und die Marine. Allein in den Lagern von Mecklenburg-Vorpommern
befinden sich drei amphibische Kettenfahrzeuge, mehr als 1000 Meter Ölsperren
sowie Pumpen und Einsatzcontainer mit Spezialwerkzeugen. (Quellen: Havariekommando
und Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern)
Pressemitteilung vom 18.08.2004
Ab 2005 automatische Schiffsüberwachung
vor deutscher Ostseeküste
Experten fordern maritime Meeresschutzprogramme
Stralsund - Der Schiffsverkehr vor der deutschen Ostseeküste wird vom Frühjahr
2005 an flächendeckend durch das neues automatische Schiffs-identifizierungssystem
(AIS) überwacht. In den Ausbau des weltweit modernsten AIS-Funknetzes und
die Schulung von Nautikern investiere der Bund mehrere Millionen Euro, sagte der
Chef des zuständigen Stralsunder Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA), Holger
Brydda, am Freitag auf einem maritimen Umweltforum in Stralsund. Nach der Errichtung
von drei AIS-Funkwachtürmen in Warnemünde, bei Darßer Ort und
in Stralsund werde in den nächsten Monaten ein vierter Kontrollpunkt in Karlshagen
auf Usedom an das Netz geschaltet, sagte Brydda.
Über AIS erhalten die angeschlossenen Partner automatisch Daten über
Schiffe im Revier, darunter Schiffsname, Funkzeichen, Typ und Abmessungen. Darüber
hinaus lassen sich alle Manöver des jeweiligen Schiffs in den vergangenen
Stunden gerichtssicher aufzeichnen. Laut Brydda hat das System im vergangenen
Jahr bereits möglicherweise eine Katastrophe in Warnemünde verhindert,
als ein russischer Massengutfrachter im Seegebiet vor dem Ostseebad vom Kurs abgekommen
sei. Die Besatzung des zunächst unbekannten Schiffs habe auf sämtliche
Anrufe über die üblichen Funkkanäle nicht geantwortet. Erst über
AIS-Kontakt habe man mit dem russischen Kapitän sprechen können, der
sich auf dem Weg nach Travemünde gewähnt habe und auf Kollisionskurs
gewesen sei.
Nach Angaben von Experten transportieren russische Tanker jährlich
zwölf Millionen Tonnen Erdöl durch die Ostsee. Die Menge werde sich
in den nächsten Jahren auf 50 Millionen Tonnen erhöhen, sagte der dänische
Marineattaché Frank Trojan. Die dänische Marine, die in dänischen
Gewässern für die Durchsetzung des Umweltschutzes zuständig ist,
werde daher ihre derzeit 30 Ölabwehrschiffe zählende Spezialflotte verstärken.
So sollen bis 2011 mehrere kleinere und schnelle Einheiten mit Ölaufnahmegeräten
in Dienst gestellt werden.
Auch die deutsche Seite rüstet im maritimen Umweltschutz auf. So wird
auf der Peenewerft Wolgast gegenwärtig ein modernes Ölbekämpfungsschiff
gebaut. Der rund 40 Millionen Euro teure Neubau kann auch als Notschlepper sowie
in der Brandbekämpfung eingesetzt werden.
In einer so genannten «Stralsunder Erklärung» sprachen
sich die rund 100 Forumteilnehmer aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft dafür
aus, internationale Meeresschutzprogramme aufzulegen und Planungsräume auszuweisen.
Zwar zeigten Schutzprojekte zur Entlastung der Ostsee mittlerweile erste Wirkungen,
sagte Jan Harff vom Warnemünder Institut für Ostseeforschung. Doch könnten
beispielsweise die Verklappung von Baggergut, der Bau von Offshore-Windparks und
die Verlegung großer Ölpipelines gravierende Auswirkungen auf das hochsensible
Ökosystem der Ostsee haben.
Experten warnten in diesem Zusammenhang vor zunehmender Umweltverschmutzung,
die sich seit einigen Jahren im Massenauftreten von Algen zeige. Wissenschaftler
des Meeresmuseums warnten vor der Vernichtung des nur noch etwa 60 Tiere zählenden
Schweinswalbestands östlich der Darßer Schwelle. Auch die in der Mecklenburger
Bucht lebenden etwa 620 Schweinswale seien gefährdet.
Pressemitteilung vom 13.08.2004
In Mecklenburg-Vorpommern
sind 320 Wasserschutzpolizisten im Einsatz
Rostock - In Mecklenburg-Vorpommern als dem wasserreichsten Bundesland sind gegenwärtig
320 Beamte der Wasserschutzpolizei im Einsatz. Sie versehen ihren Dienst in den
fünf Küsteninspektionen Wismar, Rostock, Stralsund, Sassnitz und Wolgast
sowie im Binnenland in Waren/Müritz und Schwerin. Überwacht werden 340
Kilometer Ostsee-Außenküste, 60 Inseln, 1130 Kilometer Boddenküste,
2000 Seen und 26 000 Kilometer Küstengewässer.
Zuständig ist die Wasserschutzpolizei unter anderem für die Kontrolle
der Einhaltung der Verkehrsregeln auf dem Wasser einschließlich Geschwindigkeits-beschränkungen,
die Überwachung der Großschifffahrt und die Gewährleistung des
Umweltschutzes. Seit 1. Juli gilt für Häfen und Schiffe der so genannte
ISPS-Code. Er sieht verschärfte Sicherheitsmassnahmen zum Schutz vor Terroranschlägen
vor.
Pressemitteilung vom
05.08.2004
Bund verlängert Chartervertrag
für Ostsee-Notfallschlepper
Rostock - Der Bund hat den Chartervertrag für den in Sassnitz stationierten Notfallschlepper
verlängert. Die "Fairplay-25"bleibe
damit bis zum Jahresende für Ostseeeinsätze in Bereitschaft, sagte ein
Sprecher der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Küstenschutz, die den Schlepper betreibt.
Dienstherr des Schiffes ist weiterhin die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Kiel. Der
See- und Bergungsschlepper wurde vor knapp vier Jahren in Dienst gestellt. Auch
die baugleiche Schwester "Fairplay-26",
die in Warnemünde ihren Liegeplatz hat, wird von der Arbeitsgemeinschaft
der deutschen Schleppreedereien betrieben. Dieser Verlag laufe im Herbst 2005
aus, wobei auch hier der Bund eine Verlängerungsoption habe, sagte der ARGE-Sprecher.
Neben den beiden Ostsee-Schleppern gehört auch die "Oceanic"
in der Nordsee zum Notfallkonzept des Bundes. Hinzu kommen zwei so genannte Boarding-eams
mit Spezialisten, die in Notfällen per Helikopter auf die Havaristen ausgeflogen
werden und die Bergungs- und Rettungsarbeiten unterstützen. (www.kuestenschutz.com)
Pressemitteilung vom 05.08.2004
Greenpeace stellt neues
Aktionsschiff «Beluga II» in Dienst
Hamburg
/ Wolgast - Mit einem
neuen Expeditionsschiff will die Umweltorganisation Greenpeace in den nächsten
Jahren verstärkt auf Flüssen in Osteuropa und Russland agieren. Das
28 Meter lange Plattbodenschiff wird am Freitag in Hamburg in Dienst gestellt,
wie Greenpeace-Sprecherin Svenja Koch am Mittwoch sagte. Seine erste Reise werde
das auf den Namen «Beluga II» getaufte
Spezialschiff mit einer Meeresausstellung an Bord entlang der Wattenmeerküste
absolvieren. Gebaut
wurde das rund eine Million Euro teure und aus einer testamentarischen Verfügung
einer Düsseldorfer Sympathisantin finanzierte Schiff in der Wolgaster Fridtjoff-Nansen-Werft.
Der Neubau, der Ende Juli vom Peenestrom nach Hamburg überführt wurde,
verfügt über einen 400 PS starken Motor, eine rund 250 Quadratmeter
große Takelage mit umlegbaren Masten, austauschbare Laborcontainer sowie
modernste Kommunikations- und Navigationsanlagen mit urkundensicheren Aufzeichnungstechnologien. Das
neue Greenpeaceschiff löst seine Vorgängerin «Beluga» ab,
die als Ausstellungsstück in ein neues Sealife-Center in Oberhausen (Nordrhein-Westfalen)
geht. Weltweit hat Greenpeace nach eigenen Angaben derzeit vier größere
Schiffe sowie mehrere Yachten im Einsatz.
Pressemitteilung
vom 04.08.2004
Ölteppiche verflüchtigen
sich - «Neuwerk» bleibt im Einsatz
Cuxhaven - Die am Mittwoch
vor der deutschen Nordseeküste gesichteten Ölteppiche haben sich bis
zum Nachmittag dank starker Sonneneinstrahlung weitestgehend verflüchtigt.
Die Aktionen des Schadstoff-Bekämpfungsschiffes «Neuwerk»
seien eingestellt worden, teilte das Havariekommando am frühen Abend in Cuxhaven
mit. Die «Neuwerk» bleibe aber weiter in dem Seegebiet. Die Besatzung
der «Neuwerk» hatte zuvor ein Fünftel des Öls in spezielle
Ladetanks aufgenommen. Zusätzlich finden weitere Überwachungsflüge
statt.
Durch Satelliten- und
Schiffsüberwachung im so genannten Entenschnabel rund 140 Seemeilen von der
deutschen Küste waren zuvor 18 Verunreinigungen gesichtet worden. Insgesamt
sollen rund 100 Kubikmeter Öl auf dem Meer getrieben sein. Auf Grund der
herrschenden Wetterlage bestand nach Angaben des Havariekommandos aber keine Gefahr,
dass das Öl in Richtung der deutschen Nordseeküste treiben könnte.
Pressemitteilung
vom 04.08.2004
Zwei neue Polarschiffe
in Sicht
Hamburg - Die deutschen und europäischen Polarforscher sollen zwei neue Schiffe bekommen:
Die "Maria S. Merian" wird im Frühjahr
2005 in Dienst gestellt und ihren Heimathafen am Institut für Ostseeforschung
in Rostock-Warnemünde haben. Dagegen entsteht das Bohrschiff "Aurora
Borealis" bislang erst auf dem Papier - als Konzept für ein europäisches
Forschungsschiff, das ganzjährig am Rande der arktischen Eiskante eingesetzt
werden kann. Das deutsche Forschungs- und Versorgungsschiff "Polarstern"
wird in Zukunft längere Zeiträume auf der Südhalbkugel verbringen.
Die knapp 95 Meter lange "Maria S. Merian" kann bis zu 20 Wissenschaftler
und noch einmal 20 Besatzungsmitglieder aufnehmen und wird in der Nord- und Ostsee
sowie im Nordatlantik bis zum Rand des Polareises operieren.
Die "Aurora Borealis" ist fast 180
Meter lang und soll auf sechs- bis achtwöchigen Reisen bis zu 100 Wissenschaftler
an Bord nehmen können. Das Schiff soll bei einer maximalen Wassertiefe von
4000 Meter bis zu 1000 Meter in den Meeresboden bohren. Derzeit laufen Machbarkeitsstudien
zu dem rund 250 Millionen Euro teuren Projekt; Baubeginn ist frühestens 2005.
Pressemitteilung
vom 28.07.2004
Der Eisbrecher "Stephan
Jantzen" wir durch ein neues
Schadstoff- und Unfallbekämpfungsschiff ersetzt
Stralsund - Ein 40 Millionen
Euro teures Schadstoff- und Unfallbekämpfungsschiff soll im September die
"Stephan Jantzen"ablösen. Der 1967 erbaute Eisbrecher, der zuletzt
immer am Nautineum lag, wird verkauft. Am Donnerstag verließ Deutschlands
größter Eisbrecher "Stephan Jantzen"
seinen angestammten Liegeplatz am Nautineum neben dem Tonnenhof des Wasser- und
Schifffahrtsamtes.
Wie das WSA in Stralsund mitteilte, soll der Eisbrecher der zukünftigen
Besatzung des auf der Wolgaster Peene-Werft im Bau befindlichen Schadstoff- und
Unfallbekämpfungsschiffes "Arkona"
als Unterkunft dienen. Der Neubau wird am 21. September 2004 getauft.
Das 40 Millionen Euro teure Spezialschiff ist 69,20
Meter lang, 14,50 m breit und hat einen Tiefgang von 3,80 m. Der Antrieb des Schiffes
hat eine Leistung von 2 x 1850 kW. Das Spezialschiff ist für Eisaufbruch,
Feuerbekämpfung, Notschleppen und Tonnenlegen ausgelegt. Bei Umweltkatastrophen
mit Öl oder Chemikalien kann verschmutztes Seewasser aufgenommen werden.
Ferner wird sie auch zur Bergung auf See Verunglückten oder anderen Havarien
auf der Ostsee zum Einsatz kommen.
Die "Stephan Jantzen"
und der Tonnenleger "Buk" werden außer
Dienst gestellt und über die Verwertungsgesellschaft des Bundes (VEBEG) zum
Kauf angeboten. Die "Stephan Jantzen" war 1967 auf der Leningrader Admiralitätswerft
gebaut worden und im gleichen Jahr dem Seefahrtsamt der DDR übergeben worden.
Im Oktober 1990 übernahm das WSA Stralsund den Eisbrecher.
Pressemitteilung
vom 16.07.2004
Verstärkte Kontrollen
gegen Alkohol am Ruder
Oldenburg - Alkoholisierten Fahrzeugführern geht es jetzt auch auf dem Wasser an den
Kragen. Die Wasserschutzpolizei Niedersachsen will in diesem Sommer verstärkt
die Fahrtüchtigkeit von Boots- und Schiffsführern kontrollieren. Alkohol
sei nicht nur am Steuer, sondern auch am Ruder gefährlich, teilte die Bezirksregierung
Weser-Ems als übergeordnete Behörde in Oldenburg mit.
Anlass der Aktion ist eine grenzüberschreitende Kontrolle, bei der
Mitte Juni vier Prozent der Sportbootfahrer in deutschen Gewässern mit Alkohol
im Blut aufgefallen waren. Vor diesem Hintergrund werden die Wasserschutzpolizisten
zukünftig mit Atemalkohol-Testgeräten auf Streifenfahrt gehen. Bestätige
sich der Verdacht einer Trunkenheitsfahrt, seien Blutentnahme und ein Weiterfahrverbot
fällig, so ein Sprecher der Bezirksregierung. Die Grenze liege auch auf See
bei 0,5 Promille. (www.polizei.niedersachsen.de/dst/wsp/start.html).
Pressemitteilung
vom 15.07.2004
US-Küstenwacht kontrolliert
alle ausländischen Schiffe
Washington - Die US-Küstenwacht kontrolliert von Donnerstag an alle ausländischen Schiffe, die Häfen der USA anlaufen. «Wir werden
ziemlich streng vorgehen», sagte Konteradmiral Larry Hereth am Dienstag.
Bei den Kontrollen soll überprüft werden, ob die Schiffe internationalen
Vereinbarungen entsprechen.
Vorgeschrieben sind unter anderem ein Sicherheitsbeauftragter,
Alarm- und Identifizierungssysteme sowie Zugangsbeschränkungen zum Maschinenraum
und zur Brücke. Die Massnahmen wurden aus Angst vor Terroranschlägen
verabschiedet. Die Kontrollen sollen von 700 Angehörigen der Küstenwache
durchgeführt werden, 500 davon sind Reservisten.
Ein britischer Sicherheitsexperte
rief unterdessen dazu auf, die mögliche Terrorgefahren durch Schiffe nicht
zu übertreiben. Die Bedrohung durch gewöhnliche Piraterie sei viel grösser,
sagte Richard Davey auf einer Schifffahrtskonferenz in Kuala Lumpur. «Dass
ein Szenario durchdacht wurde, bedeutet noch nicht, dass auch eine Bedrohung besteht»,
fügte er hinzu. http://www.uscg.mil/.
Pressemitteilung vom 30.06.2004
Der ISPS-Code - Internationaler
Standard für sicherere Schifffahrt
Rostock - Nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York am 11. September
2001 fand auch in der Seeschifffahrt ein Umdenken über Risiken und mögliche
Ziele terroristischer Anschläge statt. Nur ein Jahr später wurde ein
«Internationaler Code für die Gefahrenabwehr auf Schiffen und Hafenanlagen»
entworfen und von den Vertragsstaaten der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO verabschiedet. Der ISPS (International Ship and
Port Facility Security) Code tritt am 1. Juli 2004 in
Kraft.
Alle Häfen haben
auf dieser Grundlage einen Gefahrenabwehrplan zu erstellen. Im Rahmen festgelegter
Gefahrenstufen sollen terroristische Übergriffe verhindert oder zumindest
erschwert werden. Die Länder wollen vorbereitet sein auf Szenarien wie die
Kaperung von Schiffen, die mutwillige Zerstörung von Hafenanlagen und den
Waffenschmuggel. Dazu werden beispielsweise der Zutritt fremder Personen zu Schiffen
und Häfen schärfer kontrolliert, komplette Hafenbereiche abgesperrt
und Überwachungsanlagen installiert.
Die höheren Sicherheitsanforderungen
gelten neben allen Häfen für Schiffe in internationaler Fahrt sowie
für mobile Bohreinheiten. Häfen und Schiffe haben künftig geschulte
Gefahrenbeauftragte, die unter anderem Sicherheitslücken aufdecken sollen.
Pressemitteilung vom 15.06.2004
Umsetzung des ISPS-Code
kostet deutsche Reeder 80 Millionen Euro
Hamburg - Deutsche Reeder müssen nach Schätzungen des Branchenverbands VDR allein
in diesem Jahr rund 80 Millionen Euro für die Gefahrenabwehr an Bord ausgeben.
Zunächst war mit nur 55 Millionen Euro gerechnet worden. Dazu fallen in den
Folgejahren jeweils weitere 35 Millionen Euro an, vor allem für Aufwendungen
beim Personal.
Hintergrund sind die
neuen Sicherheitsrichtlinien nach dem ISPS-Code,
die am 1. Juli 2004 weltweit in Kraft treten. Durch ein gezieltes Anti-Terror-Management
an Bord und in Hafenanlagen sollen Anschläge gegen den Seehandel künftig
verhindert werden. Dazu müssen die Unternehmen Sicherheitsoffiziere stellen
und Maßnahmen zur Gefahrenabwehr in Plänen dokumentieren, die anschließend
von Behörden überprüft und zertifiziert werden.
Nach Angaben von VDR-Referent
Dietrich Dabels unterhalten die deutschen Reeder weltweit rund 2500 Schiffe, die dem ISPS-Code unterliegen. Damit diese nach dem 1. Juli
weiter auf internationale Fahrt gehen dürfen, müssen sie zumindest einen
genehmigten Gefahrenabwehrplan vorweisen können. Dieser werde «beim
überwiegenden Teil der Schiffe» bis Ende Juni vorliegen, sagte Dabels.
Bei
den Schiffen, die unter deutscher Flagge fahren, seien bislang 227 Gefahrenabwehrpläne
genehmigt und 68 Zertifikate ausgestellt worden, sagte Christoph Brockmann vom
Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). «Vor allem die
großen Reedereien, die Liniendienst in die USA oder nach Asien sowie Kreuzfahrtschiffe
unterhalten, haben ihre Hausaufgaben gemacht», betonte Brockmann.
ISPS-Code = International Ship and Port Facility Security Code (Der internationale Schiffs- und Umschlagseinrichtung-Security)
Ziel: Stärkung der maritimen Sicherheit und
rechtzeitige Erkennung und Prävention von terroristischen Akten gegen die
Schifffahrt.
Pressemitteilung vom 29.05.2004
"Solea" geht
an Fischereiforscher - Neubau der Fassmer-Werft
Bremen - Die Bundesforschungsanstalt für Fischerei erhält in den nächsten
Wochen den 42,7 Meter langen Neubau "Solea",
ein Fischerei-Forschungskutter für den Einsatz in der Nord- und Ostsee. Das
neue Schiff ersetzt die erste "Solea", einen 37 Meter langen Kutter,
der 1974 auf der Bremerhavener Siehold-Werft gebaut wurde und seither über
500 Forschungsreisen unternommen hat.
Der Neubau der Fassmer-Werft in Berne/Motzen ist auf dem aktuellsten Stand: Der
Antrieb erfolgt über einen Gleichstrom-Fahrmotor auf einen geräuscharmen
Propeller. Weitere lärmreduzierende Maßnahmen erfüllen die Vorgaben
des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) für moderne Fischereiforschungsschiffe.
Die Fassmer-Werft hat für den Neubau einen Stahlrumpf aus Polen benutzt.
Das Schiff bietet Platz für 20 Personen sowie vier Laboratorien und soll
noch im Frühsommer in Dienst gestellt werden. Derzeit wird die 12,5 Knoten
schnelle "Solea" in der Nordsee erprobt.
Pressemitteilung vom 29.05.2004
Künftig werden alle
Schiffe kontrolliert
Marode Stückguttransporter und alte Tanker dürfen
keine europäischen Häfen anlaufen
In den europäischen
Häfen wird mindestens ein Viertel aller ankommenden Seeschiffe auf die Einhaltung
der gesetzlichen Sicherheits- und Umweltstandards geprüft. So sehen es die
Richtlinien des Hafenstaatenbündnisses Paris MOU vor. Mehr noch: Die Organisation,
die seit 1982 die Schiffskontrollen in 20 Staaten - schwerpunktmäßig
Europa - koordiniert, denkt jetzt über eine Verschärfung der Inspektionen
nach.
Im Gespräch ist
die Ausweitung der Kontrollen auf sämtliche Schiffe, die in die Häfen
einfahren. Gut gewartete Pötte sollen damit belohnt werden, dass die Checks
in größeren Zeitabständen durchgeführt werden. Substandard-Dampfer,
die einmal wegen gravierender Mängel aufgefallen sind, sollen hingegen bei
jeder Ankunft aufwendig aufs Neue überprüft werden. Wie das Paris MOU
mitteilte, erwägen die Mitgliedsstaaten zudem schärfere Strafen für
Stückgutfrachter, die mehrmals wegen Defiziten an die Kette gelegt wurden.
Diese Schiffe sollen, ebenso wie Tanker, Massengutfrachter und Passagierschiffe
seit Juli 2003, bei wiederholten Regelverstößen dauerhaft aus den europäischen
Häfen verbannt werden. Die Regelung habe sich als wirksame Waffe im Kampf
gegen die Substandard-Reeder erwiesen, hieß es in einer Stellungnahme des
Paris MOU. Die Richtlinienvorschläge müssen von den Mitgliedern noch
offiziell gebilligt werden.
Für riskante Schifffahrtsregister hält das Paris MOU:
Albanien, Sao Tome & Principe, Nordkorea, Tonga, Bolivien, die Komoren, Libanon,
Honduras, Algerien, Georgien, Kambodscha, die Türkei und Syrien. Diese Länder
belegen die vorderen Plätze der neuen Schwarzliste des Bündnisses, die
ab Juli in Kraft tritt. Schiffe, die eine dieser Flaggen am Mast führen,
müssen mit schärferen Kontrollen rechnen.
Auf der Weißliste
sind neben traditionellen Flaggenstaaten wie Deutschland und Norwegen auch eine
Reihe von Billigflaggen vertreten, darunter Liberia, die Isle of Man und die Marshall
Islands..
Pressemitteilung vom 25.05.2004
Charterfibel für Hausbootkapitäne
erschienen
Rechlin - Tipps für den Urlaub an Bord eines angemieteten Hausbootes auf den Gewässern
in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern bietet eine kleine Charterfibel des
Rechliner Quick-Maritim-Verlages. Die soeben erschienene 60-seitige Broschüre
(ISBN: 3-9808910-3-8) vermittelt Freizeitskippern einen Einsteigerkurs zur Führung
der ohne Patent zu steuernden Hausboote, wie der Verlag mitteilte. In mehr als
50 farbigen Grafiken und Fotos sowie kurzen Erklärungstexten erfährt der Leser
unter anderem wie die Boote gesteuert werden, welche Fahrensregelungen auf den jeweiligen Gewässern gelten, wie man sich in einer Schleuse verhält und was im Notfall zu tun ist. Vorgestellt werden
die wichtigsten Seemannsknoten, Tipps zum richtigen Ankern und die häufigsten
Schifffahrtszeichen. Darüber hinaus informiert die für 6,80 Euro erhältliche
Fibel über die gegenwärtig führerscheinfreien Reviere. (www.quickmaritim.de)
Pressemitteilung vom 10.05.2004
Wasserschutzpolizeiliche
Bilanz 2003
Pressemitteilung der Wasserschutzpolizeidirektion
Schleswig-Holstein
Kiel - Der Leiter der Wasserschutzpolizeidirektion Schleswig-Holstein, Polizeioberrat
Braun, zieht Bilanz. Die Überwachung der Berufsschifffahrt und die Gefahrgutüberwachung
waren die Schwerpunktaufgaben im vergangenen Jahr.
Der Schwerpunkt der wasserschutzpolizeilichen Arbeit
liegt naturgemäß bei den Schiffskontrollen. Im Jahr 2003 wurden allein 3.330 Schiffe der gewerblichen Schifffahrt
kontrolliert. Ziel dieser Kontrollen ist es, Mängel im Bereich der Schiffssicherheit
aufzudecken, um den Seeverkehr und die Umwelt zu schützen. Es wurde besonders
die Einhaltung von Umwelt-, Ausrüstungs-, Schiffsicherheits-, Stau - und Besetzungsvorschriften
kontrolliert.
In 131 Fällen waren die Mängel an Bord dermaßen gravierend,
dass die WSP-Beamten neben der obligatorischen Anzeige gezwungen waren, ein vorläufiges
Auslauf- bzw. Weiterfahrtverbot auszusprechen. Das ist ein geringfügiger Anstieg
von 2,3% im Vergleich zum Jahr 2002. Gravierende Mängel, die zu einem Auslaufverbot
führten, waren technische Manipulationen oder fehlende Zeugnisse.
Aufgrund der Nichteinhaltung der Schifffahrtsrechtlichen
Vorschriften mussten die Wasserschutzpolizeibeamten 1002 Verstöße allein in den
Bereichen der Schiffssicherheitsverordnung, des Seemannsgesetzes, Schiffsbesetzungs-
und Unfallverhütungsvorschriften bearbeiten. Die meisten Fälle ergaben sich aus
den Schiffsbesetzungsvorschriften (369) und den Unfallverhütungsvorschriften (363).
Der Leiter der WSPD kündigte in diesem Zusammenhang an, auch 2004 hier einen Kontrollschwerpunkt
zu setzen, um die Schiffssicherheit weiter zu erhöhen.
Die Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein registrierte
im letzten Jahr insgesamt 366 Schiffsunfälle in der
Berufs- und Sportschifffahrt. Das bedeutet eine leichte Abnahme von insgesamt
8,2 % im Vergleich zum Jahr 2002. Im Einzelnen verteilen sich die Unfallzahlen
wie folgt: Im Bereich der Sportschifffahrt ist eine leichte Minderung von 6,7
% auf 220 Fallzahlen gegenüber 2002 festzustellen. Die Seeunfälle verzeichnen einen Rückgang von 14,5 % von 151 auf 129 Unfälle. Die Unfälle im
Bereich der Binnenschifffahrt sind mit 17 Fallzahlen als gering anzusehen. Die
Gründe für Seeunfälle sind hier oftmals menschliches Fehlverhalten. Es wird an
den notwendigen Qualifikationen der Besatzungen gespart oder die sicherheitsrelevanten
Vorschriften werden nicht eingehalten. Darüber hinaus führt immer wieder das technische
Versagen von Maschinen zu Unfällen. Ein anderer Grund für die Schiffsunfälle ist
das Missachten von verkehrsrechtlichen Schifffahrtsvorschriften. Aufgrund dieser
Erkenntnisse und der Erfahrungen der letzten Jahre wurden im Jahr 2003 die verkehrsrechtlichen
Vorschriften in der Schifffahrt schwerpunktmäßig überwacht. Insgesamt mussten
die Beamten 121 Verkehrsstraftaten und 1591 Ordnungswidrigkeiten im Bereich der
Schifffahrt bearbeiten. Im Bereich der Straftaten sind allein 93 Verstöße gegen
§§ 315, 315a (1) Nr. 1 und Nr. 2 StGB, Eingriff bzw. gefährlicher Eingriff in
den Schiffsverkehr, zu verzeichnen gewesen. Das macht einen Prozentsatz von immerhin
ca. 77% aus.
Des Weiteren wurden im vergangenen Jahr durch die
WSP insgesamt 4552 Gefahrgutkontrollen in den Häfen
durchgeführt (2002 = 3.453). Das ist eine deutliche Erhöhung von 31,8%. Die Erhöhung
ergibt sich dadurch, dass die Beamten in den Hafen- und Sicherheitsdiensten der
Wasserschutzpolizei speziell in diesem Bereich geschult und eingesetzt wurden.
Die Beanstandungsquote beläuft sich auf 17 % bei
den kontrollierten Einheiten (774 Anzeigen und Verwarnungen m. Geld) und ist gegenüber
dem Jahr 2002 leicht gesunken (2002 waren es 19,7%). Wie in den vorangegangenen
Jahren waren die meisten Verstöße auf mangelhafte Ladungssicherung zurückzuführen.
Im letzten Jahr mussten deshalb 963 Weiterfahrt- und Verladeverbote ausgesprochen
werden. Die Gründe für ein Fahr- und Verladeverbot sind nicht nur Ordnungswidrigkeiten,
sondern beruhen auch auf Gründen der Gefahrenabwehr, d.h. sie wurden zur Vorbeugung
von Verstößen ausgesprochen. Dadurch läßt sich auch erklären, warum die Anzahl
der Verstöße niedriger ist, als die Fahr- und Verladeverbote. Eine Ursache für
die Anzahl der Transportverstöße ist, dass der Schiffsverkehr und damit der Warenumschlag
aus Osteuropa weiter zunehmen. Die dadurch wachsende Konkurrenz und der zunehmende
Termin- und Kostendruck der LKW-Fahrer führt dazu, dass die Bereitschaft, gegen
Transportvorschriften zu verstoßen, erhöht wird.
Aufgrund der hohen Beanstandungsquote im Jahr 2003,
werden auch in diesem Jahr die Kontrollschwerpunkte in den Bereichen des Gefahrguts
und der Transportvorschriften liegen, so der Leiter der Wasserschutzpolizeidirektion.
Meeresumweltschutz
Die Einhaltung der Meeresumweltbestimmungen war im Jahre 2003 ebenfalls ein Kontrollschwerpunkt.
Eine besondere schifffahrtspolizeiliche Überprüfung galt den Schiffen, die MARPOL
unterliegen. Die Wasserschutzpolizei überprüfte 2003 insgesamt 1803 Schiffe.
( MARPOL (marine pollution) = ist die Abkürzung für das
internationale Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung der See durch
Öl)
Bei gleicher Kontrollintensität im Vergleich zu 2002 erhöhte sich die Zahl der
Verstöße gegen die MARPOL-Vorschriften von 387 auf 470 Fälle. Das ist ein Anstieg
von ca. 21%. Ein Grund für die Erhöhung der Fallzahlen ist ein Großverfahren (ca.
70 Fälle) an der Nordsee, ansonsten sind die Fallzahlen annähernd gleich geblieben.
Neben den MARPOL-Kontrollen ist ein besonderes wasserschutzpolizeiliches Aufgabenfeld
die Bekämpfung und Bearbeitung von Gewässerverunreinigungen. 2003 wurden 475 Straftaten
festgestellt. Die Zunahme gegenüber dem Jahr 2002 ist mit 36 Fällen als geringfügig
anzusehen.
Kriminalitätsbekämpfung im Bereich der Sportschifffahrt
Die Bekämpfung und Verfolgung von Diebstählen im Bereich der Schifffahrt ist im
Jahr 2003 ebenfalls eine tägliche Aufgabe der wasserschutzpolizeilichen Arbeit
gewesen. So registrierte der Zentrale Fachdienst in Kiel, welcher für die Erfassung
von Bootsdiebstählen landesweit zuständig ist, im Jahr 2003 116 Fälle. Die Zahl
der Bootsdiebstähle ist im Vergleich zum Jahre 2002 um 22 Fälle bzw. 16 % gesunken.
Der Diebstahl in/aus Wasserfahrzeugen schlägt im Jahr 2003 mit 331
Fällen zu Buche. Im Vergleich zu 2002 sind diese Fälle um 6% zurückgegangen.
Der leichte Rückgang der Fallzahlen läßt sich nicht abschließend erklären, allerdings
konnte festgestellt werden, dass die Bootseigentümer ihre Sportboote und Ausrüstung
wirkungsvoller sichern und ebenfalls auf das Eigentum anderer achten. Herr Braun
sagte dazu, dass ein Grund für die positive Entwicklung sich aus den Präventionsmaßnahmen
der Wasserschutzpolizei ergeben. Zur Kriminalitätsvorbeugung und zur weiteren
Senkung von Diebstählen führen die Beamten der Wasserschutzpolizei vielerorts
Beratungen zur Sicherung des Eigentums durch.
Unter dem Motto : Gravierend
mehr Sicherheit
betreibt die Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein seit Mai 2002 auch aktiv den
Diebstahlschutz durch die Gravierung von Booten, Motoren und Ausrüstungsgegenständen.
Alle Reviere führten und führen seitdem in ihrem Bereich in Absprache mit den
örtlichen Vereinen bzw. auf maritimen Veranstaltungen Gravieraktionen durch. Die
Präventions- und Öffentlichkeitsbeauftragten der Reviere übernehmen hierbei die
Abstimmung und Planung der Aktionen vor Ort und sind auch für die Durchführung
verantwortlich. Seit Beginn der Aktion im Mai 2002 wurden bis heute 866 Außenbordmotoren,
311 Boote, 346 Ferngläser, 2293 Stück Ausrüstung und Zubehör graviert. Die sehr
positive Akzeptanz der kostenfreien Gravieraktion für Bootseigentümer zeigt sich
auch darin, dass mit Beginn der Sportbootsaison 2004 weitere Länder dieses System
übernehmen wollen.
Nähere Informationen erhalten Sie dazu auf unserer
Internetseite.
Unter www.wsp.schleswig-holstein.de oder www.wasserschutzpolizei.schleswig-holstein.de
Fischereiaufsicht
Eine andere Aufgabe der Wasserschutzpolizei ist seit dem 28. März des letzten
Jahres die Fischereiaufsicht auf See. Die WSP SH setzt hierfür speziell ausgebildete
Wasserschutzpolizeibeamte ein, seit Ende 2003 nehmen 30 Beamte die Aufgabe wahr.
Im vergangenen Jahr wurden allein bei 1720 Kontrollen
der Erwerbsfischerei zehn Verstöße gegen EU-Vorschriften und 59 Verstöße gegen
nationale Vorschriften festgestellt. Die Kontrollen in diesem Bereich umfassen
die Überprüfung von Fanggeräten, Fanggebieten, Netzkontrollen, Mindestgrößen bei
Fischen und Fischereipapieren.)
Pressemitteilung der Wasserschutzpolizeidirektion Schleswig-Holstein
vom 23.04.2004
Verhaltensregeln für
Verunglückte im Wasser
Greifswalder
Oie - Die Deutsche
Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) rät in Seenot geratenen
Wassersportlern, so lange wie möglich an Bord zu bleiben oder sich an schwimmenden
Teilen festzuhalten. So seien sie besser von den Besatzungen der Rettungsschiffe
oder Hubschrauber auszumachen. Unbedingt sollten Kleidung und Schuhe als Schutz
gegen Unterkühlung anbehalten werden. Um Wärmeverluste zu vermeiden,
sollte man auch nicht versuchen, die Küste schwimmend zu erreichen. Denn
meist werden die Entfernungen unterschätzt. Außerdem sind die Strömungsverhältnisse
vielfach unbekannt. Stattdessen sollte der Körper möglichst ruhig gehalten
werden. Mit anderen Verunglückten sollte man eng zusammenbleiben. Dringend
vermeiden müsse man das Einatmen von Salzwasser. In die Lunge eingedrungenes
Salzwasser kann auch nach Einlieferung ins Krankenhaus noch zum Tode führen.
(www.dgzrs.de )
Presseinformation vom 22.04.2004
Lüneburger Firma entwickelt
Gerät zur Beobachtung des Seegangs
Lüneburg - Hightech aus Lüneburg erleichtert Schiffskapitänen das Leben. Ein neu entwickeltes Wellenbeobachtungssystem der Firma OceanWaveS liefert
Seeleuten die entscheidenden Daten zur Beschreibung des herrschenden Seegangs.
Der unscheinbare Kasten soll die Sicherheit von Besatzungen auf Hochseeschiffen
deutlich erhöhen. Das Gerät wird zwischen das herkömmliche Radargerät und einen
PC geschaltet und nutzt die Daten, die Nautiker als Störung empfinden: das so
genannte Seaclutter, die Abbildung der Wasseroberfläche. Anhand dieser Daten berechnet
das System die entscheidenden Merkmale des Seegangs und zeigt signifikante Wellenhöhe,
Wellenrichtung, -länge und -periode auf einem Monitor an.
Presseinformation vom 14.04.2004
Nach Lkw-Maut plant Bund
Vignette für Motor- und Segelyachten
Berlin - Nach der Lkw-Maut will das Bundesverkehrsministerium jetzt auch Freizeitkapitäne
zur Kasse bitten. Sofern sie Bundeswasserstraßen wie Kanäle oder Schleusen befahren,
sollen Besitzer von Motorbooten und Segelyachten künftig eine Jahresvignette erwerben.
Das bestätigte der Sprecher des Ministeriums, Felix
Stenschke, am Dienstag einen Bericht des «Handelsblatts». Im Gespräch ist eine
Jahresgebühr von 60 bis 90 Euro für motorbetriebene Schiffe. Ruderboote und Segelboote
ohne Motor sollen gebührenfrei bleiben. Jährlich sollen so 7,5 Millionen Euro
hereinkommen, die in Verkehrsinvestitionen fließen sollen.
Das Ministerium beruft sich auf Forderungen des Bundesrechnungshofes
und aus dem Bundestag zur kostenanteiligen Gebührenerhebung bei den Nutzern der
Wasserstraßen. Von der geplanten Regelung auf Binnenwasserstraßen betroffen sein
könnten nach Ansicht des Deutschen Segler-Verbandes jährlich 30 000 bis 40 000
Besitzer von Freizeitbooten. «Darunter sind viele ausländische Touristen, für
die die neue Maut wie ein Eintrittsgeld verstanden würde», sagte der Generalsekretär
des Verbandes, Gerhard Philipp Süß, auf dpa-Anfrage.
Neben Kanälen sei auch mit der Einbeziehung einiger
Seen in die Gebührenpflicht zu rechnen, sagte Süß nach einer Vorabunterrichtung
der Bootsverbände durch das Ministerium. Dazu zählten die Müritz und der Müggelsee
im Berliner/Brandenburger Raum sowie der Schweriner See. Ministeriumssprecher
Stenschke betonte dagegen, der Bund besitze nur den Edersee in Hessen. Bisher
gebe es zudem nur Vorüberlegungen des Ministeriums und keinen Gesetzentwurf. Einzelheiten würden erst nach einem Gespräch von Verkehrsminister Manfred Stolpe
(SPD) Ende des Monats mit den Bootsverbänden festgelegt.
Bislang dürfen Deutschlands Flüsse und Seen allgemein
gebührenfrei befahren werden. Lediglich für die Nutzung der Schleusen zahlen die
Motoryacht- und Seglerverbände pauschal 50 000 Euro pro Jahr. Diese Gebühr könnte
nach den Überlegungen aus dem Verkehrsministerium mit dem neuen Vorstoß und den
weit höheren Einnahmen entfallen.
Presseinformation vom 13.04.2004
Eine Frau führt fortan
die Seeämter
Kiel - Sie untersuchen Seeunfälle auf deutschen Schiffen oder in deutschen Gewässern
und tragen mit der Aufklärung zur Schiffssicherheit bei: die Seeämter in Hamburg, Kiel, Rostock,
Emden und Bremerhaven. Erstmals in der knapp 130-jährigen Geschichte
der Seeunfalluntersuchung hat jetzt eine Frau das Ruder übernommen: Die Juristin
Barbara Dahlke (48) ist neue Vorsitzende der Seeämter. Sie löst Jochen
Hinz (44) ab.
"Wir beschäftigen uns mit dem Verhalten von Kapitänen
und Schiffsführern als Unfallursache und ermitteln, ob das Handeln eines an
Bord Verantwortlichen fehlerhaft war", erläutert Dahlke, die zuvor im Rechtsdezernat
der Behörde gearbeitet hat. Das Seeamt sanktioniert aber nicht wie ein Gericht,
verhängt keine Freiheits- oder Geldstrafen. Die Behörde entscheidet auch nicht
über Schadensersatzansprüche. "Die Seeämter sind Fachausschüsse, die nach internationalen
Untersuchungsregeln feststellen, ob ein Schiffsführer weiter die Eignung zum
Führen eines Schiffes hat", sagt Dahlke. "Wir können Fahrverbote bis zu 30 Monaten
verhängen oder einem Schiffsführer das Patent oder die Fahrerlaubnis ganz entziehen."
Solche Maßnahmen können ausgesprochen werden, wenn ein Schiffsführer nicht das
gebotene Verantwortungsbewusstsein an den Tag gelegt oder gegen die seemännischen
und nautischen Grundsätze schwerwiegend verstoßen hat.
Außer der Vorsitzenden wirken bei Seeamtsverhandlungen
stets ein Kapitän als ständiger Beisitzer sowie zwei ehrenamtliche Sachverständige
mit, die entweder Nautiker, Schiffsingenieure oder Kapitäne sind. Dabei werden
Zeugen vernommen und Sachverständige angehört. Nach jeder Verhandlung, die grundsätzlich
öffentlich ist, wird ein Seeamtsspruch gefällt, gegen den Widerspruch im Verwaltungsverfahren
und Klage beim Verwaltungsgericht möglich ist.
Ebenso häufig wie mit der Berufsschifffahrt müssen
sich die Seeämter mit Fehlverhalten von "Freizeitskippern" beschäftigen. In
vielen Fällen, so Dahlke, ist dabei Alkohol im Spiel. "Erst im Januar 2004 hat
das Seeamt Kiel gegenüber einem Sportbootführer ein 17-monatiges Fahrverbot
ausgesprochen", schildert die Vorsitzende. Der "Sportsmann" war bei einer nächtlichen
Spritztour zum Meeresleuchten mit einer Mole vor Helgoland kollidiert und hatte
sich und seine drei Mitfahrer in Lebensgefahr gebracht. Die Polizei stellte
beim Schiffsführer einen Blutalkoholwert von mehr als 1,6 Promille fest.
Seit 2002 besteht neben den Seeämtern die Bundesstelle
für Seeunfalluntersuchung (BSU) in Hamburg. Sie übernimmt bei Seeunfällen die
Ermittlung von Ursachen und Schwachstellen im Schiffsicherheitssystem und gibt
Empfehlungen zur Verbesserung der Sicherheitskultur. dpa erschienen am 10. April
2004 in Norddeutschland
Presseinformation vom 10.04.2004
Cuxhaven wird deutsches
Zentrum für Seesicherheit
Bundesminister haben sich auf Standort verständigt
Cuxhaven - Cuxhaven wird zum deutschen Zentrum für Seesicherheit. Die Bundesminister
Otto Schily und Manfred Stolpe beschlossen gestern, in Cuxhaven ein neues Küstenwachzentrum
für Nord- und Ostsee aufzubauen. Sie wollen gerade auch aus Furcht vor
Terroranschlägen so die Sicherheit auf See und an der Küste verbessern.
Bundesgrenzschutz, Küstenwache, Havariekommando und zentrale Meldestellen
des Bundes sowie die Leitstelle der Wasserschutzpolizeien der Länder sollen
in einem Gebäude mit gemeinsamem Lagezentrum zusammengeführt werden.
Im Küstenwachzentrum, das in das Verwaltungsgebäude
der ehemaligen Deutschen Fischfang-Union einziehen wird, werden nach dem von
Schily und Stolpe beschlossenen Grobkonzept das Havariekommando, die geplante
neue Küstenwache unter Führung des Bundesgrenzschutzes und staatliche
Meldestellen sowie die Leitstelle der Wasserschutzpolizeien an einen Tisch sitzen.
Durch den Abbau von Schnittstellen soll die Zusammenarbeit
im Ernstfall effektiver als bisher werden. Im Alltagsbetrieb aber behalten sie
Fachbehörden ihre Zuständigkeit. Das Feinkonzept soll nun zusammen
mit den Küstenländern erarbeitet werden.
Neustadt in Holstein, das als Küstenwachzentrum
nicht zum Zuge kommt, soll ein maritimes Aus- und Fortbildungszentrum bekommen.
Presseinformation vom 03.04.2004
Ostseeschutz trotz russischer
Ölinteressen
Bremen
/ London - Die Umweltschutzorganisation WWF ist erfreut über die
heutige Entscheidung der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO,
die Ostsee "im Prinzip" als Besonders Empfindliches Seegebiet (PSSA)
auszuweisen. Alle Baltischen Staaten außer Russland stimmten mit ihrem
Votum für diesen wegweisenden Schritt. Aufgrund dessen konnte sich ein
Blockadeversuch des Ölriesen Russland und einiger Billigflaggenstaaten
nicht durchsetzen, diese und weitere PSSA-Ausweisungen bis auf weiteres generell
zu verhindern.
Für diesen Durchbruch hatte sich der WWF seit Jahren eingesetzt, da der PSSA-Status
eine wichtige Voraussetzung für konkrete Schutzmaßnahmen in punkto
Schiffssicherheit ist, wie beispielsweise Lotsenpflicht und Befahrensbeschränkungen,
mit deren Hilfe verheerende Ölunfälle wirksam verhindert werden können,
die ansonsten die Ostsee über Jahrzehnte hinaus empfindlich schädigen
könnten. Der WWF hat daher auch seine fachliche Expertise in die Ausarbeitung
der technischen Grundlagen für die PSSA-Ausweisung der Ostsee seit Jahren
eingebracht.
"Die Ostsee ist eines der empfindlichsten Seegebiete der Welt wegen ihres langsamen
Wasseraustauschs und ihrer Vielzahl seltener Arten. WWF ist daher hoch erfreut
darüber, dass die Regierungen der Schifffahrtsnationen die einzig wahre
und längst überfällige Entscheidung getroffen haben, dieses ökologisch
wertvolle Gebiet zuschützen. Die IMO hat damit ein klares Zeichen gesetzt,
dass "Seelenverkäufer" keine Zukunft
haben auf unseren Meeren und dass wirtschaftliche Interessen im Einklang mit
dem Schutz unserer elementaren Ressourcen stehen müssen" kommentiert
WWF-Geschäftsführer Dr. Peter Prokosch.
WWF appelliert nun an die Anrainerstaaten der Ostsee,
bis 2005 effektive flankierende Maßnahmen
auszuarbeiten, um die Schiffssicherheit in der Ostsee zu stärken. Erst
diese Maßnahmen, wie Schlepperdienste, Nothäfen und Lotsenpflicht,
können Hochrisikorouten wie Kadetrinne und Dänische Belte wirksam
schützen. Konkrete Maßnahmen bilden außerdem die Voraussetzung
für die endgültige formale Anerkennung des Meeresgebiets als PSSA
durch ein weiteres IMO-Komitee ab 2006.Außerdem drängt WWF die Russische
Föderation, die eigenen Hoheitsgewässer ebenfalls in den Rahmen der
Ostsee-PSSA zu stellen.
Presseinformation Bremen / London, 02.04.2004
Charterscheinregelung: Amtlicher Bootsführerschein nicht mehr erforderlich
Im Jahr
2000 wurde im Rahmen eines vierjährigen Modellversuches die Charterscheinregelung
eingeführt. Sie gab Bootstouristen erstmals die Möglichkeit, ein Charterboot
auf bestimmten Gewässern auch ohne amtlichen Sportbootsführerschein
zu führen. Nach den positiven Erfahrungen wurde der Modellversuch im November
vergangenen Jahres in geltendes Recht überführt. Zum 1.
Mai 2004 wird zudem das Gewässernetz erweitert. Das bedeutet für den Bootstouristen: freie Fahrt jetzt auch
auf Müritz und dem Schweriner See. Auch die Peene ist bis Demmin freigegeben.
Im Rahmen der neuen Regelung wurden auch die Schiffsgröße, die mit
Charterschein geführt werden kann, von 13 auf 15 meter Länge erhöht.
Zudem können künftig bis zu 12, anstatt bisher 10 Personen, mit an
Bord sein. Voraussetzung bleibt wie bisher eine ausführliche theoretische
und praktische Einweisung durch das Charterunternehmen. Gemietet werden können
Boote, die nicht schneller als 12 Stundenkilometer fahren. In bestimmten Fahrgebieten
können dann Hausboote ohne den bisher erforderlichen Sportbootführerschein-Binnen
gechartert werden.
Zu den "Freizeitwasserstrassen"gehören
u.a. Oberweser mit Fulda und Werra, Aller, Obere Saale, Lahn sowie die ostdeutschen
Reviere in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die Küstengewässer
von Nord- und Ostsee mit Eider, Stör, Oste und Peene haben seit jeher einen
großen Stellenwert im Wassertourismus.
Neuer Bootspass der Polizei
verbessert Fahndungsmöglichkeiten und
Schutz vor Diebstahl
Wiesbaden - Wassersport erfreut sich unter den Bundesbürgern wachsenderBeliebtheit.
Bereits fast jeder zehnte Deutsche verbringt seine Freizeit heute bevorzugt
am oder auf dem Wasser. Kein Wunder also, dass der Drang zum kühlen Nass
inzwischen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor darstellt und immer mehr hochwertige
Boote und Wasserfahrzeuge verwendet werden. Mit dieser neuen Trendwelle und
dem damit verbundenen Zuwachs an Sachwerten auf dem Wasser hat auch das Diebstahlsrisiko
zugenommen. Fest im Visier der Ganoven sind dabei vor allem Wasserfahrzeuge
und ihr Zubehör. Die Schäden alarmieren: Schätzungen der Versicherer
zufolge erreichen sie in Europa mindestens 130 Mio Euro pro Jahr.
Dementsprechend schnellte auch die Zahl der schifffahrtsbezogenen
Sachfahndungen der Polizei nach oben. Lag ihre Summe im Jahre 2001 bundesweit
noch bei 5426 Ausschreibungen, so war binnen Jahresfrist schon ein Zuwachs von
knapp 19 Prozent - auf 6440 Fahndungen im Jahre 2002 - zu verzeichnen.
Viel zusätzliche Ermittlungsarbeit für die Polizei, die bei der Aufklärung
von Diebstählen zu Wasser den Möglichkeiten bei Fahrzeugermittlungen
auf der Straße "hinterherrudert". Anders nämlich als bei
Straßenfahrzeugen sind Wasserfahrzeuge nicht einheitlich gekennzeichnet.
Hinzu kommt, dass es für "Wasser-Mobile" bislang weder eine einheitliche
Zulassungs- und Registrierungsbehörde noch einheitliche Zulassungsverfahren
gibt.
Ein wichtiges Hilfsmittel zur wirkungsvollen Fahndung
ist deshalb der neue Bootspass, der von der Polizei bundesweit herausgegeben
wird. Das Dokument aus wasserabweisenden Materialien erfasst standardisiert
alle wichtigen Informationen rund ums Boot. Bei einem Bootsdiebstahl verfügt
somit der Anzeigeerstatter über alle notwendigen Angaben, damit die Polizei
geeignete Fahndungsmaßnahmen in die Wege leiten kann. Hierdurch erwarten
die Fahnder der Wasserschutzpolizei deutlich bessere Erfolge.
Die genaue und umfassende Beschreibung von Boot
und Zubehör im neuen Bootspass erhöht also für den Dieb das Entdeckungsrisiko
und "gräbt den Hehlern das Wasser ab". Ferner geht die Polizei
davon aus, dass die Bootseigentümer durch den Gebrauch des Bootspasses
sich verstärkt mit Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz gegen Diebstahl
auseinander setzen und durch ein sicherheitsbewusstes Verhalten das Diebstahlsrisiko
bei Booten und Bootszubehör reduzieren.
Zum Schutz gegen Diebstahl geben die Fachleute
der Wasserschutzpolizei folgende acht Sicherheitstipps: - Nehmen Sie Ihren Bootspass
bereits zur Besichtigung Ihres neuen Bootes mit - in jedem Fall aber, wenn
Sie sich zum Kauf entschließen. Die im Pass genannten Merkmale enthalten
wichtige Aspekte, auf die Sie beim Erwerb des Bootes achten sollten. - Höchste
Vorsicht empfiehlt sich, wenn Ihnen ein Boot ohne Rumpfnummer (HIN) oder mit
"überarbeiteten" Individualnummern angeboten wird: Erkundigen
Sie sich genau nach der Herkunft und dem bisherigen Werdegang des Bootes. Es
könnte gestohlen worden sein. - Füllen Sie den Bootspass in aller
Ruhe aus. Die hierzu notwendigen Angaben finden Sie im Kaufvertrag sowie in
Unterlagen, die Sie beim Kauf erhalten haben. - Fotografieren Sie Ihr Boot aus
verschiedenen Perspektiven; vergessen Sie dabei Besonderheiten und Bootszubehör
nicht. - Kopieren Sie den ausgefüllten Bootspass, damit Sie mehrere Ausfertigungen
griffbereit haben - zum Beispiel für Ihre Akten zu Hause und für
Ihre Bootspapiere unterwegs. - Halten Sie die Angaben im Bootspass auf aktuellem
Stand, vor allem nach dem Anbau von Zusatzgeräten oder nach größeren
Reparaturen. - Sichern Sie Ihr Boot gegen unbefugte Wegnahme. Prüfen Sie,
ob der Außenborder und sonstiges außen angebrachtes Zubehör
besser gegen Wegnahme geschützt werden können, z. B. durch künftige
Mitnahme von Bord während des Stillliegens oder durch Aufbewahrung in einer
Halle oder in der heimischen Garage. - Sprechen Sie in Ihrem Bekanntenkreis
oder Verein das Thema "Bootsdiebstahl" an und nutzen Sie die Erfahrungen
anderer.
Die Beamtinnen und Beamten der Wasserschutzpolizei
stehen Ihnen für alle Fragen zum Schutz Ihres Bootes gern mit Rat und Tat
zur Verfügung.Der Bootspass ist ab sofort bei allen Polizeidienststellen
im gesamten Bundesgebiet oder per Download unter www.polizei.propk.de zu beziehen.
Hessisches
Landeskriminalamt vom 26.03.2004
Sperrung der Havel-Oder-Wasserstraße
wird am Montag aufgehoben
Eberswalde - Nach fast dreimonatiger Sperrung ist der Oder-Havel-Kanal ab Montag 6.00 Uhr
wieder für die Schifffahrt geöffnet. Damit können Binnenschiffe
auf direktem Weg von Berlin Richtung Schwedt und Szczecin (Stettin) fahren,
wie ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde am Freitag mitteilte.
In den vergangenen Wochen mussten sie den Umweg über den weiter südlich
gelegenen Oder-Spree-Kanal nehmen. Seit
Januar waren zwei Antriebe am Schiffshebewerk Niederfinow instand gesetzt und
zwei neue Antriebsritzel eingebaut worden, heißt es weiter. Auch die 256
Tragseile seien gewartet worden. An der Schleuse Lehnitz sei zudem eine Luftsprudelanlage
eingebaut worden, die das Becken länger eisfrei halten soll. Schon seit
Montag werden im Zuge eines Probebetriebes am Schiffshebewerk erste Güterschiffe
in Richtung Hafen Eberswalde geschleust.Nachdem 2002 genau 12 474 Schiffe das
Hebewerk passiert hatten, nahm der Verkehr den Angaben zufolge im vergangenen
Jahr um 22 Prozent zu. Für 2004 erwarte das Amt einen weiteren Anstieg
um 20 bis 30 Prozent. Das im März 1934 in Betrieb gegangene, 60 Meter hohe
Schiffshebewerk wird seit 1992 planmäßig instand gesetzt.
Pressemitteilung
vom 26.03.2004
EU beschliesst Schutzmassnahmen
für Delfine
Brüssel - Delfine und Schweinswale sollen in den europäischen Gewässern besser geschützt
werden. Darauf verständigten sich die für Fischerei zuständigen Minister in
Brüssel. «Das ist ein wichtiger Schritt, um den Schutz von Walen deutlich zu
verbessern», sagte die deutsche Verbraucher- schutzministerin Renate Künast.
«Das ist keine Kosmetik, ich gehe davon aus, dass es etwas nutzt.» Nach den
Beschlüssen soll die Verwendung von Treibnetzen in der Ostsee schon vom 1.
Januar 2005 deutlich eingeschränkt und von 2008 an komplett verboten werden. Laut Künast sterben in den Netzen als so genannter
Beifang weltweit jährlich 300.000 Wale und Delfine, in der Nordsee und dem Nordatlantik
sind es allein 10.000. Zudem müssen Schiffe mit einer Länge von mehr als zwölf
Metern künftig mit akustischen Warnsignalen ausgestattet sein, um Wale und Delfine
zu vertreiben. Gebietsweise soll die Pflicht für ein solches Gerät zwischen
Juni 2005 und 2007 eingeführt werden. Die Massnahmen bleiben aber hinter den
Forderungen von Umweltschützern zurück. So werden einige der Schutzvorschriften
später als zunächst von der EU-Kommission vorgeschlagen in Kraft gesetzt. Zudem
wurde das Ausmass der Überwachung durch Inspektoren zurückgeschnitten. Einige
EU-Staaten hatten auf eine Abschwächung der ursprünglichen Pläne gedrungen,
um eine Kostenexplosion für die Fischereiunternehmen zu vermeiden. Schweinswale
sind Delfin-ähnliche Säugetiere, die etwa 1,50 Meter gross werden. Sie verfangen
sich häufig in Treibnetzen, die sie nicht sehen können, und ertrinken.
Pressemitteilung vom 19.03.2004
Wasserschutz - Küstenländer
bauen gemeinsames maritimes Lagezentrum auf
Rostock - Der Schutz der norddeutschen Küstengewässer soll unter eine einheitliche
polizeiliche Führung gestellt werden. Dazu werden die Wasserschutzpolizeidirektionen
der Länder Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein
ein gemeinsames «Maritimes Führungs- und Lagezentrum» einrichten.
Es sei noch nicht entschieden, wo die Dienststelle angesiedelt werde, sagte
Mecklenburg- Vorpommerns Innenminister Gottfried Timm (SPD) am Freitag in Rostock.
Die Hansestadt böte sich wegen ihrer «sicherheitsgeografischen Nähe»
zum baltischen Raum an. Cuxhaven dagegen sei bereits der Sitz der Havariezentrale,
mit der das polizeiliche Lagezentrum eng zusammenarbeiten werde.
Schon
jetzt koordinierten die Länderbehörden ihre polizeilichen Einsätze
über eine gemeinsame Zentrale in Cuxhaven, die aber nicht rund um die Uhr
besetzt sei. «Eine Dienststelle müsste mit etwa 30 Beschäftigten
arbeiten, die von allen fünf Direktionen gestellt werden», sagte
der Chef der Rostocker Wasserschutzpolizeidirektion, Wolfgang Ewerdt. Im Lagezentrum
sollen alle sicherheitsrelevanten Daten gesammelt werden, um ein einheitliches
Lagebild der gesamten Zwölf-Meilen-Zone inklusive der Häfen und Küsten
zeichnen zu können. Vor allem angesichts der steigenden terroristischen
Bedrohung der Schifffahrt komme der gemeinsamen Dienststelle der fünf Küstenländer
besondere Bedeutung zu, sagte Ewerdt.
Im Falle
einer drohenden Gefahr - sei es durch einen Sprengstoff-Fund an Bord eines Kreuzfahrtschiffes
oder technische Probleme eines Öltankers - erhält das Maritime Führungs-
und Lagezentrum die Befehlsobergewalt über einzelne Wasserschutzpolizeieinheiten
der Länder. «Wir sind der Notruf 110 bei Problemen auf See»,
sagte Ewerdt. Bei Schiffskatastrophen übernehme die Havariezentrale die
Koordinierung der Schadensbeseitigung. Die Kompetenzen seien klar getrennt,
betonten Timm und Ewerdt.
Pressemitteilung vom
19.03.2004
Die Emder Nordseewerke bauen zurzeit ihr
bislang größtes Containerschiff
Heute soll der Frachter auf Kiel gelegt
Emden - Der Auftraggeber, der zur Reedereigruppe Hartmann Schiffahrts GmbH & Co.
KG gehört, hat zwei 2700-TEU-Schiffe bestellt. Für eines der beiden
beginnt heute nach den umfangreichen Vorarbeiten in der Schiffbauhalle die Fertigung
auf der Helling.
2700 TEU,
das steht für 2700 20-Fuß-Standardcontainer ( 20 Fuß: 6,10 Meter
lang, jeweils 2,44 Meter hoch und breit ). So viele Boxen konnte bisher noch keines
der modernen Frachtschiffe aus Emder Produktion transportieren. Die Tragfähigkeit
des Neubaus von 37 950 Tonnen wird erst von den vor vielen Jahren gebauten Massengutfrachtern
und Tankern übertroffen.
Der
Neubau für die Leeraner Reederei misst 215,45 Meter in der Länge und
ist 29,80 Meter breit. Legt man die Abmessungen zu Grunde, ist dies längst
nicht das größte jemals von den Nordseewerken gebaute Containerschiff.
Anfang der 70er Jahre lieferte die Emder Werft zwei 224 Meter lange und 30,5 Meter
breite Containerfrachter an den britischen Auftraggeber Scarsdale Shipping ab.
Diese wiesen mit 28 400 Tonnen eine wesentlich geringere Tragfähigkeit auf.
Auch
die superschnellen "Sea-Land Trade" und "Sea-Land Finance" für R.J. Reynolds
in den USA nahmen trotz ihre enormen Abmessungen nicht so viele Behälter
auf wie die neuesten Aufträge. 33 Knoten schnell waren die 1973 fertig gestellten
Schiffe, die Maschinenleistung betrug 120 000 PS. Die "Sea-Land Trade" und ihre
Schwester waren 268,37 Meter lang und 32,16 Meter breit. Sie hatten Platz für
gut 2000 20-Fuß-Container. Tragfähigkeit: knapp 28 000 Tonnen.
Das
jüngste Hartmann-Schiff verfügt über einen Tiefgang bei voller
Beladung von 11,55 Meter. Die Hauptmaschine leistet 21 770 Kilowatt. Die Ablieferung
ist für Dezember dieses Jahres geplant.
Pressemitteilung vom
16.03.2004
Nothäfen einsatzklar - 35 Ärzte
für Einsatz auf See vorbereitet
Stralsund/Cuxhaven - Entlang der deutschen Nord- und Ostseeküste werden derzeit 40 Nothäfen
und speziell ausgewiesene Seegebiete für die Aufnahme havarierter Schiffe
vorbereitet. Ein entsprechendes Nothafenkonzept werde gegenwärtig mit den
fünf Küstenländern abgestimmt, sagte der Leiter des Havariekommandos,
Hans-Werner Monsees, am Dienstag in Stralsund. Er rechne damit, dass das für
Europa bislang einzigartige Vorsorgeprojekt im Sommer alle parlamentarischen Hürden
genommen habe. Die Häfen seien aber bereits jetzt auf den Ernstfall vorbereitet.
Den
Plänen zufolge können künftig bei einem Unfall auf hoher See auf
Weisung des Lagezentrums in Cuxhaven Schiffe, von denen eine mögliche Gefahr
etwa durch eine Ölverschmutzung ausgeht, in die sicheren Häfen geschleppt
werden. Die namentlich nicht veröffentlichten Häfen seien so ausgewählt
worden, dass mit logistisch vertretbarem Aufwand die Gefahr schnell abgewehrt
werden könne, sagte Monsees.
Seit
Etablierung des Havariekommandos wurde bereits in mehr als 100 Übungen und
20 Einsätzen das Zusammenspiel mit maritimen Partnern wie Marine, Wasserschutzpolizei,
Ölbekämpfungsflotte und Seenotrettern getestet, unter anderem vor Warnemünde
und Ahlbeck auf der Insel Usedom. Im Dezember 2003 leitete der Cuxhavener Krisenstab
die Reinigung von Strandabschnitten an der Insel Sylt. Komplett einsatzbereit
sind auch 35 speziell ausgebildete Notärzte, die entlang der Küste stationiert
wurden und im Ernstfall sofort auf See geflogen werden sollen. Dafür wurden
die Mediziner mit speziellen Vorsorgepacks ausgestattet.
Laut
Monsees wird die Flotte der Einsatzschiffe weiter aufgestockt. So soll im Herbst
ein rund 40 Millionen Euro teures Schadstoff-Unfallbekämpfungsschiff für
den Ostseeraum in Dienst gestellt werden. Das fast 70 Meter lange Spezialschiff,
das derzeit auf der Peenewerft in Wolgast gebaut werde, könne auch als Tonnenleger,
Eisbrecher und Feuerwehrschiff eingesetzt werden. Darüber hinaus werde die
Zusammenarbeit mit anderen Staaten intensiviert, zum Beispiel während einer
internationalen Übung im südlichen Ostseeraum im Sommer dieses Jahres.
Allein Schweden investiere in diesem Jahr rund 100 Millionen Euro in den Neubau
von drei Schadstoffbekämpfungsschiffen, sagte Monsees.
Pressemitteilung vom
16.03.2004
Sicherheit in den Häfen
Bremen - Im weltweiten Anti-Terror-Kampf sind die Seehäfen Bremen und Bremerhaven als
erste Standorte an der deutschen Küste mit dem Ausländer- zentralregister
vernetzt worden. Über eine Datenbank könne die Wasserschutzpolizei jetzt
weltweit Angaben von Visa-Inhabern und -antragstellern speichern und auswerten,
teilte der Bremer Senat am Freitag mit. Nach Angaben von Bremens Innensenator
Thomas Röwekamp ist dies ein wichtiger Schritt für die Sicherheit in
den Häfen.
Kürzere Überprüfungen
Das Ausländerzentralregister
wurde nach weiteren Angaben als Reaktion auf das Gesetz zur Terrorismusbekämpfung
grundlegend verbessert. Personalien von Seeleuten, die in die Bundesrepublik einreisen
und ein Ausnahme-Visum benötigen, könnten jetzt innerhalb kürzester
Zeit im Online-Verfahren überprüft werden, hieß es. Damit lasse
sich ein Visum-Missbrauch verhindern. Ohne diese Kontrolle wäre für
jemanden, der über die Bremischen Häfen eingereist ist, der Weg in die
gesamte Europäische Union offen.
Pressemitteilung vom
13.03.2004
Mehr Schiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal im
Februar
Kiel - 3422 Schiffe haben im Februar den Nord-Ostsee- Kanal befahren. Das sind rund
9 Prozent mehr als im Februar 2003, meldete die Wasser- und Schifffahrtsdirektion
am Freitag in Kiel. Das Ladungsvolumen sei gegenüber dem Vorjahresmonat um
14,60 Prozent auf 6,789 Millionen Tonnen gewachsen. Auch die Schiffe wurden im
Durchschnitt größer. Die gesamte Bruttoraumzahl der Schiffe stieg im
Vergleich zum Februar 2003 um 15,25 Prozent auf über 10,2 Millionen.
Pressemitteilung vom
12.03.2004
"Seeautobahnen" sollen Schiffsverkehr verbessern
Straßburg - Durch so genannte Seeautobahnen soll der Schiffverkehr in der EU verbessert
und beschleunigt werden. Einem entsprechenden Projekt zum Ausbau der europäischen
Verkehtrsinfrastruktur hat das Europaparlament am Donnerstag in erster Lesung
zugestimmt. Das Vorhaben, das von der EU-Kommission vorgelegt wurde, sieht 29
prioritäre Projekte vor, die bis 2020 fertiggestellt werden sollen und 220
Millionen Euro kosten werden. Geplant ist unter anderem die Einrichtung einer
großen Seeroute zwischen den Ostsee-Anrainerstaaten. Andere "Seeautobahnen"
sollen Irland mit Portugal verbinden und Südspanien mit dem Beitrittsland
Malta. Vorgesehen ist ferner eine Seeroute von der Adria zur griechischen Küste
und von dort nach Zypern, das ebenfalls am 1. Mai der EU beitritt.
Pressemitteilung vom
11.03.2004
Terroranschläge: Wasserschutzpolizei
vorbereitet?
Die Innenminister der
norddeutschen Länder wollen die Kompetenzen der Wasserschutzpolizei-Leitstellen
bündeln. So sollen unter anderem mögliche terroristische Angriffe auf
Schiffe und Hafenanlagen abgewehrt werden, sagte der schleswig-holsteinische Innenminister
Klaus Buß (SPD) nach einer Konferenz mit seinen Amtskollegen aus Hamburg,
Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern am Freitag in Kiel. Einstimmig
forderten die Minister und Senatoren eine Beteiligung des Bundes an den Wasserschutzpolizei-Leitstellen.
Keine einheitliche Küstenwache
Nicht einigen konnten
sich die Minister auf eine einheitliche deutsche Küstenwache. Nach Ansicht
von Buß könne nur eine zentrale Behörde unter Beteiligung des
Bundes die verschiedenen Zuständigkeiten sinnvoll koordinieren. Vor allem
Niedersachsen und Bremen hätten hier noch Vorbehalte. Niedersachsen Innenminister
Uwe Schünemann (CDU) wies darauf hin, dass sich die bisherigen Zuständigkeiten
der Länder für die Sicherheit auf See gut bewährt hätten.
Terroristische Bedrohung auf See?
Die Minister und Senatoren
kündigten an, bis zur nächsten Innenministerkonferenz im Juli mögliche
terroristische Bedrohungen auf See zu analysieren und Lösungsmöglichkeiten
zu prüfen. Dabei waren sie sich darin einig, dass in einem solchen Fall nicht
mit polizeilichen Maßnahmen der Länder auf ein solches Szenario reagiert
werden könne. Hier müssten möglichst bald die bestehenden Möglichkeiten
der Marine ausgelotet und gemeinsam abgestimmt werden, hieß es.
Pressemitteilung vom
05.03.2004
Gegen den «schwarzen Tod» auf
der Ostsee
Stralsund - Mit einer internationalen Internetkampagne unterstützt die Umweltorganisation
WWF eine von acht Ländern eingeleitete Initiative für die Ausweisung
der Ostsee als besonders empfindliches Meeresschutzgebiet (PSSA). Dadurch soll
ein besserer Schutz vor Schiffsunfällen erreicht und der drohende «schwarze
Tod» für Meeresbewohner durch Öl verhindert werden, wie der WWF-Projektleiter
Ostsee, Jochen Lamp, am Donnerstag in Stralsund mitteilte.
Über
den Status als besonders empfindliches Meeresschutzgebiet entscheidet Ende März
die Weltschifffahrtsorganisation (IMO). Mit der WWF-Email-Aktion fordert die Umweltorganisation
die grossen Schifffahrtsstaaten auf, dem Antrag der Ostsee-Anrainerstaaten zuzustimmen.
Während
Dänemark, Schweden, Finnland, Polen, Estland, Lettland, Litauen und Deutschland
die Initiative unterstützen, verweigert als einziger Ostsee-Anrainerstaat
Russland seine Zustimmung. Damit bleibt das russische Ostsee-Territorium vorerst
ausgeschlossen. «Wir müssen alle Chancen nutzen, um den internationalen
Schiffsverkehr auf der Ostsee sicherer zu machen», erklärte Lamp. Die
IMO könne den Weg dafür freimachen. Es müssten jetzt alle Kräfte
mobilisiert werden, um Russland noch ins Boot zu bekommen, forderte er.
Nach WWF-Angaben
ist die über die Ostsee transportierte Ölmenge in den letzten sechs
Jahren um 100 Prozent gestiegen. Bis 2010 wird eine erneute Verdoppelung auf dann
160 Millionen Tonnen Öl pro Jahr erwartet. Verantwortlich für den zunehmenden
Öltransport sind in erster Linie die neuen und erweiterten russischen Ölhäfen
Primorsk, Wisozk, Wistino und Ust-Luga bei St.Petersburg.
Obwohl
die Ostsee eines der kleinsten Meere der Erde ist, gehört sie zu den am stärksten
befahrenen Seegebieten. Meerengen, viele Inseln und Eis machen das Befahren riskant.
Seit 1980 ereignete sich nach Darstellung des WWF auf der Ostsee durchschnittlich
ein grosses Schiffsunglück pro Jahr; es entstand im Durchschnitt ein Ölteppich
von jeweils mehr als 100 Tonnen. Auch grosse Containerschiffe und Frachter müssen
die Meerengen der Ostsee passieren. Ihre Wege werden oft von Schnellfähren
und Freizeitbooten gekreuzt.
Die Ostsee
als Schutzgebiet auszuweisen, wäre ein erster Schritt, um zu verbindlichen
Regeln für den Schiffsverkehr zu kommen. «Weitere Massnahmen wie eine
festgelegte Streckenführung für Schiffe mit gefährlicher Ladung,
Lotsenpflicht und Regeln für den Verkehr in den vereisten Gebieten müssen
schnell getroffen werden», forderte Lamp.
Pressemitteilung vom
04.03.2004
EU-Staaten nachlässig im Kampf gegen
Schiffsunglücke
Brüssel - Die Mehrzahl der EU-Staaten geht nach Ansicht Brüssels zu lasch mit der
Gefahr von Schiffsunglücken um. Die EU-Kommission eröffnete am Donnerstag
ein formelles Verfahren gegen zwölf von 15 Mitgliedstaaten. Die Länder
haben mit Ausnahme von Deutschland, Spanien und Dänemark eine EU-Richtlinie
zur Meeressicherheit nicht fristgemäß in nationales Recht umgesetzt.
Sie sieht unter anderem vor, dass Schiffe ähnlich wie Flugzeuge einen Fahrtenschreiber
("Black Box") an Bord haben müssen. Zudem sollen die Staaten Nothäfen
entlang ihrer Küsten einrichten. Handeln die Länder nicht, droht ihnen
im äußersten Fall eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.
Pressemitteilung vom
26.02.2004
"Max Wave" jagt Monsterwellen
Forscher: Warnung von Schiffen ist möglich
Geesthacht - Schiffe können neuesten Forschungsergebnissen zufolge vor tückischen
meterhohen Monsterwellen gewarnt werden. Die gefährlichen Riesenwellen seien
zukünftig mit speziellen Radargeräten schon aus etwa zehn Kilometern
Entfernung auszumachen, sagte Wolfgang Rosenthal vom GKSS Forschungszentrum in
Geesthacht der Nachrichtenagentur ddp. So bekomme das Schiff Zeit für eine
Kurs- oder Geschwindigkeitsänderung.
Der
Wissenschaftler ist Koordinator des EU-Projektes "Max
Wave", an dem Schiffbauinstitute, Universitäten, Wetterdienste,
Unternehmen und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt beteiligt
sind. Derzeit wird am Abschlussbericht geschrieben, der Ende März
bei der EU in Brüssel eingereicht wird.
Zentrale
Punkte des "Max Wave"-Projekts sind laut Rosenthal die Analyse und Vorhersage
der "Freak Waves" sowie mögliche Konsequenzen für den Schiffbau.
Bisher gebe es keine Warnungen für Schiffsbesatzungen. Die Industrie
könne jedoch entsprechende Systeme entwickeln. Die Daten dazu lägen
vor, weil ESA-Satelliten täglich bis zu 2000 Radarbilder lieferten,
aus denen sich eine Vorhersage ableiten ließe. Die Mehrzahl dieser
Bilder lande jedoch ohne Veröffentlichung im Archiv, anstatt sie konkret
zu nutzen.
Der
Projektkoordinator kritisierte, nach Schiffshavarien gebe es nicht wie
bei Flugzeugabstürzen eine Black Box, die Wind und Seegang zum Unglückszeitpunkt
messe und aufzeichne. Die Wellenhöhen könnten anschließend
nur geschätzt werden. Rosenthal sagte weiter, Monsterwellen könnten
mit Lasten von etwa hundert Tonnen pro Quadratmeter auf Schiffswände
einwirken. Mit Blick auf den Schiffbau plädierte er deshalb für
eine Überarbeitung von Konstruktionsvorschriften. (www.gkss.de; www.oceanwaves.de)
Pressemitteilung vom
22.02.2004
Notfallteams rund um die Uhr bereit
Cuxhaven ist einer von zehn Standorten Cuxhaven
Die
Versorgung von Verletzten bei Notfällen auf See erfordert ein hohes
Maß an Qualifikation und Mut der Ersthelfer, aber auch eine spezielle
Ausrüstung. An fünf Standorten, darunter Cuxhaven und Bremen, stehen ab April Rettungsteams rund um die Uhr bereit. Gestern erhielten sie in Cuxhaven ihre einheitliche
Notfallausrüstung. Eine Folge der "Pallas"-Havarie von 1998 war der
Aufbau des Havariekommandos (HK) in Cuxhaven und dessen Konzept für
eine einheitliche maritime Notfallvorsorge, das in Abstimmung mit Bund
und Küstenländern jetzt umgesetzt wird. Nachdem sein Stab "mit
Hochdruck daran gearbeitet hat", war die Übergabe von insgesamt 41
hubschraubertauglichen, 80 000 Euro teuren Notfallrucksäcken mit medizinischer
Ausrüstung sowie Rettungstragen für HK-Chef Hans-Werner Monsees
"ein kleiner Meilenstein". Und angesichts stetig zunehmender Verkehrsdichte
und hohem Passagieraufkommen auf Nord- und Ostsee "ein längst notwendiger
Schritt" zudem. Ab 1. April gibt es zunächst pro Küstenland einen
Standort für Verletztenversorgungsteams: Cuxhaven, Bremen, Hamburg, Lübeck und Stralsund mit insgesamt bis zu 150
Hilfskräften. Später sollen dann noch Wilhelmshaven, Flensburg,
Kiel, Wismar und Rostock folgen. Die Notfallvorsorge wird neben der Deutschen
Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) von kommunalen Berufsfeuerwehren
wahrgenommen, die auch den Rettungsdienst an Land durchführen. So
wird zudem sichergestellt, dass die Einsatzkräfte eventuell auch andere
notwendige Aufgaben an Bord eines Havaristen, wie etwa Brandschutz und
technische Hilfeleistung, ausführen können. "Ein positives Signal"
Stellvertretend für alle Küstenländer übergab der Innensenator
des Landes Bremen, Thomas Röwekamp (CDU), die Rucksäcke an die
ersten fünf Standorte. Er lobte die Arbeit des Havariekommandos und
die bei 20 Einsätzen im vergangenen Jahr gezeigte Kompetenz. Die einheitliche
Organisation und Ausstattung der maritimen Notfallvorsorge sei "ein gutes
Signal". Die Bund-Länder-Zusammenarbeit könne aber "sicherlich
noch intensiviert werden", räumte Röwekamp "angesichts knapper
Ressourcen" ein. Als Beispiel nannte er den Bereich der Wasserschutzpolizeien.
Ein Team besteht aus Notarzt und vier Rettungsassistenten beziehungsweise
-sanitätern. Jeder Standort stellt einen Leitenden Notarzt, der den
Einsatz organisiert und koordiniert. Die Einsatzbereitschaft der Teams
rund um die Uhr wird von den zehn Städten mit Unterstützung von
Bund und Ländern sichergestellt. "Damit ist es dem Havariekommando
gelungen, küstenweit eine Organisation für professionelle Hilfe
aufzubauen", betonte HK-Bereichsleiter Heinz Wolschendorf. Die Teams werden
zur Vorbereitung auf die Gefahren beim Einsatz auf See durch das Havariekommando
in Zusammenarbeit mit der DGzRS, dem Marinefliegergeschwader in Nordholz
und dem Krankenhaus Cuxhaven, das auch bei der kostengünstigeren Beschaffung
der Notfallausrüstung über die Hausapotheke half, in Lehrgängen
geschult. gwh Thomas Gillert (von links) übernahm von Innensenator
Thomas Röwekamp und Havariekommandochef Hans-Werner Monsees die für
die Feuerwehr Cuxhaven bestimmten Notfallrucksäcke und Rettungstragen.
Pressemitteilung vom
12.02.2004
Neues Peilschiff des Wasser- und Schifffahrtsamts
in Dienst gestellt
| Bremerhaven - Es soll in Zukunft regelmäßig die Wassertiefe der Weser messen
- und dem WSA beim Sparen helfen. Bislang hatten die Wasser- und Schifffahrtsämter
Bremen und Bremerhaven vier Vermessungseinheiten mit insgesamt zwölf
Mann Besatzung in ihrer Flotte. Künftig wollen sie sich zwei Schiffe
teilen: einen "Flachgänger" für die Unterweser und das Wattenmeer
sowie einen seetüchtigen "Tiefgänger" für die Außenweser.
Besatzung: je drei Mann. "Das Konzept sieht vor, die Schiffe im Einsatz
zwischen den Ämtern auszutauschen", sagt Ulrich Günther, stellvertretender
Leiter des WSA Bremerhaven. So wollen die Behörden die Wassertiefe
so genau wie zuvor im Blick behalten und trotzdem die Hälfte des Personals
einsparen. Die "Zenit", die am Tonnenhof ihren
Dienst aufgenommen hat, ist in dem neuen Peilschiffs-Doppel der "Tiefgänger".
Sie misst 30 Meter in der Länge und verfügt über eine hochmoderne
Vermessungsanlage. Gebaut wurde die "Zenit" auf der Fassmer Werft in Berne-Motzen.
Gesamtkosten: 2,8 Millionen Euro. Sie ersetzt das Vermessungsschiff "Wittesand"
und zwei Jollen. Das WSA Bremen hatte bereits im Mai 2003 die "Nadir"
- den "Flachgänger" - in Dienst gestellt. |
 |
Pressemitteilung vom
06.02.2004
Ölschlamm ins Meer abgeleitet
Strafverfahren eingeleitet - Hohe Sicherheitsleistungen
eingezogen
Hamburg-Hafen,
Burchardkai - Im Rahmen einer Marpol-Kontrolle (Internationales Übereinkommen
zur Verhinderung der Meeresverschmutzung durch Schiffe) führten Polizeibeamte
des Wasserschutzpolizeikommissariates 1 gestern Nachmittag eine Überprüfung
auf einem Schiff durch und entdeckten, dass Verantwortliche des Motorschiffes
Ölschlämme in die Hohe See abgeleitet hatten.
Zur
Kontrolle gehört auch, dass die Polizisten das Öltagebuch des zu überprüfenden
Schiffes kontrollieren. Als die Beamten gestern das Tagebuch des Schiffes "P&O
Nedlloyd Cobra", Heimathafen St. Johns, 40.306 BRT.
überprüften, stellte sich heraus, dass der Nachweis über 27 Kubikmeter
Ölschlamm fehlte. Die Polizeibeamten gehen davon aus, dass die Ölrückstände
über eine Reinwasserleitung illegal in die Hohe See eingeleitet wurden. Entsprechende
Rückstände waren an der Wasserleitung feststellbar.
Gegen
den Leitenden Ingenieur und den Kapitän, beide 57 Jahre alt und Kroatische
Staatsbürger, wurden Sicherheitsleistungen von zusammen 17.700 Euro festgelegt.
Ein Strafverfahren wegen des Verdachts des unerlaubten Umgangs mit gefährlichen
Abfällen wurde von den Polizisten eingeleitet. Die restlichen Ölschlämme
werden fachgerecht entsorgt. Anschließend erfolgt eine Reinigung des Bilgenwasserhaltetanks.
Pressestelle Polizei Hamburg vom 06.02.2004
Neue Fähre wird als "Schiff des Jahres
2003"gewählt
Flensburg - Grund zum Feiern bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG): Nicht nur,
dass am Freitag mit der "Tor Primula"
die dritte von fünf Transportfähren für die dänische Reederei
DFDS vom Stapel lief und getauft wurde. Gleichzeitig wurde das 200 Meter lange
Ro-Ro-Schiff auch vom Magazin "Hansa International Maritime Journal" zum "Schiff
des Jahres 2003"gewählt.
Die
23 Knoten schnellen Ro-Ro-Schiffe zählten zu den größten und modernsten
ihrer Art weltweit. Sie fahren als kombinierte Fracht/Passagierfähren auf
den Routen zwischen Esbjerg (Dänemark) und Immingham (Großbritannien)
sowie Göteborg (Schweden) und Gent (Belgien). Mit den Neubauten wickelt die
FSG ihren bisher größten Auftrag ab. Die Werft ist mit zwei weiteren
Fähren für die Türkei insgesamt bis Ende 2005 ausgelastet.
Die
DFDS zählt zu den größten Reedereien Nordeuropas. Mit den fünf
neuen Fähren reduziert sie das Durchschnittsalter ihrer 22 Schiffe auf zehn
Jahre. Die Schiffe stünden, so die FSG, vor allem für einen niedrigen
Treibstoffverbrauch. Die "Tor Primula" ist der 723. Neubau der Werft.
Pressemitteilung vom
24.01.2004
Modernstes Vermessungsschiff Deutschlands
in Dienst gestellt
Rostock - Mit der "Capella"
ist das modernste deutsche Vermessungsschiff am Freitag in Rostock in Dienst gestellt
worden. Die Hauptaufgabe des 43 Meter langen und fast zwölf Meter breiten
Neulings ist die Seevermessung und die Ortung gefährlicher Hindernisse, wie
Wracks oder Untiefen, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
in Rostock mitteilte. Das in der Fassmer Werft in Berne gebaute Vermessungsschiff
ersetzt die aus DDR-Zeiten stammende Vermessungseinheit "Mercator/Bessel".
Die"Capella" mit ihrer
neunköpfigen Stammbesatzung soll einen weiteren Beitrag zur Erhöhung
der Sicherheit aus See leisten, hieß es.
Mit ihrem Tiefgang von
nur 1,60 Meter, zwei Beibooten und einem Schlauchboot ist sie besonders in den
Boddengewässern Mecklenburg-Vorpommerns sowie den küstennahen Wattgebieten
Schleswig-Holsteins und Niedersachsens geeignet. - Der Heimathafen der "Capella"
ist Rostock.
Pressemitteilung vom
23.01.2004
Fachvorträge durch die Wasserschutzpolizei
BREMEN
Die Wasserschutzpolizeidirektion der
POLIZEI BREMEN informiert:
In den Wintermonaten
stehen die Beamten der Dienstgruppe Sportschifffahrt der Wasserschutzpolizeiinspektionen
Bremen und Bremerhaven den Wassersportvereinen und anderen interessierten Gruppen
auf Anforderung für Fachvorträge zur Verfügung. Dabei werden Fragen
aus dem gesamten wasserschutzpolizeilichen Aufgabenspektrum, von der Abfallbeseitigung
bis zur Visaerteilung beantwortet. Außerdem können wieder Außenborder
kostenlos codiert und somit vor Langfingern geschützt werden.
Termin- und Themenabsprachen
sind unter den Telefonnummern 0421-362-9833 (BREMEN) und 0471-9466-611 (BREMERHAVEN) zu treffen. Falls der Anschluß vorübergehend nicht besetzt
sein sollte, kann unter der Rufnummer 0471-9466-7 ein Rückruf vereinbart
werden.
Pressestelle Polizei Bremen vom 05.01.2004
Deutsche Handelsflotte wächst kräftig
Hamburg - Die deutsche Handelsflotte ist innerhalb von einem Jahr um über 12
Prozent gewachsen. Zur Jahresmitte gehörten 2.300 Schiffe zum Einflussbereich
einheimischer Reedereien, wie der Verband deutscher Reeder am Donnerstag in Hamburg
mitteilte. Zusammengerechnet hatte die Flotte eine Größe von 31,4 Millionen
Bruttoraumzahl (BRZ). Das sind 3,4 Millionen BRZ mehr als ein Jahr zuvor. BRZ
ist eine Maßeinheit für die Größe von Schiffen, eine Einheit
entspricht etwa einem Kubikmeter umbautem Raum. Die Zahl der Schiffe stieg um
128.
In
den ersten neun Monaten 2003 haben deutsche Reeder für 2,2 Milliarden Euro
73 Neubauten mit 1,59 Millionen BRZ in Dienst gestellt. Davon kamen 15 von deutschen
Werften. Bestellt wurden 246 Handelsschiffe für 9,4 Milliarden Euro. Die
allermeisten sollen in China und Südkorea gebaut werden. Im Auftragsbestand
stehen vor allem Containerschiffe. In den nächsten Jahren werden nach Einschätzung
der Reeder deutlich mehr Schiffe geordert, denn die Fracht- und Charterraten ziehen
an, der Welthandel nimmt Fahrt auf.
Von
den 2.300 deutschen Schiffen fahren nur 488 Schiffe unter deutscher Flagge, 77
weniger als vor einen Jahr. Nach wie vor ist es wegen hoher Sicherheits- und Lohnstrukturen
teurer, ein Schiff unter deutscher Flagge fahren zu lassen. Beliebtestes Ausflaggungsland
der deutschen Reeder sind der Karibikstaat Antigua und Bermuda, wo 745 Schiff
angemeldet sind, vor Liberia mit 492 Schiffen.
Auf
einer Konferenz zur deutschen Seeschifffahrt im Mai in Lübeck hatte Bundeskanzler
Gerhard Schröder mehr Freiheiten für die Reeder in Aussicht gestellt,
um ihnen eine Rückkehr der ausgeflaggten Schiffe schmackhaft zu machen.
Pressemitteilung vom
11.12.2003
Schiffsmeldungen - Erstes Zertifikat für
Rickmers
Hamburg - Das Containerschiff "Madeleine Rickmers"
der Hamburger Rickmers Linie hat als erstes Schiff vom Germanischen Lloyd ein
neu geschaffenes Sicherheitszertifikat erhalten. Rickmers ist damit die erste
deutsche Reederei, die das fünf Jahre gültige und international anerkannte
Zeugnis erhält. Nach einem Beschluss der Internationalen Schifffahrtsorganisation
IMO müssen vom 1. Juli 2004 alle Seeschiffe dieses International Ship Security Certificate (ISSC) vorweisen
können. Es belegt, dass an Bord Schutzmaßnahmen gegen terroristische
Anschläge getroffen wurden. Bertram Rickmers, geschäftsführender
Gesellschafter der Reederei, sagte bei der Übergabe: "Die neuen Bestimmungen
sind für alle Reeder eine Herausforderung. Wir haben deshalb frühzeitig
darauf hingearbeitet, unsere Flotte auf die Anforderungen vorzubereiten. Denn
eine Übergangsfrist ist nicht vorgesehen."
Zur Umsetzung der Bestimmungen
bietet der Germanische Lloyd Seminare und Qualifizierungsmaßnahmen mit weltweit
150 Auditoren an.
Pressemitteilung vom
03.12.2003
Tankerkatastrophen - EU prüft Lotsenpflicht
in der Ostsee
Hamburg - Neue Aufgabe für den Hamburger Europa-Abgeordneten Georg Jarzembowski:
Der 56 Jahre alte CDU-Politiker ist jetzt Vorsitzender vom nicht ständigen
"Ausschuss für die Verbesserung der Sicherheit
auf See" im Straßburger Parlament. "Wir werden
anhand der neuesten Daten noch einmal die Seeunglücke der ,Prestige' und
der ,Erika' aufarbeiten", sagte Jarzembowski, der von dem 44-köpfigen Gremium
einstimmig gewählt wurde, dem Hamburger Abendblatt. Die "Prestige" brach
vor genau einem Jahr vor der Küste Galiziens auseinander und sank mit 70
000 Tonnen Schweröl in den Tanks. Die "Erika" havarierte am 12. Dezember
1999 vor der bretonischen Küste, 20 000 Tonnen Schweröl flossen ins
Meer. "Wir beleuchten die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Katastrophen",
so der Abgeordnete. "Und wir überprüfen, ob die bestehenden Normen für
die Sicherheit auf See von den EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt werden und ausreichen,
solche Unglücke zu verhindern."
So geht es etwa darum,
ob die nationalen Hafenbehörden genügend kontrollieren und ein seeuntüchtiges
Schiff zur Not an die Kette legen. Schärfere Anforderungen an die Klassifizierungsgesellschaften
oder Doppelhüllen-Tanker sind ebenso Thema wie ein einheitliches Katastrophenschutzsystem
und ein Netz von "Fluchthäfen", in die Havaristen geschleppt werden können.
Auch mit der Ostsee
wird sich der Ausschuss beschäftigen. "Wir werden der Frage nachgehen, ob
bestimmte Gebiete einer Lotsenpflicht unterliegen sollten." Für die Kadetrinne
südlich der dänischen Insel Falster gibt es immer wieder diese Forderung.
Am 29. März 2001 stieß dort der Tanker "Baltic Carrier" mit dem zypriotischen
Zuckerfrachter "Tern" zusammen. Nur günstigen Winden war es zu verdanken,
dass die ausgelaufenen 1900 Tonnen Schweröl nicht die mecklenburgische Küste
verschmutzten.
In sechs Monaten wird
der Ausschuss einen Bericht vorlegen, damit die EU-Kommission, falls notwendig,
neue Gesetzesinitiativen anstoßen kann. "Die Ökosysteme der Meere sind
sehr sensibel", so Jarzembowski. "Und das Argument der Kosten kann nicht immer
bei Versäumnissen ins Feld geführt werden."
Pressemitteilung vom
29.11.2003
EU droht 143 unsicheren Schiffen Hafensperren
an
Brüssel - Die Europäische Kommission hat 143 Frachtschiffen wegen erheblicher Sicherheitsmängel
Hafensperren angedroht. Die Veröffentlichung der Liste erfolgte ein Jahr
nach dem Untergang des Ein-Hüllen-Tankers «Prestige» vor der
nordwest-spanischen Küste. Unter dem Eindruck des «Prestige»-Unglücks
waren die Sicherheitsvorschriften für Seeschiffe in der EU verschärft
worden. So dürfen zum Beispiel Öltanker, die wie die «Prestige»
nicht durch einen Doppelrumpf gesichert sind, EU-Häfen nicht mehr anlaufen.
Pressemitteilung vom
14.11.2003
Marpol-Kontrolle - Sicherheitsleistung
Hamburg-Steinwerder
(Oderhafen) - Beamte des Wasserschutzpolizeikommissariates 2 führten gestern
Mittag auf dem unter britischer Flagge fahrenden Motorschiff "Tor
Anglia" eine Marpol-Kontrolle (Marpol = Internationales
Übereinkommen zur Verhinderung der Meeresverschmutzung durch Schiffe) durch.
Die Ermittlungen der Wasserschutzpolizisten ergaben, Unregelmäßigkeiten
bezüglich der Eintragungen im Öltagebuch. Es fehlten aufzeichnungspflichtige
Betriebsvorgänge über den Verbleib von insgesamt 38 Tonnen Sludge (Ölschlämme).
Darüber hinaus konnte für mehrere Monate der Verbleib von Bilgenwasser
nicht nachgewiesen werden. Gegen den 58-jährigen Kapitän und den 57
Jahre alten Leitenden Ingenieur, die beide aus Schweden stammen, wurde eine Sicherheitsleistung
von jeweils 2.315 Euro festgelegt. Von dem 31- jährigen zweiten Ingenieur,
der ebenfalls Schwede ist, werden 530 Euro Sicherheitsleistung eingezogen.
Pressemitteilung vom
05.11.2003
Küstenfunkstelle mit neuem Sender
Die Küstenfunkstelle Kielradio nimmt am 22.
Oktober ihre zweite Sendestation in Betrieb. Die Funkstelle hat eine mittlere
Reichweite von 3000 Seemeilen und verfolgt das Ziel, Schiffen eine preisgünstigere
Alternative zu den Diensten von Satellitenbetreibern zu bieten. Infomationen über
die Dienste und Frequenzen stehen unter www.kielradio.de im Internet.
Pressemitteilung vom
16.10.2003
Öko-Anstrich fürs Schiff
Hamburg - WWF-Studie: Es muss kein Gift sein, wenn Schiffsrümpfe lackiert werden.
Großversuch der Bundesstiftung Umwelt Schiffsanstriche können nach
Expertenansicht auch ohne giftige Beimischungen wirksam vor dem Bewuchs der Rümpfe
schützen. Das habe ein fünfjähriger Versuch bewiesen, teilte der
World Wide Fund for Nature (WWF) gestern in Hamburg mit. Mit Fördergeld der
Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ließ der WWF die Wirksamkeit von ungiftigen
Antihaftbeschichtungen, selbst polierenden Anstrichen und Mikrofaserbeschichtungen
auf mehr als 20 weltweit
fahrenden Schiffen testen.
Die alternativen Beschichtungen
hemmen den Bewuchs mit Hilfe physikalischer Mechanismen. Der Großversuch
gehört nach Angaben des Umwelt- schutzverbandes zu den ausführlichsten
unabhängigen Studien weltweit. Beteiligt waren unter anderem die Forschungsstelle
Küste, die Umwelt- und Gesundheitsbehörde Hamburg, Schiffseigner und
Farbfirmen.
Die getesteten Anstriche
seien Alternativen zu den aktuell noch eingesetzten giftigen Substanzen, so genannten
Antifoulingbioziden, die Tiere und Meeresumwelt schädigen. Die Gifte können
über die Nahrungskette auch in den menschlichen Organismus gelangen.
Pressemitteilung vom
30.09.2003
Brüssel setzt marode Öltanker auf
schwarze Liste
Brüssel - Rund sieben Monate nach der Havarie des Öltankers "Prestige" vor der spanischen
Küste hat die EU-Kommission schärfere Maßnahmen gegen altersschwache
und defekte Schiffe ergriffen: Das Brüsseler Gremium veröffentlichte
eine schwarze Liste mit den Namen von mehr als einhundert Schiffen, die bei Nachweis
weiterer Sicherheitsmängel keine Häfen der Europäischen Union mehr
anlaufen dürfen.
Auf
dem Index stehen einerseits 112 meist ältere Schlepper und Öltanker, die unter Flaggen von Ländern
fahren, die als "sehr risikoreich" eingestuft werden. Außerdem befinden
sich solche Schiffe auf der Liste, die in den vergangenen beiden Jahren mindestens
einmal wegen mangelnder Sicherheit gestoppt wurden. Fast jedes dritte Schiff fährt
unter türkischer Flagge.
Die
Kommission kündigte zudem juristische Schritte gegen zehn EU-Länder
an, die eine Reihe seit Jahren geforderter Sicherheitsmaßnahmen bis heute
nicht umgesetzt haben. Lediglich fünf Länder hätten die im Jahr
1999 beschlossenen erhöhten Standards eingeführt, darunter auch Deutschland.
Die Regelungen verpflichten die Staaten unter anderem, ein Viertel aller einlaufenden
Schiffe auf ihre Sicherheit zu prüfen.
EU-Verkehrskommissarin
Loyola de Palacio bedauerte die schleppende Umsetzung: "Wir hätten die "Prestige"-Katastrophe
verhindern können, wären diese Maßnahmen schneller in Kraft getreten",
sagte sie.
Die
"Prestige" war Mitte November mit mehr als 70.000 Tonnen Schweröl an Bord
vor der spanischen Küste gesunken. Austretendes Öl verursachte die bislang
schlimmste Ölpest in Galicien und verseuchte auch weite Teile der spanischen
Nordküste und der französischen Atlantikküste. Das in zwei Teile
zerbrochene Wrack liegt 270 Kilometer vor der galicischen Küste in 3500 Metern
Tiefe und hat noch 35.000 Tonnen Öl in seinen Tanks.
Pressemitteilung vom
25.07.2003
Streit um den Tiefgang
Ausschreibung für den Notfall-Hochseeschlepper
vor Helgoland sorgt für Irritation
Helgoland/Berlin - Die Notfallvorsorge in der Deutschen Bucht und vor Helgoland sorgt erneut für
Streit. Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN) hat ihre Kritik
am Verhalten der Bundesregierung bei der Suche nach einem neuen Hochsee-Schlepper
verstärkt. Anlass dafür ist die vom Verkehrsministerium initiierte Ausschreibung,
in der die Stationierung eines Schleppers mit einem Tiefgang von maximal sechs
Metern vorgesehen ist. Diese Festlegung hätte das Aus für die derzeit
vor Helgoland stationierte "Oceanic" zur Folge, die einen Tiefgang von 7,30 Metern
aufweist.
Die
Sechs-Meter-Begrenzung sei "fachlich nicht sinnvoll", erklärte ein Sprecher
der Schutzgemeinschaft. Bei einer Havarie in der Deutschen Bucht müsse ein
Schlepper mit möglichst großer Leistungskraft zur Verfügung stehen.
Die bei Sturm und hohem Wellengang erforderliche Kraft sei jedoch nur bei möglichst
großem Tiefgang des Schleppers gewährleistet. Darauf habe die SDN schon
im vorigen Jahr in einem Gutachten hingewiesen. Die Warnungen seien in Berlin
jedoch ignoriert worden.
In
seiner Antwort auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hatte das Ministerium
argumentiert, nur ein flacheres Schiff könne notfalls auch im Wattenmeer-Bereich
zum Einsatz kommen. Dieser Aspekt spielt für die Experten der Schutzgemeinschaft
jedoch keine Rolle. Auch ein nur sechs Meter tiefer Schlepper wäre im Wattenmeer
kaum manövrierfähig, meinen sie. Priorität müsse daher die
Leistungskraft auf offener See haben.
Immerhin,
so erklärte der Elmshorner SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann,
bleibe noch genügend Zeit, den Streit um den richtigen Tiefgang zu klären.
Die Chartervertrag mit der "Oceanic"
laufe noch bis zum 15. Oktober 2005.
Darüber hinaus bestehe eine Verlängerungsoption über maximal zwölf
Monate.
Pressemitteilung vom
25.07.2003
Neuer Pass für Seeleute enthält
Fingerabdruck
Durch die Einführung eines neuen Seemanns-Passes
soll die Sicherheit in der internationalen Schifffahrt erhöht werden.
Genf/London(OZ)
Die 176 Mitgliedsstaaten der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) wollen
die Ausweispflicht für die rund 1,2 Millionen Seearbeitskräfte in der
Handelsschifffahrt verschärfen. Auf ihrer Jahreskonferenz in Genf einigten
sich die Länder auf die Einführung eines biometrischen Ausweises, für
den die Seeleute neben ihren Personenangaben auch ihren Fingerabdruck liefern
müssen.
Der Abdruck
wird in einen Datenschlüssel umgewandelt und auf einem Chip gespeichert.
Bei jedem Landgang und jeder Durchreise zu einem Schiff nehmen die Einwanderungsbeamten
den Seeleuten mit Handscannern erneut einen Fingerabdruck ab, der anschließend
mit dem Referenzwert im Pass verglichen wird. Stimmen beide Werte überein,
hat sich der Fahrensmann korrekt ausgewiesen.
Damit nur qualifizierte
Arbeitskräfte in den Besitz des neuen Ausweises kommen, fordert die UNO-Agentur
die Mitgliedsstaaten auf, zentrale Datenbanken mit allen gemeldeten Seeleuten
einzurichten. Die Fingerprint-Daten sollen bei jedem Ausweis-Check online mit
diesen Datenbanken abgeglichen werden. Dazu verabschiedeten die IAO-Staaten eine
neue Konvention über Personalausweise für Seeleute, die das bis dahin
gültige Übereinkommen von 1958 ablöst. Bereits damals hatten sich
61 Länder, die rund 60 Prozent der Weltflotte vertraten, auf einheitliche
internationale Normen für Ausstellung und Inhalt von nationalen Personalausweisen
für Seeleute geeinigt.
Die IAO
bezeichnete das neue Abkommen als "wesentlichen Beitrag zur internationalen Sicherheit",
weil dadurch eine "eindeutige und nachprüfbare Identifizierung" möglich
werde. Mit der Reform kommt die Organisation vor allem den Wünschen der USA
entgegen, die sich seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sorgen,
dass Extremisten unter falscher Identität an Bord von Handelsschiffen in
fremde Länder einreisen könnten.
Die Internationale
Transportgewerkschaft ITF begrüßte die Konvention als "maßvoll"
und "ausgewogen". Der Leiter des Seefahrtbereichs bei der ITF, Jon Whitlow, sagte
in London: "Sowohl die Menschenrechte der Seeleute als auch die Sicherheitsbedürfnisse
der Staaten werden gebührend anerkannt." So hatte sich die Gewerkschaft dem
Vernehmen nach erfolgreich dafür eingesetzt, dass die Beschäftigten
unter Verwendung des biometrischen Passes ohne zusätzliches Visum beruflich
ein- und ausreisen können.
Bis das
neue System zur Anwendung kommt, könnten allerdings noch einige Jahre verstreichen.
Denn die Mitgliedsstaaten müssen die Urkunde noch durch Ratifizierung in
nationales Recht umsetzen. Zudem müssen die Grenzbehörden in allen Seehäfen
mit den erforderlichen Scannern ausgerüstet und die Seeleute-Datenbanken
mit den erforderlichen IT-Schnittstellen eingerichtet werden. Die damit verbundenen
Kosten gehen in die Millionen.
M. HOLLMANN
Pressemitteilung vom
09.07.2003
Nach langem Tauziehen kann Europas "Galileo"
starten
Paris - Nach einem monatelangen Tauziehen ist der Weg für Europas Antwort auf das
US-Navigationssystem GPS unter Dach und Fach. Zu Weihnachten 2002 schien das milliardenteure
"Galileo"-Netz aus 27 künstlichen Himmelskörpern noch an einem heftigen
Gerangel zwischen Berlin und Rom um Sitz, Führungsrolle und Industrieaufträge
zu scheitern.
In
den Monaten nach der schwierigen Einigung, die Deutschland dann doch den Hauptsitz
der Galileo Industries einbrachte, stellte sich Madrid wegen der Finanzierung
noch einmal quer. Eine Verwaltungsratssitzung der Europäischen Weltraumorganisation
(ESA) in Paris legte auch den Streit jetzt bei - Europa kann sich von dem GPS-System
frei machen.
Die
Europäer schicken sich mit "Galileo" - Kosten: 3,5 Milliarden Euro - an, im Jahr 2008 mit
eigenen Satelliten und leistungsstarken Bodenstationen die Unternehmer und Verbraucher
unabhängig von GPS zu machen, das vom US-Verteidigungsministerium betrieben
wird. Alle 15 ESA-Mitgliedstaaten wissen um die wirtschaftliche, industrielle
und auch strategische Bedeutung des Projektes, das 140 000 Arbeitsplätze
schaffen und das Investierte um ein Mehrfaches zurück in die Kassen bringen
soll. Sonst hätte Washington auch nichts anfangs versucht, die Europäer
davon abzubringen - denn so ein System kann doch auch militärisch genutzt
werden. Und es bricht vor allem das US-Monopol.
Länder
wie Großbritannien und Deutschland wollten ursprünglich keine Geld
«in ein Fass ohne Boden werfen» - ist "Galileo" doch das teuerste
Projekt der Europäischen Union (EU) und wird der Dreh- und Angelpunkt eines
künftigen europäischen Verkehrsmanagements aus der Luft sein. Und für
die Deutschen lohnt es sich, jetzt in dem Lager der Befürworter zu sein,
bekommen sie doch die industrielle Leitung sowie die Projektverantwortung für
den Bau der "Galileo"-Satelliten. Allein die Anschubfinanzen betragen (bis 2005)
1,1 Milliarden Euro.
Europas
neue Argusaugen werden den Heimatplaneten in einer Höhe von genau 23 616
Kilometern umkreisen und beobachten. Flugzeuge sowie Schiffe und Autos können
präzise und sicher gesteuert oder geortet werden. Galileo kann, überwacht
von zwei Kontrollzentren, auch in der Landwirtschaft, für die Umweltpolitik
oder bei Suchdiensten eingesetzt werden. Das Geschäft, das EU und ESA gemeinsam
auf die Beine stellen, verspricht äußerst lukrativ zu werden - der
Weltmarkt für die Satelliten-Navigation wird auf mehr als 40 Milliarden Euro
geschätzt. Wir müssen unsere Interessen verteidigen, hatte die ESA von
den Ländern verlangt. Immerhin kurbelt Europas Großvorhaben im Weltraum
auch die gegenwärtig eher marode Satellitenproduktion an.
Pressemitteilung vom
26.05.2003
Neues Patrouillenboot für des BGS
Staatssekretärin Vogt tauft "Bayreuth"
Neustadt - Die Parlamentarische Staatssekretärin des Inneren, Ute Vogt, hat heute
in Neustadt/Holstein das neue Bundesgrenzschutzboot "Bayreuth"
getauft, das ab jetzt in der Nordsee eingesetzt wird.
Das neue Einsatzfahrzeug mit dem künftigen
Heimathafen Neustadt/Holstein ist das zweite von drei neuen Booten, die bis Ende
2003 mehere ältere Patrouillenboote ersetzen werden. Stationiert wird das
Boot in Cuxhaven. Das Gesamtvolumen für die
Beschaffung der drei Boote liegt bei 46 Millionen Euro.
"Mit den modernen Booten wird der BGS
die deutschen Seegrenzen noch effektiver kontrollieren können," so die Staatssekretärin.
"Die neueste Technologie ermöglicht das gesamte maritime Einsatzspektrum
des BGS - auch im Verbund mit der Küstenwache - abzudecken."
Das Boot ist knapp 66 Meter lang und
verfügt über eine Motorleistung von 5.000 KW. Das neue Patrouillenboot
gilt als besonders leistungsfähig, wirtschaftlich und umweltverträglich.
Mit der Namensvergebung wird die Stadt
Bayreuth -ebenfalls Standort des BGS -die langjährige Tradition als Patenstadt
für ein BGS-Boot forsetzen.
Pressemitteilung vom
02.05.2003
Letzte Chance für "Oceanic"?
Bund verschiebt Bau eines Superschleppers
und will erneut chartern
Cuxhaven - Experten sind sich schon lange einig: Die Deutsche Bucht braucht einen neuen
Hochsee-Schlepper. Die bislang vom Bund gecharterte "Oceanic"
ist alt geworden - 40 Jahre hat sie mittlerweile auf den Planken. Der Bund wollte
eigentlich einen neuen Super-Schlepper anschaffen. Einen mit geringerem Tiefgang,
einer Spitzengeschwindigkeit von 17,5 Knoten und mindestens 160 Tonnen Zugkraft.
So ein Schiff gibt es bisher nicht auf dem Markt, müsste also gebaut werden.
Doch weil Ebbe in der Kasse herrscht, soll noch einmal gechartert werden - mindestens
zwei Jahre lang. Dafür wurden die Anforderungen zurückgeschraubt. Seit
wenigen Tagen läuft die europaweite Ausschreibung.
Es
könnte ein achtes Mal für die "Oceanic" reichen, hofft die "Bugsier"-Schleppreederei
in Hamburg, der das Schiff gehört. Die "Oceanic" gilt mit ihren 7,30 Meter
Tiefgang eigentlich als nicht mehr tauglich. Zusammen mit anderen Unternehmen
hatte Bugsier kürzlich das Konzept eines völlig neuartigen Sicherheitsschiffs
für die Deutsche Bucht vorgestellt. Doch der Bau eines solchen Giganten,
dessen Kosten auf rund 40 Millionen Euro geschätzt wird, rentiere sich nur
bei einer Mindestcharterzeit von zehn Jahren, sagt Peter Meyer, Sprecher von "Bugsier".
Da winkte der Bund ab.
Auch
die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN) wirbt vehement für
die betagte "Oceanic". "Sie ist das Beste, was wir haben", sagt SDN-Sprecher Hans
von Wecheln. "Es wurde viel in die Ausbildung der Besatzung und des mobilen Bergungsteams
investiert. Das kann man jetzt nicht einfach vergeigen, indem man nur nach dem
Preis geht."
Ein Hochseeschlepper
ist auch in der Unterhaltung teuer. Anders als Mehrzweckschiffe kann er keine
andere Aufgaben, etwa Tonnenlegen, übernehmen. Für die "Oceanic" werden
pro Tag 12000 Euro Chartergebühr
fällig.
Pressemitteilung vom
24.01.2003
EU-Kommission will schärfere Strafen
für Meeresverschmutzung
Brüssel - Angesichts der Ölverseuchung vor der spanischen Küste strebt die Kommission
der Europäischen Union (EU) schärfere Strafen für Meeres-Verschmutzung
an.
Der Präsident der
EU-Kommission, Romano Prodi, teilte am Samstag den Regierungen der EU-Staaten
mit, dass die EU-Exekutive hierzu einen Gesetzesvorschlag erwäge. Danach
sollten künftig die Verantwortlichen für Meeresver- schmutzung strafrechtlich
verfolgt werden, hieß es in einem Brief an die 15 Mitgliedsstaaten der EU.
Bestraft werden könnten danach sowohl die verantwortlichen Speditionen als
auch die Reeder betroffener Schiffe. Nach Angaben eines Sprechers der EU-Kommission
droht in einigen EU-Staaten derzeit den Verantwortlichen von Meeresverschmutzungen
lediglich ein Bußgeld.
Im November war vor
der spanischen Atlantikküste der 26 Jahre alte Öltanker "Prestige" auseinander
gebrochen und gesunken. Weite Teile der Küste Galiciens und später auch
Strände in Frankreich wurden von Öl verschmutzt. Die "Prestige" hatte
lediglich eine Bordwand. Umweltschützer warnen seit Jahren vor der Gefahr
einwandiger Tanker. Die EU hatte nach dem Unglück für derartige Öltanker
ein Einlaufverbot für die Häfen der Union verhängt.
Nach
Angaben von Diplomaten verzögern die EU-Schifffahrtsnationen Griechenland, Großbritannien und die Niederlande
jedoch die Umsetzung des Verbots. Die EU-Kommission kündigte an, auf eine
Umsetzung dringen zu wollen.
Pressemitteilung vom
18.01.2003
Neues Radarsystem für Hadag-Schiffe
Hamburg - Die Hadag-Schiffe "Harmonie", "Rafiki" und "Nala" haben als erste Schiffe im
Hafen ein neues Radarsystem bekommen. Mit dem System hat der Schiffsführer
alle Informationen auf einen Blick - Uferlinien, Fahrrinne, Radartonnen, Brücken
und den eigenen Standort. Auch das Tempo anderer Schiffe wird angezeigt. Pro Schiff
investierte die Hadag 35 000 Euro, noch in diesem Jahr sollen zwei weitere Hadag-Fähren
umgerüstet werden.
Pressemitteilung vom
15.01.2003
Maritime "Black Box" einsatzreif
Als Reaktion auf
die weltweite Terrorgefahr sind im vergangenen Jahr neue internationale Sicherheitsstandards
für Schiffe vereinbart worden. Dafür wurden nun neue Geräte wie
die maritime "Black Box"
und Systeme zur Schiffsidentifikation (AIS) eingebaut, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am
Donnerstag in Hamburg mitteilte. Die neuen "Black Boxes" sollen, ähnlich
wie bei Flugzeugen, unter anderem Funksprüche und Gespräche speichern.
"Dadurch erhalten wir Aufschluss über Ursachen bei einem Schiffsunglück",
sagte BSH-Präsident Peter Ehlers. Man könne so auch eher aus Fehlern
lernen.
Die
Datenschreiber werden oben auf dem Schiff angebracht und halten laut Ehlers bis
zu 6.000 Meter Wassertiefe und Temperaturen über 1.000 Grad aus. Wie im Flugzeug
senden die Datenschreiber Signale aus, damit sie gefunden werden können.
Mit
dem Schiffsidentifikationssystem AIS können sich Schiffe über die Fahrdaten
anderer Schiffe, etwa deren Kurs oder Geschwindigkeit, informieren. Das System
könnte Gefahren wie Schiffszusammenstöße oder -entführungen
verringern.
Einrichtungen wie die
neuen Datenschreiber und AIS-Systeme gehören zu den Sicherheitsstandards,
die schon jetzt auf allen neuen Schiffen eingebaut werden müssen. Bis Ende
2004 sind die Identifikationssysteme auf allen Fähren und Schiffen über
3.000 Bruttoregistertonnen Pflicht.
Pressemitteilung vom
09.01.2003
Mit kostenlosem "Charterschein" auf ostdeutsche
Gewässer
Freizeitskipper, die in den Wassersport
einsteigen wollen, sollten sich über das führerscheinfreie Führen
von Haus- booten informieren. Der hierfür erforderliche, kostenlose "Charterschein" gilt unter Anfängern aber immer
noch als "Geheimtipp".
Bereits 1500 angehende Wassertouristen
haben in der vergangenen Saison ohne den üblicherweise vorgeschriebenen "Amtlichen
Sportbootführerschein" mit einem gemieteten Hausboot Wasserstraßen
in Brandenburg und Mecklenburg- Vorpommern befahren.
Die Möglichkeit
hierzu bietet ein bis April 2004 befristeter Modellversuch auf speziell ausgewiesenen Wasserstraßen in diesen beiden Bundesländern.
Jürgen Tracht, Geschäftsführer des "Bundesverbandes Wassersportwirtschaft
e.V. (BWVS)", ist nahezu sicher, dass der Modellversuch nahtlos von einer dauerhaften
Regelung abgelöst wird, da auch andere Bundesländer die wirtschaftlichen
Potenziale im Wassertourismus erkannt hätten. Schließlich habe auch
die Wasserschutzpolizei den besonders vorsichtigen Anfängern gute Noten ausgestellt
und keine Unfälle registriert.
Der Modellversuch
erlaubt den Einsteigern nach dem Motto "Probieren geht über Studieren", ohne
finanzielle Vorleistungen für den Erwerb eines "Amtlichen Sportbootführerscheins"
(300 bis 500 Euro) ihre Wassersporteignung zu testen. Die "Sportbootvermietungsverordnung
Binnen 2000" hat jedoch vor die Jungfernfahrt einige Auflagen gestellt.
Der Vermieter
des Bootes muss den Anfänger in einer etwa dreistündigen Einweisung
theoretisch und praktisch auf seine erste Fahrt vorbereiten, bevor der "Charterschein"
kostenfrei ausgestellt werden darf. Das Boot darf nicht länger als 13 Meter
sein und mit einer "Höchstgeschwindigkeit" von
zwölf Stundenkilometern nur in strömungsarmen Gewässern ohne Berufsschifffahrt
bei weniger als Windstärke vier fahren. Der "Charterschein" gilt jeweils
nur für einen Urlaub und muss gegebenenfalls wiederholt werden. Etwa drei
Viertel der Einsteiger haben deshalb nach mehrfachen Testfahrten mit dem "Charterschein"
schließlich den "Amtlichen" erworben.
Pressemitteilung vom
27.12.2002
Neues Patrouillenboot mit "Schleichantrieb"
Die Abeking &
Rasmussen Schiffs- und Yachtwerft (A&R) in Lemwerder hat mit dem Patrouillenboot
"Bad Bramstedt" den
ersten von drei Neubauten der 70-Meter-Klasse an den Bundesgrenzschutz
See abgeliefert. Der künftige Liegeplatz ist
vor der früheren Heringshalle von Hussmann & Hahn in Cuxhaven. Für
Patrouilleneinsätze mit bis zu zwölf Knoten wird ein geräuscharmer
Elektroantrieb mit 600 kW genutzt, der auch als Booster für den Hauptantrieb
des rund 21,5 Knoten schnellen Schiffes dient.
Pressemitteilung vom
23.11.2002
Havariekommando noch nicht voll einsatzbereit
Maritimem Lagezentrum fehlen Technik und Personal
Cuxhaven - Vier Jahre nach dem Schiffsunfall des
Holzfrachters "Pallas" vor der Küste Nordfrieslands ist das deutsche
Havariekommando in Cuxhaven
noch nicht voll einsatzbereit. "Uns fehlen Technik und Personal", sagte gestern
Boris Klodt, Sprecher des Kommandos. Als Konsequenz aus dem "Pallas"-Unfall sollen
35 bis 40 Spezialisten in dem maritimen Lagezentrum über die Sicherheit an
Nord- und Ostsee wachen. Bis auf Schleswig-Holstein haben alle norddeutschen Länder
ein entsprechendes Abkommen ratifiziert.
Eine
Sicherheitslücke sieht Klodt nicht: Die bestehenden deutschen Notfallpläne
seien ausgereift und hätten sich seit 20 Jahren, auch bei Auslandseinsätzen,
bewährt. Dazu gehörten Konzepte zur Schadstoffunfallbekämpfung
und für einen Nothafen an der deutschen Küste. Zudem stehen für
Notschleppeinsätze angecharterte Schiffe wie der Hochseeschlepper "Oceanic"
an der Nordsee sowie die Schlepper "Fairplay 25"
und "Fairplay 26" an
der Ostsee bereit.
Bisher
arbeiten rund zehn Spezialisten des Aufbaustabes an Konzepten zur Verletzten-Versorgung
auf See. Auch der
Brandschutz wird neu
konzipiert. Die personelle Verstärkung des Stabes gestalte sich langwierig,
da es schwierig sei, in kurzer Zeit gut ausgebildete Spezialisten zu finden."
Zeit
benötigt auch die technische Aufrüstung an Nord- und Ostsee: Dort müssten
neue Kommunikationsanlagen zur Übertragung von Funk- und Radarverbindungen
errichtet werden. Die komplexe Technik soll erst in ein bis anderthalb Jahren
für den Endbetrieb einsatzbereit sein.
Trotz aller Konzepte
lässt sich für Klodt das Risiko einer Havarie nicht völlig ausschließen.
Pressemitteilung vom
21.11.2002
Mann-über-Bord-Boje verbessert
Mehr Sicherheit
verspricht diese weiterentwickelte Mann-über-Bord-Boje, der Bremerhavener
Comet Gmbh, die auf der Hamburger Schiffahrtsfachmesse SMM vorgestellt
wird. Mit ihrer neuartigen Befestigung, die aus Edelstahl besteht, lässt
sich bei Bedarf schnell lösen, bleibt aber sonst gut gesichert
an der Reling. Eine Lampe leuchtet zwei Stunden und ein Rauchsatz wirkt
über 15 Minuten.
(SMM Messe
vom 24.09.2002 - 28.09.2002) |
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Weserschleuse für Sportschiffe eingeweiht
Bremen - Sportschiffer in Bremen können jetzt per Knopfdruck von der Unter- in
die Mittelweser schleusen. Möglich macht dies die neue Kleinschifffahrtsschleuse,
die rund um die Uhr am Bremer Weserwehr für vollautomatischen Betrieb eingerichtet
ist. Die Anlage ist am 22. August 2002 eingeweiht und in Betrieb genommen worden.
Wasserschutzpolizeien der Küstenländer
mit voller Fahrt voraus
- Gemeinsame Leitstelle geht Rund-um-die-Uhr
in Betrieb -
Mit der Aufnahme der Rund-um-die-Uhr-Besetzung
der WSP-Leitstelle in Cuxhaven zum 1. August 2002 steht allen Dienststellen
und Küstenbooten der Wasserschutzpolizeien der fünf Küstenländer
eine gemeinsame Service- und Koordinierungsstelle
für die Einsatzgebiete in Nord- und Ostsee zur Verfügung. Weitere Unterstützung
erhält die Cuxhavener
Leitstelle durch die im Tagesdienst und für den Bereich der Ostsee
in Neustadt eingerichtete WSP- Leitstelle.
Mit
Einrichtung des 24stündigen Betriebes der gemeinsamen WSP-Leitstelle
wird der von den Leitern der Wasserschutz- polizeien der Küstenländern
im September 1998 initiierte Gedanke realisiert, im Sinne des "kooperativen
Föderalismus" innerhalb der deutschen Hoheitsgewässer von der
holländischen bis zur polnischen Grenze einen einheitlichen, fachkompetenten
und abgestimmten polizeilichen Vollzug zu gewährleisten.
Das
deutsche Küstenmeer zählt zu den am meisten
befahrenen Gewässern der Welt. Etwa 120.000 Schiffe laufen
jährlich deutsche Häfen an, insgesamt ca. 400.000 Schiffsbewegungen
im Jahr sind in der deutschen Bucht und den relevanten Gebieten der Ostsee
zu verzeichnen, ein Gefahrenpotential das neben einer funktionierenden
Verkehrs- sicherung durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
einen wirksamen und einheitlichen Vollzug durch die Wasserschutzpolizeien
der Länder erfordert.
Die
Leiter der Wasserschutzpolizeien wollten mit der WSP-Leitstelle eine Ansprechstelle
für die Dienststellen, insbesondere für die Boote der Wasserschutzpolizeien
im Küstenmeer einrichten. Die Erledigung aller wasserschutz- polizeilichen
Aufgaben auf See soll unter Reduzierung von Schnittstellen und unabhängig
von Landesgrenzen und Zuständigkeiten schnell und kompetent sichergestellt
werden. Neben dem Wegfall von Abstimmungsprozessen mit dem jeweiligen Land
treten zugleich polizeitaktische Synergien ein. Das bedeutet, dass abweichend
von der bisherigen Situation nicht jedes Land seine Boote zeitgleich auf
See einsetzen muss.
Grundlage
für den 24stündigen Betrieb der WSP-Leitstelle in Cuxhaven ist
das von den Innenministern und Innensenatoren der Küstenländer
gezeichnete und nunmehr zum 1. Mai 2002 in Kraft getretene Verwaltungsabkommen.
Danach stellen die Wasserschutzpolizeien aller fünf beteiligten Küstenländer
nautisch qualifizierte und erfahrene Polizeibeamte für die Leitstelle
in Cuxhaven zur Verfügung. Diese erstellen permanent ein polizeiliches
Lagebild, um rechtzeitig und lageangepasst reagieren zu können. Für
den polizeilichen Einsatz (Strafverfolgung, Fahndung, Schiffs- und Verkehrskontrollen,
Havarien etc.), haben sie Zugriff auf insgesamt 25 Küsten- und Streckenboote
der fünf Wasserschutzpolizeien, die nach einem gemeinsamen länderübergreifenden
Rahmenpräsenzplan täglich 24 Stunden vorgehalten und eingesetzt
werden können. Das heißt, auf der Grundlage dieser Einrichtung
kann ab sofort und durchgehend z.B. ein WSP-Leitstellenbeamter aus Niedersachsen
ein Hamburger WSP-Boot auf schleswig-holstein- ischem Gebiet einsetzen
- eine in Deutschland durchaus einmalige Konstellation!
Mit
dem Eintritt in den 24stündigen Wirkbetrieb der WSP-Leitstelle in
Cuxhaven haben die Wasserschutzpolizeien der Küstenländer zugleich
alle organisatorischen und personellen Voraussetzungen geschaffen, damit
das vom Bund und den Küstenländern vereinbarte Havariekommando
für ein wirksames maritimes Unfallmanagement noch in diesem Jahr seinen
Betrieb aufnehmen kann, zumal die WSP-Leitstellenbeamten gemeinsam mit
den Beamten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes das Maritime
Lagezentrum bzw. im Einsatzfall einen Stabsbereich im Havariestab des Havariekommandos
bilden.
Im
übrigen wird die bisher gute und enge Zusammenarbeit zwischen den
WSP-Leitstellen und dem Koordinierungs- verbund der Vollzugsbehörden
des Bundes aus dem vorgenannten Grund noch weiter intensiviert, da sich
beide Einrichtungen jeweils in Cuxhaven und Neustadt unter einem Dach befinden.
Ansprechstelle Pressesprecher: PHK
Ingo Ohrt, WSP-Direktion SH
Fax
0431"-1"60 6129 eMail Ingo.Ohrt@polizei.landsh.de
Der Bund und die fünf norddeutschen
Küstenländer haben eine Vereinbarung zur Errichtung eines Havariekommandos
unterzeichnet
Seinen Sitz wird
das Havariekommando in Cuxhaven haben und bis November 2002 arbeitsfähig sein. Damit
wird Cuxhaven auch weiterhin Schwerpunkt-standort der maritimen Notfallvorsorge
in Deutschland bleiben.
Niedersachsens Innenminister
Heiner Bartling sagte bei der Unterzeichnung der Vereinbarung: "Mit dem Havarie-
kommando haben wir in Cuxhaven endlich ein schlagkräftiges einheitlich geführtes
Notfallmanagement für die Nordsee. Vorgänge wie bei der Pallas-Havarie
dürften damit künftig ausgeschlossen sein".
Kern des Havariekommandos
ist ein Kompetenzzentrum, das sich aus Schadstoffbekämpfungsspezialisten
des Bundes und der Länder zusammensetzt, die bisher in verschiedenen Bundes-
und Landesbehörden tätig waren. Dazu kommen Fachleute für Brandschutz
sowie Wasserschutzpolizisten, die das rund um die Uhr besetzte maritime Lagezentrum
betreiben. Insgesamt werden sich 37 Bedienstete um die Sicherheit auf den Meeren
kümmern, hiervon stellt der Bund neben dem Leiter 20 und die Länder
16. Im Ernstfall verwandelt sich diese Dienststelle in einen Einsatzstab mit dem
Havariekommandanten an der Spitze.
Pressemeldung vom 20.06.2002
Bundesgrenzschutz auch über Seefunk
DP07 zu erreichen
Für die Berufs-
und Sportschifffahrt in der Nord- und Ostsee ist der Bundesgrenzschutz
( BGS) ab sofort unter dem Rufnamen: GERMAN
BOARDER GUARD
direkt und kostenfrei über sieben
Küstenfunkstellen des DP07-Seefunks zu erreichen.
Der UKW Seefunk bietet die Möglichkeit, den BGS direkt über
ungewöhnliche Ereignisse auf See, die das eigene oder ein fremdes Fahrzeug
betreffen, unverzüglich und direkt zu informieren. Die Gespräche werden
über die Küstenfunk- stellen des DP07 Seefunks vermittelt und sind für den Anrufer kostenlos.
Der BGS beantwortet Fragen zu grenz- politischen Einreisebestimmungen, berät,
falls ein nicht als Grenzübergangsstelle zugelassener Hafen angelaufen
werden muss, und gibt notfalls sogar Navigationshilfen. Aber auch die Beobachtung
von aktiver Meeresverschmutzung, Verkehrsgefährdung, gefährlichen
Eingriffen in den Schiffsverkehr und treibenden Gegenständen sollte dem
BGS gemeldet werden.
Die Küstenfunkstellen und die
entsprechenden UKW-Kanäle auf einen Blick
| Nordsee |
|
Ostsee |
|
| Hamburg Radio |
Kanal 83 + 27 |
Kiel Radio |
Kanal 23 |
| Elbe-Weser Radio |
Kanal 24 + 01 |
Lübeck
Radio |
Kanal 24 |
| Borkum Radio |
Kanal 28 |
Arkona Radio |
Kanal 66 |
| Nordfriesl.
Radio |
Kanal 26 + 25 |
|
|
| Bremen Radio |
Kanal 25 |
|
|
DP07
Seefunk betreibt als private Nachfolgeorganisation von SMD-Radio
seit 01.04.2000
fünf und ab Mai/Juni 2000
sieben Küstenfunkstellen entlang der deutschen Küstengewässer.
Die
Küstenfunkstellen sind Rund-um-die-Uhr für Ihre Sicherheit
"on air" |
UKW auf den Schleusen
Ab sofort ist auch die Nordschleuse
in Bremerhaven offiziell über Funk erreichbar.
Doppelschleuse ( Bremerhaven-Fischereihafen
) und Nordschleuse ( Bremerhaven Nord Lock )
sind beide auf UKW-Kanal
69 hörbereit
Schleusenzeiten in Bremerhaven
| Doppelschleuse Bremerhaven-Fischereihafen |
0 - 24 bei Bedarf |
UKW-Kanal 69 |
0471-596 13 439 |
| Bremerhaven-Kaiserschleuse |
0 - 24 bei Bedarf |
|
0471-596 13 432 |
| Bremerhaven-Nordschleuse |
0 - 24 bei Bedarf |
UKW-Kanal 69 |
0471-596 13 426 |
.
Schifffahrtsweg Elbe-Weser (Geestekanal)
Tidesperrwerk
Geeste Bremerhaven |
Schleusen |
Mo.- Fr. (Uhr) |
Samstag (Uhr) |
Sonn-/Feiertag
(Uhr) |
Telefon |
| |
April bis Sept. |
7 - 18.30 |
7 - 18.30 |
7 - 18.30 |
0471- 2 16 78 |
| |
Okt. bis März |
8 - 16.30 |
8 - 16.30 |
So 3 Std. ab Niedrigwasser
(Voranmeldung) feiertags 8 - 16.30 |
|
Neue Verordnung über Seefunkzeugnisse
Betreiber
von Seefunk- und Binnenschifffahrtsfunkgeräten müssen den Nachweis der
Befähigung erbringen. Das ist international in der Vollzugsordnung für
den Funkdienst, national in der Verordnung über Seefunkzeugnisse vom 17.
Juni 1992 geregelt. Zur
Ausübung des Seefunkdienstes braucht man demnach ein gültiges Seefunkzeugnis.
Bis zum 31. Dezember 2002 können unter anderem noch nachfolgende Seefunkzeugnisse
erworben werden:
UKW-Sprechfunkzeugnis
Allgemeines Sprechfunkzeugnis
UKW-Betriebszeugnis 1
UKW-Betriebszeugnis 11
Allgemeines Betriebszeugnis |
Nach
Inkrafttreten der Dritten Schiffssicherheitsanpassungsverordnung vom 24. August
2001 wird es ab dem 1. Januar 2003 keine nationalen Seefunkzeugnisse mehr geben. Damit entfällt das UKW-Sprechfunkzeugnis und
das UKW-Betriebszeugnis II. Für die Sportschifffahrt gibt es dann für den Seefunk das neue Allgemeine Funkbetriebszeugnis (Long
Range Certificate LRC) und das beschränkt gültige Funkbetriebszeugnis
(Short Range Certificate SRC). Für die Binnenschifffahrt wird es das Sprech-
funkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk (UBI) geben. Dieses Zeugnis
berechtigt nicht nur zur Teilnahme am Seefunkdienst. Gleiches gilt um gekehrt
auch grundsätzlich für Inhaber der Funkbetriebszeugnisse. Die Konsequenzen
aus dieser neuen Verordnung sind Englischkenntnisse beim Erwerb der neuen Seefunkzeugnisse. Prüfstellen für das LRC und
das SRC sind der Deutsche Motoryachtverband und der Deutsche Segler-Verband.
Inhaber des "alten" UKW-Betriebszeugnisses II können durch eine Ergänzungsprüfung
das SRC erwerben.
Quelle: Ausbildungsstelle
für Seefunk, Jürgen Bärhold
Downloads : (Pdf 27 KB) Merkblatt für Wassersportler (Neue
Funkzeugnisse für den Seefunkdienst )
Müssen
auf Sportfahrzeugen Seetagebücher geführt werden?
Die Frage, ob Sportskipger
ein Seetagebuch führen müssen, ist zu allgemein gestellt. Grundsätzlich
sieht der Staat davon ab, für jede Situation ein genaues Verhalten vorzuschreiben.
Das gilt auch für die Führung von Seetagebüchern.
Der Staat rechnet ganz entscheidend mit der Eigenverantwortung des Einzelnen. Hat der Skipper zum Beispiel bei Verwicklung in einen Seeunfall
nachweislich vorherige schadensrelevante und sicherheitsbezogene Sachverhalte
nicht eingetragen, so kann sich dies im Haftungsfall für ihn unter Umständen
belastend auswirken.
Umgekehrt kann er sich durch rechtzeitige und sachgemäße Eintragungen
in vielen Fällen entlasten. Der verantwortliche Skipper sollte also nie außer
Acht lassen, dass durch angemessene Eintragungen sich und anderen nützen
kann.
Jan Maat sien Homepage
- ( Die Angaben sind ohne Gewähr ) |
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