Homepage
DGzRS Bremerhaven
Dit un Dat
Museumsschiffe
Küstenschnack
Küsten-News 2006
Segelschiff
Küsten-News
 Bereich Berufs- und Sportschifffahrt 
Leuchturm

Versicherung für Ölschäden nach Havarien

Helgoland / Pinneberg - Wichtig für Helgoland und die Elbe: Die Bundesregierung wird ein internationales Übereinkommen ratifizieren, das die zivilrechtliche Haftung für Ölverschmutzungsschäden regelt. Wie der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann mitteilte, sei dies ein wichtiger Schritt zur Verbesserung des Opfer- und Umweltschutzes bei Schiffshavarien. Denn auch von Schiffen, die nicht Öl oder andere gefährliche Ladung beförderten, könnten erhebliche Gefahren für den Mensch und die Natur ausgehen.
Der Abgeordnete erinnerte in diesem Zusammenhang an die Havarie des Holzfrachters Pallas vor der Nordseeküste im Jahre 1998, bei der Millionenschäden durch Bunkeröl, also Schiffstreibstoff, entstanden waren.
Das sogenannte Bunkeröl-Übereinkommen führt erstmalig auf internationaler Ebene eine Haftung des Schiffseigentümers für Verschmutzungen durch Bunkeröl ein und greift unabhängig davon ein, ob dem Schiffseigentümer im Einzelfall ein Verschulden nachgewiesen werden kann. Ersetzt werden müssen insbesondere Schäden und Aufwendungen bei Verunreinigung von Stränden, Strandbefestigungen und der natürlichen Meeresumwelt sowie auch entgangene Gewinne von Hotels oder Restaurationsbetrieben.
Außerdem werden alle Eigentümer von Schiffen, die in deutschen Gewässern verkehren und eine Bruttoraumzahl von mehr als 1000 aufweisen, verpflichtet, ihre Haftung für Bunkeröl-Verschmutzungsschäden zu versichern und den Abschluß der Versicherung durch eine amtliche Bescheinigung nachzuweisen. Bis 30. Juli 2006 sollen alle EU-Mitgliedsstaaten die Vereinbarung unterschreiben. Das Bunkeröl-Übereinkommen tritt in Kraft, wenn es von mindestens 18 Staaten ratifiziert wurde.
Pressemitteilung vom 30.12.2005

Flugzeugträger "Clemenceau" wird in Indien verschrottet

Paris / Frankreich - Nach monatelangem juristischen Tauziehen kann der ausgemusterte französische Flugzeugträger "Clemenceau" zur Verschrottung nach Indien geschleppt werden. Das Pariser Verwaltungsgericht lehnte Eilbeschwerden von vier Umweltschutzorganisationen ab, die eine Gesundheitsgefährdung von indischen Werftarbeitern durch die hohe Asbestbelastung des Schiffes geltend gemacht hatten. Die 265 Meter lange und 24.200 Tonnen schwere "Clemenceau" war 2003 nach 42 Jahren endgültig aus dem Dienst genommen worden.
Die "Clemenceau" wird in Alang an der Westküste Indiens verschrottet. Auf dem größten Schiffsfriedhof der Welt arbeiten 20.000 Menschen, die jegliche noch verwertbaren Teile einstiger Ozeanriesen für den Weiterverkauf demontieren. Die französische Anti-Asbest-Kampagne Jussieu hatte vor Gericht "schwere Gesundheitsrisiken für die indischen Arbeiter" durch den Krebs erregenden Werkstoff vorgebracht. Greenpeace-Anwalt François Lafforgue sagte, der Rumpf der Clemenceau enthalte "mindestens 115 Tonnen" Asbest. Dass Frankreich das Schiff in Indien entsorge, sei illegal und ein Verstoß gegen die Basler Konvention über gefährliche Abfälle.
Flugzeugträger Clemenceau
Der staatlich beauftragte Anwalt Joël Alquezar betonte dagegen, die Umweltschützer wollten den Eindruck erwecken, dass es in Indien keine Vorschriften für die Entsorgung von Abfällen gebe. Dies sei aber falsch. Zudem hätten Führungskräfte der zuständigen indischen Werft einen zweiwöchigen Kurs in Frankreich absolviert, wie der Asbest fachgerecht zu beseitigen sei. Das Gericht entschied nun, dass es "keinen ernsthaften Zweifel" an der Zulässigkeit der Verschrottung in Indien gebe.
Die "Clemenceau" hatte mit ihren 1920 Mann Besatzung während ihrer Dienstzeit rechnerisch 48 Mal die Erde umrundet. 1997 wurde das Schiff entwaffnet, nachdem der atomgetriebene Nachfolger "Charles de Gaulle" einsatzfähig war.
Um die Verschrottung der "Clemenceau" hatte es ein jahrelanges Hickhack gegeben. Sie hatte den französischen Mittelmeerhafen Toulon schon im Oktober 2003 zu ihrer vermeintlich letzten Reise verlassen. Als die mit der Entsorgung beauftragte Firma das Schiff entgegen der Vereinbarungen nicht nach Spanien, sondern in Richtung Türkei schleppen ließ, stoppte die französischen Marine den Flugzeugträger. Daraufhin wurde eine Tochter von ThyssenKrupp als Generalunternehmer mit der Entsorgung betraut. Der deutsche Konzern stieg aber vor einem halben Jahr aus dem Projekt wieder aus.
Pressemitteilung vom 30.12.2005
Elbe-Lübeck-Kanal bis Mai 2006 gesperrt

Lauenburg - Für umfangreiche Bauarbeiten an der neuen Schleuse in Lauenburg (Kreis Herzogtum Lauenburg) muss der Elbe- Lübeck-Kanal bis Mai 2006 gesperrt werden. Wie eine Sprecherin des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Lauenburg am Montag erklärte, müsse die 40 Millionen Euro teure neue Schleuse an die Wasserstraße angeschlossen und die 105 Jahre alte bisherige Schleusenanlage abgerissen werden. Das gehe nur bei einer Sperrung des Kanals, hieß es.
Pressemitteilung vom 19.12.2005

Dortmund-Ems-Kanal für Schiffsverkehr wieder freigegeben

Olfen / Rheine - Nach gut zweimonatiger Sperrung ist am Donnerstagmorgen der Dortmund-Ems-Kanal bei Olfen wieder für den Schiffsverkehr freigegeben worden. Die beiden Sicherheitstore in Datteln und Schlieker seien gegen 7.00 Uhr geöffnet worden, teilte das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Rheine mit. Insgesamt 50 Schiffe hätten auf die Wiedereröffnung der reparierten Kanalüberführung Lippe gewartet.
Seit Montag war der acht Kilometer lange Kanalabschnitt in drei Schritten geflutet worden. Dabei flossen 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser in jenen Bereich zurück, der nach der Leckage in der Kanalüberführung vom Oktober trockengelegt werden musste. Während der Befüllung sei der Kanalbereich immer wieder überprüft worden. Seit Mittwochvormittag stand das Bauwerk unter vollem Wasserdruck und wurde ständig von Prüfstatikern kontrolliert.
Die Kanalüberführung war am 11. Oktober während Bauarbeiten beschädigt worden. Aus bislang ungeklärter Ursache war ein rund 40 Meter langer Riss in der Spundwand des Kanals entstanden. Die staatsanwaltlichen Untersuchungen zu dem Zwischenfall dauern an.
Pressemitteilung vom 15.12.2005

Mine in Göteborger Hafen behindert Fährverkehr nach Deutschland

Göteborg / Kiel - Eine alte Mine im Hafen des schwedischen Göteborg hat am Donnerstagmorgen zu Behinderungen im Fährverkehr von und nach Deutschland geführt. Auch die Verbindungen zwischen Schweden und Dänemark waren betroffen. Der Hafen wurde wegen Explosionsgefahr kurzzeitig gesperrt. Nach Angaben eines Sprechers der Stena-Line in Kiel kam es zu geringen Verspätungen. Außerdem wurden drei Dänemark- Touren gestrichen. Wie der schwedische Rundfunk berichtete, fanden Fischer die Weltkriegsmine bei der Rückkehr zum Hafen in ihrem Netz.
Pressemitteilung vom 08.12.2005

Radioaktive Ladung? Fehlalarm auf der Elbe

Hamburg - Stundenlang lag die "Nedlloyd Oceania" fest auf Reede, Fahnder durchsuchten mit Strahlenmeßgeräten penibel jeden Winkel: Ein Containerschiff mit angeblich radioaktiv verseuchter Ladung auf dem Weg nach Hamburg hat gestern für einen Großeinsatz von Zoll, Polizei und Feuerwehr gesorgt. Am Abend kam Entwarnung: Es konnte keine Strahlung festgestellt werden.
Das aus Asien kommende Schiff sollte eigentlich am Containerterminal in Altenwerder festmachen. Doch dazu kam es nicht. Der Zoll stoppte das Schiff gegen 15 Uhr, noch bevor es die Elbmündung passiert hatte. Vorausgegangen waren der Aktion mehrere Sitzungen der Behörden in Altenwerder.
Nach ersten Informationen hatte der deutsche Zoll von amerikanischen Kollegen einen Hinweis auf die brisante Ladung erhalten - mit einer zumindest ungewöhnlich klingenden Geschichte. Demnach hatten die Beamten des US Customs in einem asiatischen Containerhafen ein neues Strahlenmeßgerät ausprobiert. Mit Erfolg, wie sich allerdings erst später herausstellte: Bei der Auswertung der Testergebnisse stellten die US-Zöllner fest, daß das Gerät bei einem Container ausgeschlagen hatte. Das Problem: Es war nicht mehr zu rekonstruieren, wo genau dieser Container sich mittlerweile befand, sondern nur, zu welcher Gruppe von Containern er gehörte. Drei der Stahlboxen aus dieser Gruppe waren auf dem Weg nach Hamburg - auf dem jetzt angehaltenen Frachter, der auf seiner Tour bereits in Italien be- und entladen worden war.
Bei ihrer Strahlenkontrolle untersuchten die Beamten gestern nachmittag das Schiff zunächst gründlich von außen und gingen dann an Bord. "Um absolut sicher zu gehen, daß die Bevölkerung nicht gefährdet wird, haben wir uns entschlossen, diese Maßnahmen einzuleiten. Das ist reine Routine", sagte Robert Dütsch, Sprecher des Zollfahndungsamtes Hamburg, auf Abendblatt-Anfrage.

Pressemitteilung vom 28.10.2005
Elbe-Seitenkanal bald wieder frei - Schiffshebewerk Scharnebeck ist repariert

Scharnebeck - Monatelang hatben die Binnenschiffer auf dem Elbe-Seitenkanal vor dem Schiffshebewerk Scharnebeck im Stau gestanden. Nun ist das seit einer Havarie im August 2004 nur noch mit halber Kraft arbeitende Hebewerk repariert und wird vom 1. November an wieder voll einsatzfähig sein. Die Reparatur dauerte so lange, weil die Ersatzteile erst hergestellt werden mußten. Gute Nachricht für die Binnenschiffer: Die für 2006 und 2007 angesetzten Korrosions- und Rostschutzarbeiten wurden gleich miterledigt.
Pressemitteilung vom 28.10.2005
Das Schiffshebewerk in Zahlen

Scharnebeck - 1975 als das größte der Welt erbaut, ist das Schiffshebewerk Lüneburg in Scharnebeck mit 38 Meter Hubhöhe auch heute noch eines der größten der Welt. - In Belgien steht seit 2002 das größte Hebewerk der Welt mit 73 Meter Hubhöhe.
Das Schiffshebewerk Lüneburg ist aber das verkehrsmäßig bedeutendste mit mehr als 8,5 Millionen Tonnen Gütern, die hier herauf- und herunterge-hoben werden. Das entspricht fast 500 000 voll beladenen 20-Tonner-Lastwagen.
Viele Schiffe kommen aus oder fahren zum Hamburger Hafen. Ihre Route geht in Richtung Mittellandkanal - im Osten beispielsweise Richtung Haldensleben und Magdeburg, im Westen Richtung Braunschweig und Hannover bis in das Ruhrgebiet und umgekehrt. Durchs Schiffhebewerk Lüneburg fahren jährlich 20 000 Fahrzeuge, davon 15 000 Güterschiffe, 2000 Schubboote, 1000 Fahrgastschiffe und 2000 Sportboote. Die zwei Transport - Tröge sind 100 Meter lang und 12 Meter breit, sie haben 3,40 Meter Tiefgang. Ein Trog wiegt - egal ob mit oder ohne Schiff - immer 5800 Tonnen und kann ein Schiff mit bis zu 2000 Tonnen Tragfähigkeit heben.
Die Maximalabmessungen für Schiffe betragen 100 Meter Länge, 11,45 Meter Breite und 2,80 Meter Tiefgang. Die Kanalgebühren und damit auch die Kosten einer Durchfahrt hängen von der Menge der transportierten Güter, der Ladungsart und der zu fahrenden Strecke ab. Sie sind vom Schiffstyp unabhängig. So kostet eine Fahrt von 1300 Tonnen Steinkohle von Hamburg nach Duisburg etwa 2000 Euro.

Pressemitteilung vom 28.10.2005
Die Küstenfunkstellen

" Delta Papa 07" ist von Ende März 2006 an auf folgenden Küstenfunkstellen wieder "on air":

Die Küstenfunkstellen und die entsprechenden UKW-Kanäle auf einen Blick
 Nordsee    Ostsee  
 Hamburg-Radio Kanal 83  Kiel-Radio Kanal 23
 Elbe-Weser-Radio Kanal 24 + 01  Lübeck-Radio  Kanal 24
 Bremen-Radio Kanal 25  Arkona-Radio Kanal 66
 Nordfriesland- Radio Kanal 26    
 Borkum-Radio Kanal 61    
 Accumersiel-Radio Kanal 28    
Der Seewetterbericht wird um 7.45, 9.45, 12.45, 16.45 und 19.45 Uhr gesendet, stets angekündigt mit Musik von Bach.
Die Nutzung des Seefunks kostet pro Jahr 30 Euro.
Infos: Tel. 040 / 23 85 57 82 oder im Net: www.dp07.com
Pressemitteilung vom 24.10.2005

Modernstes Forschungsschiff der Welt geht auf Probefahrt

Rendsburg - Das neue Eisrand-Forschungsschiff "Maria S. Merian" legt heute von der Kröger-Werft in Rendsburg in Schleswig-Holstein zu seiner ersten großen Fahrt ab. In der Biskaya sollen nach Angaben des Bildungsministeriums vom Sonntag die schiffstechnischen Instrumente getestet und wissenschaftliche Komponenten abgenommen werden. Im Anschluss an die Probefahrt kehrt die "Maria S. Merian" zu abschließenden Arbeiten auf die Werft zurück. Hier erhält sie auch einen endgültigen Außenanstrich, bevor das Schiff dann Mitte Dezember in den Heimathafen Rostock-Warnemünde überführt wird. Die "Maria S. Merian" gilt als das modernste Forschungsschiff der Welt.
Untersuchung des Einflusses der Ozeane auf das Klima

Künftige Hauptaufgabe des fast 95 Meter langen Schiffs soll die Untersuchung der Einflüsse der Ozeane auf Klimaschwankungen sein. Die Forschungsreisen der "Maria S. Merian" sollen vom nördlichen Golfstrom bis zu den Eisrand-Regionen der Arktis reichen. An Bord haben bis zu 22 Wissenschaftler und 21 Mann Besatzung Platz. Auf mehr als 350 Quadratmetern stehen den Forschern verschiedene Labore und andere wissenschaftliche Arbeitsräume zur Verfügung. Bei Bedarf können zusätzlich spezielle Laborcontainer installiert werden.
D
ie Investitionskosten für das Forschungsschiff von rund 53 Millionen Euro teilen sich der Bund (75 Prozent) und die vier Küstenländer Mecklenburg-Vorpommern (12,5 Prozent), Hamburg und Schleswig-Holstein (je 5 Prozent) sowie Bremen (2,5 Prozent).

Pressemitteilung vom 19.09.2005
Gefahrenabwehr unter einem Dach

Cuxhaven - Zur polizeilichen Gefahrenabwehr auf Nord- und Ostsee wird in Cuxhaven ein Maritimes Sicherheitszentrum entstehen. Der Bund und die fünf Küstenländer unterzeichneten am Dienstag in Cuxhaven eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung. In dem Zentrum werden künftig alle Behörden und Einrichtungen zusammenarbeiten, die Verantwortung für die maritime Sicherheit tragen.
In dem neuen Zentrum werden die Behörden des Koordinierungsverbundes Küstenwache (Bundespolizei, Zoll, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung), die Wasserschutzpolizei der Küstenländer, der nationale Meldekopf (Point of Contact) und das Havariekommando vereint. Jede Behörde bleibt räumlich und sachlich für ihren Aufgabenbereich zuständig.

Pressemitteilung vom 06.08.2005
Klarer Kopf für Kapitäne, Steuermänner und Matrosen

Berlin - Bundesverkehrsminister Dr. Manfred Stolpe hat heute in Berlin Verordnungen unterzeichnet, die strengere Regeln für Alkohol an Bord von Seeschiffen vorsehen. Die neue Regelung gilt bereits ab 15. August 2005. Dazu erklärt Bundesminister Stolpe: "Wir senken die allgemeine Promillegrenze von derzeit 0,8 auf 0,5 Promille. Damit wird sie an die Grenzwerte im Straßenverkehr und in der Binnenschifffahrt angeglichen. Sie gilt auf allen deutschen Seeschifffahrtsstraßen für die deutsche und ausländische Berufs- und Sportschifffahrt sowie weltweit für deutsche Schiffe." Die strengere Neuregelung gelte nicht nur für Kapitän und Steuermann, sondern für die gesamte Besatzung während des Dienstes. Dies sei unerlässlich, denn jeder Bordarbeitsplatz sei für die Sicherheit des Schiffes von Bedeutung.
"Zusätzlich
wird für das Schiffsführungspersonal von Fahrgastschiffen und besonderen Gefahrgutschiffen, die gefährliche und umweltschädliche oder radioaktive Stoffe als Massengut transportieren, ein absolutes Alkoholverbot eingeführt. Dies ist eine notwendige und sinnvolle Regelung zur Verbesserung der Sicherheit auf See", so Stolpe.

D
er Minister trat der jüngst geäußerten Kritik an der Einbeziehung der Fahrgastschifffahrt in die "Null-Promille"- Regelung für Gefahrguttransporte entgegen "Das Alkoholverbot, das für Bus- und Taxifahrer gilt, hat sich bewährt und kann auch Schiffsführern, die mehrere tausend Passagiere an Bord haben können, zugemutet werden", sagte der Minister.

Pressemitteilung vom 08.08.2005
Die größten Hurrikan-Wellen

Die wahrscheinlich höchsten je gemessenen Wellen hat Hurrikan "Ivan" im vergangenen Herbst im Golf von Mexiko aufgetürmt: Fast 28 Meter hoben sich die Wasserwände im sturmgepeitschten Meer, höher als ein zehnstöckiges Haus, schreiben Forscher vom Stennis Space Center der Nasa bei New Orleans im Wissenschaftsjournal "Science". Dabei seien die größten Wellen den Meßgeräten vermutlich sogar entgangen.
80 Kilometer vor der Küste verliefen sich die Riesenwellen. Die Messungen zeigten, daß bisherige Schätzungen für die größten Hurrikanwellen zu niedrig lagen, schreibt das Team um David W. Wang. Die Forscher hatten im Meer Unterwasserdrucksensoren installiert, um die Wellenhöhen aufzuzeichnen. Sogenannte Monsterwellen auf See, die nichts mit Tsunamis oder Erdbeben zu tun haben, galten lange als Seemannsgarn. Inzwischen sind jedoch Schiffsunfälle durch sie belegt.

Pressemitteilung vom 05.08.2005
Schlechte Noten für Freizeit-Skipper
Die Ausrüstung der Segelcrew ist unabdingbar für die Sicherheit auf See
Aufgabenverteilung mögliche Notfallsituationen sollten vor dem Törnstart besprochen worden sein.

Hamburg - Die "Bundesstelle für Seeunfalluntersuchungen" in Hamburg meldet eine deutliche Zunahme bei tödlichen Unfällen mit Segelyachten und kleinen Sportbooten. Ursachen sind immer wieder Leichtsinn, mangelnde Praxis und eine schlechte Reiseplanung. 13 von 21 Todesfällen im Bereich deutschen Schifffahrt entfielen 2004 auf den Sportbootbereich.
Während an Bord von Frachtern besonders Arbeitsunfälle an Bord zum Tod von Besatzungsmitgliedern führten, starben Segler vor allem durch Ertrinken. Nach Mitteilung der Bundesstelle weisen die Unfallursachen der untersuchten Sportboothavarien fast immer wieder identische Ursachen auf. Die Hauptschwachpunkte seine der Mangel an Übung bei "Mann-über-Bord"-Manövern, der Verzicht auf das Tragen von Rettungswesten sowie der Verzicht auf den Gebrauch von Rettungsmitteln.
Weiter geht die Bundesstelle mit den Freizeitskippern hart ins Gericht. So seien die Überschätzung der Qualifikation, schlechte Reiseplanung und der Verzicht auf eine Sicherheitseinweisung der Mitsegler Gründe für den schlimmen Ausgang der Unfälle.
Im Vergleich zu 2003, als sechs Freizeitskipper auf See zu Tode kamen, hat sich die Zahl 2004 mehr als verdoppelt. Beim Untergang der Segelyachten "Madame Pele" vor Borkum und "Allmin" vor Saßnitz kamen jeweils zwei Segler um.
"Viele Notsituationen lassen sich so leicht vermeiden", sagt Andreas Lubkowitz, Sprecher Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. "Die ohnmachtsichere Schwimmweste ist das A und O. Sie sollte immer an Bord sein", so Lubkowitz. Ohnmachtsicher bedeutet, dass der Schiffbrüchige im Wasser auch dann mit dem Kopf über Wasser und dem Gesicht nach oben treibt, wenn er das Bewusstsein verloren hat.
Um im Notfall auch bei Nacht gefunden zu werden, sind Fackeln oder Leuchtraketen besonders wichtig. Bei kleinen Booten und Jollen sieht Lubkowitz gerade hier großen Bedarf. "Diese Signalmittel gibt es überall im Fachhandel für relativ wenig Geld zu kaufen - auch ohne Waffenschein", rät Lubkowitz. Inzwischen gäbe es Geräte, die sind so klein sein wie Taschenlampen. Sie können bis zu sechs Leuchtkugeln abfeuern.

Probleme bereiten den Rettern auch die zunehmende Verbreitung der Mobiltelefone.
Durch die Handys droht das traditionelle Funkgerät für den Ultrakurzwellenbereich (UKW) an Bord verdrängt zu werden.

"Gerade das UKW-Gerät ist aber für die Alarmierung und Koordinierung der Maßnahmen im Notfall sehr wichtig, da man damit in der unmittelbaren Umgebung des Bootes sehr wirkungsvoll um Hilfe rufen kann", erläutert Lubkowitz. Mit dem Handy lässt sich zum Beispiel ein zufällig vorbeifahrender Frachter nur schwer ansprechen, da man meistens die Nummer des Schiffes nicht hat. Aber auch eine schnelle Notfallmeldung kann wenig hilfreich sein, wenn der Anrufer die Position nicht nennen kann. "Das erleben wir immer wieder, dass uns der Anrufer nur sagen können, wo sie vor Stunden losgesegelt ist", berichtet Lubkowitz.
Deshalb sollte neben einer guten Vorbereitung des Törns auch regelmäßig die Position bestimmt und im Schiffstagebuch notiert werden, so wie es inzwischen auch vorgeschrieben ist. Und der Skipper sollte ruhig sein Wissen teilen. Es sei enorm wichtig, wenn immer mindestens ein zweites Besatzungsmitglied mit der sicheren Handhabung des Bootes vertraut sowie in die Törngestaltung eingebunden sei.

Pressemitteilung vom 18.07.2005
Null Promille im Hafen - aber nicht für alle

Hamburg - Auslöser für die Initiative: der Untergang der "ENA 2" im vergangenen Sommer 2004. Bei dem Schiffsführer waren 2,19 Promille Alkohol im Blut festgestellt worden. Der Umweltsenator von Hamburg hatte daraufhin im September vergangenen Jahres eine Bundesratsinitiative "zur Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs in der Schiffahrt" auf den Weg gebracht. Schon im Dezember war die einstimmige Unterstützung aller Bundesländer erfolgt.
Die meisten Punkte aus der Hamburger Initiative wurden gestern Abend vom Bundestag übernommen. Das Bundesverkehrsministerium wird die Regelungen nun umgehend für verbindlich erklären.
Umweltsenator Freytag hatte ursprünglich gefordert, für Schiffsführer bei a l l en Gefahrentransporten auf dem Wasser eine 0,0-Promille-Grenze festzulegen. Der Bundestag beschloß stattdessen den 0,0-Promille-Wert nur bei "besonders gefährlichen Gefahrgütern" wie zum Beispiel flüssigen Chemikalien, flüssigen Gasen und radioaktiven Stoffen. Für andere Gefahrentransporte wird lediglich eine 0,5-Promille-Grenze gelten.

W
eiterer beschlossener Punkt ist die kurzfristige Anordnung von Fahrverboten durch die Wasser- und Schiffahrtsämter, wenn Kapitäne betrunken aufgegriffen werden. Außerdem wurde die Schaffung eines zentralen Überwachungsregisters, in dem - ähnlich wie bei der "Punkte-Datei" in Flensburg - alle Patententziehungen und Fahrverbote registriert werden. Ein Ort dafür steht noch nicht fest.

Pressemitteilung vom 03.06.2005
Forschungsschiff "Planet" übergeben

Emden - Das Forschungsschiff "Planet", das gestern offiziell dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung in Koblenz übergeben wurde, ist ein Meilenstein der Spitzentechnologie und sucht weltweit ihresgleichen. Das sagte gestern das Mitglied der Geschäftsführung, Dr. Christian Eckel
, bei der Unterzeichnung des Abgabeprotokolls auf der Brücke der "Planet".
Für die Nordseewerke im Emden bedeute die Arbeit in diesem Bereich eine wegweisende Aufgabe, die künftig eine weitere Reihe ähnlicher Aufträge begründen möge, sagte Eckel und sprach diesbezüglich von einem "wichtigen Tag" für die Werft. Dem Schiff wünschte Eckel "glückliche Fahrt und glückliche Heimkehr".

Pressemitteilung vom 25.05.2005
Hafenpriel von Friedrichskoog versandet immer mehr

Friedrichskoog - Tagelang steckten Fischer mit ihren Kuttern im Hafenpriel fest. Und die meisten Fischer aus Friedrichskoog ankern wegen der zunehmenden Versandung schon in Büsum.
D
ie Zeiten sind vorbei: Noch immer wirbt Friedrichskoog damit, dass hier die zahlenmäßig größte Krabbenkutter-Flotte der Schleswig-Holsteinischen Westküste beheimatet ist. Doch bis auf zwei oder drei kleinere Schiffe sind längst alle nach Büsum ausgewichen. "Es war noch nie so trocken wie jetzt", beschreibt Jens Krämer, Vorsitzender des Fischervereins, die Situation. Mit seiner "Delphin" war er im Juli 2004 zum letzten Mal in Friedrichskoog.

Unliebsame Bekanntschaft mit dem zunehmend flacheren Hafenpriel haben auch Edwin Genthe aus Spieka bei Cuxhaven und Eibe Cordts aus Cuxhaven gemacht: Die "Polarstern" lag vier Tiden lang fest, die "Saphir" sogar vier Tage. Beide Kutter mussten schließlich in den Hafen geschleppt werden. Die Kapitäne sind nicht nur stinksauer, sondern auch verzweifelt. "Das kostet uns drei Fangtage", ärgert sich Edwin Genthe, "das Ganze ist ein Trauerspiel."
Dabei kommen er und Eibe Cordts bewusst nach Friedrichskoog: Die Werft am Hafen arbeite gut, schnell und preisgünstig, habe immer Ersatzteile vorrätig. Doch die Kutterkapitäne sehen die Zukunftsaussichten düster: "Wenn hier bald keine Schiffe mehr reinkommen und die Einheimischen nach Büsum ausweichen, dann geht die Werft kaputt." Damit seien immerhin acht Arbeitsplätze in Gefahr. Von den Auswirkungen auf Friedrichskoog als Tourismusort ganz zu schweigen.
D
er Hafen muss seit Jahrzehnten ausgebaggert werden. Für teures Geld, stolze 640 000 Euro jährlich. Deshalb sucht das Land nach Sparmöglichkeiten. Veränderte Öffnungs- und Schließzeiten der Sperrwerkstore sollten mehr Sedimente aus dem Hafenbecken schwemmen und so einen Teil der Ausgaben überflüssig machen. Der Versuch läuft seit November 2003 und sollte eigentlich im Spätherbst vergangenen Jahres abgeschlossen sein. Doch die Messgeräte, die die Strömungen aufzeichneten, wurden gestohlen, also dauerte alles länger als geplant.

P
eter Beismann vom Amt für ländliche Räume in Husum ist gerade dabei, die Ergebnisse zusammenzustellen. Er weiß aber schon jetzt: "Der geänderte Spülbetrieb brachte nicht den großen Erfolg, er ist kein Allheilmittel." Weil die Situation zurzeit so ernst ist, wurde die "Isern Hinnerk" kurzerhand vom Husumer Hafen abgezogen und baggert seit Sonnabend in Friedrichskoog.

W
enn das Ergebnis des Spülversuchs amtlich vorliegt, muss nach einer anderen Lösung für die zunehmende Verschlickung gesucht werden. Jens Krämer sagt ganz deutlich: "Auf Dauer ist das kein Zustand, so ist der Hafen nicht zu halten."

G
enau das hatte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Rohwer bei seinem Besuch im Juni 2004 aber versprochen. Jetzt muss eine "große Lösung" gefunden werden. Die Alternativen reichen von einem Umbau des Sperrwerks bis hin zu einer Stilllegung und einem neuen Schöpfwerk.

Pressemitteilung vom 24.05.2005

Zwei neue Streifenboote für die Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein

Kiel - Erstmalig nach 14 Jahren erhält die Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein zwei neue Streifenboote, die "Angeln" mit zukünftigem Liegeplatz in Maasholm und die"Stör" mit zukünftigem Liegeplatz in Brunsbüttel. Innenminister Klaus Buß und viele weitere Gäste werden der Schiffstaufe beiwohnen.
D
ie Taufe erfolgt am Freitag, den 22.04.2005, um 14:00 Uhr, am Anlieger des Wasserschutzpolizeireviers Kiel Düsternbrooker Weg 82 24105 Kiel, hierzu sind Sie herzlich eingeladen.
D
ie Taufpatinnen der"Angeln" und der"Stör" sind die Ehefrauen der Bürgermeister von Maasholm und Brunsbüttel, Frau Sabine Andresen und Frau Monika Hansen. Die künftigen Einsatzgebiete der Streifenboote werden für die"Angeln" die Schlei und für die"Stör" der Nord- Ostsee-Kanal und die Elbmündung sein.
D
ie neuen WSP-Streifenboote wurden in der finnischen Werft Sarins Batar in Kokkola für je 335.000€ gebaut. Die baugleichen Boote des Typs "Minor 34" sind für maximal 6 Personen ausgelegt und sie haben einen Tiefgang von 1,10 m, eine Breite von 3,40 m und eine Länge von 10,40 m. Die Antriebsanlage, bestehend aus zwei 6 Zylinder Reihenmotoren von Yanmar mit je 272 KW bei 3300 U /min, ermöglicht eine maximale Geschwindigkeit von 33 kn.
A
nsprechpartner für die Presse ist Maren Soltwedel, Wasserschutzpolizeidirektion Schleswig-Holstein, Telefon: 0431 - 160 64121 oder am Tag der Bootstaufe unter der Handynummer 0171- 9743627.

Polizei-Pressemitteilung vom 19.04.2005
Deutschlands größter Eisbrecher an Griechen versteigert

Stralsund - Deutschlands größter Eisbrecher, die "Stephan Jantzen", hat einen neuen Besitzer. Das Schiff sei für 430 000 Euro an eine griechische Reederei gegangen, sagte ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund am Montag und bestätigte entsprechende Radioberichte. Der 68 Meter lange Eisbrecher und Schlepper war Ende März nach 38 Jahren Dienst auf der Ostsee außer Dienst gestellt worden und Ende vergangener Woche über die Verwertungsgesellschaft des Bundes versteigert worden.
Pressemitteilung vom 18.04.2005
Neues Multifunktionsschiff «Arkona» nimmt Dienst auf Ostsee auf

Sassnitz - Die «Arkona» hat am Samstag ( 2. April ), eines der modernsten Multifunktionsschiffe auf der Ostsee, ihren Dienst aufgenommen. Der Allrounder, der nach Angaben der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes als Eisbrecher, Notschlepper, Tonnenleger, Unfall- und Schadstoffbekämpfer sowie für polizeiliche Aufgaben einsetzbar ist, wurde am Freitag in Sassnitz auf Rügen vorgestellt.
D
ie auf der Peenewerft in Rekordzeit von einem Jahr gebaute «Arkona» löst den größten deutschen Eisbrecher «Stephan Jantzen» nach 38-jähriger Dienstzeit ab. Das fast 70 Meter lange und 15 Meter breite Schiff hatte kurz vor der Präsentation einen Härtetest in schwedischen Eisgewässern erfolgreich bestanden, wie der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes, Holger Brydda, versichert. Heimathafen des Schiffes ist Stralsund.
D
ass Einsatzgebiet der «Arkona» wird sich über den gesamten Bereich der südlichen Ostsee von östlich Wismar bis an die polnische Grenze erstrecken. Mit der «Arkona» ist das umfangreiche Modernisierungsprogramm der Dienstflotte des Bundes vorerst abgeschlossen.

Pressemitteilung vom 02.04.2005
Mehr Schiffe unter deutscher Flagge

Immer mehr Handelsschiffe fahren unter deutscher Flagge. Damit wurde der Trend zur Ausflaggung von Schiffen wegen steuerlicher Kostenvorteile gebremst. Das größte deutsche Frachtschiff "Paradise N" fährt wieder unter deutscher Flagge. Am Montag (21.3.) wurde im Rahmen einer Zeremonie im Hamburger Hafen die liberianische gegen die deutsche Flagge ausgetauscht. Das ursprünglich auf den Namen "Peene Ore" getaufte, acht Jahre alte Schiff wird für den Transport von Erzen eingesetzt. Die Umflaggung wurde von dem maritimen Koordinator der Bundesregierung, Staatssekretär Georg Wilhelm Adamowitsch, vorgenommen.
D
ie Zahl der Handelsschiffe, die unter bundesdeutschem Banner die Weltmeere umfahren, nimmt zu. Im vergangenen Jahr gab es 55 Umflaggungen. Zudem wurden zehn neu gebaute Schiffe unter deutscher Flagge in den Dienst gestellt. Im laufenden Jahr wurden bereits 30 Schiffe umgeflaggt, während fünf Neubauten unter deutsche Flagge unterwegs sind.

Trend zur Ausflaggung gestoppt

E
in Handelsschiff unterliegt normalerweise den rechtlichen Bestimmungen des Landes unter dessen Flagge es fährt. Aufgrund hoher Kosten wurde deshalb die Ausflaggung deutscher Handelsschiffe in der Vergangenheit vorangetrieben. Die Reeder profitierten dabei unter anderem von geringeren Registergebühren und niedrigeren Steuern. Allerdings haben die Reedereien auf der letzten maritimen Konferenz in Lübeck im Januar 2005 zugesichert, die Zahl der Schiffe unter deutscher Flagge im Vergleich zu 2003 um 100 aufzustocken. Dafür versprach die Bundesregierung, die für die Reeder günstige Tonnagesteuer beizubehalten sowie die Entlastung bei der Lohnsteuer nicht anzustasten. Damit sind die Vorteile einer Ausflaggung nicht mehr gegeben.

Pressemitteilung vom 21.03.2005
"Planet" Schiff des Jahres

Das Forschungsschiff "Planet" ist "Schiff des Jahres" 2004. Das 73 Meter lange Schiff wurde bei den Nordseewerken in Emden gebaut und im Juni 2004 an das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung geliefert. Seither dient es der Erprobung von Meßgeräten im Unterwasserbereich sowie für Tests neuer Marinewaffen. Die "Planet" wurde in Swath-Technologie gebaut, hat also zwei Rümpfe, wie die bereits seit Jahren in der Elbmündung tätigen Lotsenversetzschiffe. Damit zeigt das Schiff auch in schwerem Seegang ein ruhiges Verhalten. Das "Schiff des Jahres" wählt die Redaktion der maritimen Fachzeitschrift "Hansa" seit 23 Jahren aus den Neubauten deutscher Werften. Sie entschied sich für die "Planet" wegen der innovativen Technik.
Pressemitteilung vom 10.02.2005
"Oceanic" trotz Alters fit für den Einsatz
Faße macht sich für schnelle Ausschreibung für einen Notfallschlepper stark - Mittel erst im Etat 2006

Kreis Cuxhaven - Die Berliner Panne um die Bundesmittel für einen neuen Bergungsschlepper in der Nordsee ist nicht mehr zu beheben: Die Gelder werden erst ab 2006 eingeplant, wie die SPD-Bundestagsabgeordnete Annette Faße gestern bestätigte.
Damit verzögern sich die Neubaupläne um ein weiteres Jahr. Bereits seit zwei Jahren beschäftigt sich das Bundesverkehrsministerium mit einer Ersatz-lösung für die Notschlepper "Oceanic". Der Chartervertrag für das 35 Jahre alte Bergungsschiff läuft im Oktober 2006 aus. Bis dahin sollte eigentlich der Neubau in Dienst gestellt sein. Dieser wird nun - wie bereits berichtet - nicht vor 2008 fertig. Bis dahin sei trotz der bedauerlichen Verzögerung "der bestehende, auch im internationalen Vergleich sehr hohe Standard der maritimen Notfallvorsorge durch Bereitstellung der bisherigen Notschlepp-kapazitäten uneingeschränkt gewährleistet", betonte Faße.
Eine Einschätzung, die auch Seesicherheitsexperten teilen. Denn trotz ihres Alters werde die "Oceanic" dank technischer Ausstattung und der hohen Qualifikation der Besatzungen derzeit noch den Anforderungen gerecht, nicht aber mehr mit Blick auf die künftigen Tanker- und Containerriesen. Chartervertrag ist günstiger Zu Verzögerungen führten bisher vor allem ein Streit zwischen Behörde und Experten um Tiefgang und Schleppleistungen sowie die Wirtschaftlichkeitsberechnung des Bundes. Sie kam zum erwarteten Ergebnis: "Ein neuer Chartervertrag ist billiger als ein neues Behördenschiff."
Mitte Januar hatten Seesicherheitsexperten empört auf Meldungen über "die Schlamperei des Ministeriums" reagiert: Denn im Bundeshaushalt 2005 wurden nicht ausreichend Gelder für die Charter eines neuen privaten Notschleppers bereitgestellt. Verzögert sich deshalb nun auch die Ausschreibung? "Das muss nicht unbedingt der Fall sein", so Faße. Die Imsumerin schließt es jedenfalls nicht aus, dass es "doch noch in diesem Jahr dazu kommt, weil die Ausschreibung eigentlich ja kein Geld kostet". Sie will sich weiter in Berlin mit Nachdruck dafür einsetzen. Die für den neuen Schlepper erforderlichen Haushaltsmittel würden nun ab dem Haushaltsjahr 2006 angemeldet und wie üblich im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanung des Bundes für die Folgejahre dann auch abgesichert, versicherte Faße, die stellvertretende Vorsitzende im Bundestagsausschuss für Verkehr ist. Die Höhe des Auftragvolumens erfordere allerdings eine europaweite Ausschreibung.
Den Bedenken, die Notschlepper würden bei einer europaweiten Ausschreibung nicht ausschließlich unter deutscher Flagge fahren, erteilte die Abge-ordnete eine Absage. "Da der Schlepper in der Lage sein muss, Aufgaben wahrzunehmen, die nach nationalem und internationalem Recht im Bereich hoheitlicher Kernaufgaben angesiedelt sind, muss das Schiff die deutsche Flagge führen", so Faße. "Dies ist auch mit Europarecht vereinbar." Von der Besatzung würden neben guten deutschen auch gute englische Sprachkenntnisse gefordert. "Hier entscheidet allein die berufliche Qualifikation. Das ist aus Gründen der Sicherheit und des Europarechts anders nicht machbar", betonte Faße.
Warnung von Experten Schifffahrtsexperten warnen davor, dass durch Sprachwirrwarr und diffuse Englischkenntnisse bei der Zusammenarbeit von deutschen Notfallkräften mit einem Schlepper unter Billigflagge eine eklatante Sicherheitslücke entstehen würde. Nicht ohne Grund würden Briten, die aus Negativerlebnissen ihre Konsquenzen zogen, sowie Franzosen und Niederländer nur Landsleute auf ihren Bergungsschiffen einsetzen, unterstreichen die Experten.
Pressemitteilung vom 01.02.2005
Hamburg stimmt maritimem Notfallmanagement zu

Hamburg - Der Hamburger Senat hat am Dienstag einer Vereinbarung von Bund und Küstenländern über die "Zuweisung eines Notliegeplatzes im Rahmen der Maritimen Notfallvorsorge" zugestimmt. Damit kann das Havariekommando in Cuxhaven Havaristen umgehend einen Notliegeplatz zuweisen, wie Wirtschafts-Staatsrat Gunther Bonz erklärte. Die Häfen könnten dann Havaristen nicht mehr abweisen. Im Hamburger Hafen wurde ein entsprechender Notfall-Liegeplatz an den "Finkenwerder Pfählen" eingerichtet.
Pressemitteilung vom 25.01.2005

Mehr Schiffe unter deutscher Flagge

Berlin - Die deutsche Flagge wird wieder häufiger gehißt. So habe der Verband Deutscher Reeder (VDR) gegenüber 2003 insgesamt 75 Schiffe nach Deutschland zurückgeflaggt und 30 verkauft oder ausgeflaggt, teilte das Bundesverkehrsministerium mit. Damit sei die Zahl der Frachter unter deutscher Flagge im internationalen Verkehr seit 2003 von 300 auf 345 gestiegen. Zudem habe VDR-Präsident Frank Leonhardt für 2005 die Rückflaggung weiterer 110 Schiffe zugesagt.
I
n einem Schreiben an Minister Manfred Stolpe berichtet Leonhardt auch, daß mit etwa 540 neuen Ausbildungsverträgen im seemännischen Bereich 2004 im Verhältnis zu 2003 etwa "35 Prozent mehr Ausbildungsverhältnisse begonnen worden" seien. Er lobte ausdrücklich, daß die staatlichen Rahmenbedingungen von 2004 an "signifikant verbessert" worden seien. Mit der Rückflaggung stieg die Zahl der Seeleute aus Deutschland und der EU auf deutschen Schiffen von 2970 im Jahr 2003 auf 3200 im vergangenen Jahr. Sie soll, so das Ministerium, in diesem Jahr 3700 erreichen.
D
ie Reeder gehen mit diesen Zahlen unmittelbar vor der nächsten Nationalen Maritimen Konferenz in Bremen Anfang kommender Woche auf eine Verpflichtung ein, die sie im "Maritimen Bündnis" im vergangenen Jahr geschlossen hatten. Vereinbart war, insgesamt 400 Hochseeschiffe unter deutscher Flagge einzusetzen. Im Gegenzug übernahm das Bundesverkehrsministerium mit jährlich 41 Millionen Euro 80 Prozent der Lohnsteuer und der Nebenkosten für die Seeleute. Das entspricht einer EU-weit ausgeübten und zulässigen Praxis.
H
intergrund des Maritimen Bündnisses ist die Absicht der Bundesregierung, seemännisches Know-how im Lande zu behalten. Außerdem rechnen sich nach Angaben des Verkehrsministeriums die Zahlungen, wenn sie über den gesamten Bundeshaushalt betrachtet werden: Mit der Rückflaggung fließen für Schiffe und Besatzung Steuern in die Bundeskassen, die sonst andere Staaten erhalten hätten. Außerdem gelten unter Schwarzrotgold für Seeleute und Schiffe deutsche Sozial- und Sicherheitsstandards.

Pressemitteilung vom 22.01.2005
Das größte U-Boot der Welt wird verschrottet

Moskau - Das U-Boot des Projektes 941 "Taifun", Prototyp des sowjetischen U-Boots aus dem Spielfilm "Jagd auf den ‚Roten Oktober'" wird in Teile zerschnitten, berichtet die "Iswestija" am Donnerstag. Danach wird ein weiteres U-Boot dieser Serie liquidiert. Die Verschrottung wird von den USA bezahlt. Der Prototyp der "Roten Oktober", das erste strategische atomgetriebene Raketen-U-Boot des Typs "Taifun", war zum Zeitpunkt der Herausgabe des Buches von Tom Clancy (1984), nach dem später der Film gedreht wurde, erst in den Dienst der sowjetischen Seekriegsflotte gestellt worden. Dieses U-Boot wurde als Antwort auf das amerikanische U-Boot Ohio gebaut.
"Taifun"
gehört zu den einmaligen Rüstungssystemen der Welt (wegen seiner Größe kam das U-Boot ins Guiness-Buch der Rekorde). Seiner Konstruktion nach besteht die Taifun aus mehreren Körpern. Unter der Außenhaut, die von einer speziellen Schicht bedeckt ist, die hydroakustische Signale dämmt, befinden sich fünf Festkörper (in diesen sind eine Sauna, ein Schwimmbecken, ein Sportsaal und - was am ungewöhnlichsten ist - eine Raucherkajüte untergebracht, die es sonst in keinem anderen U-Boot der Welt gibt). Zwischen den beiden Hauptkörpern befinden sich 20 Startschächte für die größten seegestützten ballistischen Raketen des Typs RSM-52, eine jede davon kann jeweils zehn einzeln lenkbare nukleare Gefechtsköpfe tragen.
Taifun
war in der Lage, ohne sich bemerkbar zu machen, Raketen aus der Lage unter einer viele Meter starken Eisdecke im Polargebiet abzuschießen. Eislöcher waren dafür nicht notwendig. Andere Atom-U-Boote mussten vor dem Raketenstart das Eis mit ihrem Rumpf durchbrechen und sich dadurch zeigen. Als Folge konnte man die Taifun aus dem Weltraum nicht entdecken und somit einen Raketenschlag nicht verhindern.
A
nfang der 90er Jahre vereinbarten Russland und die USA eine gegenseitige Abrüstung. Neben den strategischen Atom-U-Booten der ersten Generationen wurde beschlossen, auch die Taifune zu verschrotten. "Gegenwärtig gehören nur drei schwere Atom-U-Boote des Projektes 941 zur Division: ‚Archangelsk', ‚Sewerstal' und ‚Dmitri Donskoi', die jetzt modernisiert wird", sagte Admiral Gennadi Sutschkow, der frühere Chef der Nordflotte.
"D
as Projekt 941 ist das beste Schiff, was die Wendigkeit und die Kampfeigenschaften anbelangt", stellte einer der Konstrukteure des U-Bootes fest. "Heute braucht aber die Flotte andere Schiffe, mit geringerer Wasserverdrängung."

Pressemitteilung (RIA Nowosti) vom 20.01.2005
Schlepperstreit an der Küste geht weiter

Cuxhaven / Borkum - Auch sechs Jahre nach der Havarie der "Pallas" vor der nordfriesischen Küste gibt es in der Frage der zukünftigen Notschlepper-Strategie erneut Streit zwischen dem Bundesverkehrsministerium und der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN). Gegenstand sind die für die Notschlepper in Nord- und Ostsee auszuschreibenden Leistungsbeschreibungen. Zwar begrüßt auch die SDN die europaweite Ausschreibung für zehnjährige Vertragsabschlüsse; Streitpunkt sind allerdings die Inhalte der Verträge. In den vergangenen Jahren enthielten die Leistungsbeschreibungen stets die Formulierung: "Der Schlepper muss die Bundesflagge führen und im Deutschen Seeschiffsregister eingetragen sein" und "Die Besatzung und das Boarding-Team müssen über ausreichende Fähigkeiten und Erfahrungen für Schlepp- und Bergungseinsätze und in der Bedienung der Feuerlöschein-richtungen verfügen".
Wie die SDN nun aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen erfahren haben will, solle nur noch "ausreichende deutsche und englische Sprachkenntnisse" der Besatzungen ein Kriterium neben anderen technischen Anforderungen darstellen. Auch müsse solch ein Schiff nicht mit einem Gas- und Explosions-schutz als Sicherheitsmaßnahme für die Besatzungen ausgerüstet werden. Aufgrund der Havarie der "Oostzee" 1989 vor Brunsbüttel sind zwar alle bundeseigenen für Notschleppaufgaben vorgesehenen Mehrzweckschiffe mit Gas- und Explosionsschutz zum Eigenschutz der Besatzung ausgerüstet. Dieses Kriterium sei in den Leistungsbeschreibungen jedoch nicht vorgesehen - obwohl von Experten als Option empfohlen - und ein Schlepper gebaut werden solle, der für die nächsten 20 Jahre die Entwicklungen in der internationalen Seefahrt abdecken müsse, so die SDN. "Mit derartigen Kriterien werde leichtfertig das Sicherheitsinteresse der Küstenbevölkerung ignoriert und Tür und Tor für Billiglösungen geöffnet, weil damit auch Seeleute aus Nicht-EU-Ländern zu höchstens einem Viertel der üblichen Heuer angestellt werden können", befürchtet SDN-Sprecher Hans von Wecheln.
Nach Meinung des Verbandes handele es sich bei Notschleppaufgaben nicht um eine allgemeine Dienstleistung in der Seefahrt, sondern hier müsste erfahrenes, kompetentes und hoch motiviertes Personal beschäftigt werden. Bei diesen Aufgaben geht es um "die Hilfeleistung eines vom Bund vorgehaltenen Schleppschiffes für einen manövrierunfähig in der See treibenden Havaristen und damit zur Abwehr von Gefahren für die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs sowie zur Verhütung von schädlichen Umwelteinwirkungen", definiert die SDN. Deshalb seien beste Revierkenntnisse und Deutschsprachigkeit Voraussetzung für eine schnelle und sichere Arbeit in Notfällen auf See. Auch müssen die Besatzungen die notwendige Kommunikation mit dem Havariekommando, Boarding-Team und weiteren an der Havarie beteiligten Einheiten bei schwerem Wetter und in Notsituationen erfolgreich durchführen können.
Da nach Meinung der SDN ohne Not auf diese Erfahrungswerte verzichtet werden soll, hat sich der Verband bereits an den Petitionsausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtages sowie des Deutschen Bundestages gewandt und um Einflussnahme gebeten. Während andere EU-Nationen aus gutem Grund mit nationalen Besatzungen ihre Küsten sichern würden, bestehe in Deutschland der Verdacht, dass die Politik zwar "maritime Bündnisse" fordern und abschließen, Verwaltungen jedoch statt "Wein" nur "Wasser" einkaufen würden."

Pressemitteilung vom 11.01.2005
Piratensender behinderte Schifffahrt

Kalkar - Mit einer Sendeanlage vom Flohmarkt hat sich ein offenbar unzufriedener Rundfunkteilnehmer in Kalkar großen Ärger eingehandelt. Der 36-jährige Hobby-Moderator hatte mit seinem illegalen Radioprogramm den Funkverkehr der Rheinschifffahrt gestört, weil er auf deren Frequenzen sendete. Mitarbeiter der Regulierungsbehörde für Telekommunikation hatten den Sender angepeilt und geortet. Die Polizei stürmte am Sonntag (09.01.05) das private "Sendestudio" in Kalkar und beendete das aktuelle Musikprogramm des "Piratensenders". Die technische Anlage nahmen die Beamten gleich mit. Gegen den Radiomacher wurde ein Strafverfahren eingeleitet, so die Polizei.
Pressemitteilung vom 10.01.2005
Informationswoche "Seefahrt" - europaweit 30 000 Stellen an Bord

Flensburg - Eine Werbewoche zu Berufen an Bord von Schiffen und in Reedereien bietet die Arbeitsagentur in Flensburg an. Gemeinsam mit dem Verband Deutscher Reeder, der Deutschen Marine und dem Flensburger Schifffahrtsmuseum gibt es vom 17. bis zum 21. Januar vielfältige Informationen über "Seefahrt und mehr". Rund 30 000 Stellen als Schiffsoffizier müssen in den nächsten Jahren europaweit besetzt werden, davon allein etwa 500 in Hamburg, teilte die regionale Arbeitsagentur mit.
Pressemitteilung vom 09.01.2005

41.000 Schiffe fuhren 2004 auf dem Nord-Ostsee-Kanal

Kiel - Auf dem Nord-Ostsee-Kanal ist das Verkehrsaufkommen in diesem Jahr weiter gestiegen. Nach einer vorläufigen Bilanz haben 2004 rund 41.000 Schiffe die Wasserstraße zwischen Nord- und Ostsee befahren. Dies ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent, teilte ein Sprecher der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord (WSD) in Kiel mit. Parallel zur Zahl der Schiffe nahm auch das Ladungs-Aufkommen zu. 80 Millionen Tonnen Fracht (72 Millionen im Jahr 2003) wurden durch den Kanal geschleust.
In Spitzenzeiten in den 60er Jahren befuhren rund 60.000 Schiffe die am stärksten befahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Bis Ende der 90er Jahre verlor der Kanal an Attraktivität. Mit den politischen Veränderungen im Baltikum und in Russland setzte dann allmählich die Trendwende ein. Auch die Schiffe und damit ihrer Ladekapazität wuchsen seitdem deutlich. Dies zeigt laut WSD die Entwicklung der Bruttoraumzahl (BRZ). Die Maßeinheit für die Lade- und Frachträume stieg seit 2003 um etwa zehn Prozent auf 120 Millionen BRZ.
Pressemitteilung vom 25.12.2004

Umweltminister wollen Schiffssicherheit verstärken

Kiel - Die norddeutschen Umweltminister und -senatoren wollen das Havariekommando personell verstärken und die Schadstoffbekämpfung an der Küste verbessern. Dafür sprachen sich die Vertreter der Länder Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern sowie des Bundes auf der Umweltministerkonferenz Norddeutschland in Kiel aus. Im Mittelpunkt standen Fragen des Meeresschutzes und der Schiffssicherheit. Außerdem diskutierten die Konferenzteilnehmer darüber, wie sich Meeresverschmutzungen durch die Schifffahrt besser bekämpfen lassen.
Zuweisung von Notfallliegeplätzen
Das Havariekommando mit Sitz in Cuxhaven ist eine gemeinsame Einrichtung des Bundes und der Küstenländer. Es soll künftig personelle Verstärkung erhalten, kündigte Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander an. Geplant ist auch, dass jedes havarierte Schiff einen Notfallliegeplatz ansteuern kann. Dazu gehöre auch eine klare Entscheidungsgewalt, in welchen Hafen ein verunglücktes Schiff im Notfall zu schleppen sei. Eine endgültige Entscheidung stehe noch aus. Bei Chemieunfällen auf See soll das Havariekommando zudem besser reagieren können. Es müsse eine optimale Schadstoffbekämpfung geben, so der FDP-Politiker.
Konzepte für gefährliches Baggergut
Die Konferenzteilnehmer vereinbarten auch, Konzepte zum Umgang mit gefährlichen Baggergut aus Wasserstraßen zu erarbeiten, teilte der schleswig-holsteinische Umweltminister Klaus Müller mit. Die Entsorgung des belasteten Materials soll künftig nicht mehr in den Flüssen erfolgen. Pro Jahr fallen mehr als 40 Millionen Kubikmeter Baggergut an, die zumeist wieder in die Flüsse eingebracht werden. Vor allem zinn-organische Verbindungen gelten als gefährlich. Konkreter Anlass der Überlegungen sei die geplante Vertiefung der Elbe, sagte der Grünen-Politiker.
Hafengebühren enthalten weiterhin Kosten für Entsorgung
Die Kosten für die Entsorgung von Schiffsabfällen sollen auch künftig über die Hafengebühren bezahlt werden. Das Konzept habe sich bewährt, so Müller. Es soll die Schiffsbetreiber motivieren, ihre Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen. Der Beitrag wird auch fällig, wenn die Entsorgung nicht genutzt wird.
Pressemitteilung vom 24.11.2004

Wasserschutzpolizei überführt Ölsünder in der Deutschen Bucht

Husum - Die Wasserschutzpolizei hat in der Deutschen Bucht einen Ölsünder überführt. Wie das Revier in Husum (Kreis Nordfriesland) am Mittwoch mitteilte, wurde am 1. November westlich von Helgoland auf der Nordsee Gasöl auf fünf Quadratkilometern Ausdehnung entdeckt. Bei Ermittlungen stieß die Wasserschutzpolizei auf das unter der Flagge von Antigua/Barbuda fahrende Schiff. Ein Vergleich der vor Ort und aus dem Schiff entnommenen Proben hätten jetzt eine «eindeutige Übereinstimmung» ergeben.
Pressemitteilung vom 10.11.2004
Deilmann-Reederei steigt aus dem Markt für Segelkreuzfarten aus

Neustadt/Holstein - Die Peter Deilmann Reederei bietet keine Segelkreuzfahrten mehr an. Der Großsegler "Lili Marleen" wird nach Malaysia verkauft, teilte die Reederei in Neustadt/Holstein mit.
Das 74 Meter lange Schiff für bis zu 50 Passagiere war seit 1994 für Deilmann im Einsatz, zuletzt auf der Ostsee. Der neue Eigner der "Lili Marleen" werde in Südostasien wohl ebenfalls Kreuzfahrten anbieten, so die Reederei. Diese werden aber auf dem deutschen Markt nicht zu buchen sein. Mit dem Neubau Lili Marleen erweiterte die Reederei im Herbst 1994 die Angebotspalette um einen Passagier-Großsegler in der Tradition der alten Windjammer. Seit dem Sommer 2003 unternahm das Schiff siebentägige Segelkreuzfahrten in der Ostsee. Deilmann werde sich künftig auf Hochsee- und Flusstouren konzentrieren, hieß es. Zur Flotte gehören derzeit zehn Flussschiffe und die aus der ZDF-Fernsehserie "Traumschiff" bekannte "MS Deutschland". Das bislang zweite Hochseeschiff, die "Berlin", wird von der Deilmann-Reederei dagegen im Dezember ebenfalls abgegeben.

M
it rund 50.000 Kreuzfahrtpassagieren im vergangenen Jahr gehört die Deilmann-Reederei in Deutschland zu den Marktführern im Bereich Kreuzfahrten. Der Umsatz der Reedereiflotte, die ausschließlich unter deutscher Flagge fährt, liegt derzeit bei über 100 Millionen Euro pro Jahr. Nach dem Tod Peter Deilmanns am 2. November 2003 sind dessen Töchter Gisa und Hedda Deilmann zu gleichen Teilen Gesellschafter der Reederei.

Pressemitteilung vom 10.11.2004
Alte Tanker noch in Fahrt

Hamburg - Reeder von Einhüllentankern schieben deren eigentlich geplantes Verschrotten zur Zeit hinaus. Denn bei den derzeit hohen Raten im Charter- und Frachtenmarkt bieten sich für diese Schiffe noch immer Verdienstmöglichkeiten. Das geht aus einen Trendbericht von Intertanko, dem Interessen-verband der Tankerreeder, hervor. Danach wurden erst sechs von insgesamt 171 Schiffen, die in diesem Jahr aus dem Verkehr gezogen werden sollten, an Abwracker verkauft. Einhüllentanker dürfen mit bestimmten Ladungen keine Häfen der Europäischen Gemeinschaft mehr anlaufen.
Pressemitteilung vom 04.11.2004
Betrunkener Kapitän an der Brunsbütteler Schleuse erwischt

Brunsbüttel - Ein betrunkener Kapitän ist am Sonntag bei einer Routinekontrolle in der Brunsbütteler Schleuse (Kreis Dithmarschen) erwischt worden. Nach Angaben der Polizei wollte der Russe trotz eines Alkoholwerts von 1,31 Promille seinen 80 Meter langen Frachter durch den Nord-Ostsee-Kanal steuern. Er musste eine Sicherheitsleistung zahlen und für die Weiterfahrt das Ruder an seinen 1. Offizier übergeben. Das unter der Flagge von Antigua & Barbuda fahrende Schiff hatte Holzhackschnitzel geladen.
Pressemitteilung vom 31.10.2004
Die "Scharhörn" erhielt in Bremerhaven zwei neue Motoren
Wacht wieder auf der Ostsee

Kiel - Anfang September hatte Kapitän Volker Rieper die 56 Meter lange und 1305 BRZ große "Scharhörn" von Kiel nach Bremerhaven gefahren, wo sie bei der Bredo-Werft eingedockt wurde. - Mit Schneidbrennern wurden große Löcher in den Rumpf geschnitten, durch die die beiden alten Dieselmotoren der Mannheimer Motorenwerke aus dem Maschinenraum gehoben wurden. Auf dem umgekehrten Weg kamen die beiden neuen MTU-Motoren in den Rumpf. Die Zwölf-Zylinder-Kolosse mit je 1320 Kilowatt, zwei Turboladern und zwei Getrieben sind jetzt der ganze Stolz von "Scharhörn"-Chefingenieur Günter Nehring. Die neuen Motoren sind nicht nur stärker als die alten, sie sind auch wartungsfreundlicher, so Nehring.
Die alten Diesel hatten fast 100.000 Betriebsstunden auf der Uhr und waren seit der Indienststellung vor 30 Jahren an Bord.

M
it den neuen Motoren kam auch eine neue Technik für die Steuerung an Bord. Zukünftig werden alle Daten und Betriebszustände der MTU-Diesel auf Monitoren auf der Brücke und Maschinenkontrollraum angezeigt. Die alten Fahrhebel musste Kapitän Rieper auch abgeben. Die neuen Motoren benötigen elektronische Schiebehebel, die auch mit der Fingerspitze bedient werden können.
Neu an Bord ist auch ein neuartiges Ionen-Mobilitäts-
Spektrometer zur Erkennung von Gefahrstoffen. Bei dem Umbau wurde zusätzlich auch ein Tank zum Stauraum für Schutzanzüge umgerüstet, die die 14-köpfige Crew bei Chemikalien- oder Brandeinsätzen benötigt. Die zum Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck gehörende "Scharhörn" hat ihren Kieler Liegeplatz zur ersten Kontrollfahrt Richtung Fehmarn und Kadetrinne verlassen.
B
ereits am 21. Okt. verabschiedete sich das als Ersatz für "Scharhörn" in die Ostsee verlegte Schadstoff-Unfallbekämpfungsschiff "Neuwerk", das zu seiner Seeposition bei Helgoland zurückkehrt ist.

Pressemitteilung vom 22.09.2004
Havariekommando probt den Ernstfall auf See
Verletzte und Feuer auf der "Helgoland"- Einzigartige Übung des Havariekommandos

Bremerhaven - Rettung von Menschen auf "havariertem" Schiff geprobt Feuerwehren und Notarztteams aus Cuxhaven, Bremen, Wilhelmshaven, Emden, Hamburg, Lübeck und Stralsund haben gestern in der Außenweser erstmals die Rettung von Menschen auf einem brennenden Passagierschiff geprobt.
Mit dieser Großübung auf dem Seebäderschiff "Helgoland" wollte das Havariekommando in Cuxhaven seine Fähigkeit zur Bewältigung von Schiffsunfällen beweisen - mit Erfolg. "Unser Konzept dafür ist einmalig auf der Welt", freute sich Hans-Werner Monsees, Leiter des gemeinsamen Krisenstabes von Bund und Küstenländern. Die Übung, an der drei Hubschrauber, sechs Behördenschiffe und drei Rettungskreuzer beteiligt waren, zeigte aber auch: Auf See hat jede Hilfe Grenzen und an Details muss weiter gefeilt werden.

E
rstmals probte das Cuxhavener Havariekommando (HK) auf der Außenweser den Ernstfall mit einem Passagierschiff. Der 2002 eingerichtete gemeinsame Notfall-Krisenstab von Bund und Küstenländern ist eine Konsequenz aus der "Pallas"-Katastrophe. Der Holzfrachter trieb 1998 tagelang brennend in der Nordsee. Der Grund: Kompetenzgerangel zwischen Bundes- und Landesbehörden sowie falsche Ausrüstung. Inzwischen gibt es eine Kette von speziell ausgebildeten und ausgerüsteten Brandbekämpfungs- und Notarztteams an Nord- und Ostsee, darunter in Cuxhaven und Bremen. Im Zuge diverser Brand- und Bergungsübungen habe die Bereitschaft der Reeder zugenommen, für realistische Übungsszenarien Schiffe zur Verfügung zu stellen, freut sich HK-Leiter Hans-Werner Monsees. "Sie haben erkannt, dass die Zusammenarbeit für beide Seiten nutzbringend ist." Und für die Einsatzkräfte "ist es wichtig, den Ernstfall geübt zu haben, statt dass der Ernstfall gleich der erste Einsatz ist", sagt sein Übungsleiter Sören Heidenreich. Deshalb nun die erste Großübung mit der Bergung von Verletzten. "Unser Konzept für die Verletztenversorgung ist einmalig auf der Welt", betont Monsees. Den Startschuss für die Bewährungsprobe gibt Kapitän Rainer Giese vor laufenden Kameras mit seinem Notruf "Mayday! Mayday! Kollision - Feuer an Bord - viele Verletzte." Aus Zeitgründen liegen sechs Hilfsschiffe von Behörden und drei Seenotkreuzer bereits in Sichtweite des Havaristen. "Im Ernstfall kann es Stunden dauern", räumt Heidenreich ein. Die Zeitabläufe sind eben "deutlich länger als an Land". Eine Besonderheit auf See, genau so gewöhnungsbedürftig für die Einsatzkräfte wie das Abwinschen von den drei eingesetzten Hubschraubern, der schwankende Unfallort, die Verhältnisse und Kommunikationsbedingungen an Bord. Seegang zeigt Grenzen auf Und der Seegang bei Windstärke fünf bis sechs reicht aus, um weitere Grenzen auf See aufzuzeigen, wenn Verletzte auf ein längsseits liegendes Schiff oder gar per Beiboot auf ein anderes transportiert werden sollen. Noch schlimmer wären für Monsees Orkan-Verhältnisse wie bei der "Pallas": "Dann müssen wir unter Umständen sogar tatenlos zusehen." Derweil schreien unter Deck 150 Marinesoldaten, perfekt als Opfer geschminkt, nach Leibeskräften, winden sich vor Schmerzen. Das erste eingeflogene Notarztteam sondiert zunächst nur die Lage, registriert Zahl und Art der Verletzungen. Die sechs Männer sind überfordert. Heidenreich: "Ist so gewollt - Übungseffekt." Farbige Karten verraten den nachrückenden Kollegen, welcher der letztlich 80 "Patienten" vorrangig versorgt und im Extremfall sofort an Land geflogen werden muss. Derweil bringen die von Hubschraubern und Behördenschiffen auf der "Helgoland" abgesetzten Feuerwehrleute weitere Verletzte aus dem Brandbereich. "Das krasse Missverhältnis zwischen der Zahl der Verletzten und der Zahl der Helfer" ist für Rettungssanitäter Marko Hartbrecht aus Bremen eine weitere "besondere Situation". Das größte Problem neben der Zeitfrage dabei ist für Notärztin Diana Gebert aus Stralsund, dass "man bei der Sichtung der Verletzten seinen Helferinstinkt erst einmal konsequent ausschalten muss". Trotz der Schreie nicht leicht, für die geordnete Versorgung aber unerlässlich. Wichtigste Erkenntnis für Monsees und Heidenreich nach der Übung, an der insgesamt 300 Helfer beteiligt waren: "Unser Konzept funktioniert." Bis auf kleine Kommunikationsprobleme und Nachbesserungen im Detail. Klar ist: "Wir müssen durch weitere Übungen noch routinierter werden." Dazu gehört auch das Zusammenspiel mit Rettungswagen und Kliniken, wenn viele Verletzte per Schiff an Land gebracht werden: "Das müssen wir unbedingt noch üben", so Heidenreich. Bergung mit Atemschutzgerät im verräucherten Achterschiff. Ein Rettungsteam der Bremer Feuerwehr traf als erstes auf der "Helgoland" ein und bereitete den Einsatz der anderen Notarztteams vor. "Sanitäter, wo bleibt Ihr denn?" Inmitten der um Hilfe schreienden "Verletzten" bewahrten Notärzte und Rettungsassistenten die Ruhe. In speziellen Notfallkoffern haben sie alles für die Erstversorgung dabei.

Pressemitteilung NZ Gerd Wöhlecke vom 13.10.2004
Hamburg fordert Null-Promille-Grenze für Kapitäne

Hamburg - Wie bereits angekündigt hat Hamburg im Bundesrat die Einführung einer Null-Promille-Grenze für Schiffskapitäne gefordert. Die Initiative zielt auf ein Alkoholverbot in deutschen Gewässern ab, soll aber auch eine internationale Regelung anregen. Derzeit gilt für Binnenschiffer eine 0,5-, für Seekapitäne eine 0,8-Promillegrenze.
Umweltsenator Michael Freytag (CDU) wies erneut auf die "erheblichen" Risiken hin: "Alkoholbedingte Fehler am Steuer von Schiffen gefährden Menschenleben, können zu Umweltkatastrophen führen und darüber hinaus zu gravierenden wirtschaftlichen Schäden." Wichtig sei auch, künftig rascher Fahrverbote aussprechen zu können. Unterstützt wird die an den Verkehrsausschuss verwiesene Vorlage von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Rohwer (SPD).
Hintergrund der Forderung ist die Havarie der mit Schwefelsäure beladenen "Ena 2" vor rund drei Monaten, in deren Folge elf Menschen verletzt wurden und es zu einem Fischsterben im Hamburger Hafen gekommen war. Der Kapitän der "Ena 2" hatte zum Unfallzeitpunkt einen Blutalkoholwert von 2,1 Promille. Auch am vergangenen Donnerstag war nahe Lüneburg der Kapitän eines Ausflugsschiffes mit 1,12 Promille aus dem Verkehr gezogen worden.

Pressemitteilung vom 25.09.2004
Gewässerverunreiniger ermittelt

Kiel - Nach der erheblichen Gewässerverunreinigung vom 14.09.2004 in Lübeck-Travemünde konnte jetzt der Verursacher festgestellt werden. Nach intensiven Ermittlungen und Probenanalysen konnte ein regelmäßig Travemünde anlaufendes Schiff als Verursacher ermittelt werden. Bei der Gewässerverunreinigung waren 15 Wasservöge verölt, mehr als einhundert Sportboote verschmutzt und die Böschung auf etwa 500 Meter Länge verunreinigt worden. Während der Ermittlungen wurden auf insgesamt 16 Schiffen Proben aus Tanks und Bilgen entnommen und zusammen mit der Proben der Verunreinigung beim Labor des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) in Hamburg analysiert worden. Die Untersuchung ergab zweifelsfrei, das die Verschmutzung nur von einem bestimmten Schiff ( Fähre ) ausgegangen sein konnte. Gegen die Schiffsführung wurde jetzt ein Strafverfahren eingeleitet und eine Sicherheitsleistung in Höhe von 10000 Euro festgesetzt.
Pressemitteilung WSPD-SH vom 24.09.2004
Erste Leuchttonne mit Solarenergie in Kieler Förde ausgelegt

Kiel - Die erste mit Solarenergie betriebene Leuchttonne auf der Ostsee ist am Mittwoch mit dem Mehrzweckschiff «Neuwerk» in der Kieler Förde ausgelegt worden. Die 6,5 Tonnen schwere und 8,8 Meter lange Leuchte soll nach Auskunft des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lübeck eine längere Lebensdauer haben als ihre Vorgänger: Statt bislang zwei Jahre kann sie künftig bis zu zehn Jahren im Wasser bleiben. Bis 2007 sollen in Nord- und Ostsee rund 850 Tonnen von Propangas auf Solarenergie umgerüstet werden.
Pressemitteilung vom 22.09.2004
Schadstoff- und Unfallbekämpfungsschiff "Arkona" in Wolgast getauft

Wolgast - Auf der Peene-Werft Wolgast bekam die Bau-Nummer 510 gestern um 12.30 Uhr ihren Namen. Susanne Grote-Nagel, Ehefrau des Staatssekretärs Ralf Nagel aus dem Bundesverkehrsministerium, taufte das Schadstoff- und Unfallbekämpfungsschiff (Projektname SUBS OSTSEE) auf den Namen "Arkona" und wünschte dem Spezialschiff des Bundes erfolgreiche Einsätze.
N
ach einer europaweiten Ausschreibung hatte die Wolgaster Peene-Werft am 3. Dezember 2002 den Zuschlag für das 38-Millionen-Projekt erhalten. Nur ein Jahr lag zwischen Kiellegung und Indienststellung, worin sich auch die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Werft und Bundesbehörden dokumentiert, wie ein Sprecher betonte. Es ist bereits das fünfte Fahrzeug für öffentliche Auftraggeber, auch "Walther Herwig II" , "Deneb" und "Seeadler" wurden hier gebaut.

D
ie Arkona ist 69,20 m lang, 15 m breit, 2100 BRZ groß und geht 4,50 m tief. Zwei hochmoderne dieselelektrische POD-Anlagen bilden den Hauptantrieb mit 3700 kW. Vier MTU-Hauptmaschinen leisten je 1140 kW. Die Geschwindigkeit beträgt 13,1 Knoten, der Pfahlzug 400 kN. Ein 1000-kW-Pumpjet sorgt für optimale Bugmanöver. 16 Mann (untergebracht werden können insgesamt 32 Personen) bedienen das Schiff der Küstenwache. Als Betreiber fungiert das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Stralsund. SUBS Arkona wird im Rahmen der maritimen Notfallvorsorge in Dienst gestellt und schließt damit die letzte Lücke im Gesamtkonzept. Das Einsatzgebiet liegt zwischen Rostock und der polnischen Grenze. Liegehafen wird Sassnitz auf Rügen sein.

Als hochspezialisiertes Mehrzweckschiff - an der Küste "eierlegende Wollmilchsau" genannt - muss es außerdem Eis brechen, Seezeichen bearbeiten, schiffffahrtspolizeiliche Aufgaben wahrnehmen und lebensrettende Maßnahmen durchführen. So löst Arkona auch den Eisbrecher Stephan Jantzen und den Tonnenleger Buk ab. Beide werden außer Dienst gestellt und über die VEBEG zum Kauf angeboten.
Pressemitteilung vom 22.09.2004
Deutsches Forschungsschiff erstmals im Ochotskischen Meer

Kiel - Erstmals hat ein deutsches Forschungsschiff eine Expedition ins Ochotskische Meer zwischen Russland und Japan unternommen. Zur Besatzung der "Sonne" gehörten unter anderem auch zehn deutsche Wissenschaftler des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften, teilte das Institut am Donnerstag mit. Mithilfe von videogesteuerten Geräten sei die Entnahme von Sedimentproben gelungen, die ab Oktober in Kiel ausgewertet werden. Anfang September war das Kieler Team von der Expedition zurückgekehrt.
Pressemitteilung vom 09.09.2004
Die "Neuwerk" wurde vorübergehend in die Ostsee versetzt

Kiel - Entlang der Ostseeküste patrouilliert seit einigen Tagen das modernste deutsche Mehrzweckschiff. Die eigentlich in der Nordsee beim Wasser- und Schifffahrtsamt Cuxhaven stationierte "Neuwerk" wurde vorübergehend in die Ostsee versetzt. Das 78 Meter lange und 18 Meter breite Schiff vertritt hier die "Scharhörn", die voraussichtlich bis Mitte Oktober bei der Bredo-Werft in Bremerhaven überholt wird.
Die "Neuwerk" überwacht im 24-Stunden-Betrieb die Sicherheit auf den wichtigsten Schifffahrtsrouten zwischen Flensburg und Rügen. Schwerpunkte der Arbeit sind dabei die Kadetrinne sowie der Fehmarn-Belt. Die "Neuwerk" ist als Schadstoff-Unfall-Bekämpfungs-Schiff für die Bekämpfung fast aller Arten von Havarien ausgelegt. Darüber hinaus ist das Schiff der größte deutsche Eisbrecher.

Pressemitteilung vom 07.09.2004
Die deutsche Spezialflotte für Havarieeinsätze

Cuxhaven - Im Havariefall vor der deutschen Nord- oder Ostseeküste steht gegenwärtig eine Flotte von etwa 30 Spezialschiffen zur Verfügung. In die Erneuerung und Ausrüstung der Schiffe sowie für Überwachungsflugzeuge investierten der Bund und die fünf Küstenländer in den vergangenen 25 Jahren etwa 200 Millionen Euro.
F
ür den ersten Zugriff stehen dem Havariekommando in Cuxhaven im Ernstfall acht Notschlepper zur Verfügung. Zusätzlich kann mit der «Waker» kurzfristig und unbürokratisch ein neunter Notschlepper aus den Niederlanden angefordert werden. Hinzu kommen zwei so genannte Boarding-Teams mit Spezialisten, die im Notfall mit Helikoptern zum Einsatzort geflogen werden.

F
laggschiff im Nordseeraum ist die 1998 in Stralsund gebaute «Neuwerk». Das 78 Meter lange Schiff hält sich südwestlich von Süderoogsand in Bereitschaft. Südwestlich von Helgoland patrouilliert gewöhnlich das 71 Meter lange Spezialschiff «Mellum», und nördlich von Norderney ist der gecharterte Hochseeschlepper «Oceanic» einsatzklar.

I
n der Ostsee wird im Oktober ein in Wolgast gebautes modernes Schadstoffunfallbekämpfungsschiff stationiert, das wie die «Neuwerk» zur Ölaufnahme, aber auch als Schlepper, Tonnenleger, Eisbrecher sowie zur Brandbekämpfung eingesetzt werden kann. In der Kieler Förde steht der Schlepper «Bülk» zur Verfügung. Darüber hinaus sind in Warnemünde und Sassnitz die gecharterten Hochseeschlepper «Fairplay 26» und «Fairplay 25» stationiert. Das 1994 gebaute Mehrzweckschiff «Scharhörn», das nördlich der Hohwachter Bucht eingesetzt wird, soll demnächst modernisiert werden.

Ü
ber weitere Spezialschiffe und Havariestützpunkte mit modernen Ölabwehrgeräten verfügen die Küstenländer und die Marine. Allein in den Lagern von Mecklenburg-Vorpommern befinden sich drei amphibische Kettenfahrzeuge, mehr als 1000 Meter Ölsperren sowie Pumpen und Einsatzcontainer mit Spezialwerkzeugen. (Quellen: Havariekommando und Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern)

Pressemitteilung vom 18.08.2004
Ab 2005 automatische Schiffsüberwachung vor deutscher Ostseeküste
Experten fordern maritime Meeresschutzprogramme

Stralsund - Der Schiffsverkehr vor der deutschen Ostseeküste wird vom Frühjahr 2005 an flächendeckend durch das neues automatische Schiffs-identifizierungssystem (AIS) überwacht. In den Ausbau des weltweit modernsten AIS-Funknetzes und die Schulung von Nautikern investiere der Bund mehrere Millionen Euro, sagte der Chef des zuständigen Stralsunder Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA), Holger Brydda, am Freitag auf einem maritimen Umweltforum in Stralsund. Nach der Errichtung von drei AIS-Funkwachtürmen in Warnemünde, bei Darßer Ort und in Stralsund werde in den nächsten Monaten ein vierter Kontrollpunkt in Karlshagen auf Usedom an das Netz geschaltet, sagte Brydda.
Ü
ber AIS erhalten die angeschlossenen Partner automatisch Daten über Schiffe im Revier, darunter Schiffsname, Funkzeichen, Typ und Abmessungen. Darüber hinaus lassen sich alle Manöver des jeweiligen Schiffs in den vergangenen Stunden gerichtssicher aufzeichnen. Laut Brydda hat das System im vergangenen Jahr bereits möglicherweise eine Katastrophe in Warnemünde verhindert, als ein russischer Massengutfrachter im Seegebiet vor dem Ostseebad vom Kurs abgekommen sei. Die Besatzung des zunächst unbekannten Schiffs habe auf sämtliche Anrufe über die üblichen Funkkanäle nicht geantwortet. Erst über AIS-Kontakt habe man mit dem russischen Kapitän sprechen können, der sich auf dem Weg nach Travemünde gewähnt habe und auf Kollisionskurs gewesen sei.

N
ach Angaben von Experten transportieren russische Tanker jährlich zwölf Millionen Tonnen Erdöl durch die Ostsee. Die Menge werde sich in den nächsten Jahren auf 50 Millionen Tonnen erhöhen, sagte der dänische Marineattaché Frank Trojan. Die dänische Marine, die in dänischen Gewässern für die Durchsetzung des Umweltschutzes zuständig ist, werde daher ihre derzeit 30 Ölabwehrschiffe zählende Spezialflotte verstärken. So sollen bis 2011 mehrere kleinere und schnelle Einheiten mit Ölaufnahmegeräten in Dienst gestellt werden.

A
uch die deutsche Seite rüstet im maritimen Umweltschutz auf. So wird auf der Peenewerft Wolgast gegenwärtig ein modernes Ölbekämpfungsschiff gebaut. Der rund 40 Millionen Euro teure Neubau kann auch als Notschlepper sowie in der Brandbekämpfung eingesetzt werden.

I
n einer so genannten «Stralsunder Erklärung» sprachen sich die rund 100 Forumteilnehmer aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft dafür aus, internationale Meeresschutzprogramme aufzulegen und Planungsräume auszuweisen. Zwar zeigten Schutzprojekte zur Entlastung der Ostsee mittlerweile erste Wirkungen, sagte Jan Harff vom Warnemünder Institut für Ostseeforschung. Doch könnten beispielsweise die Verklappung von Baggergut, der Bau von Offshore-Windparks und die Verlegung großer Ölpipelines gravierende Auswirkungen auf das hochsensible Ökosystem der Ostsee haben.

E
xperten warnten in diesem Zusammenhang vor zunehmender Umweltverschmutzung, die sich seit einigen Jahren im Massenauftreten von Algen zeige. Wissenschaftler des Meeresmuseums warnten vor der Vernichtung des nur noch etwa 60 Tiere zählenden Schweinswalbestands östlich der Darßer Schwelle. Auch die in der Mecklenburger Bucht lebenden etwa 620 Schweinswale seien gefährdet.

Pressemitteilung vom 13.08.2004
In Mecklenburg-Vorpommern sind 320 Wasserschutzpolizisten im Einsatz

Rostock - In Mecklenburg-Vorpommern als dem wasserreichsten Bundesland sind gegenwärtig 320 Beamte der Wasserschutzpolizei im Einsatz. Sie versehen ihren Dienst in den fünf Küsteninspektionen Wismar, Rostock, Stralsund, Sassnitz und Wolgast sowie im Binnenland in Waren/Müritz und Schwerin. Überwacht werden 340 Kilometer Ostsee-Außenküste, 60 Inseln, 1130 Kilometer Boddenküste, 2000 Seen und 26 000 Kilometer Küstengewässer.
Zuständig ist die Wasserschutzpolizei unter anderem für die Kontrolle der Einhaltung der Verkehrsregeln auf dem Wasser einschließlich Geschwindigkeits-beschränkungen, die Überwachung der Großschifffahrt und die Gewährleistung des Umweltschutzes. Seit 1. Juli gilt für Häfen und Schiffe der so genannte ISPS-Code. Er sieht verschärfte Sicherheitsmassnahmen zum Schutz vor Terroranschlägen vor
.
Pressemitteilung vom 05.08.2004
Bund verlängert Chartervertrag für Ostsee-Notfallschlepper

Rostock - Der Bund hat den Chartervertrag für den in Sassnitz stationierten Notfallschlepper verlängert. Die "Fairplay-25"bleibe damit bis zum Jahresende für Ostseeeinsätze in Bereitschaft, sagte ein Sprecher der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Küstenschutz, die den Schlepper betreibt. Dienstherr des Schiffes ist weiterhin die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Kiel. Der See- und Bergungsschlepper wurde vor knapp vier Jahren in Dienst gestellt. Auch die baugleiche Schwester "Fairplay-26", die in Warnemünde ihren Liegeplatz hat, wird von der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Schleppreedereien betrieben. Dieser Verlag laufe im Herbst 2005 aus, wobei auch hier der Bund eine Verlängerungsoption habe, sagte der ARGE-Sprecher.
N
eben den beiden Ostsee-Schleppern gehört auch die "Oceanic" in der Nordsee zum Notfallkonzept des Bundes. Hinzu kommen zwei so genannte Boarding-eams mit Spezialisten, die in Notfällen per Helikopter auf die Havaristen ausgeflogen werden und die Bergungs- und Rettungsarbeiten unterstützen. (www.kuestenschutz.com)

Pressemitteilung vom 05.08.2004
Greenpeace stellt neues Aktionsschiff «Beluga II» in Dienst

Hamburg / Wolgast - Mit einem neuen Expeditionsschiff will die Umweltorganisation Greenpeace in den nächsten Jahren verstärkt auf Flüssen in Osteuropa und Russland agieren. Das 28 Meter lange Plattbodenschiff wird am Freitag in Hamburg in Dienst gestellt, wie Greenpeace-Sprecherin Svenja Koch am Mittwoch sagte. Seine erste Reise werde das auf den Namen «Beluga II» getaufte Spezialschiff mit einer Meeresausstellung an Bord entlang der Wattenmeerküste absolvieren. Gebaut wurde das rund eine Million Euro teure und aus einer testamentarischen Verfügung einer Düsseldorfer Sympathisantin finanzierte Schiff in der Wolgaster Fridtjoff-Nansen-Werft. Der Neubau, der Ende Juli vom Peenestrom nach Hamburg überführt wurde, verfügt über einen 400 PS starken Motor, eine rund 250 Quadratmeter große Takelage mit umlegbaren Masten, austauschbare Laborcontainer sowie modernste Kommunikations- und Navigationsanlagen mit urkundensicheren Aufzeichnungstechnologien. Das neue Greenpeaceschiff löst seine Vorgängerin «Beluga» ab, die als Ausstellungsstück in ein neues Sealife-Center in Oberhausen (Nordrhein-Westfalen) geht. Weltweit hat Greenpeace nach eigenen Angaben derzeit vier größere Schiffe sowie mehrere Yachten im Einsatz.
Pressemitteilung vom 04.08.2004
Ölteppiche verflüchtigen sich - «Neuwerk» bleibt im Einsatz

Cuxhaven - Die am Mittwoch vor der deutschen Nordseeküste gesichteten Ölteppiche haben sich bis zum Nachmittag dank starker Sonneneinstrahlung weitestgehend verflüchtigt. Die Aktionen des Schadstoff-Bekämpfungsschiffes «Neuwerk» seien eingestellt worden, teilte das Havariekommando am frühen Abend in Cuxhaven mit. Die «Neuwerk» bleibe aber weiter in dem Seegebiet. Die Besatzung der «Neuwerk» hatte zuvor ein Fünftel des Öls in spezielle Ladetanks aufgenommen. Zusätzlich finden weitere Überwachungsflüge statt.
D
urch Satelliten- und Schiffsüberwachung im so genannten Entenschnabel rund 140 Seemeilen von der deutschen Küste waren zuvor 18 Verunreinigungen gesichtet worden. Insgesamt sollen rund 100 Kubikmeter Öl auf dem Meer getrieben sein. Auf Grund der herrschenden Wetterlage bestand nach Angaben des Havariekommandos aber keine Gefahr, dass das Öl in Richtung der deutschen Nordseeküste treiben könnte.

Pressemitteilung vom 04.08.2004
Zwei neue Polarschiffe in Sicht

Hamburg - Die deutschen und europäischen Polarforscher sollen zwei neue Schiffe bekommen: Die "Maria S. Merian" wird im Frühjahr 2005 in Dienst gestellt und ihren Heimathafen am Institut für Ostseeforschung in Rostock-Warnemünde haben. Dagegen entsteht das Bohrschiff "Aurora Borealis" bislang erst auf dem Papier - als Konzept für ein europäisches Forschungsschiff, das ganzjährig am Rande der arktischen Eiskante eingesetzt werden kann. Das deutsche Forschungs- und Versorgungsschiff "Polarstern" wird in Zukunft längere Zeiträume auf der Südhalbkugel verbringen.
D
ie knapp 95 Meter lange "Maria S. Merian" kann bis zu 20 Wissenschaftler und noch einmal 20 Besatzungsmitglieder aufnehmen und wird in der Nord- und Ostsee sowie im Nordatlantik bis zum Rand des Polareises operieren.

D
ie "Aurora Borealis" ist fast 180 Meter lang und soll auf sechs- bis achtwöchigen Reisen bis zu 100 Wissenschaftler an Bord nehmen können. Das Schiff soll bei einer maximalen Wassertiefe von 4000 Meter bis zu 1000 Meter in den Meeresboden bohren. Derzeit laufen Machbarkeitsstudien zu dem rund 250 Millionen Euro teuren Projekt; Baubeginn ist frühestens 2005.

Pressemitteilung vom 28.07.2004
Der Eisbrecher "Stephan Jantzen" wir durch ein neues
Schadstoff- und Unfallbekämpfungsschiff ersetzt

Stralsund - Ein 40 Millionen Euro teures Schadstoff- und Unfallbekämpfungsschiff soll im September die "Stephan Jantzen"ablösen. Der 1967 erbaute Eisbrecher, der zuletzt immer am Nautineum lag, wird verkauft. Am Donnerstag verließ Deutschlands größter Eisbrecher "Stephan Jantzen" seinen angestammten Liegeplatz am Nautineum neben dem Tonnenhof des Wasser- und Schifffahrtsamtes.
W
ie das WSA in Stralsund mitteilte, soll der Eisbrecher der zukünftigen Besatzung des auf der Wolgaster Peene-Werft im Bau befindlichen Schadstoff- und Unfallbekämpfungsschiffes "Arkona" als Unterkunft dienen. Der Neubau wird am 21. September 2004 getauft.
Das 40 Millionen Euro teure Spezialschiff ist 69,20 Meter lang, 14,50 m breit und hat einen Tiefgang von 3,80 m. Der Antrieb des Schiffes hat eine Leistung von 2 x 1850 kW. Das Spezialschiff ist für Eisaufbruch, Feuerbekämpfung, Notschleppen und Tonnenlegen ausgelegt. Bei Umweltkatastrophen mit Öl oder Chemikalien kann verschmutztes Seewasser aufgenommen werden. Ferner wird sie auch zur Bergung auf See Verunglückten oder anderen Havarien auf der Ostsee zum Einsatz kommen.
Die "Stephan Jantzen" und der Tonnenleger "Buk" werden außer Dienst gestellt und über die Verwertungsgesellschaft des Bundes (VEBEG) zum Kauf angeboten. Die "Stephan Jantzen" war 1967 auf der Leningrader Admiralitätswerft gebaut worden und im gleichen Jahr dem Seefahrtsamt der DDR übergeben worden. Im Oktober 1990 übernahm das WSA Stralsund den Eisbrecher.
Pressemitteilung vom 16.07.2004
Verstärkte Kontrollen gegen Alkohol am Ruder
Oldenburg - Alkoholisierten Fahrzeugführern geht es jetzt auch auf dem Wasser an den Kragen. Die Wasserschutzpolizei Niedersachsen will in diesem Sommer verstärkt die Fahrtüchtigkeit von Boots- und Schiffsführern kontrollieren. Alkohol sei nicht nur am Steuer, sondern auch am Ruder gefährlich, teilte die Bezirksregierung Weser-Ems als übergeordnete Behörde in Oldenburg mit.
A
nlass der Aktion ist eine grenzüberschreitende Kontrolle, bei der Mitte Juni vier Prozent der Sportbootfahrer in deutschen Gewässern mit Alkohol im Blut aufgefallen waren. Vor diesem Hintergrund werden die Wasserschutzpolizisten zukünftig mit Atemalkohol-Testgeräten auf Streifenfahrt gehen. Bestätige sich der Verdacht einer Trunkenheitsfahrt, seien Blutentnahme und ein Weiterfahrverbot fällig, so ein Sprecher der Bezirksregierung. Die Grenze liege auch auf See bei 0,5 Promille. (www.polizei.niedersachsen.de/dst/wsp/start.html).
Pressemitteilung vom 15.07.2004
US-Küstenwacht kontrolliert alle ausländischen Schiffe
Washington - Die US-Küstenwacht kontrolliert von Donnerstag an alle ausländischen Schiffe, die Häfen der USA anlaufen. «Wir werden ziemlich streng vorgehen», sagte Konteradmiral Larry Hereth am Dienstag. Bei den Kontrollen soll überprüft werden, ob die Schiffe internationalen Vereinbarungen entsprechen.
Vorgeschrieben sind unter anderem ein Sicherheitsbeauftragter, Alarm- und Identifizierungssysteme sowie Zugangsbeschränkungen zum Maschinenraum und zur Brücke. Die Massnahmen wurden aus Angst vor Terroranschlägen verabschiedet. Die Kontrollen sollen von 700 Angehörigen der Küstenwache durchgeführt werden, 500 davon sind Reservisten.

E
in britischer Sicherheitsexperte rief unterdessen dazu auf, die mögliche Terrorgefahren durch Schiffe nicht zu übertreiben. Die Bedrohung durch gewöhnliche Piraterie sei viel grösser, sagte Richard Davey auf einer Schifffahrtskonferenz in Kuala Lumpur. «Dass ein Szenario durchdacht wurde, bedeutet noch nicht, dass auch eine Bedrohung besteht», fügte er hinzu.
http://www.uscg.mil/.
Pressemitteilung vom 30.06.2004

Der ISPS-Code - Internationaler Standard für sicherere Schifffahrt
Rostock - Nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 fand auch in der Seeschifffahrt ein Umdenken über Risiken und mögliche Ziele terroristischer Anschläge statt. Nur ein Jahr später wurde ein «Internationaler Code für die Gefahrenabwehr auf Schiffen und Hafenanlagen» entworfen und von den Vertragsstaaten der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO verabschiedet. Der ISPS (International Ship and Port Facility Security) Code tritt am 1. Juli 2004 in Kraft.
Alle
Häfen haben auf dieser Grundlage einen Gefahrenabwehrplan zu erstellen. Im Rahmen festgelegter Gefahrenstufen sollen terroristische Übergriffe verhindert oder zumindest erschwert werden. Die Länder wollen vorbereitet sein auf Szenarien wie die Kaperung von Schiffen, die mutwillige Zerstörung von Hafenanlagen und den Waffenschmuggel. Dazu werden beispielsweise der Zutritt fremder Personen zu Schiffen und Häfen schärfer kontrolliert, komplette Hafenbereiche abgesperrt und Überwachungsanlagen installiert.

Die
höheren Sicherheitsanforderungen gelten neben allen Häfen für Schiffe in internationaler Fahrt sowie für mobile Bohreinheiten. Häfen und Schiffe haben künftig geschulte Gefahrenbeauftragte, die unter anderem Sicherheitslücken aufdecken sollen.

Pressemitteilung vom 15.06.2004

Umsetzung des ISPS-Code kostet deutsche Reeder 80 Millionen Euro
Hamburg - Deutsche Reeder müssen nach Schätzungen des Branchenverbands VDR allein in diesem Jahr rund 80 Millionen Euro für die Gefahrenabwehr an Bord ausgeben. Zunächst war mit nur 55 Millionen Euro gerechnet worden. Dazu fallen in den Folgejahren jeweils weitere 35 Millionen Euro an, vor allem für Aufwendungen beim Personal.
H
intergrund sind die neuen Sicherheitsrichtlinien nach dem ISPS-Code, die am 1. Juli 2004 weltweit in Kraft treten. Durch ein gezieltes Anti-Terror-Management an Bord und in Hafenanlagen sollen Anschläge gegen den Seehandel künftig verhindert werden. Dazu müssen die Unternehmen Sicherheitsoffiziere stellen und Maßnahmen zur Gefahrenabwehr in Plänen dokumentieren, die anschließend von Behörden überprüft und zertifiziert werden.

N
ach Angaben von VDR-Referent Dietrich Dabels unterhalten die deutschen Reeder weltweit rund 2500 Schiffe, die dem ISPS-Code unterliegen. Damit diese nach dem 1. Juli weiter auf internationale Fahrt gehen dürfen, müssen sie zumindest einen genehmigten Gefahrenabwehrplan vorweisen können. Dieser werde «beim überwiegenden Teil der Schiffe» bis Ende Juni vorliegen, sagte Dabels.
Bei den Schiffen, die unter deutscher Flagge fahren, seien bislang 227 Gefahrenabwehrpläne genehmigt und 68 Zertifikate ausgestellt worden, sagte Christoph Brockmann vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). «Vor allem die großen Reedereien, die Liniendienst in die USA oder nach Asien sowie Kreuzfahrtschiffe unterhalten, haben ihre Hausaufgaben gemacht», betonte Brockmann.

ISPS-Code = International Ship and Port Facility Security Code (Der internationale Schiffs- und Umschlagseinrichtung-Security)
Ziel: Stärkung der maritimen Sicherheit und rechtzeitige Erkennung und Prävention von terroristischen Akten gegen die Schifffahrt
.
Pressemitteilung vom 29.05.2004

"Solea" geht an Fischereiforscher - Neubau der Fassmer-Werft
Bremen - Die Bundesforschungsanstalt für Fischerei erhält in den nächsten Wochen den 42,7 Meter langen Neubau "Solea", ein Fischerei-Forschungskutter für den Einsatz in der Nord- und Ostsee. Das neue Schiff ersetzt die erste "Solea", einen 37 Meter langen Kutter, der 1974 auf der Bremerhavener Siehold-Werft gebaut wurde und seither über 500 Forschungsreisen unternommen hat.
Der Neubau der Fassmer-Werft in Berne/Motzen ist auf dem aktuellsten Stand: Der Antrieb erfolgt über einen Gleichstrom-Fahrmotor auf einen geräuscharmen Propeller. Weitere lärmreduzierende Maßnahmen erfüllen die Vorgaben des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) für moderne Fischereiforschungsschiffe. Die Fassmer-Werft hat für den Neubau einen Stahlrumpf aus Polen benutzt. Das Schiff bietet Platz für 20 Personen sowie vier Laboratorien und soll noch im Frühsommer in Dienst gestellt werden. Derzeit wird die 12,5 Knoten schnelle "Solea" in der Nordsee erprobt.

Pressemitteilung vom 29.05.2004
Künftig werden alle Schiffe kontrolliert
Marode Stückguttransporter und alte Tanker dürfen keine europäischen Häfen anlaufen

In den europäischen Häfen wird mindestens ein Viertel aller ankommenden Seeschiffe auf die Einhaltung der gesetzlichen Sicherheits- und Umweltstandards geprüft. So sehen es die Richtlinien des Hafenstaatenbündnisses Paris MOU vor. Mehr noch: Die Organisation, die seit 1982 die Schiffskontrollen in 20 Staaten - schwerpunktmäßig Europa - koordiniert, denkt jetzt über eine Verschärfung der Inspektionen nach.
Im
Gespräch ist die Ausweitung der Kontrollen auf sämtliche Schiffe, die in die Häfen einfahren. Gut gewartete Pötte sollen damit belohnt werden, dass die Checks in größeren Zeitabständen durchgeführt werden. Substandard-Dampfer, die einmal wegen gravierender Mängel aufgefallen sind, sollen hingegen bei jeder Ankunft aufwendig aufs Neue überprüft werden. Wie das Paris MOU mitteilte, erwägen die Mitgliedsstaaten zudem schärfere Strafen für Stückgutfrachter, die mehrmals wegen Defiziten an die Kette gelegt wurden. Diese Schiffe sollen, ebenso wie Tanker, Massengutfrachter und Passagierschiffe seit Juli 2003, bei wiederholten Regelverstößen dauerhaft aus den europäischen Häfen verbannt werden. Die Regelung habe sich als wirksame Waffe im Kampf gegen die Substandard-Reeder erwiesen, hieß es in einer Stellungnahme des Paris MOU. Die Richtlinienvorschläge müssen von den Mitgliedern noch offiziell gebilligt werden.

Für riskante Schifffahrtsregister hält das Paris MOU
: Albanien, Sao Tome & Principe, Nordkorea, Tonga, Bolivien, die Komoren, Libanon, Honduras, Algerien, Georgien, Kambodscha, die Türkei und Syrien. Diese Länder belegen die vorderen Plätze der neuen Schwarzliste des Bündnisses, die ab Juli in Kraft tritt. Schiffe, die eine dieser Flaggen am Mast führen, müssen mit schärferen Kontrollen rechnen.

Auf
der Weißliste sind neben traditionellen Flaggenstaaten wie Deutschland und Norwegen auch eine Reihe von Billigflaggen vertreten, darunter Liberia, die Isle of Man und die Marshall Islands.
.
Pressemitteilung vom 25.05.2004

Charterfibel für Hausbootkapitäne erschienen
Rechlin - Tipps für den Urlaub an Bord eines angemieteten Hausbootes auf den Gewässern in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern bietet eine kleine Charterfibel des Rechliner Quick-Maritim-Verlages. Die soeben erschienene 60-seitige Broschüre (ISBN: 3-9808910-3-8) vermittelt Freizeitskippern einen Einsteigerkurs zur Führung der ohne Patent zu steuernden Hausboote, wie der Verlag mitteilte. In mehr als 50 farbigen Grafiken und Fotos sowie kurzen Erklärungstexten erfährt der Leser unter anderem wie die Boote gesteuert werden, welche Fahrensregelungen auf den jeweiligen Gewässern gelten, wie man sich in einer Schleuse verhält und was im Notfall zu tun ist. Vorgestellt werden die wichtigsten Seemannsknoten, Tipps zum richtigen Ankern und die häufigsten Schifffahrtszeichen. Darüber hinaus informiert die für 6,80 Euro erhältliche Fibel über die gegenwärtig führerscheinfreien Reviere. (www.quickmaritim.de)
Pressemitteilung vom 10.05.2004

Wasserschutzpolizeiliche Bilanz 2003
Pressemitteilung der Wasserschutzpolizeidirektion Schleswig-Holstein

Kiel - Der Leiter der Wasserschutzpolizeidirektion Schleswig-Holstein, Polizeioberrat Braun, zieht Bilanz. Die Überwachung der Berufsschifffahrt und die Gefahrgutüberwachung waren die Schwerpunktaufgaben im vergangenen Jahr.

Der Schwerpunkt der wasserschutzpolizeilichen Arbeit liegt naturgemäß bei den Schiffskontrollen. Im Jahr 2003 wurden allein 3.330 Schiffe der gewerblichen Schifffahrt kontrolliert. Ziel dieser Kontrollen ist es, Mängel im Bereich der Schiffssicherheit aufzudecken, um den Seeverkehr und die Umwelt zu schützen. Es wurde besonders die Einhaltung von Umwelt-, Ausrüstungs-, Schiffsicherheits-, Stau - und Besetzungsvorschriften kontrolliert.
In 131 Fällen waren die Mängel an Bord dermaßen gravierend, dass die WSP-Beamten neben der obligatorischen Anzeige gezwungen waren, ein vorläufiges Auslauf- bzw. Weiterfahrtverbot auszusprechen. Das ist ein geringfügiger Anstieg von 2,3% im Vergleich zum Jahr 2002. Gravierende Mängel, die zu einem Auslaufverbot führten, waren technische Manipulationen oder fehlende Zeugnisse.
Aufgrund der Nichteinhaltung der Schifffahrtsrechtlichen Vorschriften mussten die Wasserschutzpolizeibeamten 1002 Verstöße allein in den Bereichen der Schiffssicherheitsverordnung, des Seemannsgesetzes, Schiffsbesetzungs- und Unfallverhütungsvorschriften bearbeiten. Die meisten Fälle ergaben sich aus den Schiffsbesetzungsvorschriften (369) und den Unfallverhütungsvorschriften (363). Der Leiter der WSPD kündigte in diesem Zusammenhang an, auch 2004 hier einen Kontrollschwerpunkt zu setzen, um die Schiffssicherheit weiter zu erhöhen.

Die Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein registrierte im letzten Jahr insgesamt 366 Schiffsunfälle in der Berufs- und Sportschifffahrt. Das bedeutet eine leichte Abnahme von insgesamt 8,2 % im Vergleich zum Jahr 2002. Im Einzelnen verteilen sich die Unfallzahlen wie folgt: Im Bereich der Sportschifffahrt ist eine leichte Minderung von 6,7 % auf 220 Fallzahlen gegenüber 2002 festzustellen. Die Seeunfälle verzeichnen einen Rückgang von 14,5 % von 151 auf 129 Unfälle. Die Unfälle im Bereich der Binnenschifffahrt sind mit 17 Fallzahlen als gering anzusehen. Die Gründe für Seeunfälle sind hier oftmals menschliches Fehlverhalten. Es wird an den notwendigen Qualifikationen der Besatzungen gespart oder die sicherheitsrelevanten Vorschriften werden nicht eingehalten. Darüber hinaus führt immer wieder das technische Versagen von Maschinen zu Unfällen. Ein anderer Grund für die Schiffsunfälle ist das Missachten von verkehrsrechtlichen Schifffahrtsvorschriften. Aufgrund dieser Erkenntnisse und der Erfahrungen der letzten Jahre wurden im Jahr 2003 die verkehrsrechtlichen Vorschriften in der Schifffahrt schwerpunktmäßig überwacht. Insgesamt mussten die Beamten 121 Verkehrsstraftaten und 1591 Ordnungswidrigkeiten im Bereich der Schifffahrt bearbeiten. Im Bereich der Straftaten sind allein 93 Verstöße gegen §§ 315, 315a (1) Nr. 1 und Nr. 2 StGB, Eingriff bzw. gefährlicher Eingriff in den Schiffsverkehr, zu verzeichnen gewesen. Das macht einen Prozentsatz von immerhin ca. 77% aus.
Des Weiteren wurden im vergangenen Jahr durch die WSP insgesamt 4552 Gefahrgutkontrollen in den Häfen durchgeführt (2002 = 3.453). Das ist eine deutliche Erhöhung von 31,8%. Die Erhöhung ergibt sich dadurch, dass die Beamten in den Hafen- und Sicherheitsdiensten der Wasserschutzpolizei speziell in diesem Bereich geschult und eingesetzt wurden.
Die Beanstandungsquote beläuft sich auf 17 % bei den kontrollierten Einheiten (774 Anzeigen und Verwarnungen m. Geld) und ist gegenüber dem Jahr 2002 leicht gesunken (2002 waren es 19,7%). Wie in den vorangegangenen Jahren waren die meisten Verstöße auf mangelhafte Ladungssicherung zurückzuführen. Im letzten Jahr mussten deshalb 963 Weiterfahrt- und Verladeverbote ausgesprochen werden. Die Gründe für ein Fahr- und Verladeverbot sind nicht nur Ordnungswidrigkeiten, sondern beruhen auch auf Gründen der Gefahrenabwehr, d.h. sie wurden zur Vorbeugung von Verstößen ausgesprochen. Dadurch läßt sich auch erklären, warum die Anzahl der Verstöße niedriger ist, als die Fahr- und Verladeverbote. Eine Ursache für die Anzahl der Transportverstöße ist, dass der Schiffsverkehr und damit der Warenumschlag aus Osteuropa weiter zunehmen. Die dadurch wachsende Konkurrenz und der zunehmende Termin- und Kostendruck der LKW-Fahrer führt dazu, dass die Bereitschaft, gegen Transportvorschriften zu verstoßen, erhöht wird.
Aufgrund der hohen Beanstandungsquote im Jahr 2003, werden auch in diesem Jahr die Kontrollschwerpunkte in den Bereichen des Gefahrguts und der Transportvorschriften liegen, so der Leiter der Wasserschutzpolizeidirektion.

Meeresumweltschutz

Die Einhaltung der Meeresumweltbestimmungen war im Jahre 2003 ebenfalls ein Kontrollschwerpunkt. Eine besondere schifffahrtspolizeiliche Überprüfung galt den Schiffen, die MARPOL unterliegen. Die Wasserschutzpolizei überprüfte 2003 insgesamt 1803 Schiffe.
( MARPOL (marine pollution) = ist die Abkürzung für das internationale Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung der See durch Öl)
Bei gleicher Kontrollintensität im Vergleich zu 2002 erhöhte sich die Zahl der Verstöße gegen die MARPOL-Vorschriften von 387 auf 470 Fälle. Das ist ein Anstieg von ca. 21%. Ein Grund für die Erhöhung der Fallzahlen ist ein Großverfahren (ca. 70 Fälle) an der Nordsee, ansonsten sind die Fallzahlen annähernd gleich geblieben. Neben den MARPOL-Kontrollen ist ein besonderes wasserschutzpolizeiliches Aufgabenfeld die Bekämpfung und Bearbeitung von Gewässerverunreinigungen. 2003 wurden 475 Straftaten festgestellt. Die Zunahme gegenüber dem Jahr 2002 ist mit 36 Fällen als geringfügig anzusehen.

Kriminalitätsbekämpfung im Bereich der Sportschifffahrt

Die Bekämpfung und Verfolgung von Diebstählen im Bereich der Schifffahrt ist im Jahr 2003 ebenfalls eine tägliche Aufgabe der wasserschutzpolizeilichen Arbeit gewesen. So registrierte der Zentrale Fachdienst in Kiel, welcher für die Erfassung von Bootsdiebstählen landesweit zuständig ist, im Jahr 2003 116 Fälle. Die Zahl der Bootsdiebstähle ist im Vergleich zum Jahre 2002 um 22 Fälle bzw. 16 % gesunken. Der Diebstahl in/aus Wasserfahrzeugen schlägt im Jahr 2003 mit 331 Fällen zu Buche. Im Vergleich zu 2002 sind diese Fälle um 6% zurückgegangen. Der leichte Rückgang der Fallzahlen läßt sich nicht abschließend erklären, allerdings konnte festgestellt werden, dass die Bootseigentümer ihre Sportboote und Ausrüstung wirkungsvoller sichern und ebenfalls auf das Eigentum anderer achten. Herr Braun sagte dazu, dass ein Grund für die positive Entwicklung sich aus den Präventionsmaßnahmen der Wasserschutzpolizei ergeben. Zur Kriminalitätsvorbeugung und zur weiteren Senkung von Diebstählen führen die Beamten der Wasserschutzpolizei vielerorts Beratungen zur Sicherung des Eigentums durch.

Unter dem Motto : Gravierend mehr Sicherheit
betreibt die Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein seit Mai 2002 auch aktiv den Diebstahlschutz durch die Gravierung von Booten, Motoren und Ausrüstungsgegenständen. Alle Reviere führten und führen seitdem in ihrem Bereich in Absprache mit den örtlichen Vereinen bzw. auf maritimen Veranstaltungen Gravieraktionen durch. Die Präventions- und Öffentlichkeitsbeauftragten der Reviere übernehmen hierbei die Abstimmung und Planung der Aktionen vor Ort und sind auch für die Durchführung verantwortlich. Seit Beginn der Aktion im Mai 2002 wurden bis heute 866 Außenbordmotoren, 311 Boote, 346 Ferngläser, 2293 Stück Ausrüstung und Zubehör graviert. Die sehr positive Akzeptanz der kostenfreien Gravieraktion für Bootseigentümer zeigt sich auch darin, dass mit Beginn der Sportbootsaison 2004 weitere Länder dieses System übernehmen wollen.
Nähere Informationen erhalten Sie dazu auf unserer Internetseite.
Unter www.wsp.schleswig-holstein.de oder www.wasserschutzpolizei.schleswig-holstein.de

Fischereiaufsicht

Eine andere Aufgabe der Wasserschutzpolizei ist seit dem 28. März des letzten Jahres die Fischereiaufsicht auf See. Die WSP SH setzt hierfür speziell ausgebildete Wasserschutzpolizeibeamte ein, seit Ende 2003 nehmen 30 Beamte die Aufgabe wahr. Im vergangenen Jahr wurden allein bei 1720 Kontrollen der Erwerbsfischerei zehn Verstöße gegen EU-Vorschriften und 59 Verstöße gegen nationale Vorschriften festgestellt. Die Kontrollen in diesem Bereich umfassen die Überprüfung von Fanggeräten, Fanggebieten, Netzkontrollen, Mindestgrößen bei Fischen und Fischereipapieren.)

Pressemitteilung der Wasserschutzpolizeidirektion Schleswig-Holstein vom 23.04.2004

Verhaltensregeln für Verunglückte im Wasser

Greifswalder Oie - Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) rät in Seenot geratenen Wassersportlern, so lange wie möglich an Bord zu bleiben oder sich an schwimmenden Teilen festzuhalten. So seien sie besser von den Besatzungen der Rettungsschiffe oder Hubschrauber auszumachen. Unbedingt sollten Kleidung und Schuhe als Schutz gegen Unterkühlung anbehalten werden. Um Wärmeverluste zu vermeiden, sollte man auch nicht versuchen, die Küste schwimmend zu erreichen. Denn meist werden die Entfernungen unterschätzt. Außerdem sind die Strömungsverhältnisse vielfach unbekannt. Stattdessen sollte der Körper möglichst ruhig gehalten werden. Mit anderen Verunglückten sollte man eng zusammenbleiben. Dringend vermeiden müsse man das Einatmen von Salzwasser. In die Lunge eingedrungenes Salzwasser kann auch nach Einlieferung ins Krankenhaus noch zum Tode führen. (www.dgzrs.de )
Presseinformation vom 22.04.2004

Lüneburger Firma entwickelt Gerät zur Beobachtung des Seegangs

Lüneburg - Hightech aus Lüneburg erleichtert Schiffskapitänen das Leben. Ein neu entwickeltes Wellenbeobachtungssystem der Firma OceanWaveS liefert Seeleuten die entscheidenden Daten zur Beschreibung des herrschenden Seegangs. Der unscheinbare Kasten soll die Sicherheit von Besatzungen auf Hochseeschiffen deutlich erhöhen. Das Gerät wird zwischen das herkömmliche Radargerät und einen PC geschaltet und nutzt die Daten, die Nautiker als Störung empfinden: das so genannte Seaclutter, die Abbildung der Wasseroberfläche. Anhand dieser Daten berechnet das System die entscheidenden Merkmale des Seegangs und zeigt signifikante Wellenhöhe, Wellenrichtung, -länge und -periode auf einem Monitor an.
Presseinformation vom 14.04.2004

Nach Lkw-Maut plant Bund Vignette für Motor- und Segelyachten

Berlin - Nach der Lkw-Maut will das Bundesverkehrsministerium jetzt auch Freizeitkapitäne zur Kasse bitten. Sofern sie Bundeswasserstraßen wie Kanäle oder Schleusen befahren, sollen Besitzer von Motorbooten und Segelyachten künftig eine Jahresvignette erwerben.
Das bestätigte der Sprecher des Ministeriums, Felix Stenschke, am Dienstag einen Bericht des «
Handelsblatts». Im Gespräch ist eine Jahresgebühr von 60 bis 90 Euro für motorbetriebene Schiffe. Ruderboote und Segelboote ohne Motor sollen gebührenfrei bleiben. Jährlich sollen so 7,5 Millionen Euro hereinkommen, die in Verkehrsinvestitionen fließen sollen.
Das Ministerium beruft sich auf Forderungen des Bundesrechnungshofes und aus dem Bundestag zur kostenanteiligen Gebührenerhebung bei den Nutzern der Wasserstraßen. Von der geplanten Regelung auf Binnenwasserstraßen betroffen sein könnten nach Ansicht des Deutschen Segler-Verbandes jährlich 30 000 bis 40 000 Besitzer von Freizeitbooten. «Darunter sind viele ausländische Touristen, für die die neue Maut wie ein Eintrittsgeld verstanden würde», sagte der Generalsekretär des Verbandes, Gerhard Philipp Süß, auf dpa-Anfrage.
Neben Kanälen sei auch mit der Einbeziehung einiger Seen in die Gebührenpflicht zu rechnen, sagte Süß nach einer Vorabunterrichtung der Bootsverbände durch das Ministerium. Dazu zählten die Müritz und der Müggelsee im Berliner/Brandenburger Raum sowie der Schweriner See. Ministeriumssprecher Stenschke betonte dagegen, der Bund besitze nur den Edersee in Hessen. Bisher gebe es zudem nur Vorüberlegungen des Ministeriums und keinen Gesetzentwurf. Einzelheiten würden erst nach einem Gespräch von Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) Ende des Monats mit den Bootsverbänden festgelegt.
Bislang dürfen Deutschlands Flüsse und Seen allgemein gebührenfrei befahren werden. Lediglich für die Nutzung der Schleusen zahlen die Motoryacht- und Seglerverbände pauschal 50 000 Euro pro Jahr. Diese Gebühr könnte nach den Überlegungen aus dem Verkehrsministerium mit dem neuen Vorstoß und den weit höheren Einnahmen entfallen.
Presseinformation vom 13.04.2004

Eine Frau führt fortan die Seeämter

Kiel - Sie untersuchen Seeunfälle auf deutschen Schiffen oder in deutschen Gewässern und tragen mit der Aufklärung zur Schiffssicherheit bei: die Seeämter in Hamburg, Kiel, Rostock, Emden und Bremerhaven. Erstmals in der knapp 130-jährigen Geschichte der Seeunfalluntersuchung hat jetzt eine Frau das Ruder übernommen: Die Juristin Barbara Dahlke (48) ist neue Vorsitzende der Seeämter. Sie löst Jochen Hinz (44) ab.
"Wir beschäftigen uns mit dem Verhalten von Kapitänen und Schiffsführern als Unfallursache und ermitteln, ob das Handeln eines an Bord Verantwortlichen fehlerhaft war", erläutert Dahlke, die zuvor im Rechtsdezernat der Behörde gearbeitet hat. Das Seeamt sanktioniert aber nicht wie ein Gericht, verhängt keine Freiheits- oder Geldstrafen. Die Behörde entscheidet auch nicht über Schadensersatzansprüche. "Die Seeämter sind Fachausschüsse, die nach internationalen Untersuchungsregeln feststellen, ob ein Schiffsführer weiter die Eignung zum Führen eines Schiffes hat", sagt Dahlke. "Wir können Fahrverbote bis zu 30 Monaten verhängen oder einem Schiffsführer das Patent oder die Fahrerlaubnis ganz entziehen." Solche Maßnahmen können ausgesprochen werden, wenn ein Schiffsführer nicht das gebotene Verantwortungsbewusstsein an den Tag gelegt oder gegen die seemännischen und nautischen Grundsätze schwerwiegend verstoßen hat.
Außer der Vorsitzenden wirken bei Seeamtsverhandlungen stets ein Kapitän als ständiger Beisitzer sowie zwei ehrenamtliche Sachverständige mit, die entweder Nautiker, Schiffsingenieure oder Kapitäne sind. Dabei werden Zeugen vernommen und Sachverständige angehört. Nach jeder Verhandlung, die grundsätzlich öffentlich ist, wird ein Seeamtsspruch gefällt, gegen den Widerspruch im Verwaltungsverfahren und Klage beim Verwaltungsgericht möglich ist.
Ebenso häufig wie mit der Berufsschifffahrt müssen sich die Seeämter mit Fehlverhalten von "Freizeitskippern" beschäftigen. In vielen Fällen, so Dahlke, ist dabei Alkohol im Spiel. "Erst im Januar 2004 hat das Seeamt Kiel gegenüber einem Sportbootführer ein 17-monatiges Fahrverbot ausgesprochen", schildert die Vorsitzende. Der "Sportsmann" war bei einer nächtlichen Spritztour zum Meeresleuchten mit einer Mole vor Helgoland kollidiert und hatte sich und seine drei Mitfahrer in Lebensgefahr gebracht. Die Polizei stellte beim Schiffsführer einen Blutalkoholwert von mehr als 1,6 Promille fest.
Seit 2002 besteht neben den Seeämtern die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) in Hamburg. Sie übernimmt bei Seeunfällen die Ermittlung von Ursachen und Schwachstellen im Schiffsicherheitssystem und gibt Empfehlungen zur Verbesserung der Sicherheitskultur. dpa erschienen am 10. April 2004 in Norddeutschland
Presseinformation vom 10.04.2004

Cuxhaven wird deutsches Zentrum für Seesicherheit
Bundesminister haben sich auf Standort verständigt

Cuxhaven - Cuxhaven wird zum deutschen Zentrum für Seesicherheit. Die Bundesminister Otto Schily und Manfred Stolpe beschlossen gestern, in Cuxhaven ein neues Küstenwachzentrum für Nord- und Ostsee aufzubauen. Sie wollen gerade auch aus Furcht vor Terroranschlägen so die Sicherheit auf See und an der Küste verbessern. Bundesgrenzschutz, Küstenwache, Havariekommando und zentrale Meldestellen des Bundes sowie die Leitstelle der Wasserschutzpolizeien der Länder sollen in einem Gebäude mit gemeinsamem Lagezentrum zusammengeführt werden.
Im Küstenwachzentrum, das in das Verwaltungsgebäude der ehemaligen Deutschen Fischfang-Union einziehen wird, werden nach dem von Schily und Stolpe beschlossenen Grobkonzept das Havariekommando, die geplante neue Küstenwache unter Führung des Bundesgrenzschutzes und staatliche Meldestellen sowie die Leitstelle der Wasserschutzpolizeien an einen Tisch sitzen.
Durch den Abbau von Schnittstellen soll die Zusammenarbeit im Ernstfall effektiver als bisher werden. Im Alltagsbetrieb aber behalten sie Fachbehörden ihre Zuständigkeit. Das Feinkonzept soll nun zusammen mit den Küstenländern erarbeitet werden.
Neustadt in Holstein, das als Küstenwachzentrum nicht zum Zuge kommt, soll ein maritimes Aus- und Fortbildungszentrum bekommen.
Presseinformation vom 03.04.2004

Ostseeschutz trotz russischer Ölinteressen

Bremen / London - Die Umweltschutzorganisation WWF ist erfreut über die heutige Entscheidung der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO, die Ostsee "im Prinzip" als Besonders Empfindliches Seegebiet (PSSA) auszuweisen. Alle Baltischen Staaten außer Russland stimmten mit ihrem Votum für diesen wegweisenden Schritt. Aufgrund dessen konnte sich ein Blockadeversuch des Ölriesen Russland und einiger Billigflaggenstaaten nicht durchsetzen, diese und weitere PSSA-Ausweisungen bis auf weiteres generell zu verhindern.
Für diesen Durchbruch hatte sich der WWF seit Jahren eingesetzt, da der PSSA-Status eine wichtige Voraussetzung für konkrete Schutzmaßnahmen in punkto Schiffssicherheit ist, wie beispielsweise Lotsenpflicht und Befahrensbeschränkungen, mit deren Hilfe verheerende Ölunfälle wirksam verhindert werden können, die ansonsten die Ostsee über Jahrzehnte hinaus empfindlich schädigen könnten. Der WWF hat daher auch seine fachliche Expertise in die Ausarbeitung der technischen Grundlagen für die PSSA-Ausweisung der Ostsee seit Jahren eingebracht.
"Die Ostsee ist eines der empfindlichsten Seegebiete der Welt wegen ihres langsamen Wasseraustauschs und ihrer Vielzahl seltener Arten. WWF ist daher hoch erfreut darüber, dass die Regierungen der Schifffahrtsnationen die einzig wahre und längst überfällige Entscheidung getroffen haben, dieses ökologisch wertvolle Gebiet zuschützen. Die IMO hat damit ein klares Zeichen gesetzt, dass "Seelenverkäufer" keine Zukunft haben auf unseren Meeren und dass wirtschaftliche Interessen im Einklang mit dem Schutz unserer elementaren Ressourcen stehen müssen" kommentiert WWF-Geschäftsführer Dr. Peter Prokosch.
WWF appelliert nun an die Anrainerstaaten der Ostsee, bis 2005 effektive flankierende Maßnahmen auszuarbeiten, um die Schiffssicherheit in der Ostsee zu stärken. Erst diese Maßnahmen, wie Schlepperdienste, Nothäfen und Lotsenpflicht, können Hochrisikorouten wie Kadetrinne und Dänische Belte wirksam schützen. Konkrete Maßnahmen bilden außerdem die Voraussetzung für die endgültige formale Anerkennung des Meeresgebiets als PSSA durch ein weiteres IMO-Komitee ab 2006.Außerdem drängt WWF die Russische Föderation, die eigenen Hoheitsgewässer ebenfalls in den Rahmen der Ostsee-PSSA zu stellen.
Presseinformation Bremen / London, 02.04.2004

Charterscheinregelung: Amtlicher Bootsführerschein nicht mehr erforderlich

Im Jahr 2000 wurde im Rahmen eines vierjährigen Modellversuches die Charterscheinregelung eingeführt. Sie gab Bootstouristen erstmals die Möglichkeit, ein Charterboot auf bestimmten Gewässern auch ohne amtlichen Sportbootsführerschein zu führen. Nach den positiven Erfahrungen wurde der Modellversuch im November vergangenen Jahres in geltendes Recht überführt. Zum 1. Mai 2004 wird zudem das Gewässernetz erweitert. Das bedeutet für den Bootstouristen: freie Fahrt jetzt auch auf Müritz und dem Schweriner See. Auch die Peene ist bis Demmin freigegeben. Im Rahmen der neuen Regelung wurden auch die Schiffsgröße, die mit Charterschein geführt werden kann, von 13 auf 15 meter Länge erhöht. Zudem können künftig bis zu 12, anstatt bisher 10 Personen, mit an Bord sein. Voraussetzung bleibt wie bisher eine ausführliche theoretische und praktische Einweisung durch das Charterunternehmen. Gemietet werden können Boote, die nicht schneller als 12 Stundenkilometer fahren. In bestimmten Fahrgebieten können dann Hausboote ohne den bisher erforderlichen Sportbootführerschein-Binnen gechartert werden.

Zu den "Freizeitwasserstrassen"gehören u.a. Oberweser mit Fulda und Werra, Aller, Obere Saale, Lahn sowie die ostdeutschen Reviere in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die Küstengewässer von Nord- und Ostsee mit Eider, Stör, Oste und Peene haben seit jeher einen großen Stellenwert im Wassertourismus.

Neuer Bootspass der Polizei verbessert Fahndungsmöglichkeiten und
Schutz vor Diebstahl

Wiesbaden - Wassersport erfreut sich unter den Bundesbürgern wachsenderBeliebtheit. Bereits fast jeder zehnte Deutsche verbringt seine Freizeit heute bevorzugt am oder auf dem Wasser. Kein Wunder also, dass der Drang zum kühlen Nass inzwischen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor darstellt und immer mehr hochwertige Boote und Wasserfahrzeuge verwendet werden. Mit dieser neuen Trendwelle und dem damit verbundenen Zuwachs an Sachwerten auf dem Wasser hat auch das Diebstahlsrisiko zugenommen. Fest im Visier der Ganoven sind dabei vor allem Wasserfahrzeuge und ihr Zubehör. Die Schäden alarmieren: Schätzungen der Versicherer zufolge erreichen sie in Europa mindestens 130 Mio Euro pro Jahr.
Dementsprechend schnellte auch die Zahl der schifffahrtsbezogenen Sachfahndungen der Polizei nach oben. Lag ihre Summe im Jahre 2001 bundesweit noch bei 5426 Ausschreibungen, so war binnen Jahresfrist schon ein Zuwachs von knapp 19 Prozent - auf 6440 Fahndungen im Jahre 2002 - zu verzeichnen. Viel zusätzliche Ermittlungsarbeit für die Polizei, die bei der Aufklärung von Diebstählen zu Wasser den Möglichkeiten bei Fahrzeugermittlungen auf der Straße "hinterherrudert". Anders nämlich als bei Straßenfahrzeugen sind Wasserfahrzeuge nicht einheitlich gekennzeichnet. Hinzu kommt, dass es für "Wasser-Mobile" bislang weder eine einheitliche Zulassungs- und Registrierungsbehörde noch einheitliche Zulassungsverfahren gibt.
Ein wichtiges Hilfsmittel zur wirkungsvollen Fahndung ist deshalb der neue Bootspass, der von der Polizei bundesweit herausgegeben wird. Das Dokument aus wasserabweisenden Materialien erfasst standardisiert alle wichtigen Informationen rund ums Boot. Bei einem Bootsdiebstahl verfügt somit der Anzeigeerstatter über alle notwendigen Angaben, damit die Polizei geeignete Fahndungsmaßnahmen in die Wege leiten kann. Hierdurch erwarten die Fahnder der Wasserschutzpolizei deutlich bessere Erfolge.
Die genaue und umfassende Beschreibung von Boot und Zubehör im neuen Bootspass erhöht also für den Dieb das Entdeckungsrisiko und "gräbt den Hehlern das Wasser ab". Ferner geht die Polizei davon aus, dass die Bootseigentümer durch den Gebrauch des Bootspasses sich verstärkt mit Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz gegen Diebstahl auseinander setzen und durch ein sicherheitsbewusstes Verhalten das Diebstahlsrisiko bei Booten und Bootszubehör reduzieren.
Zum Schutz gegen Diebstahl geben die Fachleute der Wasserschutzpolizei folgende acht Sicherheitstipps: - Nehmen Sie Ihren Bootspass bereits zur Besichtigung Ihres neuen Bootes mit - in jedem Fall aber, wenn Sie sich zum Kauf entschließen. Die im Pass genannten Merkmale enthalten wichtige Aspekte, auf die Sie beim Erwerb des Bootes achten sollten. - Höchste Vorsicht empfiehlt sich, wenn Ihnen ein Boot ohne Rumpfnummer (HIN) oder mit "überarbeiteten" Individualnummern angeboten wird: Erkundigen Sie sich genau nach der Herkunft und dem bisherigen Werdegang des Bootes. Es könnte gestohlen worden sein. - Füllen Sie den Bootspass in aller Ruhe aus. Die hierzu notwendigen Angaben finden Sie im Kaufvertrag sowie in Unterlagen, die Sie beim Kauf erhalten haben. - Fotografieren Sie Ihr Boot aus verschiedenen Perspektiven; vergessen Sie dabei Besonderheiten und Bootszubehör nicht. - Kopieren Sie den ausgefüllten Bootspass, damit Sie mehrere Ausfertigungen griffbereit haben - zum Beispiel für Ihre Akten zu Hause und für Ihre Bootspapiere unterwegs. - Halten Sie die Angaben im Bootspass auf aktuellem Stand, vor allem nach dem Anbau von Zusatzgeräten oder nach größeren Reparaturen. - Sichern Sie Ihr Boot gegen unbefugte Wegnahme. Prüfen Sie, ob der Außenborder und sonstiges außen angebrachtes Zubehör besser gegen Wegnahme geschützt werden können, z. B. durch künftige Mitnahme von Bord während des Stillliegens oder durch Aufbewahrung in einer Halle oder in der heimischen Garage. - Sprechen Sie in Ihrem Bekanntenkreis oder Verein das Thema "Bootsdiebstahl" an und nutzen Sie die Erfahrungen anderer.
Die Beamtinnen und Beamten der Wasserschutzpolizei stehen Ihnen für alle Fragen zum Schutz Ihres Bootes gern mit Rat und Tat zur Verfügung.Der Bootspass ist ab sofort bei allen Polizeidienststellen im gesamten Bundesgebiet oder per Download unter www.polizei.propk.de zu beziehen.

Hessisches Landeskriminalamt vom 26.03.2004

Sperrung der Havel-Oder-Wasserstraße wird am Montag aufgehoben

Eberswalde - Nach fast dreimonatiger Sperrung ist der Oder-Havel-Kanal ab Montag 6.00 Uhr wieder für die Schifffahrt geöffnet. Damit können Binnenschiffe auf direktem Weg von Berlin Richtung Schwedt und Szczecin (Stettin) fahren, wie ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde am Freitag mitteilte. In den vergangenen Wochen mussten sie den Umweg über den weiter südlich gelegenen Oder-Spree-Kanal nehmen. Seit Januar waren zwei Antriebe am Schiffshebewerk Niederfinow instand gesetzt und zwei neue Antriebsritzel eingebaut worden, heißt es weiter. Auch die 256 Tragseile seien gewartet worden. An der Schleuse Lehnitz sei zudem eine Luftsprudelanlage eingebaut worden, die das Becken länger eisfrei halten soll. Schon seit Montag werden im Zuge eines Probebetriebes am Schiffshebewerk erste Güterschiffe in Richtung Hafen Eberswalde geschleust.Nachdem 2002 genau 12 474 Schiffe das Hebewerk passiert hatten, nahm der Verkehr den Angaben zufolge im vergangenen Jahr um 22 Prozent zu. Für 2004 erwarte das Amt einen weiteren Anstieg um 20 bis 30 Prozent. Das im März 1934 in Betrieb gegangene, 60 Meter hohe Schiffshebewerk wird seit 1992 planmäßig instand gesetzt.
Pressemitteilung vom 26.03.2004

EU beschliesst Schutzmassnahmen für Delfine

Brüssel - Delfine und Schweinswale sollen in den europäischen Gewässern besser geschützt werden. Darauf verständigten sich die für Fischerei zuständigen Minister in Brüssel. «Das ist ein wichtiger Schritt, um den Schutz von Walen deutlich zu verbessern», sagte die deutsche Verbraucher- schutzministerin Renate Künast. «Das ist keine Kosmetik, ich gehe davon aus, dass es etwas nutzt.» Nach den Beschlüssen soll die Verwendung von Treibnetzen in der Ostsee schon vom 1. Januar 2005 deutlich eingeschränkt und von 2008 an komplett verboten werden. Laut Künast sterben in den Netzen als so genannter Beifang weltweit jährlich 300.000 Wale und Delfine, in der Nordsee und dem Nordatlantik sind es allein 10.000. Zudem müssen Schiffe mit einer Länge von mehr als zwölf Metern künftig mit akustischen Warnsignalen ausgestattet sein, um Wale und Delfine zu vertreiben. Gebietsweise soll die Pflicht für ein solches Gerät zwischen Juni 2005 und 2007 eingeführt werden. Die Massnahmen bleiben aber hinter den Forderungen von Umweltschützern zurück. So werden einige der Schutzvorschriften später als zunächst von der EU-Kommission vorgeschlagen in Kraft gesetzt. Zudem wurde das Ausmass der Überwachung durch Inspektoren zurückgeschnitten. Einige EU-Staaten hatten auf eine Abschwächung der ursprünglichen Pläne gedrungen, um eine Kostenexplosion für die Fischereiunternehmen zu vermeiden. Schweinswale sind Delfin-ähnliche Säugetiere, die etwa 1,50 Meter gross werden. Sie verfangen sich häufig in Treibnetzen, die sie nicht sehen können, und ertrinken.
Pressemitteilung vom 19.03.2004

Wasserschutz - Küstenländer bauen gemeinsames maritimes Lagezentrum auf

Rostock - Der Schutz der norddeutschen Küstengewässer soll unter eine einheitliche polizeiliche Führung gestellt werden. Dazu werden die Wasserschutzpolizeidirektionen der Länder Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ein gemeinsames «Maritimes Führungs- und Lagezentrum» einrichten. Es sei noch nicht entschieden, wo die Dienststelle angesiedelt werde, sagte Mecklenburg- Vorpommerns Innenminister Gottfried Timm (SPD) am Freitag in Rostock. Die Hansestadt böte sich wegen ihrer «sicherheitsgeografischen Nähe» zum baltischen Raum an. Cuxhaven dagegen sei bereits der Sitz der Havariezentrale, mit der das polizeiliche Lagezentrum eng zusammenarbeiten werde.
Schon jetzt koordinierten die Länderbehörden ihre polizeilichen Einsätze über eine gemeinsame Zentrale in Cuxhaven, die aber nicht rund um die Uhr besetzt sei. «Eine Dienststelle müsste mit etwa 30 Beschäftigten arbeiten, die von allen fünf Direktionen gestellt werden», sagte der Chef der Rostocker Wasserschutzpolizeidirektion, Wolfgang Ewerdt. Im Lagezentrum sollen alle sicherheitsrelevanten Daten gesammelt werden, um ein einheitliches Lagebild der gesamten Zwölf-Meilen-Zone inklusive der Häfen und Küsten zeichnen zu können. Vor allem angesichts der steigenden terroristischen Bedrohung der Schifffahrt komme der gemeinsamen Dienststelle der fünf Küstenländer besondere Bedeutung zu, sagte Ewerdt.
Im Falle einer drohenden Gefahr - sei es durch einen Sprengstoff-Fund an Bord eines Kreuzfahrtschiffes oder technische Probleme eines Öltankers - erhält das Maritime Führungs- und Lagezentrum die Befehlsobergewalt über einzelne Wasserschutzpolizeieinheiten der Länder. «Wir sind der Notruf 110 bei Problemen auf See», sagte Ewerdt. Bei Schiffskatastrophen übernehme die Havariezentrale die Koordinierung der Schadensbeseitigung. Die Kompetenzen seien klar getrennt, betonten Timm und Ewerdt.
Pressemitteilung vom 19.03.2004

Die Emder Nordseewerke bauen zurzeit ihr bislang größtes Containerschiff
Heute soll der Frachter auf Kiel gelegt

Emden - Der Auftraggeber, der zur Reedereigruppe Hartmann Schiffahrts GmbH & Co. KG gehört, hat zwei 2700-TEU-Schiffe bestellt. Für eines der beiden beginnt heute nach den umfangreichen Vorarbeiten in der Schiffbauhalle die Fertigung auf der Helling.
2700 TEU, das steht für 2700 20-Fuß-Standardcontainer ( 20 Fuß: 6,10 Meter lang, jeweils 2,44 Meter hoch und breit ). So viele Boxen konnte bisher noch keines der modernen Frachtschiffe aus Emder Produktion transportieren. Die Tragfähigkeit des Neubaus von 37 950 Tonnen wird erst von den vor vielen Jahren gebauten Massengutfrachtern und Tankern übertroffen.
Der Neubau für die Leeraner Reederei misst 215,45 Meter in der Länge und ist 29,80 Meter breit. Legt man die Abmessungen zu Grunde, ist dies längst nicht das größte jemals von den Nordseewerken gebaute Containerschiff. Anfang der 70er Jahre lieferte die Emder Werft zwei 224 Meter lange und 30,5 Meter breite Containerfrachter an den britischen Auftraggeber Scarsdale Shipping ab. Diese wiesen mit 28 400 Tonnen eine wesentlich geringere Tragfähigkeit auf.
Auch die superschnellen "Sea-Land Trade" und "Sea-Land Finance" für R.J. Reynolds in den USA nahmen trotz ihre enormen Abmessungen nicht so viele Behälter auf wie die neuesten Aufträge. 33 Knoten schnell waren die 1973 fertig gestellten Schiffe, die Maschinenleistung betrug 120 000 PS. Die "Sea-Land Trade" und ihre Schwester waren 268,37 Meter lang und 32,16 Meter breit. Sie hatten Platz für gut 2000 20-Fuß-Container. Tragfähigkeit: knapp 28 000 Tonnen.
Das jüngste Hartmann-Schiff verfügt über einen Tiefgang bei voller Beladung von 11,55 Meter. Die Hauptmaschine leistet 21 770 Kilowatt. Die Ablieferung ist für Dezember dieses Jahres geplant.
Pressemitteilung vom 16.03.2004
Nothäfen einsatzklar - 35 Ärzte für Einsatz auf See vorbereitet
Stralsund/Cuxhaven -  Entlang der deutschen Nord- und Ostseeküste werden derzeit 40 Nothäfen und speziell ausgewiesene Seegebiete für die Aufnahme havarierter Schiffe vorbereitet. Ein entsprechendes Nothafenkonzept werde gegenwärtig mit den fünf Küstenländern abgestimmt, sagte der Leiter des Havariekommandos, Hans-Werner Monsees, am Dienstag in Stralsund. Er rechne damit, dass das für Europa bislang einzigartige Vorsorgeprojekt im Sommer alle parlamentarischen Hürden genommen habe. Die Häfen seien aber bereits jetzt auf den Ernstfall vorbereitet.
Den Plänen zufolge können künftig bei einem Unfall auf hoher See auf Weisung des Lagezentrums in Cuxhaven Schiffe, von denen eine mögliche Gefahr etwa durch eine Ölverschmutzung ausgeht, in die sicheren Häfen geschleppt werden. Die namentlich nicht veröffentlichten Häfen seien so ausgewählt worden, dass mit logistisch vertretbarem Aufwand die Gefahr schnell abgewehrt werden könne, sagte Monsees.
Seit Etablierung des Havariekommandos wurde bereits in mehr als 100 Übungen und 20 Einsätzen das Zusammenspiel mit maritimen Partnern wie Marine, Wasserschutzpolizei, Ölbekämpfungsflotte und Seenotrettern getestet, unter anderem vor Warnemünde und Ahlbeck auf der Insel Usedom. Im Dezember 2003 leitete der Cuxhavener Krisenstab die Reinigung von Strandabschnitten an der Insel Sylt. Komplett einsatzbereit sind auch 35 speziell ausgebildete Notärzte, die entlang der Küste stationiert wurden und im Ernstfall sofort auf See geflogen werden sollen. Dafür wurden die Mediziner mit speziellen Vorsorgepacks ausgestattet.
Laut Monsees wird die Flotte der Einsatzschiffe weiter aufgestockt. So soll im Herbst ein rund 40 Millionen Euro teures Schadstoff-Unfallbekämpfungsschiff für den Ostseeraum in Dienst gestellt werden. Das fast 70 Meter lange Spezialschiff, das derzeit auf der Peenewerft in Wolgast gebaut werde, könne auch als Tonnenleger, Eisbrecher und Feuerwehrschiff eingesetzt werden. Darüber hinaus werde die Zusammenarbeit mit anderen Staaten intensiviert, zum Beispiel während einer internationalen Übung im südlichen Ostseeraum im Sommer dieses Jahres. Allein Schweden investiere in diesem Jahr rund 100 Millionen Euro in den Neubau von drei Schadstoffbekämpfungsschiffen, sagte Monsees.
Pressemitteilung vom 16.03.2004

Sicherheit in den Häfen
Bremen - Im weltweiten Anti-Terror-Kampf sind die Seehäfen Bremen und Bremerhaven als erste Standorte an der deutschen Küste mit dem Ausländer- zentralregister vernetzt worden. Über eine Datenbank könne die Wasserschutzpolizei jetzt weltweit Angaben von Visa-Inhabern und -antragstellern speichern und auswerten, teilte der Bremer Senat am Freitag mit. Nach Angaben von Bremens Innensenator Thomas Röwekamp ist dies ein wichtiger Schritt für die Sicherheit in den Häfen.
Kürzere Überprüfungen
Das Ausländerzentralregister wurde nach weiteren Angaben als Reaktion auf das Gesetz zur Terrorismusbekämpfung grundlegend verbessert. Personalien von Seeleuten, die in die Bundesrepublik einreisen und ein Ausnahme-Visum benötigen, könnten jetzt innerhalb kürzester Zeit im Online-Verfahren überprüft werden, hieß es. Damit lasse sich ein Visum-Missbrauch verhindern. Ohne diese Kontrolle wäre für jemanden, der über die Bremischen Häfen eingereist ist, der Weg in die gesamte Europäische Union offen.
Pressemitteilung vom 13.03.2004
Mehr Schiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal im Februar
Kiel - 3422 Schiffe haben im Februar den Nord-Ostsee- Kanal befahren. Das sind rund 9 Prozent mehr als im Februar 2003, meldete die Wasser- und Schifffahrtsdirektion am Freitag in Kiel. Das Ladungsvolumen sei gegenüber dem Vorjahresmonat um 14,60 Prozent auf 6,789 Millionen Tonnen gewachsen. Auch die Schiffe wurden im Durchschnitt größer. Die gesamte Bruttoraumzahl der Schiffe stieg im Vergleich zum Februar 2003 um 15,25 Prozent auf über 10,2 Millionen.
Pressemitteilung vom 12.03.2004
"Seeautobahnen" sollen Schiffsverkehr verbessern
Straßburg - Durch so genannte Seeautobahnen soll der Schiffverkehr in der EU verbessert und beschleunigt werden. Einem entsprechenden Projekt zum Ausbau der europäischen Verkehtrsinfrastruktur hat das Europaparlament am Donnerstag in erster Lesung zugestimmt. Das Vorhaben, das von der EU-Kommission vorgelegt wurde, sieht 29 prioritäre Projekte vor, die bis 2020 fertiggestellt werden sollen und 220 Millionen Euro kosten werden. Geplant ist unter anderem die Einrichtung einer großen Seeroute zwischen den Ostsee-Anrainerstaaten. Andere "Seeautobahnen" sollen Irland mit Portugal verbinden und Südspanien mit dem Beitrittsland Malta. Vorgesehen ist ferner eine Seeroute von der Adria zur griechischen Küste und von dort nach Zypern, das ebenfalls am 1. Mai der EU beitritt.
Pressemitteilung vom 11.03.2004
Terroranschläge: Wasserschutzpolizei vorbereitet?
Die Innenminister der norddeutschen Länder wollen die Kompetenzen der Wasserschutzpolizei-Leitstellen bündeln. So sollen unter anderem mögliche terroristische Angriffe auf Schiffe und Hafenanlagen abgewehrt werden, sagte der schleswig-holsteinische Innenminister Klaus Buß (SPD) nach einer Konferenz mit seinen Amtskollegen aus Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern am Freitag in Kiel. Einstimmig forderten die Minister und Senatoren eine Beteiligung des Bundes an den Wasserschutzpolizei-Leitstellen.
Keine einheitliche Küstenwache
Nicht einigen konnten sich die Minister auf eine einheitliche deutsche Küstenwache. Nach Ansicht von Buß könne nur eine zentrale Behörde unter Beteiligung des Bundes die verschiedenen Zuständigkeiten sinnvoll koordinieren. Vor allem Niedersachsen und Bremen hätten hier noch Vorbehalte. Niedersachsen Innenminister Uwe Schünemann (CDU) wies darauf hin, dass sich die bisherigen Zuständigkeiten der Länder für die Sicherheit auf See gut bewährt hätten.
Terroristische Bedrohung auf See?
Die Minister und Senatoren kündigten an, bis zur nächsten Innenministerkonferenz im Juli mögliche terroristische Bedrohungen auf See zu analysieren und Lösungsmöglichkeiten zu prüfen. Dabei waren sie sich darin einig, dass in einem solchen Fall nicht mit polizeilichen Maßnahmen der Länder auf ein solches Szenario reagiert werden könne. Hier müssten möglichst bald die bestehenden Möglichkeiten der Marine ausgelotet und gemeinsam abgestimmt werden, hieß es.
Pressemitteilung vom 05.03.2004
Gegen den «schwarzen Tod» auf der Ostsee
Stralsund - Mit einer internationalen Internetkampagne unterstützt die Umweltorganisation WWF eine von acht Ländern eingeleitete Initiative für die Ausweisung der Ostsee als besonders empfindliches Meeresschutzgebiet (PSSA). Dadurch soll ein besserer Schutz vor Schiffsunfällen erreicht und der drohende «schwarze Tod» für Meeresbewohner durch Öl verhindert werden, wie der WWF-Projektleiter Ostsee, Jochen Lamp, am Donnerstag in Stralsund mitteilte.
Über den Status als besonders empfindliches Meeresschutzgebiet entscheidet Ende März die Weltschifffahrtsorganisation (IMO). Mit der WWF-Email-Aktion fordert die Umweltorganisation die grossen Schifffahrtsstaaten auf, dem Antrag der Ostsee-Anrainerstaaten zuzustimmen.
Während Dänemark, Schweden, Finnland, Polen, Estland, Lettland, Litauen und Deutschland die Initiative unterstützen, verweigert als einziger Ostsee-Anrainerstaat Russland seine Zustimmung. Damit bleibt das russische Ostsee-Territorium vorerst ausgeschlossen. «Wir müssen alle Chancen nutzen, um den internationalen Schiffsverkehr auf der Ostsee sicherer zu machen», erklärte Lamp. Die IMO könne den Weg dafür freimachen. Es müssten jetzt alle Kräfte mobilisiert werden, um Russland noch ins Boot zu bekommen, forderte er.
Nach WWF-Angaben ist die über die Ostsee transportierte Ölmenge in den letzten sechs Jahren um 100 Prozent gestiegen. Bis 2010 wird eine erneute Verdoppelung auf dann 160 Millionen Tonnen Öl pro Jahr erwartet. Verantwortlich für den zunehmenden Öltransport sind in erster Linie die neuen und erweiterten russischen Ölhäfen Primorsk, Wisozk, Wistino und Ust-Luga bei St.Petersburg.
Obwohl die Ostsee eines der kleinsten Meere der Erde ist, gehört sie zu den am stärksten befahrenen Seegebieten. Meerengen, viele Inseln und Eis machen das Befahren riskant. Seit 1980 ereignete sich nach Darstellung des WWF auf der Ostsee durchschnittlich ein grosses Schiffsunglück pro Jahr; es entstand im Durchschnitt ein Ölteppich von jeweils mehr als 100 Tonnen. Auch grosse Containerschiffe und Frachter müssen die Meerengen der Ostsee passieren. Ihre Wege werden oft von Schnellfähren und Freizeitbooten gekreuzt.
Die Ostsee als Schutzgebiet auszuweisen, wäre ein erster Schritt, um zu verbindlichen Regeln für den Schiffsverkehr zu kommen. «Weitere Massnahmen wie eine festgelegte Streckenführung für Schiffe mit gefährlicher Ladung, Lotsenpflicht und Regeln für den Verkehr in den vereisten Gebieten müssen schnell getroffen werden», forderte Lamp.
Pressemitteilung vom 04.03.2004
EU-Staaten nachlässig im Kampf gegen Schiffsunglücke
Brüssel - Die Mehrzahl der EU-Staaten geht nach Ansicht Brüssels zu lasch mit der Gefahr von Schiffsunglücken um. Die EU-Kommission eröffnete am Donnerstag ein formelles Verfahren gegen zwölf von 15 Mitgliedstaaten. Die Länder haben mit Ausnahme von Deutschland, Spanien und Dänemark eine EU-Richtlinie zur Meeressicherheit nicht fristgemäß in nationales Recht umgesetzt. Sie sieht unter anderem vor, dass Schiffe ähnlich wie Flugzeuge einen Fahrtenschreiber ("Black Box") an Bord haben müssen. Zudem sollen die Staaten Nothäfen entlang ihrer Küsten einrichten. Handeln die Länder nicht, droht ihnen im äußersten Fall eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.
Pressemitteilung vom 26.02.2004
"Max Wave" jagt Monsterwellen
Forscher: Warnung von Schiffen ist möglich

Geesthacht -  Schiffe können neuesten Forschungsergebnissen zufolge vor tückischen meterhohen Monsterwellen gewarnt werden. Die gefährlichen Riesenwellen seien zukünftig mit speziellen Radargeräten schon aus etwa zehn Kilometern Entfernung auszumachen, sagte Wolfgang Rosenthal vom GKSS Forschungszentrum in Geesthacht der Nachrichtenagentur ddp. So bekomme das Schiff Zeit für eine Kurs- oder Geschwindigkeitsänderung.
Der Wissenschaftler ist Koordinator des EU-Projektes "Max Wave", an dem Schiffbauinstitute, Universitäten, Wetterdienste, Unternehmen und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt beteiligt sind. Derzeit wird am Abschlussbericht geschrieben, der Ende März bei der EU in Brüssel eingereicht wird.
Zentrale Punkte des "Max Wave"-Projekts sind laut Rosenthal die Analyse und Vorhersage der "Freak Waves" sowie mögliche Konsequenzen für den Schiffbau. Bisher gebe es keine Warnungen für Schiffsbesatzungen. Die Industrie könne jedoch entsprechende Systeme entwickeln. Die Daten dazu lägen vor, weil ESA-Satelliten täglich bis zu 2000 Radarbilder lieferten, aus denen sich eine Vorhersage ableiten ließe. Die Mehrzahl dieser Bilder lande jedoch ohne Veröffentlichung im Archiv, anstatt sie konkret zu nutzen.
Der Projektkoordinator kritisierte, nach Schiffshavarien gebe es nicht wie bei Flugzeugabstürzen eine Black Box, die Wind und Seegang zum Unglückszeitpunkt messe und aufzeichne. Die Wellenhöhen könnten anschließend nur geschätzt werden. Rosenthal sagte weiter, Monsterwellen könnten mit Lasten von etwa hundert Tonnen pro Quadratmeter auf Schiffswände einwirken. Mit Blick auf den Schiffbau plädierte er deshalb für eine Überarbeitung von Konstruktionsvorschriften. (www.gkss.de; www.oceanwaves.de)
Pressemitteilung vom 22.02.2004
Notfallteams rund um die Uhr bereit
Cuxhaven ist einer von zehn Standorten Cuxhaven

Die Versorgung von Verletzten bei Notfällen auf See erfordert ein hohes Maß an Qualifikation und Mut der Ersthelfer, aber auch eine spezielle Ausrüstung. An fünf Standorten, darunter Cuxhaven und Bremen, stehen ab April Rettungsteams rund um die Uhr bereit. Gestern erhielten sie in Cuxhaven ihre einheitliche Notfallausrüstung. Eine Folge der "Pallas"-Havarie von 1998 war der Aufbau des Havariekommandos (HK) in Cuxhaven und dessen Konzept für eine einheitliche maritime Notfallvorsorge, das in Abstimmung mit Bund und Küstenländern jetzt umgesetzt wird. Nachdem sein Stab "mit Hochdruck daran gearbeitet hat", war die Übergabe von insgesamt 41 hubschraubertauglichen, 80 000 Euro teuren Notfallrucksäcken mit medizinischer Ausrüstung sowie Rettungstragen für HK-Chef Hans-Werner Monsees "ein kleiner Meilenstein". Und angesichts stetig zunehmender Verkehrsdichte und hohem Passagieraufkommen auf Nord- und Ostsee "ein längst notwendiger Schritt" zudem. Ab 1. April gibt es zunächst pro Küstenland einen Standort für Verletztenversorgungsteams: Cuxhaven, Bremen, Hamburg, Lübeck und Stralsund mit insgesamt bis zu 150 Hilfskräften. Später sollen dann noch Wilhelmshaven, Flensburg, Kiel, Wismar und Rostock folgen. Die Notfallvorsorge wird neben der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) von kommunalen Berufsfeuerwehren wahrgenommen, die auch den Rettungsdienst an Land durchführen. So wird zudem sichergestellt, dass die Einsatzkräfte eventuell auch andere notwendige Aufgaben an Bord eines Havaristen, wie etwa Brandschutz und technische Hilfeleistung, ausführen können. "Ein positives Signal" Stellvertretend für alle Küstenländer übergab der Innensenator des Landes Bremen, Thomas Röwekamp (CDU), die Rucksäcke an die ersten fünf Standorte. Er lobte die Arbeit des Havariekommandos und die bei 20 Einsätzen im vergangenen Jahr gezeigte Kompetenz. Die einheitliche Organisation und Ausstattung der maritimen Notfallvorsorge sei "ein gutes Signal". Die Bund-Länder-Zusammenarbeit könne aber "sicherlich noch intensiviert werden", räumte Röwekamp "angesichts knapper Ressourcen" ein. Als Beispiel nannte er den Bereich der Wasserschutzpolizeien. Ein Team besteht aus Notarzt und vier Rettungsassistenten beziehungsweise -sanitätern. Jeder Standort stellt einen Leitenden Notarzt, der den Einsatz organisiert und koordiniert. Die Einsatzbereitschaft der Teams rund um die Uhr wird von den zehn Städten mit Unterstützung von Bund und Ländern sichergestellt. "Damit ist es dem Havariekommando gelungen, küstenweit eine Organisation für professionelle Hilfe aufzubauen", betonte HK-Bereichsleiter Heinz Wolschendorf. Die Teams werden zur Vorbereitung auf die Gefahren beim Einsatz auf See durch das Havariekommando in Zusammenarbeit mit der DGzRS, dem Marinefliegergeschwader in Nordholz und dem Krankenhaus Cuxhaven, das auch bei der kostengünstigeren Beschaffung der Notfallausrüstung über die Hausapotheke half, in Lehrgängen geschult. gwh Thomas Gillert (von links) übernahm von Innensenator Thomas Röwekamp und Havariekommandochef Hans-Werner Monsees die für die Feuerwehr Cuxhaven bestimmten Notfallrucksäcke und Rettungstragen.
Pressemitteilung vom 12.02.2004
Neues Peilschiff des Wasser- und Schifffahrtsamts in Dienst gestellt

Bremerhaven - Es soll in Zukunft regelmäßig die Wassertiefe der Weser messen - und dem WSA beim Sparen helfen. Bislang hatten die Wasser- und Schifffahrtsämter Bremen und Bremerhaven vier Vermessungseinheiten mit insgesamt zwölf Mann Besatzung in ihrer Flotte. Künftig wollen sie sich zwei Schiffe teilen: einen "Flachgänger" für die Unterweser und das Wattenmeer sowie einen seetüchtigen "Tiefgänger" für die Außenweser. Besatzung: je drei Mann. "Das Konzept sieht vor, die Schiffe im Einsatz zwischen den Ämtern auszutauschen", sagt Ulrich Günther, stellvertretender Leiter des WSA Bremerhaven. So wollen die Behörden die Wassertiefe so genau wie zuvor im Blick behalten und trotzdem die Hälfte des Personals einsparen. Die "Zenit", die am Tonnenhof ihren Dienst aufgenommen hat, ist in dem neuen Peilschiffs-Doppel der "Tiefgänger". Sie misst 30 Meter in der Länge und verfügt über eine hochmoderne Vermessungsanlage. Gebaut wurde die "Zenit" auf der Fassmer Werft in Berne-Motzen. Gesamtkosten: 2,8 Millionen Euro. Sie ersetzt das Vermessungsschiff "Wittesand" und zwei Jollen. Das WSA Bremen hatte bereits im Mai 2003 die "Nadir" - den "Flachgänger" - in Dienst gestellt. Zenit
Pressemitteilung vom 06.02.2004
Ölschlamm ins Meer abgeleitet
Strafverfahren eingeleitet - Hohe Sicherheitsleistungen eingezogen

Hamburg-Hafen, Burchardkai - Im Rahmen einer Marpol-Kontrolle (Internationales Übereinkommen zur Verhinderung der Meeresverschmutzung durch Schiffe) führten Polizeibeamte des Wasserschutzpolizeikommissariates 1 gestern Nachmittag eine Überprüfung auf einem Schiff durch und entdeckten, dass Verantwortliche des Motorschiffes Ölschlämme in die Hohe See abgeleitet hatten.
Zur Kontrolle gehört auch, dass die Polizisten das Öltagebuch des zu überprüfenden Schiffes kontrollieren. Als die Beamten gestern das Tagebuch des Schiffes "P&O Nedlloyd Cobra", Heimathafen St. Johns, 40.306 BRT. überprüften, stellte sich heraus, dass der Nachweis über 27 Kubikmeter Ölschlamm fehlte. Die Polizeibeamten gehen davon aus, dass die Ölrückstände über eine Reinwasserleitung illegal in die Hohe See eingeleitet wurden. Entsprechende Rückstände waren an der Wasserleitung feststellbar.
Gegen den Leitenden Ingenieur und den Kapitän, beide 57 Jahre alt und Kroatische Staatsbürger, wurden Sicherheitsleistungen von zusammen 17.700 Euro festgelegt. Ein Strafverfahren wegen des Verdachts des unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen wurde von den Polizisten eingeleitet. Die restlichen Ölschlämme werden fachgerecht entsorgt. Anschließend erfolgt eine Reinigung des Bilgenwasserhaltetanks.
Pressestelle Polizei Hamburg vom 06.02.2004
Neue Fähre wird als "Schiff des Jahres 2003"gewählt
Flensburg - Grund zum Feiern bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG): Nicht nur, dass am Freitag mit der "Tor Primula" die dritte von fünf Transportfähren für die dänische Reederei DFDS vom Stapel lief und getauft wurde. Gleichzeitig wurde das 200 Meter lange Ro-Ro-Schiff auch vom Magazin "Hansa International Maritime Journal" zum "Schiff des Jahres 2003"gewählt.
Die 23 Knoten schnellen Ro-Ro-Schiffe zählten zu den größten und modernsten ihrer Art weltweit. Sie fahren als kombinierte Fracht/Passagierfähren auf den Routen zwischen Esbjerg (Dänemark) und Immingham (Großbritannien) sowie Göteborg (Schweden) und Gent (Belgien). Mit den Neubauten wickelt die FSG ihren bisher größten Auftrag ab. Die Werft ist mit zwei weiteren Fähren für die Türkei insgesamt bis Ende 2005 ausgelastet.
Die DFDS zählt zu den größten Reedereien Nordeuropas. Mit den fünf neuen Fähren reduziert sie das Durchschnittsalter ihrer 22 Schiffe auf zehn Jahre. Die Schiffe stünden, so die FSG, vor allem für einen niedrigen Treibstoffverbrauch. Die "Tor Primula" ist der 723. Neubau der Werft.
Pressemitteilung vom 24.01.2004
Modernstes Vermessungsschiff Deutschlands in Dienst gestellt
Rostock - Mit der "Capella" ist das modernste deutsche Vermessungsschiff am Freitag in Rostock in Dienst gestellt worden. Die Hauptaufgabe des 43 Meter langen und fast zwölf Meter breiten Neulings ist die Seevermessung und die Ortung gefährlicher Hindernisse, wie Wracks oder Untiefen, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Rostock mitteilte. Das in der Fassmer Werft in Berne gebaute Vermessungsschiff ersetzt die aus DDR-Zeiten stammende Vermessungseinheit "Mercator/Bessel".
Die"Capella" mit ihrer neunköpfigen Stammbesatzung soll einen weiteren Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit aus See leisten, hieß es.
Mit ihrem Tiefgang von nur 1,60 Meter, zwei Beibooten und einem Schlauchboot ist sie besonders in den Boddengewässern Mecklenburg-Vorpommerns sowie den küstennahen Wattgebieten Schleswig-Holsteins und Niedersachsens geeignet. - Der Heimathafen der "Capella" ist Rostock.
Pressemitteilung vom 23.01.2004
Fachvorträge durch die Wasserschutzpolizei BREMEN
 Die Wasserschutzpolizeidirektion der POLIZEI BREMEN informiert:
In den Wintermonaten stehen die Beamten der Dienstgruppe Sportschifffahrt der Wasserschutzpolizeiinspektionen Bremen und Bremerhaven den Wassersportvereinen und anderen interessierten Gruppen auf Anforderung für Fachvorträge zur Verfügung. Dabei werden Fragen aus dem gesamten wasserschutzpolizeilichen Aufgabenspektrum, von der Abfallbeseitigung bis zur Visaerteilung beantwortet. Außerdem können wieder Außenborder kostenlos codiert und somit vor Langfingern geschützt werden.
Termin- und Themenabsprachen sind unter den Telefonnummern 0421-362-9833 (BREMEN) und 0471-9466-611 (BREMERHAVEN) zu treffen. Falls der Anschluß vorübergehend nicht besetzt sein sollte, kann unter der Rufnummer 0471-9466-7 ein Rückruf vereinbart werden.
Pressestelle Polizei Bremen vom 05.01.2004
Deutsche Handelsflotte wächst kräftig
Hamburg -  Die deutsche Handelsflotte ist innerhalb von einem Jahr um über 12 Prozent gewachsen. Zur Jahresmitte gehörten 2.300 Schiffe zum Einflussbereich einheimischer Reedereien, wie der Verband deutscher Reeder am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Zusammengerechnet hatte die Flotte eine Größe von 31,4 Millionen Bruttoraumzahl (BRZ). Das sind 3,4 Millionen BRZ mehr als ein Jahr zuvor. BRZ ist eine Maßeinheit für die Größe von Schiffen, eine Einheit entspricht etwa einem Kubikmeter umbautem Raum. Die Zahl der Schiffe stieg um 128.
In den ersten neun Monaten 2003 haben deutsche Reeder für 2,2 Milliarden Euro 73 Neubauten mit 1,59 Millionen BRZ in Dienst gestellt. Davon kamen 15 von deutschen Werften. Bestellt wurden 246 Handelsschiffe für 9,4 Milliarden Euro. Die allermeisten sollen in China und Südkorea gebaut werden. Im Auftragsbestand stehen vor allem Containerschiffe. In den nächsten Jahren werden nach Einschätzung der Reeder deutlich mehr Schiffe geordert, denn die Fracht- und Charterraten ziehen an, der Welthandel nimmt Fahrt auf.
Von den 2.300 deutschen Schiffen fahren nur 488 Schiffe unter deutscher Flagge, 77 weniger als vor einen Jahr. Nach wie vor ist es wegen hoher Sicherheits- und Lohnstrukturen teurer, ein Schiff unter deutscher Flagge fahren zu lassen. Beliebtestes Ausflaggungsland der deutschen Reeder sind der Karibikstaat Antigua und Bermuda, wo 745 Schiff angemeldet sind, vor Liberia mit 492 Schiffen.
Auf einer Konferenz zur deutschen Seeschifffahrt im Mai in Lübeck hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder mehr Freiheiten für die Reeder in Aussicht gestellt, um ihnen eine Rückkehr der ausgeflaggten Schiffe schmackhaft zu machen.
Pressemitteilung vom 11.12.2003
Schiffsmeldungen - Erstes Zertifikat für Rickmers
Hamburg - Das Containerschiff "Madeleine Rickmers" der Hamburger Rickmers Linie hat als erstes Schiff vom Germanischen Lloyd ein neu geschaffenes Sicherheitszertifikat erhalten. Rickmers ist damit die erste deutsche Reederei, die das fünf Jahre gültige und international anerkannte Zeugnis erhält. Nach einem Beschluss der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO müssen vom 1. Juli 2004 alle Seeschiffe dieses International Ship Security Certificate (ISSC) vorweisen können. Es belegt, dass an Bord Schutzmaßnahmen gegen terroristische Anschläge getroffen wurden. Bertram Rickmers, geschäftsführender Gesellschafter der Reederei, sagte bei der Übergabe: "Die neuen Bestimmungen sind für alle Reeder eine Herausforderung. Wir haben deshalb frühzeitig darauf hingearbeitet, unsere Flotte auf die Anforderungen vorzubereiten. Denn eine Übergangsfrist ist nicht vorgesehen."
Zur Umsetzung der Bestimmungen bietet der Germanische Lloyd Seminare und Qualifizierungsmaßnahmen mit weltweit 150 Auditoren an.
Pressemitteilung vom 03.12.2003
Tankerkatastrophen - EU prüft Lotsenpflicht in der Ostsee
Hamburg - Neue Aufgabe für den Hamburger Europa-Abgeordneten Georg Jarzembowski: Der 56 Jahre alte CDU-Politiker ist jetzt Vorsitzender vom nicht ständigen "Ausschuss für die Verbesserung der Sicherheit auf See" im Straßburger Parlament. "Wir werden anhand der neuesten Daten noch einmal die Seeunglücke der ,Prestige' und der ,Erika' aufarbeiten", sagte Jarzembowski, der von dem 44-köpfigen Gremium einstimmig gewählt wurde, dem Hamburger Abendblatt. Die "Prestige" brach vor genau einem Jahr vor der Küste Galiziens auseinander und sank mit 70 000 Tonnen Schweröl in den Tanks. Die "Erika" havarierte am 12. Dezember 1999 vor der bretonischen Küste, 20 000 Tonnen Schweröl flossen ins Meer. "Wir beleuchten die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Katastrophen", so der Abgeordnete. "Und wir überprüfen, ob die bestehenden Normen für die Sicherheit auf See von den EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt werden und ausreichen, solche Unglücke zu verhindern."
So geht es etwa darum, ob die nationalen Hafenbehörden genügend kontrollieren und ein seeuntüchtiges Schiff zur Not an die Kette legen. Schärfere Anforderungen an die Klassifizierungsgesellschaften oder Doppelhüllen-Tanker sind ebenso Thema wie ein einheitliches Katastrophenschutzsystem und ein Netz von "Fluchthäfen", in die Havaristen geschleppt werden können.
Auch mit der Ostsee wird sich der Ausschuss beschäftigen. "Wir werden der Frage nachgehen, ob bestimmte Gebiete einer Lotsenpflicht unterliegen sollten." Für die Kadetrinne südlich der dänischen Insel Falster gibt es immer wieder diese Forderung. Am 29. März 2001 stieß dort der Tanker "Baltic Carrier" mit dem zypriotischen Zuckerfrachter "Tern" zusammen. Nur günstigen Winden war es zu verdanken, dass die ausgelaufenen 1900 Tonnen Schweröl nicht die mecklenburgische Küste verschmutzten.
In sechs Monaten wird der Ausschuss einen Bericht vorlegen, damit die EU-Kommission, falls notwendig, neue Gesetzesinitiativen anstoßen kann. "Die Ökosysteme der Meere sind sehr sensibel", so Jarzembowski. "Und das Argument der Kosten kann nicht immer bei Versäumnissen ins Feld geführt werden."
Pressemitteilung vom 29.11.2003
EU droht 143 unsicheren Schiffen Hafensperren an
Brüssel - Die Europäische Kommission hat 143 Frachtschiffen wegen erheblicher Sicherheitsmängel Hafensperren angedroht. Die Veröffentlichung der Liste erfolgte ein Jahr nach dem Untergang des Ein-Hüllen-Tankers «Prestige» vor der nordwest-spanischen Küste. Unter dem Eindruck des «Prestige»-Unglücks waren die Sicherheitsvorschriften für Seeschiffe in der EU verschärft worden. So dürfen zum Beispiel Öltanker, die wie die «Prestige» nicht durch einen Doppelrumpf gesichert sind, EU-Häfen nicht mehr anlaufen.
Pressemitteilung vom 14.11.2003
Marpol-Kontrolle - Sicherheitsleistung
Hamburg-Steinwerder (Oderhafen) - Beamte des Wasserschutzpolizeikommissariates 2 führten gestern Mittag auf dem unter britischer Flagge fahrenden Motorschiff "Tor Anglia" eine Marpol-Kontrolle (Marpol = Internationales Übereinkommen zur Verhinderung der Meeresverschmutzung durch Schiffe) durch. Die Ermittlungen der Wasserschutzpolizisten ergaben, Unregelmäßigkeiten bezüglich der Eintragungen im Öltagebuch. Es fehlten aufzeichnungspflichtige Betriebsvorgänge über den Verbleib von insgesamt 38 Tonnen Sludge (Ölschlämme). Darüber hinaus konnte für mehrere Monate der Verbleib von Bilgenwasser nicht nachgewiesen werden. Gegen den 58-jährigen Kapitän und den 57 Jahre alten Leitenden Ingenieur, die beide aus Schweden stammen, wurde eine Sicherheitsleistung von jeweils 2.315 Euro festgelegt. Von dem 31- jährigen zweiten Ingenieur, der ebenfalls Schwede ist, werden 530 Euro Sicherheitsleistung eingezogen.
Pressemitteilung vom 05.11.2003
Küstenfunkstelle mit neuem Sender
Die Küstenfunkstelle Kielradio nimmt am 22. Oktober ihre zweite Sendestation in Betrieb. Die Funkstelle hat eine mittlere Reichweite von 3000 Seemeilen und verfolgt das Ziel, Schiffen eine preisgünstigere Alternative zu den Diensten von Satellitenbetreibern zu bieten. Infomationen über die Dienste und Frequenzen stehen unter www.kielradio.de im Internet.
Pressemitteilung vom 16.10.2003
Öko-Anstrich fürs Schiff
Hamburg - WWF-Studie: Es muss kein Gift sein, wenn Schiffsrümpfe lackiert werden. Großversuch der Bundesstiftung Umwelt Schiffsanstriche können nach Expertenansicht auch ohne giftige Beimischungen wirksam vor dem Bewuchs der Rümpfe schützen. Das habe ein fünfjähriger Versuch bewiesen, teilte der World Wide Fund for Nature (WWF) gestern in Hamburg mit. Mit Fördergeld der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ließ der WWF die Wirksamkeit von ungiftigen Antihaftbeschichtungen, selbst polierenden Anstrichen und Mikrofaserbeschichtungen auf mehr als 20 weltweit fahrenden Schiffen testen.
Die alternativen Beschichtungen hemmen den Bewuchs mit Hilfe physikalischer Mechanismen. Der Großversuch gehört nach Angaben des Umwelt- schutzverbandes zu den ausführlichsten unabhängigen Studien weltweit. Beteiligt waren unter anderem die Forschungsstelle Küste, die Umwelt- und Gesundheitsbehörde Hamburg, Schiffseigner und Farbfirmen.
Die getesteten Anstriche seien Alternativen zu den aktuell noch eingesetzten giftigen Substanzen, so genannten Antifoulingbioziden, die Tiere und Meeresumwelt schädigen. Die Gifte können über die Nahrungskette auch in den menschlichen Organismus gelangen.
Pressemitteilung vom 30.09.2003
Brüssel setzt marode Öltanker auf schwarze Liste
Brüssel - Rund sieben Monate nach der Havarie des Öltankers "Prestige" vor der spanischen Küste hat die EU-Kommission schärfere Maßnahmen gegen altersschwache und defekte Schiffe ergriffen: Das Brüsseler Gremium veröffentlichte eine schwarze Liste mit den Namen von mehr als einhundert Schiffen, die bei Nachweis weiterer Sicherheitsmängel keine Häfen der Europäischen Union mehr anlaufen dürfen.
Auf dem Index stehen einerseits 112 meist ältere Schlepper und Öltanker, die unter Flaggen von Ländern fahren, die als "sehr risikoreich" eingestuft werden. Außerdem befinden sich solche Schiffe auf der Liste, die in den vergangenen beiden Jahren mindestens einmal wegen mangelnder Sicherheit gestoppt wurden. Fast jedes dritte Schiff fährt unter türkischer Flagge.
Die Kommission kündigte zudem juristische Schritte gegen zehn EU-Länder an, die eine Reihe seit Jahren geforderter Sicherheitsmaßnahmen bis heute nicht umgesetzt haben. Lediglich fünf Länder hätten die im Jahr 1999 beschlossenen erhöhten Standards eingeführt, darunter auch Deutschland. Die Regelungen verpflichten die Staaten unter anderem, ein Viertel aller einlaufenden Schiffe auf ihre Sicherheit zu prüfen.
EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio bedauerte die schleppende Umsetzung: "Wir hätten die "Prestige"-Katastrophe verhindern können, wären diese Maßnahmen schneller in Kraft getreten", sagte sie.
Die "Prestige" war Mitte November mit mehr als 70.000 Tonnen Schweröl an Bord vor der spanischen Küste gesunken. Austretendes Öl verursachte die bislang schlimmste Ölpest in Galicien und verseuchte auch weite Teile der spanischen Nordküste und der französischen Atlantikküste. Das in zwei Teile zerbrochene Wrack liegt 270 Kilometer vor der galicischen Küste in 3500 Metern Tiefe und hat noch 35.000 Tonnen Öl in seinen Tanks.
Pressemitteilung vom 25.07.2003

Streit um den Tiefgang
Ausschreibung für den Notfall-Hochseeschlepper vor Helgoland sorgt für Irritation

Helgoland/Berlin - Die Notfallvorsorge in der Deutschen Bucht und vor Helgoland sorgt erneut für Streit. Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN) hat ihre Kritik am Verhalten der Bundesregierung bei der Suche nach einem neuen Hochsee-Schlepper verstärkt. Anlass dafür ist die vom Verkehrsministerium initiierte Ausschreibung, in der die Stationierung eines Schleppers mit einem Tiefgang von maximal sechs Metern vorgesehen ist. Diese Festlegung hätte das Aus für die derzeit vor Helgoland stationierte "Oceanic" zur Folge, die einen Tiefgang von 7,30 Metern aufweist.
Die Sechs-Meter-Begrenzung sei "fachlich nicht sinnvoll", erklärte ein Sprecher der Schutzgemeinschaft. Bei einer Havarie in der Deutschen Bucht müsse ein Schlepper mit möglichst großer Leistungskraft zur Verfügung stehen. Die bei Sturm und hohem Wellengang erforderliche Kraft sei jedoch nur bei möglichst großem Tiefgang des Schleppers gewährleistet. Darauf habe die SDN schon im vorigen Jahr in einem Gutachten hingewiesen. Die Warnungen seien in Berlin jedoch ignoriert worden.
In seiner Antwort auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hatte das Ministerium argumentiert, nur ein flacheres Schiff könne notfalls auch im Wattenmeer-Bereich zum Einsatz kommen. Dieser Aspekt spielt für die Experten der Schutzgemeinschaft jedoch keine Rolle. Auch ein nur sechs Meter tiefer Schlepper wäre im Wattenmeer kaum manövrierfähig, meinen sie. Priorität müsse daher die Leistungskraft auf offener See haben.
Immerhin, so erklärte der Elmshorner SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann, bleibe noch genügend Zeit, den Streit um den richtigen Tiefgang zu klären. Die Chartervertrag mit der "Oceanic" laufe noch bis zum 15. Oktober 2005. Darüber hinaus bestehe eine Verlängerungsoption über maximal zwölf Monate.
Pressemitteilung vom 25.07.2003
Neuer Pass für Seeleute enthält Fingerabdruck
Durch die Einführung eines neuen Seemanns-Passes soll die Sicherheit in der internationalen Schifffahrt erhöht werden. 

Genf/London(OZ) Die 176 Mitgliedsstaaten der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) wollen die Ausweispflicht für die rund 1,2 Millionen Seearbeitskräfte in der Handelsschifffahrt verschärfen. Auf ihrer Jahreskonferenz in Genf einigten sich die Länder auf die Einführung eines biometrischen Ausweises, für den die Seeleute neben ihren Personenangaben auch ihren Fingerabdruck liefern müssen.
   Der Abdruck wird in einen Datenschlüssel umgewandelt und auf einem Chip gespeichert. Bei jedem Landgang und jeder Durchreise zu einem Schiff nehmen die Einwanderungsbeamten den Seeleuten mit Handscannern erneut einen Fingerabdruck ab, der anschließend mit dem Referenzwert im Pass verglichen wird. Stimmen beide Werte überein, hat sich der Fahrensmann korrekt ausgewiesen.
  Damit nur qualifizierte Arbeitskräfte in den Besitz des neuen Ausweises kommen, fordert die UNO-Agentur die Mitgliedsstaaten auf, zentrale Datenbanken mit allen gemeldeten Seeleuten einzurichten. Die Fingerprint-Daten sollen bei jedem Ausweis-Check online mit diesen Datenbanken abgeglichen werden. Dazu verabschiedeten die IAO-Staaten eine neue Konvention über Personalausweise für Seeleute, die das bis dahin gültige Übereinkommen von 1958 ablöst. Bereits damals hatten sich 61 Länder, die rund 60 Prozent der Weltflotte vertraten, auf einheitliche internationale Normen für Ausstellung und Inhalt von nationalen Personalausweisen für Seeleute geeinigt.
   Die IAO bezeichnete das neue Abkommen als "wesentlichen Beitrag zur internationalen Sicherheit", weil dadurch eine "eindeutige und nachprüfbare Identifizierung" möglich werde. Mit der Reform kommt die Organisation vor allem den Wünschen der USA entgegen, die sich seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sorgen, dass Extremisten unter falscher Identität an Bord von Handelsschiffen in fremde Länder einreisen könnten.
   Die Internationale Transportgewerkschaft ITF begrüßte die Konvention als "maßvoll" und "ausgewogen". Der Leiter des Seefahrtbereichs bei der ITF, Jon Whitlow, sagte in London: "Sowohl die Menschenrechte der Seeleute als auch die Sicherheitsbedürfnisse der Staaten werden gebührend anerkannt." So hatte sich die Gewerkschaft dem Vernehmen nach erfolgreich dafür eingesetzt, dass die Beschäftigten unter Verwendung des biometrischen Passes ohne zusätzliches Visum beruflich ein- und ausreisen können.
   Bis das neue System zur Anwendung kommt, könnten allerdings noch einige Jahre verstreichen. Denn die Mitgliedsstaaten müssen die Urkunde noch durch Ratifizierung in nationales Recht umsetzen. Zudem müssen die Grenzbehörden in allen Seehäfen mit den erforderlichen Scannern ausgerüstet und die Seeleute-Datenbanken mit den erforderlichen IT-Schnittstellen eingerichtet werden. Die damit verbundenen Kosten gehen in die Millionen.
M. HOLLMANN
Pressemitteilung vom 09.07.2003
Nach langem Tauziehen kann Europas "Galileo" starten
Paris - Nach einem monatelangen Tauziehen ist der Weg für Europas Antwort auf das US-Navigationssystem GPS unter Dach und Fach. Zu Weihnachten 2002 schien das milliardenteure "Galileo"-Netz aus 27 künstlichen Himmelskörpern noch an einem heftigen Gerangel zwischen Berlin und Rom um Sitz, Führungsrolle und Industrieaufträge zu scheitern.
In den Monaten nach der schwierigen Einigung, die Deutschland dann doch den Hauptsitz der Galileo Industries einbrachte, stellte sich Madrid wegen der Finanzierung noch einmal quer. Eine Verwaltungsratssitzung der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) in Paris legte auch den Streit jetzt bei - Europa kann sich von dem GPS-System frei machen.
Die Europäer schicken sich mit "Galileo" - Kosten: 3,5 Milliarden Euro - an, im Jahr 2008 mit eigenen Satelliten und leistungsstarken Bodenstationen die Unternehmer und Verbraucher unabhängig von GPS zu machen, das vom US-Verteidigungsministerium betrieben wird. Alle 15 ESA-Mitgliedstaaten wissen um die wirtschaftliche, industrielle und auch strategische Bedeutung des Projektes, das 140 000 Arbeitsplätze schaffen und das Investierte um ein Mehrfaches zurück in die Kassen bringen soll. Sonst hätte Washington auch nichts anfangs versucht, die Europäer davon abzubringen - denn so ein System kann doch auch militärisch genutzt werden. Und es bricht vor allem das US-Monopol.
Länder wie Großbritannien und Deutschland wollten ursprünglich keine Geld «in ein Fass ohne Boden werfen» - ist "Galileo" doch das teuerste Projekt der Europäischen Union (EU) und wird der Dreh- und Angelpunkt eines künftigen europäischen Verkehrsmanagements aus der Luft sein. Und für die Deutschen lohnt es sich, jetzt in dem Lager der Befürworter zu sein, bekommen sie doch die industrielle Leitung sowie die Projektverantwortung für den Bau der "Galileo"-Satelliten. Allein die Anschubfinanzen betragen (bis 2005) 1,1 Milliarden Euro.
Europas neue Argusaugen werden den Heimatplaneten in einer Höhe von genau 23 616 Kilometern umkreisen und beobachten. Flugzeuge sowie Schiffe und Autos können präzise und sicher gesteuert oder geortet werden. Galileo kann, überwacht von zwei Kontrollzentren, auch in der Landwirtschaft, für die Umweltpolitik oder bei Suchdiensten eingesetzt werden. Das Geschäft, das EU und ESA gemeinsam auf die Beine stellen, verspricht äußerst lukrativ zu werden - der Weltmarkt für die Satelliten-Navigation wird auf mehr als 40 Milliarden Euro geschätzt. Wir müssen unsere Interessen verteidigen, hatte die ESA von den Ländern verlangt. Immerhin kurbelt Europas Großvorhaben im Weltraum auch die gegenwärtig eher marode Satellitenproduktion an.
Pressemitteilung vom 26.05.2003
Neues Patrouillenboot für des BGS
Staatssekretärin Vogt tauft "Bayreuth"

Neustadt - Die Parlamentarische Staatssekretärin des Inneren, Ute Vogt, hat heute in Neustadt/Holstein das neue Bundesgrenzschutzboot "Bayreuth" getauft, das ab jetzt in der Nordsee eingesetzt wird.
Das neue Einsatzfahrzeug mit dem künftigen Heimathafen Neustadt/Holstein ist das zweite von drei neuen Booten, die bis Ende 2003 mehere ältere Patrouillenboote ersetzen werden. Stationiert wird das Boot in Cuxhaven. Das Gesamtvolumen für die Beschaffung der drei Boote liegt bei 46 Millionen Euro.
"Mit den modernen Booten wird der BGS die deutschen Seegrenzen noch effektiver kontrollieren können," so die Staatssekretärin. "Die neueste Technologie ermöglicht das gesamte maritime Einsatzspektrum des BGS - auch im Verbund mit der Küstenwache - abzudecken."
Das Boot ist knapp 66 Meter lang und verfügt über eine Motorleistung von 5.000 KW. Das neue Patrouillenboot gilt als besonders leistungsfähig, wirtschaftlich und umweltverträglich.
Mit der Namensvergebung wird die Stadt Bayreuth -ebenfalls Standort des BGS -die langjährige Tradition als Patenstadt für ein BGS-Boot forsetzen.
Pressemitteilung vom 02.05.2003

Letzte Chance für "Oceanic"?
Bund verschiebt Bau eines Superschleppers und will erneut chartern

Cuxhaven - Experten sind sich schon lange einig: Die Deutsche Bucht braucht einen neuen Hochsee-Schlepper. Die bislang vom Bund gecharterte "Oceanic" ist alt geworden - 40 Jahre hat sie mittlerweile auf den Planken. Der Bund wollte eigentlich einen neuen Super-Schlepper anschaffen. Einen mit geringerem Tiefgang, einer Spitzengeschwindigkeit von 17,5 Knoten und mindestens 160 Tonnen Zugkraft. So ein Schiff gibt es bisher nicht auf dem Markt, müsste also gebaut werden. Doch weil Ebbe in der Kasse herrscht, soll noch einmal gechartert werden - mindestens zwei Jahre lang. Dafür wurden die Anforderungen zurückgeschraubt. Seit wenigen Tagen läuft die europaweite Ausschreibung.
Es könnte ein achtes Mal für die "Oceanic" reichen, hofft die "Bugsier"-Schleppreederei in Hamburg, der das Schiff gehört. Die "Oceanic" gilt mit ihren 7,30 Meter Tiefgang eigentlich als nicht mehr tauglich. Zusammen mit anderen Unternehmen hatte Bugsier kürzlich das Konzept eines völlig neuartigen Sicherheitsschiffs für die Deutsche Bucht vorgestellt. Doch der Bau eines solchen Giganten, dessen Kosten auf rund 40 Millionen Euro geschätzt wird, rentiere sich nur bei einer Mindestcharterzeit von zehn Jahren, sagt Peter Meyer, Sprecher von "Bugsier". Da winkte der Bund ab.
Auch die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN) wirbt vehement für die betagte "Oceanic". "Sie ist das Beste, was wir haben", sagt SDN-Sprecher Hans von Wecheln. "Es wurde viel in die Ausbildung der Besatzung und des mobilen Bergungsteams investiert. Das kann man jetzt nicht einfach vergeigen, indem man nur nach dem Preis geht."
Ein Hochseeschlepper ist auch in der Unterhaltung teuer. Anders als Mehrzweckschiffe kann er keine andere Aufgaben, etwa Tonnenlegen, übernehmen. Für die "Oceanic" werden pro Tag 12000 Euro Chartergebühr fällig.
Pressemitteilung vom 24.01.2003
EU-Kommission will schärfere Strafen für Meeresverschmutzung
Brüssel - Angesichts der Ölverseuchung vor der spanischen Küste strebt die Kommission der Europäischen Union (EU) schärfere Strafen für Meeres-Verschmutzung an.
Der Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, teilte am Samstag den Regierungen der EU-Staaten mit, dass die EU-Exekutive hierzu einen Gesetzesvorschlag erwäge. Danach sollten künftig die Verantwortlichen für Meeresver- schmutzung strafrechtlich verfolgt werden, hieß es in einem Brief an die 15 Mitgliedsstaaten der EU. Bestraft werden könnten danach sowohl die verantwortlichen Speditionen als auch die Reeder betroffener Schiffe. Nach Angaben eines Sprechers der EU-Kommission droht in einigen EU-Staaten derzeit den Verantwortlichen von Meeresverschmutzungen lediglich ein Bußgeld.
Im November war vor der spanischen Atlantikküste der 26 Jahre alte Öltanker "Prestige" auseinander gebrochen und gesunken. Weite Teile der Küste Galiciens und später auch Strände in Frankreich wurden von Öl verschmutzt. Die "Prestige" hatte lediglich eine Bordwand. Umweltschützer warnen seit Jahren vor der Gefahr einwandiger Tanker. Die EU hatte nach dem Unglück für derartige Öltanker ein Einlaufverbot für die Häfen der Union verhängt.
Nach Angaben von Diplomaten verzögern die EU-Schifffahrtsnationen Griechenland, Großbritannien und die Niederlande jedoch die Umsetzung des Verbots. Die EU-Kommission kündigte an, auf eine Umsetzung dringen zu wollen.
Pressemitteilung vom 18.01.2003
Neues Radarsystem für Hadag-Schiffe
Hamburg - Die Hadag-Schiffe "Harmonie", "Rafiki" und "Nala" haben als erste Schiffe im Hafen ein neues Radarsystem bekommen. Mit dem System hat der Schiffsführer alle Informationen auf einen Blick - Uferlinien, Fahrrinne, Radartonnen, Brücken und den eigenen Standort. Auch das Tempo anderer Schiffe wird angezeigt. Pro Schiff investierte die Hadag 35 000 Euro, noch in diesem Jahr sollen zwei weitere Hadag-Fähren umgerüstet werden.
Pressemitteilung vom 15.01.2003
Maritime "Black Box" einsatzreif
Als Reaktion auf die weltweite Terrorgefahr sind im vergangenen Jahr neue internationale Sicherheitsstandards für Schiffe vereinbart worden. Dafür wurden nun neue Geräte wie die maritime "Black Box" und Systeme zur Schiffsidentifikation (AIS) eingebaut, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Die neuen "Black Boxes" sollen, ähnlich wie bei Flugzeugen, unter anderem Funksprüche und Gespräche speichern. "Dadurch erhalten wir Aufschluss über Ursachen bei einem Schiffsunglück", sagte BSH-Präsident Peter Ehlers. Man könne so auch eher aus Fehlern lernen.
Die Datenschreiber werden oben auf dem Schiff angebracht und halten laut Ehlers bis zu 6.000 Meter Wassertiefe und Temperaturen über 1.000 Grad aus. Wie im Flugzeug senden die Datenschreiber Signale aus, damit sie gefunden werden können.
Mit dem Schiffsidentifikationssystem AIS können sich Schiffe über die Fahrdaten anderer Schiffe, etwa deren Kurs oder Geschwindigkeit, informieren. Das System könnte Gefahren wie Schiffszusammenstöße oder -entführungen verringern.
Einrichtungen wie die neuen Datenschreiber und AIS-Systeme gehören zu den Sicherheitsstandards, die schon jetzt auf allen neuen Schiffen eingebaut werden müssen. Bis Ende 2004 sind die Identifikationssysteme auf allen Fähren und Schiffen über 3.000 Bruttoregistertonnen Pflicht.
Pressemitteilung vom 09.01.2003
Mit kostenlosem "Charterschein" auf ostdeutsche Gewässer 

Freizeitskipper, die in den Wassersport einsteigen wollen, sollten sich über das führerscheinfreie Führen von Haus- booten informieren. Der hierfür erforderliche, kostenlose "Charterschein" gilt unter Anfängern aber immer noch als "Geheimtipp".
Bereits 1500 angehende Wassertouristen haben in der vergangenen Saison ohne den üblicherweise vorgeschriebenen "Amtlichen Sportbootführerschein" mit einem gemieteten Hausboot Wasserstraßen in Brandenburg und Mecklenburg- Vorpommern befahren.
Die Möglichkeit hierzu bietet ein bis April 2004 befristeter Modellversuch auf speziell ausgewiesenen Wasserstraßen in diesen beiden Bundesländern. Jürgen Tracht, Geschäftsführer des "Bundesverbandes Wassersportwirtschaft e.V. (BWVS)", ist nahezu sicher, dass der Modellversuch nahtlos von einer dauerhaften Regelung abgelöst wird, da auch andere Bundesländer die wirtschaftlichen Potenziale im Wassertourismus erkannt hätten. Schließlich habe auch die Wasserschutzpolizei den besonders vorsichtigen Anfängern gute Noten ausgestellt und keine Unfälle registriert.
Der Modellversuch erlaubt den Einsteigern nach dem Motto "Probieren geht über Studieren", ohne finanzielle Vorleistungen für den Erwerb eines "Amtlichen Sportbootführerscheins" (300 bis 500 Euro) ihre Wassersporteignung zu testen. Die "Sportbootvermietungsverordnung Binnen 2000" hat jedoch vor die Jungfernfahrt einige Auflagen gestellt.
Der Vermieter des Bootes muss den Anfänger in einer etwa dreistündigen Einweisung theoretisch und praktisch auf seine erste Fahrt vorbereiten, bevor der "Charterschein" kostenfrei ausgestellt werden darf. Das Boot darf nicht länger als 13 Meter sein und mit einer "Höchstgeschwindigkeit" von zwölf Stundenkilometern nur in strömungsarmen Gewässern ohne Berufsschifffahrt bei weniger als Windstärke vier fahren. Der "Charterschein" gilt jeweils nur für einen Urlaub und muss gegebenenfalls wiederholt werden. Etwa drei Viertel der Einsteiger haben deshalb nach mehrfachen Testfahrten mit dem "Charterschein" schließlich den "Amtlichen" erworben.
Pressemitteilung vom 27.12.2002
Neues Patrouillenboot mit "Schleichantrieb"

Die Abeking & Rasmussen Schiffs- und Yachtwerft (A&R) in Lemwerder hat mit dem Patrouillenboot "Bad Bramstedt" den ersten von drei Neubauten der 70-Meter-Klasse an den Bundesgrenzschutz See abgeliefert. Der künftige Liegeplatz ist vor der früheren Heringshalle von Hussmann & Hahn in Cuxhaven. Für Patrouilleneinsätze mit bis zu zwölf Knoten wird ein geräuscharmer Elektroantrieb mit 600 kW genutzt, der auch als Booster für den Hauptantrieb des rund 21,5 Knoten schnellen Schiffes dient.
Pressemitteilung vom 23.11.2002 
Havariekommando noch nicht voll einsatzbereit
Maritimem Lagezentrum fehlen Technik und Personal

Cuxhaven - Vier Jahre nach dem Schiffsunfall des Holzfrachters "Pallas" vor der Küste Nordfrieslands ist das deutsche
Havariekommando in Cuxhaven noch nicht voll einsatzbereit. "Uns fehlen Technik und Personal", sagte gestern Boris Klodt, Sprecher des Kommandos. Als Konsequenz aus dem "Pallas"-Unfall sollen 35 bis 40 Spezialisten in dem maritimen Lagezentrum über die Sicherheit an Nord- und Ostsee wachen. Bis auf Schleswig-Holstein haben alle norddeutschen Länder ein entsprechendes Abkommen ratifiziert.
Eine Sicherheitslücke sieht Klodt nicht: Die bestehenden deutschen Notfallpläne seien ausgereift und hätten sich seit 20 Jahren, auch bei Auslandseinsätzen, bewährt. Dazu gehörten Konzepte zur Schadstoffunfallbekämpfung und für einen Nothafen an der deutschen Küste. Zudem stehen für Notschleppeinsätze angecharterte Schiffe wie der Hochseeschlepper "Oceanic" an der Nordsee sowie die Schlepper "Fairplay 25" und "Fairplay 26" an der Ostsee bereit.
Bisher arbeiten rund zehn Spezialisten des Aufbaustabes an Konzepten zur Verletzten-Versorgung auf See. Auch der
Brandschutz wird neu konzipiert. Die personelle Verstärkung des Stabes gestalte sich langwierig, da es schwierig sei, in kurzer Zeit gut ausgebildete Spezialisten zu finden."
Zeit benötigt auch die technische Aufrüstung an Nord- und Ostsee: Dort müssten neue Kommunikationsanlagen zur Übertragung von Funk- und Radarverbindungen errichtet werden. Die komplexe Technik soll erst in ein bis anderthalb Jahren für den Endbetrieb einsatzbereit sein.
Trotz aller Konzepte lässt sich für Klodt das Risiko einer Havarie nicht völlig ausschließen.
Pressemitteilung vom 21.11.2002 
Mann-über-Bord-Boje verbessert
Mehr Sicherheit verspricht diese weiterentwickelte Mann-über-Bord-Boje, der Bremerhavener Comet Gmbh, die auf der Hamburger Schiffahrtsfachmesse SMM vorgestellt wird. Mit ihrer neuartigen Befestigung, die aus Edelstahl besteht, lässt sich bei Bedarf schnell lösen, bleibt aber sonst gut gesichert an der Reling. Eine Lampe leuchtet zwei Stunden und ein Rauchsatz wirkt über 15 Minuten.
(SMM Messe vom 24.09.2002 - 28.09.2002)
Mann-über-Bord-Boje

Weserschleuse für Sportschiffe eingeweiht
Bremen - Sportschiffer in Bremen können jetzt per Knopfdruck von der Unter- in die Mittelweser schleusen. Möglich macht dies die neue Kleinschifffahrtsschleuse, die rund um die Uhr am Bremer Weserwehr für vollautomatischen Betrieb eingerichtet ist. Die Anlage ist am 22. August 2002 eingeweiht und in Betrieb genommen worden.

Wasserschutzpolizeien der Küstenländer mit voller Fahrt voraus
- Gemeinsame Leitstelle geht Rund-um-die-Uhr in Betrieb -
Mit der Aufnahme der Rund-um-die-Uhr-Besetzung der WSP-Leitstelle in Cuxhaven zum 1. August 2002 steht allen Dienststellen und Küstenbooten der Wasserschutzpolizeien der fünf Küstenländer eine gemeinsame Service- und Koordinierungsstelle für die Einsatzgebiete in Nord- und Ostsee zur Verfügung. Weitere Unterstützung erhält die Cuxhavener Leitstelle durch die im Tagesdienst und für den Bereich der Ostsee in Neustadt eingerichtete WSP- Leitstelle.
Mit Einrichtung des 24stündigen Betriebes der gemeinsamen WSP-Leitstelle wird der von den Leitern der Wasserschutz- polizeien der Küstenländern im September 1998 initiierte Gedanke realisiert, im Sinne des "kooperativen Föderalismus" innerhalb der deutschen Hoheitsgewässer von der holländischen bis zur polnischen Grenze einen einheitlichen, fachkompetenten und abgestimmten polizeilichen Vollzug zu gewährleisten.
Das deutsche Küstenmeer zählt zu den am meisten befahrenen Gewässern der Welt. Etwa 120.000 Schiffe laufen  jährlich deutsche Häfen an, insgesamt ca. 400.000 Schiffsbewegungen im Jahr sind in der deutschen Bucht und den relevanten Gebieten der Ostsee zu verzeichnen, ein Gefahrenpotential das neben einer funktionierenden Verkehrs- sicherung durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes einen wirksamen und einheitlichen Vollzug durch die Wasserschutzpolizeien der Länder erfordert.
Die Leiter der Wasserschutzpolizeien wollten mit der WSP-Leitstelle eine Ansprechstelle für die Dienststellen, insbesondere für die Boote der Wasserschutzpolizeien im Küstenmeer einrichten. Die Erledigung aller wasserschutz- polizeilichen Aufgaben auf See soll unter Reduzierung von Schnittstellen und unabhängig von Landesgrenzen und Zuständigkeiten schnell und kompetent sichergestellt werden. Neben dem Wegfall von Abstimmungsprozessen mit dem jeweiligen Land treten zugleich polizeitaktische Synergien ein. Das bedeutet, dass abweichend von der bisherigen Situation nicht jedes Land seine Boote zeitgleich auf See einsetzen muss.
Grundlage für den 24stündigen Betrieb der WSP-Leitstelle in Cuxhaven ist das von den Innenministern und Innensenatoren der Küstenländer gezeichnete und nunmehr zum 1. Mai 2002 in Kraft getretene Verwaltungsabkommen. Danach stellen die Wasserschutzpolizeien aller fünf beteiligten Küstenländer nautisch qualifizierte und erfahrene Polizeibeamte für die Leitstelle in Cuxhaven zur Verfügung. Diese erstellen permanent ein polizeiliches Lagebild, um rechtzeitig und lageangepasst reagieren zu können. Für den polizeilichen Einsatz (Strafverfolgung, Fahndung, Schiffs- und Verkehrskontrollen, Havarien etc.), haben sie Zugriff auf insgesamt 25 Küsten- und Streckenboote der fünf Wasserschutzpolizeien, die nach einem gemeinsamen länderübergreifenden Rahmenpräsenzplan täglich 24 Stunden vorgehalten und eingesetzt werden können. Das heißt, auf der Grundlage dieser Einrichtung kann ab sofort und durchgehend z.B. ein WSP-Leitstellenbeamter aus Niedersachsen ein Hamburger WSP-Boot auf schleswig-holstein- ischem Gebiet einsetzen - eine in Deutschland durchaus einmalige Konstellation!
Mit dem Eintritt in den 24stündigen Wirkbetrieb der WSP-Leitstelle in Cuxhaven haben die Wasserschutzpolizeien der Küstenländer zugleich alle organisatorischen und personellen Voraussetzungen geschaffen, damit das vom Bund und den Küstenländern vereinbarte Havariekommando für ein wirksames maritimes Unfallmanagement noch in diesem Jahr seinen Betrieb aufnehmen kann, zumal die WSP-Leitstellenbeamten gemeinsam mit den Beamten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes das Maritime Lagezentrum bzw. im Einsatzfall einen Stabsbereich im Havariestab des Havariekommandos bilden.
Im übrigen wird die bisher gute und enge Zusammenarbeit zwischen den WSP-Leitstellen und dem Koordinierungs- verbund der Vollzugsbehörden des Bundes aus dem vorgenannten Grund noch weiter intensiviert, da sich beide Einrichtungen jeweils in Cuxhaven und Neustadt unter einem Dach befinden.
Ansprechstelle Pressesprecher: PHK Ingo Ohrt, WSP-Direktion SH
      Fax 0431"-1"60 6129 eMail Ingo.Ohrt@polizei.landsh.de 

Der Bund und die fünf norddeutschen Küstenländer haben eine Vereinbarung zur Errichtung eines Havariekommandos unterzeichnet

Seinen Sitz wird das Havariekommando in Cuxhaven haben und bis November 2002 arbeitsfähig sein. Damit wird Cuxhaven auch weiterhin Schwerpunkt-standort der maritimen Notfallvorsorge in Deutschland bleiben.
Niedersachsens Innenminister Heiner Bartling sagte bei der Unterzeichnung der Vereinbarung: "Mit dem Havarie- kommando haben wir in Cuxhaven endlich ein schlagkräftiges einheitlich geführtes Notfallmanagement für die Nordsee. Vorgänge wie bei der Pallas-Havarie dürften damit künftig ausgeschlossen sein".
Kern des Havariekommandos ist ein Kompetenzzentrum, das sich aus Schadstoffbekämpfungsspezialisten des Bundes und der Länder zusammensetzt, die bisher in verschiedenen Bundes- und Landesbehörden tätig waren. Dazu kommen Fachleute für Brandschutz sowie Wasserschutzpolizisten, die das rund um die Uhr besetzte maritime Lagezentrum betreiben. Insgesamt werden sich 37 Bedienstete um die Sicherheit auf den Meeren kümmern, hiervon stellt der Bund neben dem Leiter 20 und die Länder 16. Im Ernstfall verwandelt sich diese Dienststelle in einen Einsatzstab mit dem Havariekommandanten an der Spitze.
Pressemeldung vom 20.06.2002 
Bundesgrenzschutz auch über Seefunk DP07 zu erreichen

Für die Berufs- und Sportschifffahrt in der Nord- und Ostsee ist der Bundesgrenzschutz ( BGS) ab sofort unter dem Rufnamen:  GERMAN BOARDER GUARD
direkt und kostenfrei über sieben Küstenfunkstellen des DP07-Seefunks zu erreichen.

Der UKW Seefunk bietet die Möglichkeit, den BGS direkt über ungewöhnliche Ereignisse auf See, die das eigene oder ein fremdes Fahrzeug betreffen, unverzüglich und direkt zu informieren. Die Gespräche werden über die Küstenfunk- stellen des DP07 Seefunks vermittelt und sind für den Anrufer kostenlos. Der BGS beantwortet Fragen zu grenz- politischen Einreisebestimmungen, berät, falls ein nicht als Grenzübergangsstelle zugelassener Hafen angelaufen werden muss, und gibt notfalls sogar Navigationshilfen. Aber auch die Beobachtung von aktiver Meeresverschmutzung, Verkehrsgefährdung, gefährlichen Eingriffen in den Schiffsverkehr und treibenden Gegenständen sollte dem BGS gemeldet werden.

Die Küstenfunkstellen und die entsprechenden UKW-Kanäle auf einen Blick
 Nordsee    Ostsee  
 Hamburg Radio Kanal 83 + 27  Kiel Radio Kanal 23
 Elbe-Weser Radio Kanal 24 + 01  Lübeck Radio  Kanal 24
 Borkum Radio Kanal 28  Arkona Radio Kanal 66
 Nordfriesl. Radio Kanal 26 + 25    
 Bremen Radio Kanal 25    

DP07 Seefunk betreibt als private Nachfolgeorganisation von SMD-Radio seit 01.04.2000 
fünf und ab Mai/Juni 2000 sieben Küstenfunkstellen entlang der deutschen Küstengewässer.

Die  Küstenfunkstellen sind Rund-um-die-Uhr für Ihre Sicherheit "on air"


UKW auf den Schleusen
Ab sofort ist auch die Nordschleuse in Bremerhaven offiziell über Funk erreichbar.
Doppelschleuse ( Bremerhaven-Fischereihafen ) und Nordschleuse ( Bremerhaven Nord Lock )
sind beide auf UKW-Kanal 69 hörbereit 

Schleusenzeiten in Bremerhaven
Doppelschleuse Bremerhaven-Fischereihafen 0 - 24 bei Bedarf UKW-Kanal 69 0471-596 13 439
Bremerhaven-Kaiserschleuse 0 - 24 bei Bedarf   0471-596 13 432
Bremerhaven-Nordschleuse 0 - 24 bei Bedarf UKW-Kanal 69 0471-596 13 426
.
Schifffahrtsweg  Elbe-Weser (Geestekanal)
Tidesperrwerk
Geeste Bremerhaven
Schleusen
Mo.- Fr. (Uhr)
Samstag (Uhr)
Sonn-/Feiertag
(Uhr)
Telefon
  April bis Sept.
7 - 18.30 
7 - 18.30 
7 - 18.30 
 0471- 2 16 78 
  Okt. bis März
8 - 16.30 
8 - 16.30 
So 3 Std. ab Niedrigwasser 
(Voranmeldung) feiertags 8 - 16.30 
 


Neue Verordnung über Seefunkzeugnisse 

Betreiber von Seefunk- und Binnenschifffahrtsfunkgeräten müssen den Nachweis der Befähigung erbringen. Das ist international in der Vollzugsordnung für den Funkdienst, national in der Verordnung über Seefunkzeugnisse vom 17. Juni 1992 geregelt. Zur
Ausübung des Seefunkdienstes braucht man demnach ein gültiges Seefunkzeugnis. Bis zum 31. Dezember 2002 können unter anderem noch nachfolgende Seefunkzeugnisse erworben werden:
UKW-Sprechfunkzeugnis
Allgemeines Sprechfunkzeugnis
UKW-Betriebszeugnis 1
UKW-Betriebszeugnis 11
Allgemeines Betriebszeugnis

Nach Inkrafttreten der Dritten Schiffssicherheitsanpassungsverordnung vom 24. August 2001 wird es ab dem 1. Januar 2003 keine nationalen Seefunkzeugnisse mehr geben. Damit entfällt das UKW-Sprechfunkzeugnis und das UKW-Betriebszeugnis II. Für die Sportschifffahrt gibt es dann für den Seefunk das neue Allgemeine Funkbetriebszeugnis (Long Range Certificate LRC) und das beschränkt gültige Funkbetriebszeugnis (Short Range Certificate SRC). Für die Binnenschifffahrt wird es das Sprech- funkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk (UBI) geben. Dieses Zeugnis berechtigt nicht nur zur Teilnahme am Seefunkdienst. Gleiches gilt um gekehrt auch grundsätzlich für Inhaber der Funkbetriebszeugnisse. Die Konsequenzen aus dieser neuen Verordnung sind Englischkenntnisse beim Erwerb der neuen Seefunkzeugnisse. Prüfstellen für das LRC und das SRC sind der Deutsche Motoryachtverband und der Deutsche Segler-Verband.
Inhaber des "alten" UKW-Betriebszeugnisses II können durch eine Ergänzungsprüfung das SRC erwerben.
Quelle: Ausbildungsstelle für Seefunk, Jürgen Bärhold


Downloads :  (Pdf 27 KB) Merkblatt für Wassersportler (Neue Funkzeugnisse für den Seefunkdienst )

Müssen auf Sportfahrzeugen Seetagebücher geführt werden?

Die Frage, ob Sportskipger ein Seetagebuch führen müssen, ist zu allgemein gestellt. Grundsätzlich sieht der Staat davon ab, für jede Situation ein genaues Verhalten vorzuschreiben. Das gilt auch für die Führung von Seetagebüchern.
Der Staat rechnet ganz entscheidend mit der Eigenverantwortung des Einzelnen. Hat der Skipper zum Beispiel bei Verwicklung in einen Seeunfall nachweislich vorherige schadensrelevante und sicherheitsbezogene Sachverhalte nicht eingetragen, so kann sich dies im Haftungsfall für ihn unter Umständen belastend auswirken.
Umgekehrt kann er sich durch rechtzeitige und sachgemäße Eintragungen in vielen Fällen entlasten. Der verantwortliche Skipper sollte also nie außer Acht lassen, dass durch angemessene Eintragungen sich und anderen nützen kann.


Jan Maat sien Homepage  - ( Die Angaben sind ohne Gewähr