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DGzRS Bremerhaven
Chronik
Soldaten informieren sich
Atom-U-Boot "Kursk"
Berichte über das am 12. August 2000 gesunkene U-Boot
Teil  - 2 - ( ab 1. Nov. 2000 )
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 Kursk Teil -1- 
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Kursk
letzte Änderung: 12. August 2003
Russland gedenkt der "Kursk"-Opfer
Tödliche Tragödie kostete 118 Menschenleben

Russland hat am Dienstag der 118 Matrosen gedacht, die beim Untergang des Atom-U-Boots "Kursk" vor drei Jahren ums Leben gekommen waren. "Man darf nicht die Hoffnung nicht aufgeben", lautete die Inschrift auf einem Denkmal aus schwarzem Granit, das auf dem Friedhof Serafimowskoje in Sankt Petersburg eingeweiht wurde, wo 32 Opfer begraben worden waren.
Diese Worte waren nach dem Untergang des U-Bootes in den Aufzeichnungen eines Offiziers entdeckt worden. An der Einweihung und einem Gedenkgottesdienst nahmen neben Hinterbliebenen örtliche Regierungsvertreter teil. In der Garnisonsstadt Widiajewo in der Nähe von Murmansk, von wo aus die "Kursk" zu ihrer letzten Fahrt ausgelaufen war, warfen Menschen Blumen ins Meer.
Wie der Radiosender Moskauer Echo berichtete, reichten 40 Familien von "Kursk"-Opfern eine neue Klage ein. Die Familien wollten demnach nicht mehr die Wiederaufnahme der Ermittlungen erreichen, sondern den Fall vor Gericht bringen. Die Staatsanwaltschaft hatte erneute Ermittlungen im Jänner abgelehnt.
Präsident Putin war zum Zeitpunkt der Katastrophe heftig kritisiert worden, weil er seinen Urlaub nicht unterbrach, um sich an die Unglücksstelle in der Barentssee zu begeben. Zudem wird der Regierung vorgeworfen, die Untersuchungen zum Unfallhergang verschleppt zu haben. 
Nach fast zweijähriger Arbeit war die Untersuchungskommission zu dem Ergebnis gekommen,
dass das Unglück durch eine Treibstoffexplosion in einem Torpedo verursacht wurde.
Pressemitteilung vom 12. 08. 2003


Sprengung des Bugs der "Kursk" fehlgeschlagen
Moskau  - Die Sprengung des Bugs des verunglückten russischen Atom-U-Boots "Kursk" ist offenbar missglückt. Das berichtet die Agentur Itar-Tass und beruft sich dabei auf gut informierte Quellen im Verteidigungsministerium. Der Stab der Nordmeerflotte wollte diesen Bericht nicht bestätigen. Der auf dem Grund der Barentssee verbliebene Bugabschnitt der "Kursk" sollte bereits in der vergangenen Woche gesprengt werden. Das U-Boot war im Sommer 2000 mit 118 Mann an Bord nach der internen Explosion eines Torpedos gesunken.
Pressemitteilung vom 13. 09. 2002
Bugreste der "Kursk" wurden gesprengt
Die russische Marine hat die Bugreste des vor zwei Jahren mit 118 Mann an Bord verunglückten Atom-U-Bootes "Kursk" auf dem Grund der Barentssee gesprengt.
Am Montag wurden die Trümmer in 107 Meter Tiefe noch einmal mit Videokameras untersucht, teilten Quellen im Marinestab der Agentur Interfax mit. Danach solle entschieden werden, ob die Sprengarbeiten beendet werden oder weitere Sprengungen notwendig sind.
Die Explosion eines defekten bordeigenen Torpedos hatte die "Kursk", das damals modernste Atom-U-Boot Russlands, am 12. August 2000 versenkt. Danach wurden in zwei aufwendigen Operationen die Leichen und der Rumpf des Bootes geborgen. Von dem abgetrennten Bug wurden nur einzelne Teile an die Oberfläche gehoben. Die Reste am Meeresboden wurden am Sonntag mit Bomben zertrümmert, damit sie keine Gefahr mehr für die Umwelt darstellen, teilte die Marine mit.
Pressemitteilung vom 09.09.2002
Russland schließt Ermittlungen nach "Kursk"-Untergang ab
Moskau - Die russische Generalstaatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen zum Untergang des Atom-U-Boot "Kursk" vor rund zwei Jahren am Freitag offiziell abgeschlossen. Anklagen gegen Kommandeure der Marine werde es nicht geben.
Wie auch eine Untersuchungskommission der Regierung zuvor sei man zu dem Schluss gekommen, dass ein defekter Torpedo an Bord, den Untergang des U-Bootes verursacht habe, sagte Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow in  Moskau, nachdem er den Untersuchungsbericht Präsident Wladimir Putin übergeben hatte. Zwar seien während der Ermittlungen einige Fehler in der
Organisation der Manöver- und der Rettungseinsätze aufgedeckt worden. Doch  habe keines der Fehlverhalten zum tragischen Ende der "Kursk" geführt. Daher werde auch keine Anklage  erhoben.
Die "Kursk" war am 12. August 2000 nach mehreren Explosionen an Bord in der Barentssee gesunken. Bei dem Unglück kamen alle 118 Seeleute an Bord ums Leben.
Gegen keinen Marine-Vertreter werde Anklage erhoben, sagte Ustinow. Diese Leute seien bereits streng bestraft worden. Im Dezember hatte Russland drei ranghohe Marine-Kommandeure degradiert und acht Admirale entlassen. Experten hatten dies als Bestrafung im Zusammenhang mit der "Kursk"-Katastrophe bezeichnet. Militär-Vertretern zufolge lag allerdings bei den Entlassungen und Degradierungen keine Verbindung zum "Kursk"-Untergang vor. Sie seien auf schwere Fehler bei der Organisation von Manövern zurückzuführen.
Anfang des Monats hatte eine Untersuchungskommission der Regierung ihren Abschlussbericht vorgelegt. Die Möglichkeiten einer Kollision mit einem Schiff oder einer Mine wurde darin ausgeschlossen. Die Marineführung hatte seinerzeit mehrere Varianten ins Spiel gebracht - darunter die Kollision mit einem ausländischen U-Boot oder einer Mine aus dem Zweiten Weltkrieg. Später erklärte das Militär, ein defekter Torpedo habe eine Explosion an Bord des U-Bootes ausgelöst. Daneben gab es Gerüchte, die "Kursk" sei von den eigenen Truppen versehentlich beschossen und versenkt worden.
Anfang Juni waren Teile des Bugs vom Grund der Barentssee geborgen worden, um die Unglücksursache zu klären. Der größte Teil des 150 Meter langen Wracks war schon im vergangenen Jahr aus etwa 100 Meter Tiefe geholt und in den Hafen von Murmansk geschleppt worden. Der mit den Torpedos bestückte Bug war zuvor abgetrennt worden, um die Aktion nicht durch die explosive Ladung zu gefährden. Die Bergung der noch auf dem Meeresboden liegenden Bugteile ist nach Angaben der Untersuchungskommission nicht mehr notwendig
Pressemitteilung vom 27.07.2002
Treibstoffexplosion Ursache von "Kursk"-Katastrophe
Moskau -  Eine Treibstoffexplosion in einem defekten Torpedo hat den Untergang des russischen Atom-U-Boots "Kursk" ausgelöst, das im August 2000 insgesamt 118 Besatzungsmitglieder mit sich in die Tiefe riss. Dies ist das Ergebnis des Abschlussberichts der Untersuchungskommission der russischen Regierung, das am Montag von der Nachrichtenagentur Interfax veröffentlicht wurde. Danach führte die Explosion des Torpedos zu Bränden und einer weiteren noch stärkeren Detonation.
Nach Angaben des Kommissionsmitglieds und Abgeordneten Vizeadmiral Valeri Dorogin tötete bereits die erste der beiden Explosionen an Bord alle Besatzungsmitglieder in der ersten und einige in der zweiten Abteilung des Bootes, während die zweite Explosion das Ende für das gesamte Boot bedeutete. Bei dieser zweiten Detonation flog die gesamte Munition an Bord des Schiffes in die Luft. Ursprünglich war von offizieller russischer Seite die Kollision mit einem ausländischen Kriegsschiff als wahrscheinliche Unglücksursachegenannt worden.
Die fraglichen Torpedos vom Typ Kit stammten noch aus den 70er Jahren und würden mit Wasserstoffperoxid angetrieben, hieß es in dem Bericht weiter. Sie sind damit wesentlich schneller als die mit herkömmlichen Elektromotoren angetriebenen Torpedos. Wegen dieses Vorteils habe die Marine alle Besorgnisse ob der Instabilität dieses Treibstoffs ignoriert. Inzwischen ist dieser Torpedo-Typ aber aus dem Verkehr genommen worden.
Die Kommission habe ihre Beratungen bereits am Samstag abgeschlossen, erklärte Dorogin. Danach seien die Ergebnisse von allen Kommissionsmitgliedern unterzeichnet worden. Der größte Teil des Wracks der "Kursk" wurde im vergangenen Jahr aus der Barentssee geborgen. Die auf dem Meeresgrund verbliebene Bugsektion sollte nach Empfehlungen der Kommission gesprengt werden, sagte Dorogin.
Pressemeldung vom 01.07.2002
Eigenes Torpedo versenkte "Kursk"
Moskau - Der Untergang des russischen Atom-U-Bootes "Kursk" vor fast zwei Jahren ist nach abschließenden Erkenntnissen der Untersuchungskommission auf einen defekten Torpedo zurückzuführen.
"Es bleibt nur eine Version - eine Torpedo-Explosion", sagte Minister Ilja Klebanow, der die Untersuchungen leitete, am Mittwoch im russischen Fernsehen. Bei dem Unglück kamen 118 Seeleute ums Leben. Die Möglichkeiten einer Kollision mit einem Schiff oder einer Mine habe die Kommission ausgeschlossen. Ihr Bericht soll im Laufe des Jahres veröffentlicht
werden.
Die Marineführung hatte seinerzeit mehrere Varianten ins Spiel gebracht - darunter die Kollision mit einem ausländischen U-Boot oder einer Mine aus dem Zweiten Weltkrieg. Später erklärte das Militär, ein defekter Torpedo habe eine Explosion an Bord des U-Bootes ausgelöst. Daneben gab es Gerüchte, die "Kursk" sei von den eigenen Truppen versehentlich beschossen und versenkt worden.
Anfang Juni waren Teile des Bugs vom Grund der Barentssee geborgen worden, um die Unglücksursache zu klären. Der größte Teil des 150 Meter langen Wracks war schon im vergangenen Jahr aus etwa 100 Meter Tiefe geholt und in den Hafen von Murmansk geschleppt worden. Der mit den Torpedos bestückte Bug war zuvor abgetrennt worden, um die Aktion nicht durch die explosive Ladung zu gefährden. Die Bergung der noch auf dem Meeresboden liegenden Bugteile sei nicht mehr notwendig, sagte Klebanow.
Pressemeldung vom 19.06.2002
Bergung des "Kursk"-Bugs verschoben
Moskau - Der für Montag vorgesehene Beginn der Bergung des Bugs des russischen Unglücks-U-Boots "Kursk" vom Grund der Barentssee ist um mehrere Tage verschoben worden.Extrem schlechtes Wetter und Sturmböen verhinderten ein Auslaufen der Spezialschiffe aus dem Hafen von Seweromorsk, teilte der Stab der russischen Nordmeerflotte mit. Das Atom-U-Boot "Kursk" war im August 2000 mit 118 Mann Besatzung während eines Flottenmanövers verunglückt.
Im Sommer des Vorjahres war das Boot gehoben und in die Werft nach Rosljakowo bei Murmansk gebracht worden. Im Dock wurden die Leichen geborgen, ehe das Boot zur Verschrottung freigegeben wurde. Vor der Hebung war der Bug wegen der Gefährdung durch Torpedos abgetrennt worden.
Die Verschrottung ist inzwischen auf Probleme durch die Zahlungsunwilligkeit der russischen Regierung gestoßen. Seit Jahres- beginn überweise das Verteidigungsministerium kein Geld mehr an die Werft in Rosljakowo, sagte Chefingenieur Alexander
Gratschow am Sonntag der Agentur Interfax. Die Arbeiter seien seit Februar ohne Lohn, die Schulden betrügen mittlerweile 150 Millionen Rubel (knapp 6 Mio. Euro).
Auch in der benachbarten Werft Nerpa, wo die «Kursk» endgültig verschrottet werden soll, klagten die Direktoren über fehlende
Gelder aus Moskau. Sie hätten bislang keinerlei Geld für die insgesamt etwa 10 Millionen Dollar (11 Millionen Euro) teure Ver- schrottung der "Kursk" erhalten, die die Entsorgung der beiden Atomreaktoren an Bord einschließt.
Pressemeldung vom 20.05.2002
Wrack der "Kursk " zur Verschrottung geschleppt
Moskau - Das verunglückte russische Atom-U-Boot "Kursk" hat am Donnerstag seinen letzten Weg zum Abwracken in einer Marinewerft bei Murmansk angetreten. Das Schwimmdock der Werft Rosljakowo mitsamt dem abgedichteten Wrack wurde geflutet, um die "Kursk" in ein zweites Dock hinüberziehen zu können. Dieses zweite Dock werde den immer noch mehr als 10 000 Tonnen schweren U-Boot-Körper über die Kola-Bucht zur Abwrackwerft Nerpa bringen, teilte die russische Nordflotte mit.
Die Arbeiter in Nerpa sollen die beiden Atomreaktoren und sechs Marschflugkörper aus dem Wrack bergen. Das
Unternehmen kündigte an, die Verschrottung werde bis Jahresende abgeschlossen sein. Auf dem Trockendock in Rosljakowo hatten Experten bereits 16 Raketen aus dem im August 2000 untergegangenen U-Boot entfernt. Die übrigen waren jedoch nicht zugänglich, ohne größere Teil des Wracks auseinander zu nehmen.
Pressemeldung vom 26.04.2002
Kapitän der "Kursk" in St. Petersburg beigesetzt
Moskau - Mit einer Trauerfeier in St. Petersburg hat die russische Marine Abschied vom Kapitän des verunglückten Atom-U-Bootes "Kursk", Gennadi Ljatschin, genommen. Neben Ljatschin wurden sieben weitere Opfer des Untergangs der "Kursk" mit insgesamt 118 Mann an Bord beigesetzt, meldet die Agentur Interfax. Russische Experten haben von 115 Matrosen die Leichen oder Teile davon gefunden und identifiziert. Als Grund für das Unglück im August 2000 in der Barentssee nennt die russische Generalstaatsanwaltschaft die vorzeitige Explosion eines defekten Torpedo-Antriebs.
Pressemeldung vom 23.03.2002
115. Opfer der "Kursk" identifiziert
Moskau - Gerichtsmediziner haben anhand von Leichenteilen das 115. Besatzungsmitglied des im Sommer 2000 verunglückten russischen Atom-U-Boots "Kursk" identifiziert. Von den drei übrigen der insgesamt 118 Besatzungsmitgliedern fehle jede Spur. Das erklärte der Militärstaatsanwalt der russischen Nordmeerflotte. Damit werde die gerichtsmedizinische Untersuchung der aus dem Wrack geborgenen Leichen und Leichenteile abgeschlossen.
Pressemeldung vom 20.03.2002
Auch Moskau vermutet Torpedo als Ursache für "Kursk"-Untergang
Moskau - Die russische Führung rückt bei den Ermittlungen zum Untergang des Atom-U-Bootes "Kursk" dem Eingeständnis der Fehlzündung eines bordeigenen Torpedos näher.
Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow sagte am Montag in Murmansk, die Ermittler gingen von einer Torpedo-Explosion als
Ursache für das Schiffsunglück vom 12. August 2000 in der Barentssee aus. Westliche Experten  vermuten, dass der Rohrkrepierer eines Torpedos Auslöser des Unglücks war, bei dem alle 118 Mann Besatzung umkamen.
Ustinow widersprach der von Marinebefehlshaber Wladimir Kurojedow erneut angeführten These einer Kollision mit einem
ausländischen U- Boot. Den an Bord gefundenen Aufzeichnungen  nach habe die "Kursk" vor dem Unglück " fünf andere Objekte"  beobachtet. "Keins davon war in gefährlicher Nähe", sagte der Generalstaatsanwalt.
Admiral Kurojedow gestand bei der Pressekonferenz technische Mängel des Torpedo-Typs auf der "Kursk" ein. "Der Geschossantrieb aus flüssigem Wasserstoffperoxid ist in ständiger Bewegung und  kann bei der Berührung mit bestimmten Metallen unvorhergesehene Reaktionen auslösen", sagte er. Deshalb habe die russische Marine alle Torpedos dieses Typs von ihren U-Booten entfernt.
Ustinow warf der "Kursk"-Besatzung wie der Führung der russischen Nordflotte "traditionelle vaterländische Schlamperei " vor.  Sie hätten bei dem Manöver im Sommer 2000 grob gegen die Sicherheitsregeln verstoßen, auch wenn dies nicht dieUnglücksursache gewesen sei.
Die Staatsanwaltschaft beendete vier Monate nach der Hebung der "Kursk" die Untersuchungen am Wrack im Dock der Marinebasis Rosljakowo. Vor einem endgültigen Bericht müssten noch technische Expertisen und die Bergung von Teilen des abgetrennten Bugs  abgewartet werden, sagte Ustinow.
Bei der Suche nach der Unglücksursache arbeiten zwei Gruppen parallel: eine Regierungskommission unter Beteiligung der
Kriegsmarine und die Generalstaatsanwaltschaft. Diese scheint eher das Vertrauen des Kremls zu besitzen als die Kommission, deren Chef Ilja Klebanow am Montag als Vizeregierungschef entlassen wurde.
Von den 118 toten Seeleuten der "Kursk" wurden 94 aufgefunden. Nach Angaben vom Montag wurden auch die Leichen des Kapitäns Gennadi Ljatschin und des Stabsoffiziers Wladimir Bagrjanzew  identifiziert. Ustinow wollte dies jedoch zunächst nicht bestätigen.
Pressemeldung vom 18.02.2002
Weitere Leiche von Bord der "Kursk" geborgen
Moskau - Aus dem Wrack des russischen Atom-U-Boots "Kursk" haben Ermittler die Leiche eines weiteren Seemanns geborgen. Wie der Staatsanwalt der Nordmeerflotte, Wladimir Mulow, am Montag erklärte, wurde die Leiche im Kommu- nikationsbereich in der dritten Sektion des U-Boots entdeckt. Sie sei bereits am Samstag geborgen worden, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Mulow. Insgesamt wurden damit seit dem Untergang des Schiffs
92 Leichen geborgen, von denen 87 identifiziert wurden.
Pressemeldung vom 21.01.2002
Geheime Unterlagen aus der "Kursk" sicher gestellt
Moskau -  Aus dem Wrack des untergegangenen russischen Atom-U-Boots "Kursk" sind geheime Unterlagen sicher gestellt worden. Die Dokumente sowie Verschlüsselungsgeräte seien an Silvester gefunden und zur Auswertung an Experten weitergegeben worden, erklärte Marine-Staatsanwalt Wladimir Mulow auf der offiziellen Internet-Seite der Rettungsoperation. Das U-Boot, das im August 2000 bei einem Manöver unterging, wurde im Oktober gehoben und in ein Trockendock in der Nähe von Murmansk geschleppt. Dabei wurde der vordere Teil des Schiffs auf dem Boden der Barentssee belassen. Bislang sind die Leichen von 91 der 118 Mann an Bord des U-Boots geborgen worden. Über die genaue Ursache des Unglücks herrscht nach wie vor Unklarheit. Die meisten Experten vermuten, dass ein fehlerhafter Torpedo explodierte.
Pressemitteilung vom 03. 01.2002 
Moskau zieht einen öffentlichen Schlussstrich unter das Unglück
Von Jens P. Dorner
Moskau - Einen zumindest vorläufigen Schlussstrich hat der Kreml unter die schwerste Krise in der Amtsführung von Wladimir
Putin gezogen. Als der Präsident am Wochenende das Entlassen und Degradieren von hochrangigen Marineoffizieren inszenierte, hatte er nach russischer Lesart eine klare Botschaft:
Der Untergang des Atom-U-Bootes Kursk wird öffentlich zu den Akten gelegt.
Künftig gilt alle Aufmerksamkeit dem Nachfolgemodell Gepard, das Putin heute in Sewerodwinsk tauft.
Weder das ausstehende Untersuchungsergebnis einer regierungsamtlichen Sonderkommission noch das Heben von Bugteilen der Kursk im nächsten Sommer ändern etwas daran. Dies meinen alle Moskauer Medien. Der Informationschef des Kreml, Sergej Jastrschembskij, widerspricht ihnen nicht.
Stattdessen werden Glanzleistungen im Rahmen der Tragödie hervorgehoben. Die Kursk war am 12. August 2000 während eines Flottenmanövers nach zwei Explosionen gesunken. 118 Menschen starben. Nun  zitieren Kremldienste ihren Präsidenten mit den Worten, das gelungene Heben des größten Teils vom Kursk-Wrack sei eine "phantastische und praktisch unglaubliche" Leistung. Putin hatte in der letzten Woche über 100 Teilnehmer der angeblich 180 Millionen Euro teuren Bergung in einer Feier geehrt. Mittlerweile sind sich Beobachter sicher, dass die wahren Kosten nie ans Licht kommen werden. Schon deshalb, weil schon jetzt viele Militärs darüber klagen: Die Bergeoperation koste den nächsten Marineetat "sein Rückgrat". Denn zum Bergen kommt das Stilllegen. Schon die sowjetischen Atom-U-Boote der ersten Generation verschlangen dabei jeweils umgerechnet 35 Millionen Euro. Bei der Kursk, die zur dritten Generation zählt und mit ihrer Größe ein absolutes Novum darstellt, wird in den Medien eine Mindestsumme von 250 Millionen angesetzt.
Bislang wurden insgesamt 74 Leichen der Kursk-Besatzung gefunden, umgerechnet gut 26000 Euro bekam jede Opferfamilie durch Putins Beschluss. Die Militärversicherung überwies insgesamt 726982 Euro. An Spenden erhielten die 118 Familien der Opfer bislang 125926 Euro. Weitere 366667 Euro werden laufend verteilt, etwa als "operative Hilfen".
Sonderspenden von Heimatregionen und -kommunen reichen von 2963 Euro für eine sibirische Familie bis zu 3704 Euro für eine Familie aus dem Kursker Gebiet. Mehr als 100 Organisationen und Betriebe lieferten Sachspenden für Kursk-Familien. Von einer Fabrik kamen etwa 118 Kühlschränke, von einer anderen 118 Fernsehgeräte.
Von der Sonderkommission unter Vize-Premier Ilja Klebanow, die zum noch immer ungeklärten Untergang der Kursk ermittelt, verspricht sich die Zeitung Moskowskij Komsolomolez zur Unglücksursache allenfalls eine "Kompromissversion":
Sie soll Machtelite, Militärkommando, Öffentlichkeit, Rüstungsindustrie und Opferverwandte gleichermaßen zufrieden stellen. Erst dann dürfte es auch zum Abschied des Marinebefehlshabers, Admiral Wladimir Kurojedow, kommen.
Pressemeldung vom 3.12.2001

57. toter Seemann aus der "Kursk" geborgen
Moskau - Fast drei Wochen nach Beginn der Sucharbeiten im Wrack des russischen Atom-U-Bootes "Kursk" ist am Dienstag die Leiche eines weiteren Matrosen gefunden worden. Damit wurden seit dem Eindocken des Bootes 57 tote Seeleute geborgen, teilte der Militärstaatsanwalt der russischen Nordflotte, Wladimir Mulow, nach Angaben der Agentur Interfax in Murmansk mit. Die Sucharbeiten in dem Wrack im Trockendock Rosljakowo bei Murmansk wurden fortgesetzt.
Pressemeldung vom 13.11.2001

Ermittlungen im Wrack der "Kursk" offiziell abgeschlossen
Moskau - Die zivilen und militärischen Behörden Russlands haben die Ermittlungen am Wrack des Atom-U-Bootes "Kursk" offiziell abgeschlossen. Knapp drei Wochen nach der ersten Besichtigung des Unglücks-Boots im Schwimmdock bei Murmansk erklärten die Spezialisten ihre Untersuchungen für beendet. Das teilte die Nordmeerflotte mit. Über die Ergebnisse der Ermittlungen wurden vorerst keine offiziellen Angaben gemacht. Von den 118 toten Seeleuten sind bisher 68 Leichen geborgen worden.
Pressemeldung vom 11.11.2001

Logbücher der "Kursk" geborgen
Moskau -  Knapp 15 Monate nach dem Untergang des russischen Atom-U-Boots "Kursk" sind die Logbücher aus dem Wrack geborgen worden. Die Ermittler erklärten jedoch am Donnerstag, man könne noch nicht sagen, ob die Dokumente Aufschluss über die Unglücksursache geben könnten. Die Logbücher wurden in der fünften Abteilung des U-Bootes gefunden, wo sich auch die Steuerung für die Atomreaktoren befand.
Bislang wurden aus dem Wrack des 56 Leichen geborgen. Laut dem Chefermittler der Nordflotte, Wladimir Mulow, besteht wenig Hoffnung, weitere Leichen aus dem weitgehend zerstörten Bug des Schiffes zu bergen. Die Behörden erhoffen sich von der Untersuchung des Wracks Aufschlüsse über die genaue Ursache des Untergangs.
Pressemeldung vom 08.11.2001
16 von 22 Marschflugkörpern aus "Kursk" geborgen
Moskau - Eine Woche nach Beginn der Arbeiten am Wrack des russischen Atom-U-Bootes "Kursk" sind 55 Leichen von
Besatzungsmitgliedern geborgen worden. 45 von ihnen seien bereits von Gerichtsmedizinern identifiziert worden, teilte der Stab der russischen Nordmeerflotte am Freitag mit.
Zusammen mit den zwölf Leichen, die schon im Herbst des Vorjahres aus der "Kursk" vom Grund der Barentssee geborgen wurden, sind damit bereits 67 von insgesamt 118 Besatzungsmitgliedern in dem Unglücksboot gefunden worden.
Marineexperten entfernten bis zum Freitag aus dem Wrack 16 der 22 Marschflugkörper, die sich an Bord der "Kursk" im Schwimmdock in Rosljakowo bei Murmansk befanden. Die Raketentorpedos hatten das Unglück weitgehend unbeschädigt überstanden.
Pressemeldung vom 02.11.200
32 Leichen aus dem Wrack der "Kursk" geborgen
Moskau -In einer ersten Filmdokumentation nach der Bergung des Bootes zeigte General- staatsanwalt Wladimir Ustinow den schwer zerstörten vorderen Abschnitt der "Kursk". In dem kurzen Film war das Ausmaß der Zerstörung ersichtlich, das die Explosionen in der Kommando- zentrale des U-Boots angerichtet hatten.
Aus dem Wrack des russischen Atom-U-Boots "Kursk" im Schwimmdock bei Murmansk sind bereits 32 tote Besatzungsmitglieder geborgen worden. Die Suche nach weiteren Opfern wird durch Wasser und Öl erschwert, das aus einigen unteren Kammern des Boots noch nicht abge- laufen ist. Von den seit Donnerstag aus der "Kursk" geborgenen Opfern wurden bereits sieben
Kursk
identifiziert. Die Überreste wurden von den Gerichtsmedizinern freigegeben und in ihre Heimatorte zur Beerdigung überführt.
Pressemeldung vom 28.10.200

Die Opfer der Kursk-Katastrophe
können schon in den nächsten Tagen beerdigt werden.
Murmansk - Aus dem Wrack des Atom-U-Boots Kursk, das im Schwimmdock des Marinehafens Rosljakowo bei Murmansk liegt, sind bis zum Samstagnachmittag unterdessen bereits 17 Leichen von Besatzungsmitgliedern geborgen worden. Sie alle seien in den hinteren Abschnitten des Bootes entdeckt worden, berichtete die Agentur Interfax.
Gerichtsmediziner stellten nach Angaben von Ustinows fest, dass alle Opfer an einer Vergiftung durch  Kohlenoxyd-Vergiftung starben. Sie ist wahrscheinlich auf den Brand zurückzuführen, der nach mehreren Explosionen im U-Boot ausgebrochen war. Im Inneren der Kursk hätten sich 
Kursk im Schwimmdock
Temperaturen von fast 8000 Grad gebildet, teilte Ustinow mit. Der Brand habe fast das gesamte Boot erfasst. Sieben der verunglückten Seeleute seien bereits identifiziert worden, heißt es, darunter auch Bordarzt Alexej Stankewitsch. Inzwischen seien in anderen Abschnitten der Kursk noch weitere Leichen entdeckt worden. Die Überreste der identifizierten Opfer sollen in den nächsten Tagen an ihre Familien überstellt werden.
Pressemeldung vom 27.10.200

Acht Leichen aus russischem Atom-U-Boot "Kursk" geborgen
Murmansk - Aus dem Wrack des russischen Atom-U-Bootes "Kursk" sind bis Freitag die Leichen von acht Besatzungs- mitglieder geborgen worden. Der Chefsprecher der russischen Nordmeer-Flotte, Wladimir Nawrotski, sagte in Murmansk, die Leichen hätten im Heck des jetzt im Trockendock liegenden Schiffes gelegen. Gerichtsmediziner bemühten sich um die Identifizierung der Männer. Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow sagte der Nachrichtenagentur Interfax, die Identifizierung der Leichen könne über einen Monat dauern.
Pressemeldung vom 26.10.200
Bergung toter Matrosen aus dem Wrack der "Kursk" hat begonnen
Moskau - Experten der russischen Marine haben am Donnerstag begonnen, die sterblichen Überreste der Seeleute aus dem Wrack der "Kursk" zu bergen. An Bord des gehobenen Atom-U-Boots befinden sich zwei Reaktoren sowie 22 Marschflugkörper, von denen nach offiziellen Angaben keine Gefahr ausgeht. Wasserproben im Inneren der Reaktorkammer hätten bestätigt, dass keine radioaktive Strahlung ausgetreten sei, erklärte Marine-Sprecher Igor Dygalo.
Nach Angaben des Leiters der Ermittlungen, Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow, wurden zunächst drei Leichen aus dem hinteren Teil der "Kursk" geborgen. Sie seien so weit unversehrt, dass sie identifiziert werden könnten. Weitere Leichen seien bereits entdeckt worden.
Sobald die sterblichen Überreste der 118 Besatzungsmitglieder geborgen sind, sollen die beiden Atomreaktoren und die Raketen gesichert werden. Nach Angaben von Admiral Wladimir Kurojedow sollten bereits am späten Donnerstag erste Spezialisten in die Reaktorkammer eindringen und ihren Zustand untersuchen. Anschließend wollen Experten mit der Bergung der Marschflugkörper beginnen. Die Nachrichtenagentur Interfax zitierte den Sprecher der Nordmeer-Flotte, Wladimir Nawrozki, am Donnerstag mit den Worten: "Die Gefahr, dass sich die Raketen selbst zünden könnten, besteht nicht." Die Silos, in denen sich die Raketen befänden, seien offenbar nicht zerstört, so dass die Waffen auf normalem Wege geborgen werden könnten.
Pressemeldung vom 25.10.200
Experten messen mögliche Strahlung im "Kursk" - Wrack
Moskau - Russische Spezialisten haben am Wrack des zerstörten Atom-U-Bootes "Kursk" mit den Arbeiten zur Messung radioaktiver Strahlung begonnen. In die Außenhaut der sechsten U- Boot-Kammer, in der sich die beiden Atomreaktoren befinden, seien Löcher gebohrt worden, meldete der russische Fernsehsender RTR am Mittwoch aus Murmansk.
Im Schwimmdock Rosljakowo hatten am Vortag erstmals Ermittler der Staatsanwaltschaft das Oberdeck der "Kursk" betreten. Sollten, wie erwartet, im Rumpf keine erhöhten Strahlungswerte gemessen werden, betreten Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft und Marineexperten das U-Boot und machen erste Gutachten über den Zustand des Wracks. Gleichzeitig wird das Schwimmdock angehoben, um den Wasserstand an der "Kursk" abzusenken.
Gerichtsmediziner sollen die Überreste der ursprünglich 118 Mann Besatzung bergen. Niemand an Bord hatte die Katastrophe im August 2000 überlebt. Die russische Marine erhofft sich durch die Untersuchungen zudem Aufschluss über die Ursache des Unfalls in der Barentssee.
Pressemeldung vom 24.10.2001
Ermittler gingen erstmals an Bord der "Kursk"
Moskau - Eine Ermittlergruppe unter Leitung des russischen Generalstaatsanwalts Wladimir Ustinow ist am Dienstag erstmals an Bord des gehobenen Unglücks-U-Boots "Kursk" gegangen. Am Sonntag hatte das Bergungsfahrzeug "Giant-4" das Wrack des Atom-U-Boots in ein Trockendock im Kriegshafen Rosljakowo bei Murmansk verbracht und dort festgemacht. Nachdem die Mannschaft Kränze für die 118 beim Untergang der "Kursk" ums Leben gekommenen Seeleute ins Wasser geworfen hatte, trat die "Giant-4" am Dienstag die Heimreise an.
Nachdem das Wrack vollständig aus dem Wasser gehoben worden war, legte die Ermittlergruppe eine Gedenkminute ein und ging dann an Bord. Erster an Deck war Leutnant zur See, Gleb Liaschin, Sohn des "Kursk"-Kommandanten Gennadi Liaschin.
Von der ersten Untersuchung des Atom-U-Boots erhoffen sich die Experten weitere Hinweise auf die Ursache der Explosionen, in deren Folge die "Kursk" im August vergangenen Jahres auf den Grund der Barentssee gesunken war. Strahlenexperten sollten zunächst Luftproben aus dem Innern des Schiffes auf Radioaktivität untersuchen, berichtete der Fernsehsender NTW. Damit solle sicher gestellt werden, dass die Ermittler ohne Risiko an Bord gehen können.
Die Nachrichtenagentur Itar-Tass berichtete am Dienstag, Ermittler müssten beim Betreten des Bootsinnern Gasmasken tragen, da sich mittlerweile in den Schiffsräumen giftige Gase gebildet hätten.
Vizeministerpräsident Ilja Klebanow, der für die Bergung der "Kursk" zuständig ist, erklärte, es dauere etwa drei Tage, bis das Innere des U-Boots so weit getrocknet sei, dass die Inspektoren die Räume betreten könnten.
Der weitgehend zerstörte Bugteil der "Kursk", in dem sich die Torpedos befinden, wurde bei der Hebung des Bootes auf dem Meeresgrund zurückgelassen. Er soll, wenn möglich, im nächsten Jahr gehoben werden. Vizeadmiral Michail Barsakow erklärte am Montag, der schwerste Teil der Bergungsoperation, die Sicherung und Entschärfung der 22 an Bord befindlichen Cruise Missiles, stehe noch bevor. Über den Zustand der zehn Meter langen Marschflugkörper wisse man nichts Genaues und ihre Entschärfung sei riskant.
Pressemeldung vom 23.10.2001
Zerstörtes Atom-U-Boot "Kursk" nach 14 Monaten zurück an Land
Moskau - Das russische Atom-U-Boot "Kursk" ist mehr als 14 Monate nach dem tragischen Untergang in der Barentssee eingedockt worden. Das Dockschiff "Giant-4" mit dem darunter vertäuten "Kursk"-Wrack machte am Sonntag in einem Schwimmdock der Marine bei Murmansk fest, wie die Nordflotte mitteilte.
In der kommenden Woche sollen Gerichtsmediziner im Rumpf nach den Leichen der ursprünglich 118 Seeleute suchen. Zudem erhofft sich die Marine Aufschluss über die genaue Ursache der Katastrophe vom 12. August 2000.
Im Schwimmdock PD-50 soll in den kommenden fünf Tagen das mit 26 Stahlseilen unter dem Dockschiff "Giant-4" vertäute U-Boot abgesetzt werden. Erst wenn "Giant-4" aus dem Dock gezogen worden ist und die "Kursk" zum ersten Mal seit August 2000 wieder die Wasseroberfläche durchbrochen hat, steigen Untersuchungs-Experten in das Wrack. Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow wurde für diesen Montag in Murmansk erwartet.
Technische Probleme hatten das Eindocken der Anfang Oktober durch niederländische Bergungsunternehmen vom Meeresgrund gehobenen und an Land bugsierten "Kursk" behindert. Zuletzt verzögerte zu viel Tiefgang des Schleppzuges die Einfahrt in das Marinedock Rosljakowo, so dass das Gewicht der "Giant-4" noch um 500 Tonnen verringert werden musste. Messungen ergaben keine erhöhte Strahlung im Dock.
Mit der Bergung des einstmals modernsten U-Boots der russischen Nordflotte hat Präsident Wladimir Putin sein Versprechen halten können, alles zu tun, damit die Leichen der Seeleute in heimischer Erde begraben werden. Experten bezweifeln jedoch, ob sich angesichts der schweren Explosionen an Bord und der Bedingungen in 100 Meter Meerestiefe noch einzelne Opfer identifizieren lassen.
Das Kommando der Nordflotte hatte Angehörige der Opfer im Vorfeld gebeten, nicht auf eigene Faust nach Rosljakowo zu reisen. "Wir werden sie beizeiten benachrichtigen", sagte Admiral Wjatscheslaw Popow. Insgesamt zwölf Seeleute waren bereits im vergangenen Herbst aus dem Wrack in 108 Metern Tiefe geborgen worden.
Auch mit der Bergung der "Kursk" dürfte nach Expertenmeinung das Rätselraten über die genaue Ursache der Explosionen an Bord kein schnelles Ende finden. Vor der Hebung hatten Tieftaucher den stark beschädigten Bug abgesägt, dessen hochexplosive Munitionsreste ein zu großes Risiko darstellten. Noch ist unklar, ob und wann Russland den für die Aufklärung wichtigsten Teil der "Kursk" hebt, dessen Zerstörung vermutlich den Untergang des gesamten U-Boots verursachte.
Marineexperten gehen bislang davon aus, dass ein defekter Antrieb eines "Kursk"-Torpedos die Katastrophe auslöste. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" soll die "Kursk" möglicherweise jedoch von einer russischen Rakete versenkt worden sein.
Eine gemeinsame Ermittlungsgruppe von Militär und Geheimdienst habe Putin schon im August 2000 darüber unterrichtet, dass der russische Panzerkreuzer "Peter der Große" irrtümlich die "Kursk" mit einer Übungsrakete getroffen habe, berichtet das Magazin in seiner jüngsten Ausgabe. Diese Version war bereits in den ersten Monaten nach der Tragödie veröffentlicht worden, fand aber bis zuletzt keine Bestätigung.
Pressemeldung vom 21.10.2001

Der Schleppzug hat die Kola-Bucht erreicht
Moskau - Der Schleppzug mit dem geborgenen Wrack des russischen Atom-U-Bootes "Kursk" hat nach zweitägiger Fahrt am Mittwoch sein Ziel in der Kola-Bucht bei Murmansk erreicht. Das Dockschiff "Giant-4" fuhr mit dem darunter hängenden Havaristen bis dicht vor das Schwimmdock PD-50 der Marinebasis Rosljakowo, meldete die Nachrichtenagentur Interfax.
Alle Schiffe der russischen Nordflotte ließen ihre Nebelhörner ertönen zum Gedenken an die 118 Matrosen, die beim Untergang der "Kursk" vor mehr als einem Jahr ums Leben gekommen waren. Nach vorläufiger Planung soll das in der Barentssee gehobene Wrack am Samstag mit der Nachmittagsflut in das Dock bugsiert werden. Zuvor werden am Donnerstag und Freitag noch zwei Pontons unter das Gespann aus "Giant-4" und "Kursk" geschoben, um den Tiefgang weiter zu verringern. Außerdem sollten Experten der Nordflotte das Wrack von außen auf austretende Radioaktivität aus den beiden Antriebs- reaktoren untersuchen. In Rosljakowo stand eine elektronische Anzeige, um die Bevölkerung über eine mögliche Strahlen- belastung zu informieren.
Als erste sollen Staatsanwälte und Gerichtsmediziner an Bord des geborgenen U-Bootes gehen, ordnete Präsident Wladimir Putin bei einer Besprechung in Moskau an. In dem Wrack werden immer noch die Überreste zahlreicher Besatzungsmitglieder vermutet. Die Untersuchung der "Kursk" soll auch Aufschluss über den Untergang geben, an dem nach Expertenmeinung ein vorzeitig explodierter Torpedo schuld war.
Der Kommandeur der Nordflotte, Admiral Wjatscheslaw Popow, dankte allen Helfern bei der dreimonatigen Bergungs- aktion in das zum Nördlichen Eismeer gehörenden Barentssee. "Dank der Vereinigung internationaler Kräfte ist die gestellte Aufgabe erfolgreich gelöst worden", sagte er. Die technische Arbeit der nach Schätzungen 140 Millionen Mark (71 Millionen Euro) teuren Operation hatten vor allem die Bergungsfirma Mammoet und die Tauchfirma Smit International aus den Niederlanden geleistet. Der atomgetriebene Raketenkreuzer "Peter der Große", von dem aus die Bergungsoperation geleitet worden war, machte im Marinestützpunkt Seweromorsk fest.
Pressemeldung vom 10.10.2001
Das Wrack ist gehoben
Mehr als ein Jahr nach dem Untergang des russischen Atom-U-Boots haben Spezialunternehmen das Wrack gehoben. Gegen 17 Uhr MESZ wurde die "Kursk" unter dem Dockschiff  "Ginat-4" festgemacht.
Moskau - Die Hebung des gesunkenen russischen Atom-U-Bootes "Kursk" wurde am Montagabend erfolgreich beendet.
Das teilte die Bergungsfirma Mammoet in Murmansk nach Angaben der Agentur Interfax mit. Insgesamt dauerte die Hebung des Bootes aus 108 Metern Tiefe in der Barentssee etwa 19 Stunden. Spezialwinden an Bord des Dockschiffs "Giant-4" zogen das havarierte U-Boot bereits bis zum Montagmorgen die ersten 20 Meter in die Höhe. Exakt um 1.55 Uhr MESZ hatte sich die "Kursk" mit Heck und Bug vom Schlamm auf 
Mayo und Giant-4
dem Meeresgrund gelöst. "Das Wrack lag nicht so tief im Schlamm wie gedacht", sagte die Sprecherin der niederländischen Bergungsunternehmens Mammoet, Larissa van Seumeren, "es ließ sich leicht hochziehen". Nach vorläufigen Angaben trat keine radioaktive Strahlung aus, meldete die Agentur Itar-Tass. Die Arbeiten mussten immer wieder planmäßig für Sicherheitsüberprüfungen unterbrochen werden. Taucher untersuchten das Wrack und die montierten Stahlwinden.
Zuvor hatten die Bergungsexperten von Mammoet und Smit International nach letzten Tests grünes Licht gegeben. Die Hebungsoperation bis knapp unter die Wasseroberfläche soll insgesamt acht bis zwölf Stunden dauern. Pro Stunde ist eine Anhebung um durchschnittlich zehn Meter geplant. An der Unglücksstelle ist die Barentssee 108 Meter tief. Unter Wasser betrug die Zugkraft des Wracks insgesamt 8660 Tonnen. Das ursprüngliche Gewicht des modernsten U-Boots der russischen Nordflotte war mit 18.000 Tonnen angegeben worden. Vor der Hebung musste die Bugkammer abgesägt worden. Deren hochexplosive Munitionsreste hätten die Operation gefährdet. Nachdem heftige Unwetter in den Vorwochen mehrfach die Taucharbeiten am Wrack unterbrochen hatten, sei nun das Wetter optimal, hieß es.
Mehr als drei Monate hatten Taucher das durch zwei Explosionen an Bord erheblich zerstörte U-Boot auf die Hebung vorbereitet. In langwieriger Arbeit mussten 26 Löcher für die Stahlwinden in den Rumpf gefräst werden.
Gelingt das Heben bis knapp unter die Wasseroberfläche, wird das Wrack in den kommenden Tagen behutsam in das knapp 180 Kilometer entfernte geheime Marinedock Rosljakowo bei Murmansk bugsiert. Dort sollen die noch im Inneren verbliebenen Leichen der Seeleute geborgen und die Unglücksursache untersucht werden. Spezialisten werden das Wrack später in einer Werft bei Murmansk zersägen und die beiden Atomreaktoren entsorgen.
Pressemeldung vom 8.10.2001


Zweite Phase der "Kursk"-Bergung beginnt
Die Löcher sind drin, die erste Phase der Bergung damit beendet. In den kommenden zwei Wochen wird der Bug des U-Bootes "Kursk" abgeschnitten. Die Taucher müssen sich beeilen, bald kommen die Herbststürme.
Immer wieder wird die Arbeit unterbrochen, wegen der hohen Wellen, doch noch liegt alles im Zeitplan.
Am Dienstag waren alle Löcher gebohrt, um das Wrack zu heben.
Rumpf durchlöchert
Mit speziellen Schneidgeräten haben die Taucher 26 Löcher in den gepanzerten Rumpf des Atom- U-Bootes gefräst, Stahlseile sollen darin verankert werden. Die sind schon unterwegs. Ein norwegisches Frachtschiff wird am Donnerstag in der Barentssee erwartet, so die russische Nordmeerflotte. Es soll auch das Werkzeug bringen, damit der Bug des größten Kampf-U-Bootes der russischen Marine abgesägt werden kann. Erst wenn der zerstörte Bug mit den noch scharfen 
Torpedos abgetrennt wurde, soll der Rest des Wracks gehoben werden. Bis zum 15. September soll  es in einem Trockendock im Marinehafen Rosljakowo stehen. Die speziellen Pontons sind bereits fertig. Die Vorbereitungen zur Abtrennung sollten am Mittwochabend beginnen, bis zu acht Tage werden sie dauern. Laut Zeitplan der niederländischen Bergungsfirma Mammoet wird es dann noch weitere zehn Tage dauern, ihn abzusägen. Offiziell heißt es, dass damit das Risiko bei der Bergung sinkt und die ganze Aktion auch viel leichter wird.
Unabhängige Experten vermuten aber, dass die Russen ihre Torpedos geheimhalten wollen – einzigartig sollen sie sein, unglaublich schnell und unaufhaltbar. "Schkwal", Windstoß oder Sturm, so der Name der Neuentwicklung, gleitet umgeben von einem Dampfmantel fast ohne Reibung durch das Wasser. Eine bisher einmalige Waffe.
Einer dieser Torpedos soll bei der Erprobung auch explodiert sein, zerriss den Bug, versenkte das Schiff und 118 Seeleute.
Pressemeldung vom 28.08.2001

Erstes Ponton für "Kursk" läuft vom Stapel
Mit Hilfe zweier Pontons soll die "Kursk" auf offener See huckepack genommen werden, um sie in einem Dock untersuchen zu lassen. Das erste Ponton ist gerade fertig geworden.

Das erste von zwei Spezialpontons zur Hebung des gesunkenen russischen Atom-U-Boots "Kursk" ist am Donnerstag in Nordrussland vom Stapel gelaufen. Es wurde im Auftrag des niederländischen Bergungsunternehmens "Mammoet" auf der geheimen Marinewerft Sewmasch in Sewerodwinsk am Weißen Meer gebaut. In dieser wichtigsten Waffenschmiede
der russischen U-Boot-Flotte war auch die "Kursk" gebaut worden.
Bergung termingerecht im September
"Mammoet"-Chef Jan van Seumeren gab sich bei der Zeremonie überzeugt, dass die für Mitte September geplante Bergung technisch klappen werde. Sorge bereite ihm allerdings das zunehmend stürmische Wetter in der Barentssee. Die "Kursk" war vor einem Jahr vermutlich durch einen Rohrkrepierer eines neuartigen Torpedos. Alle 118 Mann an Bord starben.
Die beiden Pontons "Mar" und "Gon" sind jeweils 100 Meter lang und 15 Meter breit. Sie sollen bei der Bergung der "Kursk" die Barke "Giant" mitsamt dem darunterhängenden U-Boot auf offener See huckepack nehmen und in das Dock in Rosljakowo bugsieren. Dort soll das Wrack genau untersucht werden.
Pressemeldung vom 23.08.2001

Bergung per Schwerlastponton
Atom-U-Boot "Kursk" wird gehoben  –  23 Schiffe im Einsatz
Murmansk - Elf Monate nach der Katastrophe des russischen Atom-U- Boots "Kursk" und  dem Tod seiner 118 Besatzungsmitglieder in den eisigen Tiefen der Barentssee ist in der vergangenen Woche die lang erwartete Bergungsaktion angelaufen. Aus  dem Nordmeerhafen Murmansk liefen erste Spezial- und Kriegsschiffe aus und nahmen Kurs auf die Unglücksstelle. Schon in der nächsten Woche werden die ersten Schritte zur Bergung des 18 000 Tonnen schweren Wracks durch die  internationale Mannschaft ergriffen. Ziel des Einsatzes ist, die "Kursk" zu heben  und nach Murmansk zu bringen. Russische und niederländische Taucher sollen Anfang nächster Woche an der Unglücksstelle ankommen. Sie wollen zunächst  den Schlick und Sand rund um das Wrack absaugen, ehe sie Löcher in den  Rumpf der "Kursk" bohren. Armdicke Stahltrossen werden dann durch diese  Löcher gefädelt, um das in 80 m Tiefe liegende Wrack zum Spezialschiff  "Giant  4" zu heben. 
Den Auftrag zum Umbau des absenkbaren Schwerlastpontons  "Giant 4" (24 000 tdw) der Smit Internationale BV (Rotterdam) zu einem  Spezial-Hebe- schiff für die Bergung der "Kursk" hat die Werft Shipdock Amsterdam erhalten. Hauptmerkmale des Umbaus der "Giant 4" sind der Einbau  von 30 Führungsrohren für Hebetrossen und der Rückbau von Deck- und  Boden- platten für den Turm des U-Bootes. Vor der Hebung der "Kursk" muss noch der durch Explosionen schwer beschädigte Bug mit ferngesteuerten 
Bergung1
Bergung 2
Bergung 3
Bergung 4
Sägen abgeschnitten werden. Für die ehrgeizigen und auf 115 Millionen  Mark geschätzten Bergungspläne wird eine Flotte von 23 Schiffen gebraucht - sowohl der russischen  Marine als auch der niederländischen Spezialfirmen mit Tak und Mammoet. Sobald die "Kursk" gehoben und unter dem Kiel des Großpontons "Giant 4" festgemacht ist, wird sie nach Murmansk geschleppt, wo in Rosljakowo ein Trockendock auf sie wartet. Protesten von Umweltschützern, dass bei der Bergung Radioaktivität aus den beiden Reaktoren der "Kursk" austreten könnte,  nahm Russlands Atomenergie-Minister Alexander Rumjanzew den Wind aus den Segeln. Die Reaktoren seien beim Unglück automatisch abgeschaltet worden. Für die Bergungsteams aber besteht eine ganz andere Gefahr. Denn das ursprünglich 155 m lange U-Boot enthält noch jede Menge Waffen und Munition. Zwar stellten die Raketen in ihren gesicherten Abschussrohren keine Gefahr dar, dafür aber eventuell nicht explodierte Torpedos im Bug.
Nordsee-Zeitung vom 14.07.01
Bergung der Kursk beginnt
Wie dieser Tage in mehreren Zeitungen nachzulesen ist, beginnt elf Monate nach dem Untergang des russischen Atom-U- Boots "Kursk" Ende dieser Woche die dreimonatige Bergungsaktion. Beim Untergang des 20.000 Tonnen  schweren U-Boots starben 118 Besatzungsmitgliedern. Die Bergung soll in fünf Etappen verlaufen und bis Ende September abgeschlossen sein. Insgesamt sollen rund ein Dutzend russische Schiffe bei der Aktion der niederländischen Unternehmen Mammoet und Smit assistieren.
Die "Kursk" war am 12. August 2000 während eines Manövers in der Barentssee gesunken. Lediglich zwölf Tote konnten in den anschließenden Wochen geborgen werden. Die Leichen der verbliebenen 106 Seeleute sind vermutlich noch in dem in 108 Metern Tiefe auf Grund liegenden Wrack eingeschlossen. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte den Angehörigen versprochen, dass alle Opfer der Katastrophe geborgen werden. Die Kosten dafür werden auf rund 80 Millionen US-Dollar  geschätzt.
Stufenweise Bergung
Mit der Ankunft des Spezialschiffes "Mayo" beginnt die erste und wohl aufwendigste Etappe der Bergungsaktion. An Bord der "Mayo" befinden sich zwei Taucherglocken, die zwölf russische und norwegische Taucher zum Wrack bringen werden. 26 Löcher werden in den Rumpf der "Kursk" gebohrt, an denen später dicke Stahltrosse befestigt werden sollen.
Unterdessen entsteht im Hafen von Rotterdam ein 140 Meter langes und 38 Meter breites Pontonschiff mit 26 riesigen Hebekränen. Dieses wird in einer zweiten Phase gegen Ende August zum Unglücksort in die Barentssee geschleppt. Die dritte Etappe beginnt am 10. September mit der Befestigung der Trosse am Wrack.
Die vierte Phase ist die wichtigste: Dabei soll die Kursk langsam gehoben und wie in einem Schraubstock unter dem Kiel des Pontonschiffes befestigt werden. Die Operation soll spätestens am 20. September abgeschlossen sein.
Problematisch bei der gesamten Aktion sind die an Bord verbliebenen Raketen und Sprengmaterialien. Diese können erst im Trockendock entfernt werden und befinden sich während der gesamten Bergung an Bord.
Pressemeldung vom 11.07.2001

Kursk" soll am Ponton geborgen werden
Auftrag für niederländische Mammoet
Utrecht  - Unter Federführung der niederländischen Schwergutreederei Mammoet soll zusammen mit anderen Bergungs- unternehmen das havarierte russische U-Boot "Kursk" gehoben werden.
Der Stolz der russischen Marine, das Atom-U-Boot "Kursk", ruht seit dem 12. August auf 108 Meter Tiefe in der Barentssee, nachdem das Unterwasserfahrzeug durch zwei heftige Explosionen zerrissen wurde. Alle Besatzungsangehörigen kamen bei der Havarie ums Leben. Jetzt wollen Niederländer das Bootswrack samt seiner radioaktiven Fracht heben und in die russische Flottenbasis Murmansk verholen. Die Federführung dieser technisch höchst aufwendigen Bergung wird in den Händen der niederländischen Spezialfirma Mammoet liegen.
Vorbereitungen beginnen
"Wir haben noch ein paar Dinge zu klären, was in den kommenden Tagen erfolgen soll", heißt es aus der Unternehmens- zentrale in De Meern bei Utrecht. Angesichts der Eilbedürftigkeit der Bergeoperation werde man allerdings bereits mit den Vorbereitungen beginnen. Die Mammoet-Experten drängen auf eine Hebung des Unterwasserfahrzeugs im Zeitraum Juni bis September, da nur in diesem Zeitraum die Wetterbedingungen ein Erfolg versprechendes Ergebnis verheißen.
Neben Mammoet, das seit dem vergangenen Jahr Bestandteil der niederländischen Van-Seumeren-Gruppe ist und eine große Erfahrung auf dem Gebiet des Transports von Schwergut- und Projektladungs-Teilen aufweist, soll auch der niederländische Bergungsspezialist Smit International mit ins Boot geholt werden. Dieses Unternehmen weise vor allem große Erfahrungen bei maritimen Fragestellungen auf, heißt es bei Mammoet.
Entsorgung im Trockendock
Die niederländischen Bergungs-Fachleute haben ihren russischen Verhandlungspartnern einen ausgefeilten Bergungsplan präsentiert. Im Kern geht es darum, das Boot mittels eines Spezialpontons zu heben. Anschließend soll das Boot nach Murmansk befördert werden, wobei die Berger darauf achten, dass das Boot die Wasseroberfläche nicht durchstößt. In der Flottenbasis angelangt, soll die "Kursk" in ein Trockendock manövriert werden, wo die weiteren Bergungs- und Entsorgungsmaßnahmen stattfinden sollen.
Die Niederländer sind überzeugt, das hoch brisante Thema Sicherheit zu beherrschen. Alles werde getan, um einen Austritt von Radioaktivität zu verhindern, durch den die Umwelt und die vor Ort tätigen Berger gefährdet werden, versichert Mammoet.
Seit dem Untergang der "Kursk" wiederholten sich die Berichte über eine bevorstehende Bergung des 14 000 Tonnen verdrängenden Atom-U-Bootes. Das 1994 in Dienst gestellte, im Nato-Sprachgebrauch als "Oscar-II" beschriebene 
U-Boot gehört zu der unter chronischem Geldmangel leidenden russischen Nordflotte. Sie stützt sich auf etwa 40 U-Boote. Über die kalkulierten Bergungskosten machen die Niederländer keine Angaben. In zum Jahresbeginn veröffentlichten Berichten eines anderen Bergungsinteressierten war von rund 80 Millionen US-Dollar die Rede.
Pressemeldung vom 02.06.2001

Torpedo verursachte "Kursk"-Unglück
Ein Torpedoantrieb soll Ursache des Unglücks der Kursk sein. 
Das nimmt inzwischen auch die russische Marineführung an.
Moskau - Die russische Marine geht jetzt davon aus, dass wahrscheinlich die Explosion eines Torpedoantriebs das Unglück auf dem Atom-U-Boot "Kursk" ausgelöst hat. Bislang hatte die Marineführung stets die Kollision mit einem Nato-U-Boot als wahrscheinlichste Unglücksursache genannt.
Ein Übungstorpedo habe die erste der beiden Explosionen an Bord ausgelöst, sagte Marinekommandeur Wladimir Kurojedow am Freitag in Moskau. Im Antrieb "gab es ein brennbares Gemisch, das explodierte, zu diesem Schluss ist die Untersuchungskommission der Regierung gekommen". Vizeregierungschef Ilja Klebanow wollte aber weiterhin nicht ausschließen, dass ein NATO-U-Boot die Kursk gerammt hat. Das Wrack der "Kursk" soll am 15. September gehobenund bis zum 20. September in den Marinehafen Murmansk geschleppt werden. (dpa)
Pressemeldung vom 25.05.2001

Russland schließt Vertrag mit niederländischer Bergungsfirma
Zur Bergung der «Kursk»

Moskau - Einen Tag nach der überraschenden Absage an ein Konsortium niederländischer und norwegischer Spezial- firmen hat Russland am Freitag einen Vertrag mit einer anderen niederländischen Firma über die Bergung des gesunkenen Atom-U-Boots "Kursk" abgeschlossen. Ein entsprechendes Abkommen unterzeichnete der stellvertretende Minister- präsident Ilja Klebanow mit dem Unternehmen Mammoet Transport BV. Mammoet ist auf das Geschäft mit Hebekränen spezialisiert, hat aber keine Erfahrung mit der Hebung von Schiffen.

Über den Grund der Absage an das Konsortium sagte der Vizepremier nichts. Die Zeitung "Kommersant" schrieb, die Regierung sei mit der Forderung der Unternehmen nach Vorauszahlung und einer Entschädigung für mögliche Schäden während der Bergungsaktion nicht einverstanden gewesen. Das U-Boot soll nach russischen Angaben in den nächsten vier Monaten gehoben werden. Vertreter des Konsortiums hatten vor einer weiteren Verzögerung gewarnt, da die schwierige Operation in der Barentssee dann nicht vor Beginn der Herbststürme beendet werden könne.

Die "Kursk" war am 12. August vergangenen Jahres in einem Manöver nach einer Explosion gesunken, alle 118 Besatzungs- mitglieder kamen ums Leben. Die russische Regierung hat offiziell noch keine Ursache für die Katastrophe bekannt gegeben. Die meisten ausländischen Experten sind der Ansicht, dass ein Fehler im Inneren des U-Boots, etwa die Explosion eines Torpedos, die "Kursk" zerstörte. Die Kosten für die Bergung werden auf 70 Millionen Dollar (160 Millionen Mark/80 Millionen Euro) geschätzt.
Pressemeldung vom 18.05.2001 17:03


Defekter Torpedo laut ZDF schuld an Untergang der "Kursk "
Heftige Explosion soll gesamten Bug abgerissen haben - 

Mainz - Ein defekter Torpedo soll nach Informationen des Zweiten Deutschen Fernsehens schuld am Untergang des russischen U-Boots "Kursk" sein. Dabei war im August vergangenen Jahres die 118-köpfige Besatzung ums Leben gekommen. Aus dem Leck des Geschosses sei ein hochexplosives Gemisch ausgetreten, das einen Brand und so die Explosion weiterer Torpedos verursacht habe, zitiert das ZDF ein Mitglied der russischen Untersuchungskommission, dessen Identität geheim bleiben soll. Die Wucht der Explosion habe den gesamten Bug des U-Boots abgerissen.
Bei dem Versuch, den Torpedo von Bord der "Kursk" abzuschießen, sei er noch in dem U-Boot explodiert. Das soll den Angaben zufolge innerhalb von wenigen Minuten die Explosion von weiteren fünf bis sechs Torpedos in der "Kursk" ausgelöst haben. Der Torpedo mit dem Leck habe sich bereits bei der Ausfahrt aus der Marinebasis an Bord befunden.
Zudem zitiert das ZDF hohe NATO-Offiziere in Norwegen, die der russischen Version des Unglücks widersprechen, wonach Schiffe der Allianz in den Zwischenfall verwickelt gewesen sein sollen. Eine Kollision komme auch neuen Untersuchungen von US-Forschern zufolge nicht als Ursache in Frage, teilte das ZDF weiter mit.
Pressmeldung vom 08.05.2001

Norwegischer Trawler aus Seegebiet über "Kursk"-Wrack vertrieben
Moskau - Die russische Marine hat ein norwegisches Fischereischiff von der Unglücksstelle des Atom-U-Bootes "Kursk" vertrieben. Der norwegische Trawler wurde von einem russischen U- Bootjäger über Funk aufgefordert, den gesperrten Teil der Barentssee zu verlassen. Die Norweger wurden von einem russischen Hubschrauber wieder in frei zugängliche Gewässer geleitet. Das meldete die Agentur Itar-Tass. Seit dem Untergang der "Kursk" mit 118 Mann an Bord im vergangenen Jahr halten russische Schiffe über dem WrackWache.
Pressemeldung vom 30.03.2001

Kursk-Hebung wegen Streit um Atommüll verschoben
Moskau - Nicht Geldmangel, sondern Unstimmigkeiten bei der Entsorgung des Atommülls in der Barenz-Region sind der Grund dafür, dass die Hebung der "Kursk" erneut verschoben wurde. So jedenfalls dementierte Rio Praning, Direktor der internationalen Kursk-Foundation, die Erklärung des russischen Vizepremiers Ilja Klebanow, Russland könne die nötigen 35 Millionen Dollar für eine Hebung nicht aufbringen.
Der wahre Grund für die neuen Probleme mit der Kursk bestehe darin, dass die westlichen Geberländer erst Geld für die Kursk bereit stellen wollen, wenn Russland einem EU-Programm zur "Entsorgung radioaktiver Abfälle im Nordwesten
Russlands" zustimmt, berichtet Gazeta.ru. Die Bergung der Kursk soll danach nur ein Anfang für eine langwierige Arbeit in der Region werden, in der vor allem dank der russischen U-Boot- und Atomeisbrecher-Flotte so viele strahlende Objekte konzentriert sind, wie sonst nirgends auf der Welt. Gerade damit aber sei die russische Führung nicht einverstanden, so Praanings. In Moskau möchte man erst die Kursk bergen und danach damit beginnen, über eine komplexe Lösung aller Probleme mit dem russischen Atommüll beginnen. 
rUFO-Meldung vom 13.03.2001

" Kursk "-Bergung wegen Geldmangels auf  Herbst verschoben
Kosten auf umgerechnet 146 Millionen Mark veranschlagt
Moskau - Wegen finanzieller Probleme ist die Bergung des gesunkenen russischen Atom-U- Boots "Kursk" bis zum Herbst verschoben worden. Wie der stellvertretende Ministerpräsident Ilja Klebanow am Sonntag erklärte, sollte das Wrack der "Kursk" ursprünglich im Juli oder August gehoben werden. Die Entscheidung, die Aktion zu verschieben, hänge mit Verzöger- ungen beim Vertragsabschluss zwischen dem russischen Konstruktionsbüro Rubin und einem Firmenkonsortium aus niederländischen und norwegischen Unternehmen zusammen, sagte Klebanow laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax. Rubin hatte das Atom-U-Boot konstruiert, das am 12. August nach mehreren Explosionen auf den Grund der Barentssee sank und alle 118 Mann Besatzung in den Tod riss. An Bord des Wracks befinden sich noch immer die Leichen von mehr als 100 Matrosen. Zudem liegen auf dem Grund der Barentssee  Abzeichen - Stapellauf der Kursk 1994
in mehr als 100 Metern Tiefe die beiden Atomreaktoren der "Kursk" sowie 22 Marschflugkörper. Die Kosten der Bergung werden auf 70 Millionen Dollar (146 Millionen Mark / 75 Millionen Euro) veranschlagt, sie sollen gemeinsam von der russischen Regierung und der in Brüssel ansässigen "Kursk"-Stiftung übernommen werden. Klebanow sagte am Sonntag, falls die Stiftung ihren Anteil nicht aufbringen könne, werde Russland dies ausgleichen müssen.
Pressemeldung vom 11. März 2001

Schadhafter Torpedo als Ursache der "Kursk"-Tragödie
Kommission rückt von Kollisions-These ab
Moskau, 15. Febr. (dpa) Ein undichtesTorpedo-Rohr und ein schadhafter Torpedo haben nach offizieller Darstellung wahrscheinlich die Katastrophe an Bord des russischen Atom- U-Boots "Kursk" im August vergangenen Jahres ausgelöst. Das erklärte am Donnerstag in Moskau der Parlamentsabgeordnete Admiral  Walerij Dorogin, ein Mitglied der Regierungskommission zur Untersuchung der "Kursk"-Katastrophe, wie die Internet-Zeitung "gazeta.ru" berichtete. Damit rückte die Kommission von der von russischen Militärs stets wiederholten Behauptung ab, dass ein Zusammenstoss mit einem ausländischen U-Boot das Unglück der "Kursk" und den Tod der 118  Torpedo
Mann Besatzung in der Barentssee verursacht habe. Nach Dorogins Darstellung hatte die Explosion des Torpedos im Ausstoss-Rohr zunächst zum Tod der Besatzungsmitglieder in den vordersten zwei Sektionen der "Kursk" geführt. Beider anschliessenden Explosion aller im Bug gelagerten Torpedos seien die Besatzungsmitglieder in der dritten und der vierten Sektion ums Leben gekommen. Die zunächst Überlebenden im Heck des Boots hätten anschliessend noch für "höchstens neun Stunden" frische Atemluft gehabt. Ursache des ganzen Unglücks sei entweder ein Zusammenstoss der "Kursk" mit einem anderen U-Boot oder Schiff oder einfach ein schadhafter Torpedo, sagte Dorogin. Auch wenn es dazu noch keine endgültige Schlussfolgerung der Kommission gebe, halte er die Version der Kollision "für weniger wahrscheinlich". Endgültige Klärung wird in Moskau erst nach der für diesen Sommer geplanten Hebung des Wracks erwartet.
Presse vom 16.02.2001

Bergung der "Kursk" soll im April 2001 beginnen
Stiftung legt Einsatzplan vor - 143 Millionen Mark Kosten
Brüssel - Die Bergung des gesunkenen russischen Atom-U-Boots "Kursk" soll im April beginnen und insgesamt 70 Millionen Dollar (rund 143 Millionen Mark) kosten. Dies teilten Vertreter der "Kursk"-Stiftung am Freitag in Brüssel mit. Die Stiftung wurde im vergangenen September gegründet, um die Bergung des im August bei einem Manöver gesunkenen U-Boots zu organisieren und zu finanzieren. An Bord des Wracks befinden sich noch immer die Leichen von mehr als 100 Matrosen. Insgesamt starben 118 Seeleute. Zudem liegen auf dem Grund der Barentssee in mehr als 100 Metern Tiefe die beiden Atomreaktoren der "Kursk" sowie 22 Marschflugkörper.
Der frühere russische Außenminister Alexander Bessmertnich, der der internationalen Stiftung zusammen mit dem früheren niederländischen Verteidigungsminister Willem van Eekelen vorsteht, sagte, das Wrack dürfe nicht auf dem Meeresboden bleiben. "Es muss geborgen werden." Van Eekelen sagte, der Erosionseffekt könnte verheerende Folgen haben. Radioaktivität könnte freigesetzt werden, wovon vor allem Fische und auch der Fischfang betroffen wären. Die russische Regierung hat dagegen immer betont, dass sich die beiden Reaktoren automatisch abgeschaltet hätten, als das U-Boot gesunken sei. Laut Van Eekelen legte die Stiftung ihren Plan zur Bergung der "Kursk" am Donnerstag der Europäischen Union vor. Die Stiftung hoffe, dass sich die EU genauso wie die USA, Japan und Kanada an den Bergungskosten beteiligten. Nach Angaben des niederländisch-amerikanisch-russischen Konsortiums, das das Boot bergen will, könnte die Operation im August dieses Jahres abgeschlossen sein. Nach den Plänen soll das Wrack auf dem Meeresboden in zwei Teile zersägt und dann in den russischen Hafen Murmansk geschleppt werden. In der kommenden Woche soll der Plan mit Vertretern der russischen Regierung in Moskau erörtert werden.
Das Atom-U-Boot war am 12. August während eines Flottenmanövers in der Barentssee nach zwei Explosionen gesunken. Die Ursache des Unglücks ist bislang unbekannt.
Presse vom 12.01.2001 15:31

Nach "Kursk"-Untergang  - russische Suchflüge nach NATO-U-Booten
Oslo - Nach dem Untergang der "Kursk" im August haben russische Kampfflugzeuge offenbar nach NATO-U-Booten im Nordmeer gesucht, wie der norwegische Vizeadmiral Einar Skorgen am Mittwoch (06.12.00)  berichtete. Die Flugzeuge vom Typ Mia seien im internationalen Luftraum an der norwegischen Küste entlang geflogen, sagte der frühere Kommandeur der norwegischen Nordmeerflotte. Er habe daraufhin von seinem russischen Kollegen Wjatscheslaw Popow eine Erklärung verlangt. Dieser habe angegeben, die Flugzeuge suchten nach NATO-U-Booten, die mit der "Kursk" kollidiert sein könnten.
Russland hat wiederholt den Zusammenstoß mit einem fremden U-Boot als mögliche Ursache der Katastrophe genannt, bei der während eines Manövers am 12. August alle 118 Besatzungsmitglieder an Bord der "Kursk" starben. Während des Unglücks hielten sich NATO-U-Boote in dem Gebiet auf, um das russische Flottenmanöver zu beobachten. Die USA, Großbritannien und Norwegen haben jedoch jegliche Beteiligung zurückgewiesen.
Skorgen sagte, er glaube nicht an einen Zusammenstoß. Während der Suchflüge war das amerikanische Atom-U-Boot "Memphis" unterwegs aus der Arktis nach Bergen, wo es vom 18. bis 26. August festmachte. Skorgen sagte jedoch, der Besuch sei bereits lange zuvor angekündigt gewesen. Norwegische Medien sahen das U-Boot, berichteten jedoch nichts über etwaige Schäden.
Tagespresse vom 06.12.2000

Bergung der "Kursk" wegen Atomreaktoren an Bord notwendig
Moskau - Die russische Regierung hält die Bergung des gesunkenen U-Boots «Kursk» wegen der beiden Atomreaktoren an Bord für unerlässlich. Zwar gehe von den Reaktoren keine unmittelbare Gefahr aus, betonte der stellvertretende Minister- präsident Ilja Klebanow am Donnerstag. Wenn man das Wrack aber in mehr als 100 Metern Tiefe auf dem Grund der Barentssee liegen lasse, sei dies eine "ständige Quelle internationaler Spannung".
"Trotz unserer Zusicherung, dass die Reaktoren sicher sind und nichts mit ihnen passieren wird, würden uns viele Menschen nicht trauen", sagte Klebanow. Mit der Bergung des Wracks solle jegliche Gefährdung der Umwelt ausgeschlossen werden. Die russische Marine ist der Ansicht, dass sich die Reaktoren beim Untergang der "Kursk" automatisch abgeschaltet haben. 118 Seeleute kamen bei dem Unglück am 12. August ums Leben. Das Wrack des Atom-U-Boots soll im Sommer kommenden Jahres gehoben werden.
Tagespresse vom 30.11.2000

Strahlungssituation im Unglücksgebiet der "Kursk" normal
Moskau - Die Strahlungssituation im Unglücksgebiet des gesunkenen russischen Atom-U-Bootes "Kursk" in der Barentssee ist normal. Vor Ort wurden am Mittwoch mittag Werte von zwölf bis 13 Mikroröntgen in der Stunde gemessen, sagte Generalmajor Boris Alexejew, Chef der Verwaltung für ökologische Sicherheit der russischen Streitkräfte, am selben Tag Journalisten in Moskau. An der Außenhaut des "Kursk"-Wracks und in unmittelbarer Nähe zum U-Boot sind hochsensible Geber installiert, die selbst die geringsten Konzentrationen von Radionukliden im Wasser nachweisen. Die mit Hilfe dieser Geber gewonnenen Daten werden alle fünf bis sechs Tage dem Verteidigungsministerium zur Auswertung weiter geleitet. Hydrographische Schiffe, die im Unglücksgebiet eingesetzt sind, entnehmen alle sechs Stunden Wasserproben.
Diese Operationen werden bis Sommer kommenden Jahres, also bis zur Hebung des Wracks, durchgeführt, fuhr der Militär fort. Nach Alexejews Ansicht sichern das Bleigehäuse der Kernreaktors wie auch Bedingungen, in denen er sich befindet, die Unversehrtheit der Brennstäbe. Der Austritt von Spaltmaterial in das Wasser sei absolut ausgeschlossen, sagte Alexejew.
Quelle: Nowosti vom 22.11.2000

Neue Hinweise auf  Kollision vor  "Kursk"-Untergang
Moskau  - Die russische Marine hat nach eigenen Angaben neue Hinweise darauf, dass eine Kollision die Ursache für die Havarie des russischen Atom-U-Bootes 'Kursk' ist. In der Nähe der Unglücksstelle seien SOS-Signale eines ausländischen U-Bootes empfangen worden, sagte der Chef der russischen Nordmeerflotte, Wjatscheslaw Popow, in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der 'Nesawisimaja Gaseta'.  Die russische Marineaufklärung habe Notsignale eines automatischen
Senders aufgezeichnet. Untersuchungen hätten ergeben, dass die Signale von einem ausländischen U-Boot stammten, sagte Popow. Es gebe zunehmend Beweise, dass die 'Kursk' nach einem Zusammenstoß mit einem fremden Schiff gesunken sei. Die 'Kursk' war am 12. August in der Barentssee nach zwei Explosionen an Bord auf mehr als 100 Meter Tiefe gesunken. Alle 118 Seeleute an Bord kamen ums Leben. Die Ursache des Untergangs der 'Kursk' ist bislang unklar. Die USA und
Großbritannien haben eine Beteiligung ihrer U-Boote ausgeschlossen.
Quelle: www.icn4u.de vom 21.11.2000

Wasserbomben um die "Kursk"
Russische Kriegsschiffe sollen Untergangsstelle bewachen
Moskau - Die russische Marine schützt die Untergangsstelle des Atom-U-Bootes "Kursk" in der Barentssee mit einem Gürtel aus Wasserbomben. Mit der sporadischen Zündung der Sprengkörper sollen nach Angaben russischer und norwegischer Seismologen fremde Schiffe und U-Boote vor dem Eindringen in das Sperrgebiet fern gehalten werden. Ein seismologisches Institut auf der Halbinsel Kola registrierte seit dem 22. September schon über 40 Explosionen.
Tagespresse vom 17.11.2000

Russische Tiefseetaucher kehren zurück
Am 13. November 2000 kehrten zwölf russische Tiefseetaucher, die an der Operation am Katastrophenort des U-Boots-Kursk teilgenommen hatten, nach der Rehabilitation an Bord des Plattformdeckschiffs "Regalia" nach St. Petersburg zurück. Bei diesen Arbeiten wurden der 8., 9., 3. und 4. Raum des U-Boots von den Fachleuten untersucht sowie 150 Videokassetten mit Materialien über den äußeren Zustand des U-Boots und seiner Räume aufgenommen. Die Taucher haben 700 Stunden in einer Tiefe von über 100 Meter im eiskalten Wasser der Barentssee gearbeitet. Jetzt warten auf sie Erholung und Rehabilitation im Sanatorium Heimkehr
"Solnetschnogorsk" bei Moskau. 
Quelle: Novosti vom 14.11.2000

Admiräle fordern Rücktritt der Flottenführung
Von Gisbert Mrozek
Moskau - Als Konsequenz aus dem Untergang der Kursk fordern russische Admiräle den Rücktritt der Flottenführung. Damit wird erstmals seit der Kursk-Katastrophe öffentlich über Konsequenzen diskutiert. Unabhängig davon, was die genaue Ursache der Katastrophe war, sei auf jeden Fall die Flottenführung verantwortlich für diese "Schande für die russische Flotte", erklärte Konteradmiral a.D. Jurij Senatskij auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit weiteren vier hohen Offizieren. Der  Kursk
angesehene Admiral Senatskij war 17 Jahre lang Leiter des Unterwasser-Rettungsdienstes der Flotte. Er nahm an der Bergung von 5 U-Booten teil.  Aus dem Dienst ausscheiden müssten die Verantwortlichen für die Manöverplanung und -durchführung. Wenn Flottenchef Wladimir Kurojedow den Manöverplan unterschrieben habe, müsse auch er gehen. Die Flottenführung sei auf jeden Fall auch dafür verantwortlich, dass keine Rettungseinheiten während des Manövers bereit
standen, wie dies eigentlich Vorschrift sei. Konteradmiral a.D. Genadij Sacharow berichtete, es sei auch üblich, dass auf U-Booten die im Havariefall lebenswichtigen Rettungsbojen festgeschweißt werden, um sie nicht zu verlieren.
"Als die Kursk auslief, war ihr Schicksal schon besiegelt."
Eigentlich müsste es ein Auslauf-Verbot für alle Boote der Kursk-Klasse geben, solange die Ursache der Katastrophe nicht genau feststehe - es sei denn, die russische Führung habe diese Informationen, gebe sie aber noch nicht bekannt. Angeblich sollen alle russischen U-Boot-Besatzungen seit dem Untergang der Kursk stark verängstigt sein. Nach Moskauer Presseberichten sind auf dem Wrack am letzten Tag der Bergungsarbeiten auch Bordbücher, Codes und Fahrten- schreiber gefunden worden, die Aufschluss über die letzten Minuten des U-Bootes geben können. Die Auswertung einiger neuer Daten könne einige Zeit in Anspruch nehmen, erklärte Vizepremier Ilja Klebanow noch vor Beginn der Sitzung der staatlichen Untersuchungskomission, die eigentlich gestern ihren Abschlussbericht beschließen sollte. Nach dem Ende der Sitzung erklärte Klebanow allerdings, Klarheit über den Katastrophenhergang werde es erst geben können, wenn das Boot gehoben wird. Das solle auf jeden Fall im Sommer nächsten Jahres unter Beteiligung eines internationalen Konsortiums von Bergungsfirmen geschehen. Es sei zwar mittlerweile fast sicher, dass die Kursk mit einem "Unterwasserobjekt" zu- sammengestoßen sein. Dafür gebe es neue Hinweise. Dieses Objekt sei möglicherweise ein fremdes U-Boot gewesen. Nach Informationen aus gut informierten Kreisen unterstützt die Untersuchungskomission und Klebanow aber keinesfalls die Kollisionstheorie der Flottenführung.
Streit hinter verschlossenen Türen
Die Komissionssitzung habe hinter verschlossenen Türen mit einem scharfen Streit zwischen Klebanow und Flottenchef Kurojedow begonnen. Klebanow erklärte, für die russische Rüstungsindustrie sei die Version der Flottenführung nicht akzeptabel. Zwar sei Versenkung durch äußere Einwirkung sicher, es gebe aber keine stichhaltigen Beweise für die Kollisions-Theorie der Admiralität, sondern viele Argumente dagegen. Für die Rüstungsindustrie sei die Behauptung absolut inakzeptabel, dass der Zusammenstoß mit einem U-Boot derart verheerende Folgen für ein modernes russisches Atom- U-Boot haben könne. Flottenchef Kurojedow zog sich in seiner Erwiderung darauf zurück, dass Putin den angebotenen Rücktritt der Flottenführung und des Verteidigungsministers nicht angenommen habe.
Galgenfrist ?
Die Aussage Klebanows, endgültige Beweise für die Katastrofenursache seien erst im nächsten Jahr zu erwarten, wenn die Kursk gehoben werden kann, ist demnach ein politischer Kompromiss – der aber nicht ausschließt, dass Kurojedow doch demnächst schon gehen muss, wie von den Admirälen a.D. gefordert.
Quelle: rufo vom 09.11.2000

Taucher bergen "Kursk"-Geheimcodes
Weiter Streit um Hebung des russischem Atom-U-Bootes
Moskau - Neben den Leichen von zwölf Besatzungsmitgliedern haben russische Taucher aus dem in der Barentssee verunglückten Atom- U-Boot "Kursk" auch Geheimcodes und andere Unterlagen geborgen. Das erklärte am Donnerstag Vize-Regierungschef Ilja Klebanow, Vorsitzender der Sonderkommission zur Aufklärung des Unglücks. Zwischen Klebanow und einem Bergungsspezialisten der ehemaligen sowjetischen Marine entbrannte ein Streit über die Möglichkeit einer für den kommenden Sommer geplanten Hebung der "Kursk". Bei ihrem Vordringen in die vierte Sektion des Bootes am hinteren Teil des Kommandoturms hätten die Taucher "irgendwelche Aufzeichnungen und Abschnitts-Wachbuch" geborgen. "Was wir konnten, haben wir mitgenommen", sagte Klebanow nach Angaben der Agentur Interfax. Über den Inhalt der Dokumente machte er keine Angaben. Nach der Bergung von zwölf toten Besatzungsmitgliedern aus dem Heck der "Kursk" waren zu- vor zwei Abschiedsbriefe entdeckt worden, die nach offiziellen Angaben keinen Aufschluss über die Unglücksursache geben.
Kollision oder Explosion?
Endgültige Klärung wurde von der russischen Marine erst nach der Hebung der "Kursk" im Sommer erwartet. Die Kommission war nach einer Sitzung am Vortag zu dem Schluss gekommen, dass es zwar "ernsthafte Beweise" für die These der Kollision der Kursk mit einem ausländischen U-Boot gebe. Doch wurden auch eine Kollision mit einer Treibmine aus dem Zweiten Weltkrieg oder eine interne Explosion beim Abfeuern eines Torpedos nicht ausgeschlossen.
Der Einsatz zur Bergung der Besatzung der "Kursk" war am Dienstag nach knapp drei Wochen wegen zu hoher Risiken für die Taucher beendet worden. Lediglich zwölf von 118 Mann Besatzung konnten aus dem beschädigten Boot geborgen werden.
Kein Geld für die Bergungsarbeiten
Als undurchführbar bezeichnete Konteradmiral Juri Senatski am Donnerstag die Pläne zur Bergung des Havaristen. Der ehemalige Chefingenieur und Bergungsspezialist der Sowjetmarine vertrat die Ansicht, dass die von den Tauchern in die "Kursk" geschnittenen Einstiegslöcher eine Hebung des Bootes unmöglich machten. Zudem habe die russische Regierung kein Geld für die Bergungsarbeiten. Deren Dauer schätzte er auf mindestens fünf Jahre, die Kosten veranschlagte er nach Angaben von Interfax auf "nicht weniger als 1,5 Milliarden Dollar". Er schlug stattdessen vor, rund um die "Kursk" eine Art Sarkophag zu errichten. "Es sollte so eine Art Mahnmal werden", sagte Senatski. Klebanow widersprach energisch der Meinung des Marineoffiziers, der selbst schon an der Bergung eines U-Bootes aus 200 Metern Tiefe in der Barentssee beteiligt war. Der Vize-Regierungschef betonte, dass die "Kursk" schon im kommenden Sommer geborgen werde und dass bereits Möglichkeiten zur Finanzierung dieses Projektes erörtert würden. Bisher ist nicht bekannt, welche Summe mit der Öltechnikfirma Halliburton für den dreiwöchigen Einsatz zur Bergung der Leichen der "Kursk"-Besatzung vereinbart worden war.
Tagespresse vom 9.11.2000

Russische Führung sieht Kollision als Unglücksursache der «Kursk»
Aufnahmen zeigen Beule an Atom-U-Boot
Moskau - Knapp drei Monate nach dem Untergang des Atom-U-Boots «Kursk» hat die russische Führung am Mittwoch
Informationen präsentiert, die für eine Kollision mit einem anderen Schiff sprechen. Der stellvertretende Ministerpräsident Ilja Klebanow erklärte vor Journalisten, neue Fotoaufnahmen der «Kursk» stützten die Theorie, wonach der Zusammenstoß mit einem anderen - möglicherweise ausländischen - Schiff die Katastrophe am 12. August auslöste. Dabei kamen alle 118 Besatzungsmitglieder ums Leben. Klebanow berief sich unter anderem auf Videoaufnahmen, die eine Beule im oberen Bereich des U-Boots zeigten. Andere Unglücksursachen würden aber nicht ausgeschlossen, sagte Klebanow.
Klebanow verlas auch eine Notiz, die bei einem der toten Seeleute gefunden wurde. In dieser hatte der Matrose seinen langsamen Todeskampf geschildert. Klebanow zufolge wurde die Nachricht eineinhalb Stunden nach den heftigen Explosionen geschrieben, die die "Kursk" auf den Grund der Barentssee sinken ließen.
"Wir sind 23 Leute in der neunten Abteilung. Uns geht es schlecht, wir sind geschwächt von den Auswirkungen des Kohlenmonoxids nach dem Brand ... der Druck steigt ... wenn wir an die Oberfläche steigen, würden wir den Druck nicht überleben", las Klebanow aus der Notiz. 
Eine ähnliche Schilderung hatten Taucher bereits bei Kapitänleutnant Dimitrij Kolesnikow gefunden.
Am Dienstag wurden die Bergungsarbeiten an der «Kursk» vorzeitig eingestellt, weil der Einsatz für die Taucher immer gefährlicher wurde. 
Quelle: Der Spiegel vom 8.11.2000

U N G L Ü C K S - U - B O O T  - "Die Arbeiten sind beendet"
Die knapp drei Wochen dauernden Bergungsarbeiten am russischen Atom-U-Boot "Kursk" sind beendet 
worden. Möglicherweise soll das Wrack nun im Sommer nächsten Jahres gehoben werden.
Moskau - Der Sprecher der an der Bergung beteiligten Firma Halliburton, Birger Haraldseid, sagte, die Tauchplattform "Regalia" habe Kurs in Richtung Norwegen genommen. "Die Arbeiten sind beendet." Der russische Raketenkreuzer "Pjotr Weliki" (Peter der Große) blieb vorerst an der Unglücksstelle zurück. Zuvor waren Spezialtaucher noch in die vierte Sektion des U-Bootes vorgedrungen, um weitere Leichen der bei dem Unglück getöteten Seeleute zu bergen. Doch sei die Arbeit dort zu gefährlich geworden, so ein Sprecher der russischen  Regalia
Nordmeerflotte. Außerdem hatten die Taucher mit einer Spezialkamera Außenaufnahmen von der beschädigten "Kursk" sowie vom Meeresboden rund um das Wrack gemacht. Damit sollen die Arbeiten zur beabsichtigten Hebung des Unglücksboots im kommenden Sommer erleichtert werden. Im Verlauf des knapp dreiwöchigen Einsatzes war es den Tauchern lediglich gelungen, 12 der 118 toten Besatzungsmitglieder zu bergen. Der Einsatz zur Bergung der Besatzung des im August verunglückten U-Bootes hatte Mitte Oktober begonnen. Die Ursache des Unglücks der "Kursk" ist weiterhin ungeklärt.
Quelle: Der Spiegel vom 7.11.2000

Russische Marine beschuldigt  Nato-Beobachter
Die russische Marineführung weist die Schuld am Untergang der "Kursk" erstmals eindeutig einem Nato-Kriegsschiff zu
Moskau - Im Gegensatz zur Regierung, die sich bei der Frage nach der Unglücksursache noch nicht festgelegt hat, sagte ein Sprecher des russischen Marinestabs am Sonntag in Moskau: "Das Kommando der russischen Seestreitkräfte ist jetzt überzeugt, dass die Kollision mit einem ausländischen U-Boot der Grund für den Untergang der "Kursk" war."
Ähnlich äußerte sich auch der Marinebefehlshaber Wladimir Kurojedow. Als das hochmoderne Atom-U-Boot am 12. August sank, beobachteten die amerikanischen U-Boote "Memphis" und "Toledo" sowie die britische "Splendid" ein Manöver der russischen Nordflotte in der Barentssee. Washington und London haben eine Verwicklung ihrer Schiffe in die Katastrophe bisher bestritten.
Vizeministerpräsident Ilja Klebanow, Chef der Regierungskommission zur Untersuchung des Unglücks, sagte, dass es nach wie vor drei mögliche Thesen zum Untergang der "Kursk" gebe. Ein amtlicher Bericht "mit einer hundertprozentigen Version" solle bei einer Sitzung der Kommission am 8. November vorgelegt werden. Als weitere mögliche Ursachen werden die Kollision mit einer Treibmine aus dem Zweiten Weltkrieg oder zwei Torpedo-Explosionen an Bord der "Kursk" genannt. 
Westliche Militärs gehen davon aus, dass ein Torpedo im Abschussrohr detonierte und den Munitionsvorrat des U-Bootes zur Explosion brachte.
Bergungstaucher drangen unterdessen in die vierte Sektion des U-Boot-Wracks vor
Bei den Bergungsarbeiten in 100 Meter Tiefe in der Barentssee stieg ein russischer Taucher am Sonntagmorgen in die vierte Rumpfsektion der "Kursk" ein. Wegen schlechter Sichtverhältnisse sei er jedoch zunächst nur einen Meter vorangekommen, erklärte der Stab der russischen Nordflotte in Murmansk. Insgesamt seien die Zerstörungen im vierten Abschnitt am hinteren Ende des Kommandoturms aber nicht so stark wie im benachbarten dritten. Zunächst wurden in der Sektion keine Leichen gefunden. Aus dem Heck der "Kursk" wurden bisher insgesamt zwölf Leichen geborgen.
Die Mitte Oktober begonnenen Arbeiten zur Bergung der toten Seeleute aus dem Wrack sollen laut Vertrag mit der internationalen Öltechnikfirma Halliburton in der kommenden Woche beendet werden. Das in 108 Meter Tiefe liegende U-Boot und die noch darin verbliebenen Leichen sollen nach bisheriger Planung im kommenden Sommer geborgen werden. Der entsprechende Vertrag mit einer noch nicht genannten Firma soll noch bis Jahresende unterzeichnet werden.
Der Vizekommandeur der Nordflotte, Wladimir Dobroskotschenko, korrigierte am Sonntag die zuvor gemachte Aussage seines Vorgesetzten Kurojedows, nahe der Unglücksstelle sei am Freitag erneut ein fremdes U-Boot geortet worden. Dies habe sich nicht bestätigt, sagte der Vizeadmiral nach Interfax-Angaben.
Quelle: Der Spiegel vom 5.11.2000

S T U R M   Ü B E R   D E R   " K U R S K "  Taucher können nicht arbeiten
Die Bergungsarbeiten an dem gesunkenen russischen Atom-U-Boot "Kursk" kommen nicht voran. Die Taucher mussten wegen Sturms wieder an die Oberfläche.
Moskau - In der Barentssee frischte der Wind bis auf neun Windstärken auf. Wegen des hohen Wellengangs befahl die russische Marine den Tauchern, die Arbeiten in 108 Metern Tiefe abzubrechen. Das russisch-norwegische Team hatte den ganzen Tag versucht, ein weiteres Loch in die stählende Außenhaut des U-Bootes zu schneiden. Die Taucher wollten so in die vierte Sektion des Rumpfes am hinteren Ende des Kommandoturms vordringen. Dort werden zwölf der insgesamt 118 Seeleute vermutet, die bei dem Untergang der "Kursk" am 12. August ums Leben gekommen waren.
Die Taucher hatten am Donnerstagabend ihre Arbeiten an der dritten Sektion auf Befehl des Marinekommandos eingestellt.
Erste Aufnahmen einer Minikamera, die durch ein Probeloch in das Innere manövriert worden war, hatten schwere
Verwüstungen in dem Abschnitt durch Explosionen gezeigt. Marinechef Wladimir Kurojedow untersagte den Tauchern aus Sicherheitsgründen den Einstieg in diesen Abschnitt des U-Boots. Die Mitte Oktober begonnenen Arbeiten zur Bergung der toten Seeleute aus dem Wrack sollen laut Vertrag mit der internationalen Öltechnikfirma Halliburton in der kommendenWoche beendet werden. Das U-Boot und die noch darin verbliebenen Leichen sollen nach bisheriger Planung im kommenden Sommer geborgen werden. Der entsprechende Vertrag mit einer noch nicht genannten Firma soll noch bis Jahresende unterzeichnet werden.
Die Ursache der "Kursk"-Katastrophe ist weiter ungeklärt. Der russische Verteidigungsminister Igor Sergejew sagte, die von der Regierung eingesetzte Sonderkommission sei noch zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen. Auch Nordflotten-Kommandeur Wjatscheslaw Popow lehnte in einem Interview der Zeitung "Komsomolskaja Prawda" Angaben über die Unglücksursache ab. Jede öffentliche Spekulation vor dem Abschlussbericht der Kommission sei eine "Dummheit".
Tagespresse vom 3.11.2000

U-Boot der Antej-Klasse ( Oscar-II )
Kursk - Querschnitt

Quelle: Federation of American Scientists

Bergungsarbeiten in dritter Sektion der "Kursk" aus Sicherheitsgründen eingestellt
Die Bergungsarbeiten in der dritten Kammer des russischen U-Bootes "Kursk" sind aus Sicherheitsgründen eingestellt worden. Die starken Zerstörungen in der Sektion stellten eine erhebliche Gefährdung der Taucher dar, da scharfkantige Teile ihre Anzüge oder Luftschläuche be- schädigen könnten, sagte ein Sprecher der Nordmeerflotte. Die Arbeiten wurden am Donnerstag in den vierten Sektor des Atom-U-Bootes verlegt. In St. Petersburg fand unterdessen eine Trauer- feier für den in der vergangenen Woche geborgenen Kapitänleutnant Dmitrij Kolesnikow statt. Trauerfeier
Tagespresse vom 2.11.2000

" K U R S K "   Erster Matrose beigesetzt
Die engsten Familienangehörigen und etwa 50 weitere Verwandte haben in St. Petersburg Abschied von Dmitrij
Kolesnikow genommen. Der Kapitänleutnant war als erstes der "Kursk"-Opfer identifiziert worden.
St. Petersburg - Etwa 1000 Menschen erwiesen dem Seemann die letzte Ehre. Ein Brief, der bei dem 27-Jährigen gefunden wurde, ließ darauf schließen, dass mindestens 23 der 118 Besatzungsmitglieder des Atom-U-Boots nicht sofort nach dem bisher ungeklärten Unglück tot waren. Zwölf Leichen wurden bislang aus dem Wrack in mehr als 100 Meter Tiefe geholt. Taucher setzten auch am Donnerstag ihre Bergungsarbeit in der Barentssee fort. Kurz nach zwei Explosionen an Bord der "Kursk" war Kolesnikow am 12. August zusammen mit 22 Kameraden in Sektion 9 des U-Bootes gelangt. Dort kritzelte er nach einem Stromausfall im lichtlosen Raum auf ein Papier: Trauer

"Es gibt keinen Grund zum Verzweifeln.
Es ist zu dunkel zum Schreiben, ich werde versuchen, es nach Gefühl zu tun. Es scheint, als gebe es keine Hoffnung. Lasst uns zu 10 bis 20 Prozent hoffen, dass dies noch jemand liest." 
Eine vergrößerte Kopie des Schreibens wurde unter Glas in der Trauerhalle ausgestellt.
Die russische Marine hatte zunächst erklärt, alle Seeleute seien bereits unmittelbar nach der Havarie umgekommen. Die Regierung wurde kritisiert, weil sie Hilfsangebote aus dem Ausland zur Rettung der Besatzung erst sehr spät angenommen hatte. Für Kolesnikow und drei andere Besatzungsmitglieder hatte die russische Marine am Sonntag am Stützpunkt der Nordmeerflotte in Seweromorsk eine Trauerfeier abgehalten.
In Moskau überreichte die britische Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Vanessa Redgrave unter Tränen einen Scheck in Höhe von 2900 Dollar für die Angehörigen. Das Geld sei spontan nach einem ihrer Auftritte im Londoner Globe Theater vom Publikum gespendet worden, sagte Redgrave, die außer für ihre Schauspielkunst auch für ihr politisches und soziales Engagement bekannt ist. Sie habe vom Schicksal der Seeleute im Theater erfahren und nur noch an sie und ihre Familien gedacht, sagte Redgrave, die während der Pressekonferenz teilweise ihr Gesicht in den Händen verbarg. "Ihr sollt wissen, dass wir euch nicht vergessen."
Tagespresse vom 2.11.2000

K U R S K - Teile des beschädigten Kommandoturms geborgen
Norwegische Spezialisten haben Trümmer des schwer beschädigten Kommandoturms der "Kursk" an die Oberfläche gebracht. Taucher arbeiten indessen daran, den Einstieg in den vorderen Teil des U-Boots vorzubereiten.
Moskau - Die Trümmer seien an Bord der Spezial-Plattform "Regalia" gebracht worden, die über der "Kursk" schwimmt, teilte die russische Nordflotte mit. Die Beschädigungen am Kommandoturm sollen Aufschluss über die noch immer ungeklärte Ursache der Untersee-Katastrophe vom August geben. An der dritten Sektion im vorderen Teil des U-Boots arbeiteten sich die Taucher unterhalb des Kommandoturms mit Schneidwerkzeugen zum inneren Stahlrumpf des Bootes vor. Zum Wochenende sollen russische Taucher durch ein Loch erstmals in den vorderen Teil der "Kursk" eindringen. Die Schichten der Spezialtaucher wurden dazu von vier auf sechs Stunden verlängert. In der dritten U-Boot-Sektion befinden sich auf vier Etagen unter anderem die Kajüten der Besatzung. Laut Einsatzplan sollten sich zum Zeitpunkt der Katastrophe am 12. August bis zu 24 Matrosen dort Trümmer von der Kursk
aufhalten, meldete die Nachrichtenagentur Interfax.
Die Taucher hatten am Vortag ihre Arbeiten im Heck des 155 Meter langen U-Boots abgeschlossen und insgesamt zwölf Leichen aus der achten und neunten Sektion geborgen.
Tagespresse vom 01.11.2000

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