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U-Boot Wilhelm Bauer (ex U 2540) 
Als die politische Entscheidung gefallen war, dass die Bundesrepublik Deutschland innerhalb des Nordatlantikpaktes (Nato) mit der an 1955/56 aufzustellenden Bundeswehr zu ihrer eigenen Verteidigung beitragen sollte, wurden für die Bundesmarine auch wieder U-Boote vorgesehen. Innerhalb der Gesamtstategie der Nato hat die Bundesmarine den folgenden Auftrag zu erfüllen:
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das Territorium der Bundesrepublik Deutschland und die Ostseezugänge gegen Angriffe von See zu schützen,
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dem Gegner die Nutzung der Ostsee zu erschweren und entsprechende Kräfte zu binden,
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dem Gegner die Passage der Verbindungswege zwischen Ostsee und Nordsee zu verwehren,
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die Nutzung der Nordsee für eigene Zwecke zu sichern.

Derart kleine U-Boote ( 350 t ), die diese Aufgabe erfüllen konnten, gab es in der Nato nicht. Sie mußten ganz neu entwickelt werden. Um schon vor Fertigstellung der ersten neuen U-Boote mit der Ausbildung von U-Boot-Stammpersonal und der Erprobung neuer Geräte und Methoden beginnen zu können, beauftragte das Bundesministerium der Verteidigung im Sommer 1956 die Hamburger Bergungsfirma Beckedorf, zwei versenkte U-Boote des Typs XXIII zu heben. Die Wiederherrichtung der U-Boote durch die Kieler Howaldtswerke kam so gut voran, dass sie schon im August bzw. Oktober 1957 unter den Namen "Hai" und "Hecht" erneut  in Dienst gestellt werden konnten. Der erste Neubau hingegen nahm erst am 20. März 1962 seinen Dienst auf. Die beiden wieder gehobenen und später noch mehrmals umgebauten Schul-U-Boote blieben bis 1966 bzw. 1968 im Einsatz.
Da die kleinen Schul-U-Boote für umfangreichere Erprobungs- programme und Versuchsserien keinen ausreichenden Platz bieten konnte, brauchte man ein anderes Boot. Im Juni 1957 hob die Firma Beckedorf auch das bei Flensburg Feuerschiff versenkte, mit rd. 1600 t sehr viel größere Boot U 2540 vom Typ XXI und machte es wieder schwimmfähig.
Nachdem die Westeuropäische Union (WEU) die Genehmigung erteilt hatte, ein U-Boot dieser Größenordnung für Erprobungszwecke einsetzen zu dürfen und die Zustimmung des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) erfolgt war, wurde das U-Boot angekauft und den Auftrag zur Wiederherstellung vergeben. 1958 erhielt die Kieler Howaldtswerke den Auftrag für die Wiederherstellung und es Umbaues des U-Bootes. Der Umbau von U 2540 erhielt die Bezeichnung Klasse 241.  Ende 1958, also anderthalb Jahre nach Hebung, kam U 2540 ins Schwimmdock. Erst nachdem alle Voraussetzungen im
Bergung  U 2540
Boot selbst und außerhalb gegeben waren, konnte nach der Dockbesichtigung im September 1959 mit dem Einbau von Maschinen, Geräten und anderen Einrichtungen begonnen werden. Am 1. September  1960 erfolgte die Indienststellung und Taufe auf dem Namen " U Wilhelm Bauer" mit der Nato-Kennzeichnung " Y 880 " und dem Schifferprobungskommando (SEK) in Kiel unterstellt. Im Anschluß wurde sie der Erprobungsstelle 71 in Eckernförde zur Verfügung gestellt. Militärisch unterstand das U-Boot der U-Boot-Lehrgruppe (ULG) in Neustadt.
U-Boot " Wilhelm Bauer" Nato-Nr. Y 880 (ex U 2540)
Bauwerft Blohm & Voss, Hamburg 1944/45
Instandsetzung Howaldtswerke Kiel, 1958-1960
Größe (Wasserverdr.) 1620 / 1820 ts
Länge 76,70 m 
Breite 6,60 m
Tiefgang 6,2 m
Antriebsanlage MAM-DM  mit 4000 PS, 2 Schrauben
EM  mit 5020 PS
Geschwindigkeit 15,5 / 17,5 kn
Fahrstrecke 11000 sm bei 12 kn
Bewaffnung 4 TR-533B
Besatzung 57
U-Boot Wilhelm Bauer
1960 - 1982 Versuchsboot der Bundesmarine

Unterseeboot-Silhoulette entspricht dem Zustand von 1945 - Typ XXI U 2540
Einrichtung entspricht dem Zustand als Museums-U-Boot
Silhouette U 2540

Umfangreiche Restarbeiten und Mängelbeseitigung machten noch einen Werftaufenthalt vom 16. Januar bis 4. Mai 1961 in Kiel nötig. Danach konnte die eigentliche Erprobungstätigkeit beginnen. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Maschinen und Geräte gerichtet, die für Neubauten der Bundesmarine bestimmt waren; dazu gehörten der diesel-elektrische Antrieb, der neue Kreiselkompaß- und Fahrtmeßanlage, der Echograph und die Torpedoablaufrohre. Das Sorgenkind war aber nach wie vor die Schnorchelanlage. Noch am 28. Juli 1961 hieß es in einem Bericht: Trotz erheblicher Umbauten und Verbesserungen ist die Schnorchelanlage in der derzeitigen Ausführung nicht funktions- und betriebsbereit. Jede Erprobung, aber auch jede Panne auf "U Wilhelm Bauer" ersparten der neuen U-Boot-Klasse langwierige Versuche auf einem Typ-Boot. Deshalb wurde die Einsatzbereitschaft der völlig neu konstruierten U-Boote der Klassen 201 und 205 erstaunlich schnell erreicht. Nach seinem Einsatz als Zielschiff bei einem Manöver vom 7. bis 24. August 1961 lag das U-Boot kurze Zeit in der Werft, vor allem zur Komplettierung der Ablaufrohre III und IV mit Minentransport- und Einführungseinrichtungen. Vom Oktober 1961 bis zum März 1962 wurden Erprobungen an Rettungsinseln, Kampfschwimmerschleuse und Torpedorohren durchgeführt. Am 20. März 1962 wurde das erste U-Boot der Klasse 201 in Dienst gestellt, so dass jetzt die Sonar-Kapazität  intensiv erprobt werden konnte. Die durch Korrosionsschäden im antimagnetischen Stahl der neuen U-Boote verursachte sog. Stahlkrise verzögerte das  Ablieferungs-programm für 24 U-Boot-Neubauten ganz erheblich. Dadurch konnten aber weitere Neuerungen für diese Neubauten auf "U Wilhelm Bauer" zur Erprobung gelangen, u. a. die weitreichende aktive Sonar-Anlage (WSU) und die Schnorchelanlage.In der Werftliegezeit vom Januar bis Juni 1963 wurden die Ergebnisse aus den umfangreichen vorangegangenen Erprobungen in Änderungen und Verbesserungen umgesetzt. Danach wurden die Erprobungen, vor allem an den Schnorchel-, Torpedo- und Sonaranlagen, unter dem Druck der anstehenden Indienststellungstermine der U-Boot-Neubauten verschärft fortgesetzt, bis die Kommandant KKpt Voss und der L.I. KptLt Striezel
1. Kommandant und L.I.
Wappen UBoot Wilhelm Bauer
erste große Werftliegezeit vom 21. Mai 1964 bis zum 28. Januar 1965 fällig wurde. Viele Änderungen, die sich aus den Erprobungen ergeben hatten, sowie der Einbau neuer Anlagen und Geräte wurden durchgeführt und die Gitterplattenbatterien ausgebaut und durch neue, moderne Röhren-Batterien mit Säureumwälzung und Raumablüftung gemäß der früheren Planung ersetzt. Bereits im Mai mußte "U Wilhelm Bauer" erneut in die Werft. Wegen eines Schadens am Stb-Dieselmotor wurde ein Diesel aus der Neubau-Serie der Klasse 205 eingebaut. Werftliegezeiten und Erprobungen lösten sich ab, bis letztlich in der Werftzeit vom 13. Juni bis 29. September 1966 der vom Ingenieurkontor Lübeck für die Klasse 206 vorgesehene Sehrohrschnorchel, genannt "See-Elefant", eingebaut wurde. 
Mit diesem Schnorchel kam es zu einer gefährlichen Havarie. Während einer Schnorchelfahrt Anfang 1967 in der Eckernförder Bucht drangen bei einem Schnorchelmanöver ca. 10 t Wasser über die Zuluftleitungen in den Dieselraum und dort auf die Stb-Kabelbahnen. Das U-Boot wurde auf Grund gelegt und soweit möglich wieder zum Auftauchen klargemacht. Bei diesem Klarmachen gab es einen Kurzschluß in der Kabelbahn, der letztlich zu einem Brand im Motorenraum führte. Geistesgegenwart und schnelles, richtiges Handeln und Verhalten der Besatzung verhinderten eine Katastrophe, und das Boot konnte nach dem Auftauchen mit eigener Kraft nach Eckernförde laufen. Die anschließende Untersuchung ergab, dass die Kabelbahn brüchig war und in Verbindung mit dem Seewasser zwangsläufig ein Kurzschluß entstehen mußte. Die Werft benötigte für den Kabelwechsel 7 Monate.
Einige weitere Erprobungen folgten. Insbesondere sollten die Prüfergebnisse der neuen Schnorchelanlage unbedingt in die Neubauten einfließen. Nachdem auch diese weitgehend abgeschlossen waren, wurde das Boot am 26. April 1968 außer Dienst gestellt. Damit endete seine Dienstzeit unter einem militärischen Kommando. 

Erprobungen mit ziviler Besatzung ( 1979 - 1982 )
Schon 1965 war vom BMdVg beschlossen worden, das Erprobungs-Uboot Wilhelm Bauer dem BWB zu unterstellen und dann mit einer Zivilbesatzung zu fahren. Die Stellung einer Zivilbesatzung für ein U-Boot erwies sich aber sehr viel schwieriger als erwartet, so daß die militärische Besatzung länger als vorgesehen auf dem Boot bleiben mußte.
Auch nach der Außerdienststellung im August 1968 war das Problem der Zivilbesatzung immer noch nicht gelöst, und es wurde erörtert, ob Wilhelm Bauer überhaupt nochmals in Dienst genommen werden sollte. Da aber wichtige Erprobungen für die neuen U-Boote der Klasse 206 anstanden, insbesondere die Torpedoerprobungen mit den neuen
AEG-Drahtlenk-Torpedos SEESCHLANGE und SEAL, wurde beschlossen, das Boot bei HDW generalüberholen zu lassen und die Anwerbung und Ausbildung einer Zivilbesatzung mit Nachdruck zu betreiben. 
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Kombüse
Waschraum

Am 20. Mai 1970 wurde Wilhelm Bauer mit ziviler Besatzung wieder in Dienst gestellt. 

Zum zweiten Male nach den Handels-Ubooten Deutschland und Bremen fuhr wieder ein größeres deutsches U-Boot unter zivilem Kommando.
In den folgenden Jahren fuhr das Erprobungs-Uboot regelmäßig zweimal zu Torpedoerprobungen nach Norwegen. Dazu diente das dafür geeignete Zweihüllenboot auch noch als Zielschiff für Torpedoversuche.

Nach einer Unterwasserkollision mit dem Zerstörer " Z 3 " im Mai 1980, bei der erhebliche Schäden an den Sehrohren entstanden waren, wurde beschlossen, das inzwischen doch recht betagte Boot nicht wieder herstellen zu lassen. 
Am 18. November 1980 kam es zur feierlichen Verabschiedung von Wilhelm Bauer und zur Überführung zum Marinearsenal Wilhelmshaven, wo das Boot dann am 15. März 1982 endgültig außer Dienst gestellt wurde.
Das 
U-Boot wurde jedoch nicht verschrottet, sondern blieb als technisches Denkmal und Museum erhalten. Ein Kreis von Liebhabern und technisch-wissenschaftlichen Interessenten dieses schiffbaulichen Marksteins erwarb 1983 das teilausgeschlachtete Boot, richtete es wieder her und machte es ein Jahr später in Bremerhaven als Technikmuseum Wilhelm Bauer der Öffentlichkeit zugänglich.

U-Boot "Wilhelm Bauer" Lebenslauf in Stichworten
29.10.1944 Kiellegung U 2540 bei Blohm & Voss AG in Hamburg
13.01.1945 Stapellauf
24.02.1945 Indienststellung
04.05.1945 Selbstversenkung nähe Flensburg-Feuerschiff
Juni 1957 Hebung U 2540
10.10.1958 Hauptauftrag an die Kieler Howaldtswerke AG, unter dem Namen " Wal " wurde er grundüberholt.
01.09.1960 Indienststellung  als U-Boot "Wilhelm Bauer"
26.04.1968 Außerdienststellung Bundesmarine
20.05.1970 Erneute Indienststellung mit ziviler Besatzung in Eckernförde
18.11.1980 Marinearsenal Wilhelmshaven aufgelegt
15.03.1982 Außerdienststellung nach 37 Jahren
15.06.1983 Ankauf des Bootes durch das Kuratorium  DSM e.V. und den Förderverein
Deutsches Schiffahrtsmuseum e.V.
04.08.1983 Eintreffen in Bremerhaven
14.12.1983 Gründung des Technik-Museums U-Boot " Wilhelm Bauer"
27.04.1984 Eröffnung als Museum im Alten Hafen beim DSM Bremerhaven
Uboot Wilhelm Bauer vor der Geesteeinfahrt
04.08.1983  Eintreffen in Bremerhaven
Zentrale mit Sehrohr