Hier soll der Versuch
gemacht werden, eine Erklärung zu finden und zu geben.
Das
Mützenband
der Matrosen auf Deutschen Schiffen ist noch
keine 150 Jahre alt. Am 27. April 1849 wurde
auf königlichem Befehl für die Mannschaften und Maaten ein "...niedriger
Matrosenhut mit einem schwarzseidenen Bande, auf welchem der Name des Kriegsfahrzeugs
oder - Königliche Marine - in goldener
Schrift gedruckt sei", eingeführt. Anstelle einer Kokarde wurden die
Initialien "KM" (Königliche Marine) von Offizieren und Mannschaften
getragen.
Seinen
Ursprung
hatte das Mützenband in den früher getragenen Zöpfen, die
zur Pflege geteert und geölt wurden. Ein hoher schwarzer Lackhut war
ein weiteres Merkmal des Seemanns. Man stelle sich einmal vor, wenn sich
in einer Hafenkneipe zur damaligen Zeit, viele Matrosen von verschiedenen
Schiffen trafen. Beim Aufbruch der fröhlichen Zecher konnte sich jeder
einen anderen Hut aufsetzen, denn sie waren ja alle gleich. Bis dann einige
Seeleute auf die Idee kamen, Ihren Schiffsnamen mit Kreide auf den Hut
zu schreiben.
Weil unpraktisch, wurden
Zöpfe und Hüte im 19. Jahrhundert abgeschafft. Doch die Bezeichnung
des Schiffes blieb auch an der neuen Kopfbedeckung; und für den Zopf
wehten nun die Endendes Mützenbandes fröhlich im Wind. Bereits
um 1818 wurden International die ersten Mützenbänder
getragen.
Nach
1873 erhielten die Mützenbänder den Schriftzug "Kaiserliche Marine"
in Goldbuchstaben. Diese Buchstaben wurden meist gewebt, weil gedruckte
Buchstaben sich nicht bewährt hatten. Die Marine erlebte in diesen
Jahren ihren ersten großen Aufbruch. Bis dahin gab es nur wenige
Schiffe und eigentlich auch noch gar keine richtige Flotte.
Mit
dem Aufbau der neuen Torpedowaffe (1883) kamen auch neue Laufbahnen zur
Marine. Nicht zu vergessen, die Umstellung von Segel- auf Dampfschiffen.
Das sollte man auch an den Mützenbändern erkennen können.
So behielt das seemännische Personal
die goldenen Schriftzüge, während
die Techniker silberne
Schriftzuge erhielten. Inzwischen wurden auch die Schiffsnamen auf den
Mützenbändern wieder eingeführt. Ebenso bekamen bestimmte
Abteilungen ihr eigenes Band wie: "Matrosenartillerie" oder "l. Torpedoboots-Division
I." Das "KM" als Kokarde wurde 1884 gegen eine runde schwarz-weiß-rote
Kokarde aus lackiertem Blech gewechselt.
Ab
1900 wurde auf kaiserlichen Befehl auf dem Mützenband vor dem Schiffsnamen
"S.M.S." (Seiner Majestät Schiff) gesetzt. Inzwischen hatte sich das
Mützenband zu einem persönlichen Symbol der Seeleute entwickelt.
Man war stolz auf sein Schiff und empfand es als besondere Ehre, dieses
in der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Ja, selbst
der Kameradschaft an Bord gab es Impulse. Fühlte man sich doch als
eine Familie, die wie eine verschworene Gemeinschaft zusammenhielt.
Der
Stolz
und die Freude am Mützenband gingen sogar soweit, daß die entlassenen
Reservisten,
die Ihre Uniform mit in die Heimat nehmen durften, sich ein extra langes
Band besorgten und anlegten, dessen Zipfel bis zu den Absätzen herunterreichten.
Die Beschriftung dieser Reservistenbänder trieb zum Teil herrliche
Blüten wie zum Beispiel:
"
O JUGENDLUST O JUGENDGLÜCK WIE SEHNT ICH MICH NACH EUCH ZURÜCK
- S.M. RESERVE -
WIR
FAHREN JETZT DER HEIMAT ZU DENN ENDLICH HAT RESERVE RUH ".
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.
Häufig brachten diese
Männer auch eine Reservistenpinne mit nach Haus, an der die Mützenbänder
des gesamten Geschwaders befestigt waren, in dem der Matrose gedient hatte.
Zu
dieser Zeit wurde eine zusätzlich Farbe
für das Mützenband eingeführt. Schiffsjungen, die mit 15
Jahren in die Marine eintraten und sich für 12 Jahre verpflichteten,
erhielten einen Schriftzug aus roter Seide gestickt. Diese 3 Farben - Gold,
Silber und Rot - wurden bis 1919 getragen. Während des I. Weltkriegs
erhielt die Marine viele zusätzliche Sparten hinzu, was wiederum zu
einer Vielfalt von Mützenbändern führte. So sind bei Sammlern
heutzutage Aufschriften wie - MARINE-RADFAHRER-KOMPAGNIE - oder - MARINE-LUFTSCHIFFABTEILUNG
- und ähnliche Exoten sehr begehrt.
Nach
1919 fielen die silbern oder rot beschrifteten Mützenhänder weg.
Es gab einheitlich nur noch gold bestickte oder auch bedruckte Mützenbänder
mit dem Namen - und neuerdings auch der Schiffsbezeichnung wie :
- KREUZER EMDEN -
LINIENSCHIFF ELSASS - etc.
Die
Schriftzüge waren erst in lateinischen-,
dann im deutschen- und schließlich in
gotischen
Buchstaben. Aus Sicherheitsgründen wurde während des II. Weltkriegs
das Einheitsmützenband - KRIEGSMARINE - getragen. Auch die Bundesmarine
blieb zunächst bei den gotischen Schriftzeichen, wobei der Schiffsname
noch in Anführungsstriche gesetzt wurde z.B. "TRAVE"
Die
bisher letzte Umstellung erfuhr das Mützenband
durch den Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zur NATO. Dort wurde
die gotische Schrift als unleserlich abgelehnt und die lateinischen Buchstaben
wieder eingeführt. Glücklicherweise werden Umlaute wie bei
"MÜRWIK" mit Ü und nicht UE geschrieben. Leider fielen auch die
Bezeichnungen für die Schiffsstammabteilungen weg, denn die NATO kennt
nur das "AUSBILDUNGSBATAILLON".
Das Münzenband
ist ein schwarzes Kunstseidenband von 3,2 cm Breite und 150 cm Länge,
in das mit goldfarbenden Buchstaben die Bezeichnung der Einheit oder des
Verbandes, denen der Soldat angehört, eingewirkt ist. Wird heute nur
noch von den Mannschaften der Marine an den Mützen getragen.
Diese
Infomationen wurden zusammengetragen von: Ulrich Israel, Georg Lintz, Horst
Rivier, Horst Wichner und Hans-Georg Rammelt
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